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Ausgabe:

1892 Nr. 23

Spalte:

566-567

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Molsdorf, Wilh.

Titel/Untertitel:

Die Idee des Schönen in der Weltgestaltung bei Thomas von Aquino 1892

Rezensent:

Nitzsch, Friedrich August Berthold

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565 Theologifche Literaturzeitung. 1892. Nr. 23. 566

Schrift von dem Markos nicht ficher. Von dem berühmten
älteren Asketen gleichen Namens kann fie der Zeit wegen
nicht verfafst fein. Ins 5. Jahrh. aber gehört fie wohl
ihres Inhalts halber.

5. S. 114—115. Adtyavov iyxmuiov siq Kmvoxavxt-
vov nogmvgoytvvtjxov. Ein kurzes Bruchflück mit wenig

über KyrillosLukarisGefagteund namentlich auf die eigene
kurze Lebensbefchreibung des Dofitheos hin (S. 302 ff.).

13. S. 308—386. IJaQÖ-Evlov ptjxgonoXixov KaiOagsiag
xrjg IlaXaioxivrjg AQ-rjvmv ioxogia xijg fiexat-v Pmu.aimv
xs xal Agpsvimv öiacpogäq. Diefer Bericht bezieht fich
auf die Darftellung der Streitigkeiten zwifchen den

Inhalt. Die Zeit durch Erwähnung des Kaifer Romanos Orthodoxen und Armeniern um den Befitz der heil.

Stätten in Jerufalem und enthält fehr viele Einzelheiten,
die, foviel ich beurtheilen kann, bisher unbekannt waren.

Bis hierher war, wie aus der Einleitung hervorgeht,
der Umfang des erflen Bandes berechnet. Aus befonderen
Gründen fügte der Herausgeber noch Neues hinzu. Daher

o naXaiög beftimmbar, als des damaligen Regenten
(920—943)-

6. S. 116—123. Aöyoq xov fiEyäXov ßaOiXimg xvgov
AXsl-iov Kopvrvov. Mit einiger Wahrfcheinlichkeit fetzt
der Herausg. die Rede in das Jahr der Synode von 1094,

auf der gegen die Armenier geftritten wurde. Die Rede j kommt es, dafs die gefchichtliche Reihenfolge abbricht
bekämpft die falfche Chriftologie der Armenier. und die Nummer

7. S. 124- 143. Alnxvya xrjg h> ' hgoOoXv/ioiq ixxXn- , H- 387~389 Bruchftücke des Irenäus bringt,
ö/ac. Es werden in diefen mit gebundener Rede die j die aber bereits durch Harvey lateinifch bekannt find.
Namen der Patriarchen Jerufalems genannt von Jacobus j 15. S. 390—392. Pmuavög. Ein Gedicht des berühmten
Adelphotheos bis auf einen Gregorios. Der Herausgeber j Kirchendichters Romanos, der wahrfcheinlich in der erften
verfltht unter diefem Gregor II, den auch Lequien or. 1 Hälfte des 6. Jahrh. lebte.

ehr. nennt III, 506. Die Abfaffung der Schrift in diefer 16. S. 393—399. EniOxoXr/ (PiXmvoq ngög Evxägniov.

Geflalt fällt daher in das Ende des 13. oder in den An- j Philon (um 400) fchreibt an feinen Freund Eukarpios
fang des 14. Jahrh. Ein Vergleich ihres Inhalts mit den ; einen Brief asketifchen Inhalts.

Katalogen der Patriarchen bei Eufebios und Nikephoros
läfst einige Abweichungen in den Namen erkennen, die
vielleicht auf Fehler bei Eufebios und feinem Nachfolger
fchliefsen laffen und daher den Werth des in den Diptychen
vorliegenden Katalogs erhöhen.

8. S. 144—159. 'AXe^'iov MaxgEußoXixov Xöyog ioxogi-
xbg. Die Schrift diefes Mannes, der bisher nur als unbedeutender
Dichter bekannt war, behandelt die Kämpfe
der Genuefen gegen die Byzantiner im Jahre 1348. Wie

17. S. 400—404. 'AvaOxaoiov fiovayot xov ayiov
ögovg 2ivä x£<pa).aia diäcpoga xxX. Das Schriftchen enthalt
die Frage, warum fo vielen Asketen gottesläfterliche
Gedanken ins Herz kommen, und die Antwort darauf,
dafs das Einflüfterungen des Satans find, dem Gott erlaubt
hat, die Menfchen zu verfuchen. Anaftafius 599.

18. S. 405—420. Kmvöxavxivov AxqojioXIxov Xöyog
elg xov äyiov Bägßagov. Eine Lobrede des bereits oben
genannten Rhetors auf den h. Barbaros, der nach der

mir fcheint, von nicht grofsem Belang, der Inhalt naiv, Angabe des Herausgebers bisher unbekannt war. Von

die Darftellungsweife aufgeblafen.

9. S. 160—215. Kmvöxavxivov AxgonoXixov Xöyog

geringem Werth fürs Abendland.

19. S. 421—430. Kmvöxavxivov — xov Aovxixov

slg xov fiEyaXofiÜQxvQa xal uvgoßXvxrjv Arjurjxgiov. Eine j imxäipiov siq xov — xvgiov AXe^iov xov piyav Ko/ivr/-
Lobrede auf den h. Demetrius, die in höchft rhetorifcher 1 vöv. Diefe Rede, der einige hiftorifche Notizen des
Weife die passio Demetrii bearbeitet, wie diefe in ver- Dofitheos beigefügt find, bezieht fich auf Alexios III

fchiedenen Redactionen bei Migne hinter den Werken
des Metaphraflen III, 1167 sqq. abgedruckt ift. Vielleicht
enthalten die im letzten Theil der Rede berührten Errettuntren
Saloniks durch den Schutzheiligen Neues und

von Trapezunt (1298—1330), hat Werth durch Erwähnung
einiger gefchichtlicher Perfonen.

20. S. 431 — 437. Tov ngmxovoxagiov Tgans^övvxog
2xerpävov ^ xov 2yovgonovXov ngög xov ßaoiXsa xvgöv

Werthvolles. Der Verf. lebte um 1300. | 'AXti-iov xov Kouvrjvöv öxiyoi iyxmuiaOxixoi. Enthält zwei

10. S. 216—216. FEguiavov naxgiagyov kgoOoXv[imv
imOxoXr) tyxvxXtoq. Das Schreiben bezieht fich namentlich
auf die Sendung des Metrophanes nach Rom durch
den Patr. Dionyfios von Conftantinopel um 1550, die
anfeheinend im Unionsintereffe gefchah, und was fich an
diefe Sendung knüpfte. Zur Litteratur aufser dem vom
Herausg. Beigebrachten: Jedeon, naxgiagyixol nivaxtq

pag- 509- t , ,

11. S. 220—230. KvgiXXov Aovxagsmq nana xai

Gedichte des auch dem Herausgeber unbekannten Ste-
phanos in wohllautender Sprache.

( _21- S. 438—453. Bioq xal noXixEia xrg öoiaq (ii]xgög
rj/imv PtagaOXEVijg x? q Neag. Das Leben der h. Paras-
kevi ift von Matthaeos, dem Metropoliten von Myra
gefchrieben, der im Anfang des 17. Jahrh. lebte. Die
h. Paraskevi dagegen lebte zur Zeit des Bardas Phokas.
Doch geht die Schrift auf alte Quellen zurück und ift
namentlich für die Zeit nach 1204 und das damalige

naxgiägyov 'AXEsavögxiaq öiäXoyoq ßgayvg xxX. Eine j Verhältnifs der Bulgaren zu den Lateinern wichtig, da

wichtige kleine polemifche Schrift des bekannten Mannes
gegen die katholifche Kirche in Form eines Dialogs.
Namentlich wird darin das Erfcheinen und die Politik
der Jefuitcn im Orient behandelt, die, von Chios aus vordringend
, die Schulen an fich zu reifsen Richten, bereits
kirchliche Stellen errichteten und im Begriff (landen,
einen lateinifch gefinnten Patriarchen auf den Thron zu
bringen. Daran knüpft fich ein Aufruf an die orthodoxe
Chriftenheit, aus ihrem Schlafe zu erwachen.

12. S. 231—307. Aooi&e'ov Noxagä naxgiäg/ov
hgoooXvumv nagaXtinöpEva ix xi]g ioxogiag ntgl xmv
tv AtgoooXvuoig naxgiagxsvoävxmv. Diefes Stück enthält
eine Reihe von Ergänzungen zu dem grofsen Werk des
Dofitheos 'loxogia nsgl xmv hv IsgoOoXvuoiq naxgiag-
yevOavxmv Bukareft 1715, wie es von feinem Nachfolger
Chryfanthos herausgegeben ift. Wir erfahren die inter-
effante Thatfache, dafs Chryfanthos das Werk feines Vorgängers
aus zeitgefchichtlichen Gründen verkürzt hat.
Die vorliegenden Ergänzungen find nach zwei Hand-
fchriften des Werks in feiner urfprünglichen Geftalt her-

hier manches berichtet wird, was ich bei bedeutenden
Schriftftellern z. B. Hopf nicht gefunden.

22. S. 453—483. Es folgen nun noch unter diefen
Nummern 15 kleinere Schriften, meiftens Ausfehreiben
von Patriarchen oderFürften, die ich nicht einzeln anführe.

Ich wünfehe aber dem Werke guten Fortgang. Möge
der Herausgeber Luft und Kraft behalten, die Schätze
der Bibliotheken zu durchforfchen und dem Abendlande
zugänglich zu machen.

Erichsburg bei Markoldendorf. Ph. Meyer.

Molsdorf, Wilh., Die Idee des Schönen in der Weltgestaltung
bei Thomas von Aquino. Jena, 1891. [Leipzig, Fock.]
(47 S. gr. 8.) M. — 80.

Man mufs beim Herantreten an diefe Abhandlung
den Zufatz ,in der WeltgeHaltung' im Titel forgfältig
beachten, damit man nicht durch den grofsgedruckten
Theil der Auffchrift ,die Idee des Schönen' fich verleiten
geftellt. Unter den gebotenen Zufätzen weife ich auf das I laffe, eine Art wirklicher und vollftändiger Aefthetik bei