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Ausgabe:

1898

Spalte:

1-4

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Buhl, F.

Titel/Untertitel:

Geographie des alten Palästina 1898

Rezensent:

Furrer, Konrad

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Theologische Literaturzeitung.

Herausweo-ehen von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen,

Erfcheint Breis
alle 14 Taee. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Marl;

jyjo. i_ 8. Januar 1898. 23- Jahrgang.

Buhl, Geographie des alten Paläftina (Furrer). 1 Karl, Beiträge zum Verftändnis der foteriolo-
Ricfs' Bibelatlas, 3. Aufl. (Furrer). gifchen Erfahrungen und Spekulationen des

Kamphausen, The book ofDaniel (The sacred' j Apoftels Paulus (Deifsmann)

books of the O.T. part 18) (Budde). I Teichmann, Die pauhnifchen Vorftellungen von

Gefchichte und handfchriftliche Üeberlieferung
(H. Achelis).
Comb'a, I nostri Protcstanti. II. Durante la
Riforma nel Veneto e nell' Istria (Benrath).
UUL"g "* L"c w "" f"" - v Auferflehung und Gericht (Deifsmann). Erhardt, Die Wechfelwirkung zwifchen Leib

Ball, The book ofGenes.s The sacred books Wehhofer, bDie Apologie Jullins in literar- und Seele (Elfenhans).

of UM O. 1. part 1) (bud e). hiftorifcher Beziehung zum erftenmal unter- j Gallwitz, Eine heilige allgemeine chriftliche

Kautzfeh, Abrifs der Gefchichte des alttefta- fucht (GrüUmacher). ' Kirche (E. Chr. Achelis;.

mentlichen Schrifttums (Budde). Wieland, Die genetifche Entwicklung der fog. J Dürfelen, Homiletik und Pfychologie (E. Chr.

Stofch, Altteftamentliche Studien II. Theil: ! Ordines Minores in den drei erden Jahrhuii-
Mofe und die Dokumente des Auszugs | derten (Grützmacher).

(Baentfch). Lietzmann, Catenen, Mitteilungen über ihre

Achelis).

Diehl, Zur Gefchichte der Konfirmation (E. Chr.
Achelis).

Buhl, Prof. Dr. F. Geographie des alten Palästina. Mit durch die Angaben des Talmud endgültig entfehieden

Plan von Jerufalem und Karte von Paläftina. (Grund- werden. Viele Ortfchaften werden im Talmud, aber nicht

rifs der theol. Wiffenfchaften, 2. Reihe, 4. Band.) m <Jer erwähnt deren Name (ich in.wenig verän-

rr-uasu oGzrv c o derterForm bis auf heute erhalten hat. S. 4 wäre von

Freiburg 1/8., J. U B. Mohr, 1696. (X, 300b. gr. ö.j Schriftftellem des Mittelalters noch Arculfus, Theodericus,

M. 6.60 namentlich aber auch Hugo Plagon und Polonus zu er-
Seit der letzten Auflage von K. v. Raumer's, Palä- wähnen gewefen, aus fpäterer Zeit Pierre Belon, Quares-
ftina im Jahre 1860, ift kein Werk mehr erfchienen, das mius, Mariti. S. 9 ift unter der Literatur für das Oft-
die Geographie des heiligen Landes zufammenfaffend in jordanland the survey of Easiern Palestinc vergehen,
ftreng wiffenfehaftlicher YVeife behandelt. Und doch be- S. 10. Die fyrifch-arabifche Wüfte fchlofs nicht jeden
gann gerade von den fechziger Jahren an eine neue Verkehr zwifchen den Jordan- und Euphratgegenden aus,
Aera für die Paläftinaforfchung durch die fyftematifche zumal im Alterthum, wo die Deficcation noch nicht fo
Arbeit des Palestinc cxploration/und, dem fich die Leiftun- weit vorgefchritten war wie jetzt. Kedorlaomer und die
gen des DeutfchenPaläftinavereins würdig anreihten. Aber affyrifchen Könige find nicht von Weftcn, fondern von
auch PVanzofen, Amerikaner und Ruffen zeigten fich in Norden und Nordoften ins Oftjordanland eingefallen,
■diefer Zeit eifrig bemüht, unfer Wiffen von Paläftina zu Man kann den Hermon nicht wohl als Ausläufer des
mehren. Wenn nun ein fo berufener Forfcher wie Antilibanos bezeichnen, da doch die Depreflion, die ihn
J. Buhl die gewaltige Aufgabe übernommen hat, das 1 von letzterem trennt, zu tief und zu weit ift. Er hat
überreiche Material in gedrängter Form zufammenzufaffen, | übrigens neben den drei Hauptgipfeln noch eine Reihe
fo darf er von vornherein des Dankes aller Freunde von Kuppen. S. 11. Der Gebelcd Dahr bildet der ganzen
einer auf Thatlachen geftützten Bibelerklärung iiener fein. Länge nach die Weftgrenze von Mcrg'ajjun, er ift nicht
Referent hätte längft gerne Raumer's Buch umgearbeitet; blofs deffen Nordgrenze. Gewifs ift die Südgrenze des
allein andere nähere Pflichten hinderten ihn daran. Um Landes Ifrael fchwierig zu ziehen; aber wir bleiben doch
fo mehr freut er fich nun über Buhl's Werk. Wer nicht wohl am heften beim biblifchen offenbar volkstümlichen
fpezififcher Paläftinaforfcher ift, macht fich kaum eine Ausdruck, gemäfs welchem Beerfeba an der Südgrenze
Vorftellung, welch eine Menge von Streitfragen hier zu lag. S. 12. Südlich von W. Marre finden fich noch viele
erledigen waren, mit was für einer umfangreichen Literatur Anzeichen einftiger Cultur. S. 14. Das Oftjordanland ift
der Verf. fich für einzelne Punkte auseinander zu fetzen doch nur nördlich vom Jarmuk eine ausgedehnte Hochhatte
. Er hat keine Mühe gefcheut, um zu wiffenfehaft- fläche mit fporadifchen Bergen, während Gilead im
lieh wohl begründeten Refultaten zu gelangen. Sein engeren Sinn eigentliches Gebirgsland ift. Wenn der
Buch entbehrt künftlerifcher Geftaltung, es will ein Hand- Verf. von einem meridionalen Kamm des Weftjordan-
buch fein, das der Bibelerklärer in hundert Einzelfragen 1 landes redet, fo ift das fehr im Allgemeinen zu ver-
mit Vortheil confultiren wird. Wer das Ganze in fich flehen, da fich im Gewirre der Berglinien durchaus
aufnehmen will, mufs fich auf ein langfames mühevolles nicht eine nordfüdliche als Hauptlinie behauptet. Von
Studium gefafst machen. Dafs bei einem Werke, das Kratern wären noch die drei Krater nordweltlich vom
taufende von kleinen Notizen zufammenfaffen mufste, See Gennezareth und der Berg Unim el-Fahm zu nennen
noch mancherlei Correcturen angebracht werden können, gewefen. S. 15. Nördlich vom IV. Abjad dehnen fich
ift felbftverftändlich. Das thut der fleifsigen und ge- nach dem Meere hin Sanddünen aus, aber nicht gegen
wiffenhaften Arbeit keinen Eintrag. Im Folgenden Often, wo einft auf breiten Thalfohlen ein dichtes cultur-
bringen wir eine Anzahl Verbefferungen, die zum Theil eifriges Volk lebte. S. 16. Die durchfehnittliche Höhe
aber fubjectiver Natur find, infofern uns gewiffe Gründe der Beerfebaebene giebt der Verf. zu 800 m. ü. M. an.
gewichtiger erfcheinen als dem Verfaffer. Nach S. 1 Beerfeba felbft liegt 240 m. ü.M. S. 17. Von Strömen
leiftet die talmudifche Literatur für die Paläftinaforfchung kann man im Gebirge Juda nicht reden. Sir et el-Bella a
nur geringe Hülfe. Das trifft doch auf den jerufa- foll der böchfte Berg füdlich von Jerufalem fein, 1088 m.
lemifchen Talmud nicht zu, weil die hier zum Wort ü. M. Die englifche Karte giebt die Höhe von Yutta
kommenden Rabbiner in Paläftina lebten und durch ganz 3747 engl. Fufs = ii42 m. ü.M. S. 18. Als eine Merkgelegentliche
Mittheilungen über manche topogiaphifche Würdigkeit wäre hier zu berichten gewefen, dafs der
FVage wichtigen Auffchlufs geben. So kann z. B. der öftlichfte Zweig des W. es-Seba nur 2'/2 Stunden Wertstreit
über die Lage von Tarichäa und Hammat nur lieh vom todten Meere beginnt; dafs alfo hier die Waffer-