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Ausgabe:

1896

Spalte:

257-260

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Alberts, H.

Titel/Untertitel:

Der Bibelforscher. Zwanglose Hefte zur Förderung der Erkenntnis 1896

Rezensent:

Baentsch, Bruno

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Theologische Literaturzeitung,

Herausgegeben von D. Ad. Harnack, Prof. zu Berlin, und D. E. Schürer, Prof. zu Göttingen.

Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 18 Mark.

N£t 10. 9. Mai 1896. 21. Jahrgang.

Strack, Abrifs des biblifchen Aramäifch (Rahlfs).
Stofch, Altteftamentliche Studien, 1. Thl. Die

Entftehung der Genefis (Baentfch).
Alberts, Der Bibelforfcher, I. Hft. Das Buch

Daniel im Lichte der Keilfchriftforfchung

(Derf.).

Boffe, Prolegomena zu einer Gefchichte des
Begriffes ,Nachfolge Chrifti' (Foerfter).

rsöewv, IlQOLXOvvriaoq, ixxXnoiaozix/) na-
QOixia xzX. (Ph. Meyer).

rsöiajv, MiyarjX zov HaXaioXoyov Tv
TCixov xzX. (Ph. Meyer).

M. M., Anävzrjaig eis zrjV TtSQl zwv Xwqi-
'C,ovoü)v zeig Svo ixxXtjalag öiacpogäv na-
ZQiapytXTjV xal ovvoöixrrv iyxvxXwv xrjq

Annales du Mose* Guimet t. XXV: Monuments | «**• Kuvoz. (Ph. Meyer).

pour servir ä l'histoire de l'Egypte chretienne j Douen, La revocation de l'ddit de Nantes
par Amelineau (Harnack). ä Paris, 3 tomes (Schott).

Baird, The Huguenots and the revocation of

the edict of Nantes, 2 vols. (Schott).
Fries, Betydelsen af Religionskongressen 1

Chicago (Lobflein).
Eggeling, Die heilige Schrift vom Standpunkte

der äfthetifchen Theologie gewürdigt (Lobftein).
Koetsveld, Kinderpredigten, aus dem Holländi-

fchen überf. I. Bd. (Baffermann).
Die Bibel, mit Bildern, herausg. von Rud. Pflei-

derer, 101.—106. Lfg. (Schloffer).

Strack, Prof. D. Herrn. L., Abriss des biblischen Aramäisch.

Grammatik, nach Handfchriften berichtigte Texte,
Wörterbuch. Leipzig, Hinrichs, 1896. (32 u. 47 S. gr. 8.)

M. 1. 60

Der eigentliche Abrifs der Grammatik umfafst nur
20 Seiten, enthält aber infolge äufserft knapper Faffung
doch eine vollftändige und bis auf kleine Verfehen1) zu-
verläffige Ueberficht der Formenlehre und der wichtigften
fyntaktifchen Erfcheinungen des biblifchen Aramäifch.
Daran fchliefst fich ein vollftändiger Abdruck der aramä-
ifchen Stücke des A.T.'s und ein Verzeichnifs der in
ihnen vorkommenden Wörter. Ob die Hinztifügung diefer
beiden Theile zweckmäfsig war, bezweifle ich. Eine neue
Textausgabe war m. E. nur dann gerechtfertigt, wenn
St. betrachtliche Verbefferungen des Baer'fchen Textes
liefern konnte; aber das ift nicht der Fall, die Abweichungen
von Baer find nur gering und z. Th. unberechtigt2
), zudem läfst Strack die meiften Accente fort,
erfetzt alfo Baer doch nicht ganz. Dafs Strack Handfchriften
verglichen hat, ift ja zu loben, aber es hätte,
wie mir fcheint, genügt, wenn er die paar ficheren Re-
fultate diefer Vergleichung an den betreffenden Stellen
der Grammatik mitgetheilt und im Uebrigen auf Baer's
Ausgabe verwiefen hätte. Für überflüffig halte ich auch
die Zugabe des Wörterverzeichnifses, da die des Hebrä-
ifchen kundigen Benutzer, für die er fchreibt, doch gewifs
ein Lexikon zum A.T. befitzen werden, aus dem fie die
Bedeutungen der Wörter des biblifchen Aramäifch ebenfo
gut erfehen können. Ich hätte gewünfcht, dafs St. ftatt
deffen den Abrifs der Grammatik etwas ausführlicher
geftaltet hätte, fodafs er auch für Autodidakten durchweg
leicht verftändlich wäre.

Göttingen. Alfred Rahlfs.

1. Stosch, Pfr. G., Alttestamentliche Studien. I. Thl.: Die
Entftehung der Genefis. Gütersloh, Bertelsmann, 1896.
(VIII, 16b S. 8.) M. 2. —; geb. M. 2. 50

2. Alberts, Dr. H., Der Bibelforscher. Zwanglofe Hefte zur
Förderung der Erkenntnifs Chrifti. I. Hft. Das Buch

1) § ic lies: ,Aram. B = hebr. S'. — § 5 k füge zu ,ft. a.' hinzu:
,oder d.' — Zu § 2e hätte das Syrifche als Zeuge für die Richtigkeit der
von Baer acceptirten Schreibungen herangezogen werden follen.

2) Strack corrigirt z. B. in "pitc Esr. 4, 14 und ms Esr. 4, 23
das kurze a Baer's in ein langes a blofs auf das Zeugnifs einer Handfchrift
hin, von der er felbft in der Einleitung angiebt, dafs fie kurzes
und langes a fehr oft verwechfelt. Das ift unmethodifch, denn eine im
ganzen in diefem Punkte fo unzuverläffige Handfchrift kann natürlich
auch in einzelnen Fällen nichts beweifen. Ueberliefert ift hier kurzes
", und Strack kann höchftens conftatiren, dafs die Ueberlieferung falfch ift.

Daniel im Lichte der Keilfchriftforfchung. Steglitz-
Berlin, Biebelforfcher-Verlag, F. Riefe, 1896. (46 S.
gr. 8.) M. -. 50

Die Verfuche der ,Altgläubigen', die moderne
altteft. Wiffenfchaft nicht nur durch geharnifchte Protelte,
fondern auch durch wiffenfchaftliche Leiftungen zu bekämpfen
und todt zu machen, mehren fleh. Zu Ad.
Zahn und Rupprecht haben fleh Stofch und Alberts
gefeilt, beide mit Unternehmungen, die auf mehrere Theile
bzw. Hefte berechnet find, und von denen jetzt die
Erftlinge vorliegen.

1. Der Verf. der ,altteft. Studien' ift ein Mann von
köfllicher, z. Thl. liebenswürdiger Naivität. Hätte er
feine ,Ergebnifse' für einen Kreis von Geflnnungs-
genoffen oder etwa zur Erbauung feiner Diakoniffen aufgezeichnet
, fo dürfte man hier mit Stillfchweigen darüber
hinweggehen. Aber er redet von einer ,Verdunkelung,
die eine unfreie Wiffenfchaft über das A. T. gebreitet
hat' und wünfeht fein Buch vor Allem ,in die Hände
junger Theologen, die fleh aus den Fefleln wiffenfchaftl.
Aberglaubens frei machen möchten'. Damit erhebt
er doch für fleh felbft den Anfpruch, der Bringer
einer freien und befreienden Wiffenfchaft zu fein, und
fordert ein Urtheil der wiffenfeh. Welt über feine Leiftung
geradezu heraus. Ein paar Proben werden zur Charak-
teriftik derfelben genügen.

Die Gen. ift nach St. kein einheitliches Werk, fondern
von einem Redactof aus ca. 12 Urkunden zu-
fammengearbeitet. Diefer Red. war Mofes. Durch
feinen Namen ift uns die Glaubwürdigkeit des heil. Buches
erft recht verbürgt. Aber auch die von ihm benutzten
Urkunden waren fchon an fleh glaubwürdig; waren fie
doch aufgezeichnet von Augenzeugen der darin bekundeten
Thatfachen. So haben z. B. Abraham, Ifaak, Jacob und
Jofeph ihre Lebensgefchichte höchft eigenhändig aufge-
fchrieben, ja bereits Adam hat Aufzeichnungen hinter-
laffen, und Methufelah, Noah, Sem, Pelegh flnd feinem
Beifpiele gefolgt. Es kann uns nicht wundern, dafs auch
Melchifedek feiner Zeit unter die Schriftfteller gegangen
ift. Er hat Ge. 14 gefchrieben und dies Schriftftück dem
Abr. dedicirt. Auf diefe Weife ift es unter die Acten
Abraham's gerathen, von deren Stil und Darftellungs-
weife es ja bekanntlich ziemlich abfticht. Die alten
Aufzeichnungen vererbten fleh von Generation zu Generation
. Schliefslich wurden fie nach ägypt. Sitte dem
Jofeph in den Sarkophag mitgegeben. Hier entdeckte
fie Mofes und Hellte dann aus ihnen die Genefis zu-
fammen. — Der Gebrauch der Schrift ift natürlich fo
alt wie das Menfchengefchlecht. Die ältefte Sprache

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