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Ausgabe:

1896 Nr. 22

Spalte:

569-570

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Greenburg, William H.

Titel/Untertitel:

The Haggadah according to the rite of Yemen 1896

Rezensent:

Strack, Hermann L.

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569

Theologifche Literaturzeitung. 1896. Nr. 22.

5/0

würde. — An Textproben bietet der Verf. Cap. 17. 26.
31. 41 nach D; bemerkenswerthe LAA der anderen
Handfchriften find in den Fufsnoten mitgetheilt. Von
den D zugefchriebenen Formen find wohl nbB (ftatt nb&)

17, 1; hjm (ftatt tpi-i) 26, 5; nbr (ftatt nby)T 26, 22; ah

(ftatt m)' 26, 26; JSJpJn (ftatt 'MH 26, 29;'«3!ü«bl (für
xn-2Sb-|) 31, 19; -!5b3- (für «byf) 31,21; Bioai (ftatt 'aa)
31, 34; "*pa (ftatt* 'in:a oder vielmehr Hftjä; £hz/. Z>
fchreibt confequent irflb., während in diefern Fall fogar
die «£ das richtige bietet); fiDüSfi (für nbl»3ri)

41, 38; ifjlS (ftatt nrtjj) 41, 42 einfach Druckfehler.
Hervorhebung verdient von den LAA des 6ör/. V die
von Merx nicht aufgeführte Form Jibttfl 2^> 4 ^ur
""•bn (welches letztere nach Levy's Theorie eben aus
■pJstfl entftanden ift); ferner nns 26,7 {ed.Sabb. w1«!)
für ir.rtX, alfo mit Unterdrückung' des Suffixes der 1. Sing,
nach fyrifcher Weife; m&igti 26, 16 (der Schreiber denkt
offenbar an eine aus dem Part, und dem Pron. separ.
contrahirte Form) für Ttppt) oder iTßij5r"i. Confequent,
aber rein künftlich ift d'ie Ünterfcheidung der gewöhnlichen
Infinitivform b'jpü und der dem hebr. Inf. absol.
entfprechenden Form bbjra durchgeführt (17, 13. 31, 15.
30). In dem theoretifchen Theil ift dem Verf. ein lapsus
paffirt, wenn er zu den auffälligen Status-abs.-Y ormen
auf e auch die Siatus-emphat.-Y ormtn der Patronymica
rechnet, deren e vielmehr aus {ajaj[a} entftanden ift.
Statt diefer Formen wären vielmehr Belege wie iTitl
26, 14 und 1-113 26, 15 und 18 anzuführen gewefen. In
Betreff des angeblichen Archaismus Stlfi für Sin im
Pentateuch empfehlen wir dem Verf., ftatt der engl.
Ueberfetzung des Gefenius von Conant (London 1839)
einmal Gcsen. *« g 32 1 zu vergleichen. Auch die aus
jenem Sin vom Verf. gezogenen Schlüffe für epicönes
Suffix der 3. Plur. pfl als ,primitives' Aramäifch find
durchaus hinfällig.

Abgefehen von diefen Ausftellungen verdient die
Studie das Lob einer gründlichen und forgfältigen Arbeit.
Sie beweift nachdrücklich aufs neue, dafs wir auf dem
Gebiete der Targumforfchung in erfter Linie einer
kritifchen Ausgabe des Textes mit oberer Punctation
(etwa mit Zugrundelegung des Cod. Socini 84) bedürfen.
Ob und wie weit in der abendländifchen Textüberlieferung
eine felbftändige und eventuell z. T. urfprünglichere
Tradition vorliegt, kann erft nach der Löfung jener vor-
nehmften Aufgabe erörtert werden.

Halle a. S. E. Kautzfeh.

Greenburg, William H., Ph. D., The Haggadah aecording
to the rite of Yemen, together with the Arabic-Hebrew
commentary, published for the firft time from mss.
of Yemen with an introduetion, translation and critical
and philological notes. London, D. Nutt, 1896. (VI,
55 u. 79 S. gr. 8.) 4 s. 6 d.

Die Erinnerung an die grofsen Thaten Gottes zu
erhalten ift man in Ifrael von jeher beftrebt gewefen
Pfalm 44, 2. Auf ausdrücklichem Gebot beruht dies
Streben in Bezug auf das grundlegende Wunderthun
Gottes, die Ausführung aus Aegypten. Ex 12, 26 ,Und
wenn eure Kinder zu euch fagen werden: Was habt ihr
da für einen Dienft?, follt ihr fagen: Es ift das Paffah-
opfer des Herrn' und Ex. 13, 8: ,Und follt euren Söhnen
fagen an demfelbigen Tage.' In diefen Stellen hat
feinen Urfprung das wohl fchon in vorchriftlicher Zeit
beobachtete Gefetz, dafs der jüdifche Hausvater in der
Ofternacht den Seinigen von der Ausführung aus
Aegypten und andren Thaten Gottes erzählt (TWx).
Diefe Erzählung fammt den mit ihr verbundenen Gebeten
u. f. w. ift fpäter fchlechtweg Haggada mar? genannt
worden. Nach dem Beifpiel des R. Elfezer, R.
Jofua, R. El'azar und R. 'Aqiba in Jlue Praq Richte
man die Feier möglich» tief in die Nacht hinein auszudehnen
und Mattete fie daher mit mancherlei Zuthaten
aus, fo in Deutfchland mit 3Hii 153 "in St ,Eins, wer kennt's.
Eins kenn' ich. Einer ift unfer Gott' (wird bis ,Dreizehn'
fortgefetzt) und mit tfi"?a in ,Ein Zicklein' (vgl. ,Der
Herr, der fchickt den Jochen aus'). Doch find die Riten
in den einzelnen Ländern in den Hauptpunkten nicht
von einander verfchieden, da eine allgemein anerkannte
Grundlage vorhanden war und die Autorität des Mofes
Maimonides Einheitlichkeit erhaltend gewirkt hat (M. hat
am Schlufs der Satzungen über Gefäuertes und Unge-
I fäuertes den Text der Haggada aufgenommen; in Jad
1 ha-chazaqa, Ausgabe Vendig 1524, Bd. I, S. 178 f.). —
Hr. W. H. Greenburg (fo der englifche Titel; der
hebräifche aiyasiu) hat nun den Text der Haggada
nach dem Ritus von Jemen und den zugehörigen arabi-
fchen Commentar nach mehreren in England befindlichen
Handfchriften herausgegeben, beides ins Englifche
überfetzt und mit einer ausführlichen Einleitung verfehlen
. Diefe erörtert zuerft die Liturgie der Juden von
j Jemen und vergleicht dann den Jemenifchen Text der
j Haggada mit anderen; 3. Die alten Commentare, 4. die
1 Quellen der Haggada. Wie viel der Verfaffer hier der
wichtigen Darfteilung von L. Zunz, Gottesdienftliche Vorträge
der Juden, S. 126 f., verdankt, hätte deutlich ge-
fagt werden follen; die Zufätze in der zweiten Auflage
des Zunz'fchen Werkes, Frankf. a. M. 1892 find nicht
berückfichtigt. Auch die Ausgabe der Haggada von
L. Landshuth nn»intt TJtt (mit einer gefchichtlichen
Einleitung in hebräifcher Sprache von L. und einem
deutfehen Nachwort von M. Steinfehneider über die
Literatur), Berlin 1856, ift nicht benutzt worden. Der
Schlufs der Einleitung handelt von den arabifchen Ueber-
fetzungen, bezw. Commentaren, und von den Handfchriften
. Hier hätte wohl Erwähnung verdient, dafs
auch die Kgl. Bibliothek in Berlin 3 Handfchriften des
Siddur von Jemen befitzt: Orient. Fol. 627. 629, Quarto
576 (f. Steinfchneider's fchon 1878 erfchienenen Catalog
Nr. 89. 91. 103). — In der fuperlinearen Punctation (der
fog. babylonifchen) des Textes find nicht wenige Fehler.
Leichter benutzbar wäre das Buch geworden, wenn der
Verf. einen Theil des in der Einleitung Gefagten (namentlich
die Vergleichung mit andren Riten) in Form von
Anmerkungen unter dem Texte geboten hätte.

Doch haben Diejenigen, für welche die Gefchichte des
jüdifchen Gottesdienftes von Intereffe ift, Anlafs Hrn. G.
für feine Arbeit dankbar zu fein.

Grofs-Lichterfelde. D. Hermann L. Strack.

Briggs, Prof. Charles Auguftus, D. D., The messiah of the

gospels. New York, Ch. Scribner's Sons, 1894. (XV,
337 S. 8.) Geb. $ 2. -

Briggs, Prof. Charles Auguftus, D. D., The messiah of the
apostles. New York, Ch. Scribner's Sons, 1895. (XV,
562 S. 8.) Geb. 3- 3. —

Die vorliegenden Schriften bilden die Fortfetzung
zu dem bereits 1886 erfchienenen und auch in diefer
Zeitfchrift (1887, 289fr.) befprochenen Buche über AIcs-
sianic Prophecy. Ihre Veröffentlichung verfchob fich fo
lange, weil der Verl, zunächft in die (übrigens erfolg-
lofe) Bewegung für Revifion des Glaubensbekenntnifses
I der amerikanifchen Presbyterianer und dann in einen
Procefs wegen feiner theologifchen Stellung verwickelt
wurde. Schon früher hatte er in feinem Buche American
Presbyterianism (1885) deffen Urfprung und ältefte Gefchichte
befchrieben; jetzt bewies er in dem Pamphlet
Whither (1889), dafs die modernen Presbyterianer Amerikas
keineswegs mehr den Standpunkt der Wcstminstcr
Confcssion theilten und fuchte danach die Frage zu beantworten
: How Shall We Revise (1890). Das Jahr darauf
erhielt er, nachdem er bisher an dem Union Theo-
logical Seminary in New York über Hebräifch und andere