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Ausgabe:

1897

Spalte:

265-268

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Collotype Facsimiles of the Oxford Fragment of Ecclesiasticus 1897

Rezensent:

Smend, Rudolf

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Theologische Literaturzeitung.

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark

NE; 10.

15. Mai 1897.

22. Jahrgang.

Collotype Facsimiles of the Oxford Fragments
of Ecclesiasticus (Smend).

Ramsay, The cities and bishoprics of Phrygia
vol. I, part II (Schurer).

Weber, Jüdifche Theologie hrsg. von Delitzfch
und Schnedermann, 2. verb. Aufl. (Strack).

The apocalypse of St. John in a Syriac Version
hitherto unknown ed. by Gwynn (Nestle).

Beyfchlag,NeuteftamentlicheTheologie. 2Bde.
2. Aufl. (Lobftein).

Narfes, SyrifcheWechfellieder, hrsg. von Feldmann
(Schultheis).

Haufsleiter, Aus der Schule Melanchthons,

Theologifche Difputationen und Promotionen
zu Wittenberg in den Jahren 1546—1560
(Tfchackert).
Birks, Life and correspondence of Thomas
Valpy French, first bishop of Lahore. 2 Bde.
(Richter).

Church Missionary Atlas, 8. Aufl. (Richter).

Collotype Facsimiles of the Oxford Fragment of Ecclesiasticus.

Oxford, Clarendon Press, 1897. (18 S.) 6 sh. 6 d.

Mit diefen Facfimiles, die ohne jedes Begleitwort
ausgegeben find, hat es eine eigene Bewandtnifs. Die
Oxforder Sirachblätter waren bei ihrer Auffindung an
vielen Stellen fo ftark mit Schmutz überzogen, dafs fie
gewafchen werden mufsten. Vorfichtshalber photogra-
phirte man fie aber vorher. Von den photographifchen
Platten befitzt die Bodleiana zwei Abzüge von verfchie-
dener Lichtfiärke, übrigens find mit denfelben Platten
die vorliegenden Facfimiles hergeftellt. Brauchbar find
von diefen Bildern nur wenige, wie z. B. die der Cowley-
Neubauer'fchen Ausgabe beigegebenen Fol. 1» und 9 b,
und auch diefe nur unter Vorbehalt. Auf andern Blättern
ift dagegen lj5—ijl der Buchftaben mehr oder weniger
unkenntlich. Man hätte deshalb diefe Facfimiles überhaupt
nicht ausgeben follen, mindeftens hätte man den
Käufer mit einem Wort über ihren Urfprung und damit
über ihren Werth aufklären müffen.

Aus den Facfimiles gewann ich den Eindruck, dafs
die Handfchrift an fehr vielen Stellen fchwer zu lefen
fei, und zugleich hoffte ich, wegen meiner längeren Be-
kanntfchaft mit den Ueberfetzungen manche Stellen
anders lefen zu können als die Herausgeber. Ich habe
deshalb die Handfchrift vom 22. März bis zum 2. April
in Oxford felbft unterfucht, wobei Adolf Neubauer mir
mit der gröfsten Bereitwilligkeit, für die ich auch an
diefer Stelle gebührenden Dank fage, entgegenkam. Es
ftellte fich dabei heraus, dafs die Handfchrift nicht mit
der Sorgfalt behandelt ift, die ihr eigenartiger Werth
erfordert. Beim Wafchen find mehrfach kleinere Papierfetzen
verloren gegangen, die die Lichtbilder noch aufzeigen
. So von Fol. 1 ein Stückchen, das recto 40, 24a
und verso 41, 7 b betrifft, ein zweites, das 40, 25 a 26 a
und 41, 8b 9b, ein drittes, das 40, 26b und 41, 9a betrifft.
Ebenfo fteht es mit Fol. 2 für 41, 21 c (Schlufs) und
42, 10 (Randlesart) und mit Fol. 6 für 45, 20 cd und
46,4b 5 b Unvermeidlich war es vielleicht, dafs durch
die Wafchung einige Stellen mehr oder weniger unlefer-
lich wurden, die auf den Lichtbildern noch lesbar find.
40, 29 c fteht auf den Lichtbildern hinter 1©3?t3© ein
freilich unlesbares Wort, das in der Handfchrift völlig
zerftört ift. Aber auch die Lichtbilder find nicht mit
der nöthigen Sorgfalt angefertigt. Eine Randlesart, die
im Codex felbft mit Recht nur bei 42, 25 a fteht, findet
fich auf den Lichtbildern auch bei 40, 24 und bei 41, 20.

Durch die Abwafchung ift die Handfchrift aber an
den weitaus meiften Stellen vollkommen leferlich geworden
. In der wohl berechtigten Vorausfetzung, dafs
die beiden der Cowley-Neubauer'fchen Ausgabe beigegebenen
Facfimiles dem Zuftande der Handfchrift ent-
fprächen, in dem fie von den Herausgebern benutzt war,

habe ich mehrere Lefungen Cowley-Neubauer's beftritten.
die die Handfchrift thatfächlich enthält (f. o. Sp. 163).
Während das Facfimile zu 40, 14 allem Anfcheine nach
das finngemäfse Ibra'1 zeigt, hat die Handfchrift wirklich
das finnlofe ibW. Ebenfo hat fie 40, 23 das nach dem
Facfimile fcheinbar unmögliche f3UW 40, 15 das falsche
und von mir beftrittene W und 40, 16 (Rand) das von
mir bezweifelte fi33H3. Mit meinen übrigen Aufteilungen
behalte ich Recht (f. u.).

Immerhin ift die Handfchrift auch jetzt noch an
manchen Stellen fchwer zu lefen. Oefter ift die Tinte
abgefprungen, zuweilen ift fie auf die gegenüber flehende
Seite und Zeile abgekleckft, noch öfter hat fie das Papier
zerfreffen, fo dafs manche Zeilen theilweife oder ganz
zerftört find. Das fchwere Augenleiden, von dem A. Neubauer
vor zwei Jahren befallen wurde, hinderte den vielverdienten
Gelehrten nicht, die Oxforder Sirachblätter
(wie S. Schechter das Cambridger Blatt) zu entdecken,
aber im Einzelnen mufste er die Entzifferung grofsen-
theils Anderen überlaffen. Davon abgefehen, konnte die
erfte Lefung fo vieler fchwieriger Stellen eines obendrein
fehr fehlerhaften Codex unmöglich überall das Richtige
treffen. Jeder Nachkommende war hier in grofsem Vortheil
. Ueberdies verdanke ich der Vermittelung Neubauer's
und der Munificenz der Clarendon Press einen vorzüglichen
Kohledruck der photographifchen Platten, der die
Facfimiles (und wohl auch die Photographien der Bodleiana
) weit übertrifft. Ich wurde dadurch nach meiner
Rückkehr in Stand gefetzt, meine Lefungen noch einmal
zu revidiren. Aufserdem aber konnte ich im Kohledruck
noch mehrere im Codex unlesbare Stellen entziffern
. Ich bezeichne diefe Lefungen mit K. Herr A.
Cowley hatte die Güte, einige diefer Stellen für mich
im Codex von neuem zu vergleichen. Ich theile die wich-
tigften meiner Lefungen im Folgenden mit. Gleichgültiges
übergehe ich, anderes lege ich zurück für eine eigene
Ausgabe des Textes, die ich demnächft zu veröffentlichen
denke.

40,10. Eine Variante zu TQim ift nicht ■p3©©D, fondern
Ep©© —40, 19 c. Das © in T© ift fehr wahrfcheinlich,
nicht ganz unmöglich wäre aber UP. — 40, 22 . Vor
IT© ftand fchwerlich n fondern eher y Davor ftand
wohl D (DJ©), am Anfang ift 1 (ifii) ficher nach K. —
40, 24 a. Hinter MS folgt (nach der Photogr.) ©(1), alfo
vielleicht S)IT©3. — 40, 26a. DbbhjbbP"! (das erfte b in der
Handfchrift jetzt zerftört). — In der rechts daneben
flehenden Gloffe ift bip»3 i n zwei Wörtern (blp X3) ge-
fchrieben; 1© fteht da. — 40,26a. Am Schlufs vor )
kann das vermuthete ^ nur als 1 gelefen werden. Nach
K mufs ich übrigens }•©>© annehmen. — 41, 1« "pT ftatt
71DT. — 41, 1 b >ir©iy© ftatt 1PI313© (vgl. 44, 6). — 41, 4d
gehört :Diin zum Text. — 41, 5a (über der Zeile tT»
ftatt DIU. Am Rande p ftatt p. — 41,6b Nicht

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