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1888 Nr. 14

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355

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(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Lehrbuch der Dogmengeschichte. 1. Bd.: Die Entstehung des kirchlichen Dogmas. 2., verb. u. verm. Aufl 1888

Rezensent:

Harnack, Adolf

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355

Theologifche Literaturzeitung. 1888. Nr. 14.

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peri, ne dalla migrazione delle schiatte. Tutio questo e I deffen, was de Lagarde in den von ihm geplanten AJo-
storia esterna; ma la storia reale, intima dell' uonto e la numenta hatte bringen wollen. Agathangelus follte den
storia della religionc'. Möge die Gefinnung einer ernften I zweiten, die Gefchichte der Riplima den dritten Band

Religiofität ohne Zauberei, Geremonien und ,fides iinpli-
cita' fich in Italien immer energifcher verbreiten und
dem Unglauben in feiner vaticanifchen und atheiftifchen
Geftalt immer mehr Boden abgewinnen! — Zur Sache
fei noch bemerkt, dafs der Verf. dem Judenchriftenthum
im 2. Jahrh. einen gröfseren Spielraum zufchreibt, als
der Unterzeichnete, mit dem er fich auseinanderfetzt, für
richtig hält.

15. Zum Schlufs fei auf die Abhandlung von Loman
über den Urfprung des Glaubens an die Auferftehung
Jefu hingewiesen, als Beweis, dafs die Schule — von
einer folchen kann man fchon lprechen (Br. Bauer,
Havet, der Verf. von Supern. Relig., der Verf. von
,Antiqua Mater* ,Loman, Pierfon, Naber, Straat-
mann) —, welche den Urfprung des Chriftenthums in
das 2. Jahrh. verfetzt, ihrer Verpflichtung eingedenk ift,
das gefammte Quellenmaterial neu durchzuarbeiten und
zu zeigen, dafs keine Gegeninftanz vorhanden ift. In
diefer höchft breit gefchriebenen Abhandlung ift es auf
den paulinifchen Bericht I Cor. 15, 1 ff. abgefehen: Paulus
nach Barkochba; fein Erfcheinungsbericht ift nicht die
erfte, fondern die letzte Stufe der Entwicklung der Ideen
von der Auferftehung Chrifti. , Wij begroeten in de nevel-
achtige fantastische vorsteHingen van Mattheus eene ge-
tröuwer afspiegcling der primitieve toestanden van het
Christelije geloofslevcn dan in al de andere Nieuw
Testamentische opstandingsverhalen'. Eine Kritik
diefer Behauptung und ihrer Begründung ift nicht am
Platze; denn noch immer giebt es fo viele entfcheidende
Punkte, über die fleh die Schule noch nicht geäufsert
hat, dafs kein Kritiker z. Z. im Stande ift, fle zu widerlegen
. Die neue Gefchichtsbetrachtung mag reifen bis
zur Ernte; die Schnitter werden dann nicht fehlen oder
vielleicht dann erft recht entbehrlich fein.

Marburg. Adolf Harnack.

Harnack, Prof. Dr. Adolf, Lehrbuch der Dogmengeschichte.

1. Bd.: Die Entftehung des kirchlichen Dogmas. 2.
verb. u. verm. Aufl. Freiburg i. B., J. C. B. Mohr, 1888.
(XX, 752 S. gr. 8.) M. 14. —; geb. M. 16. 50.

In der Vorrede habe ich die Erweiterungen bezeichnet,
welche diefe zweite Auflage erfahren hat. Es find c.
70 Seiten hinzugekommen. Da ich von den Einen fo
mifsverftanden worden bin, als wüfste ich die Einzigartigkeit
der evangelifchen Gefchichte und des evangelifchen
Glaubens nicht zu fchätzen, während Andere mir umgekehrt
den Vorwurf gemacht haben, ich liefse die Dog- I den analogen Thatbeftand in griechifchen Stücken gegeben,

beginnen, die lateinifche Vita Gregorii Armeni fteht fchon
S. 1—34 der andern Ausgabe der Onomastica. Obwohl
alle 3 Stücke fchon gedruckt find, hat de Lagarde mit
ihrer Wiederholung kein unnützes Werk gethan, von den
Erläuterungen ganz abgefehen, die er hinzufügte. Denn
die beiden von den Bollandiften 1762 im 8. Septemberband
herausgegebenen Stücke, die lateinifche Vita und
der griechifche Agathangelus find je nur in einer Hand-
fchrift erhalten. Der Apparat unter der Vita und die
hinter Agathangelus gegebene Auswahl von Proben zeigt,
wie nöthig eine neue Ausgabe war. Das dritte Stück,
die Acten Gregor's, fteht griechifch nach 2 Parifer Hdff.
bei Migne 115, de Lagarde bietet fle nach 3 vatikani-
fchen, indem er zu leichterer Vergleichung auf dem
Rand die betreffenden Paragraphen des Agathangclus
verzeichnet. Hätte er feinen urfprünglichen Plan ausführen
können, wäre dies Gefchäft noch bequemer geworden
. Dies auf S. 1—88 und 89—118. Auf den näch-
ften 2 Seiten fehlt nicht das mit gewohnter Sorgfalt her-
geftellteRegifterder angeführtenBibelftellen; dann folgen
30 Seiten ,Erläuterungen zu Agathangelus und den Akten
Gregor's von Armenien'. Zuerft einige Mittheilungen
über die bisherigen Bearbeitungen des Stoffs, bef. durch
v. Gutfchmid 1877 und Garabed Thoumaian, einen
armenifchen Schüler von Lucien Gautier 1879; weiterhin
eine fprachliche Unterfuchung, da de Lagarde einige
Spuren zu finden meinte, die auf ein fyrifches Original
unferes griechifchen Agathangelus hinweifen follten. Von
diefen erledigt fich, was zu 25, 67 und 42, 94 über dVitAoe
und sq'/ov, als auf Verwechslung von "Q3> und ~qy beruhend
gefagt wird, theils durch fchärfere Beachtung
des Zufammenhangs (von der Macht der Finfternifs er-
löft, find fie Chrifti Knechte geworden und follen deswegen
ihn anbeten), theils durch das von de Lagarde
überfehene Citat aus Pf. 89 (90), 15. 16; dagegen ift be-
achtenswerth, dafs hierbei in einer Anmerkung die n.
tl. Variante xe/.va Lc. 7, 33 und tgyu Mt. 11, 19 auf den-
felben Urfprung zurückgeführt wird; durch eine Stelle
des Origenes beweift de Lagarde, dafs tsv.vk und öovXm
ein und dasfelbe bedeuten können. Auf Gutfchmid's
Bemerkung, dafs das Wortfpiel § 75 Pi\)ipi—ginxeiv
auf eine gricch. Quelle weife, wird nicht Rückficht genommen
, auf diefelbe Deutung des Namens fcheint auch
3j 80 (41, 55) angefpielt zu fein. Im übrigen wird weiterhin
mit Hilfe der Bibelcitate unwiderleglich bewiefen,
dafs unfer griechifcher Text aus dem Armenifchen überfetzt
ift, und dabei eine lehrreiche Zufammenftellung über

mengefchichte aus einem ,Abfall' vom Evangelium zum ; die aus dem Lateinifchen übertragen find. Nun folgen
Hellenismus hervorgehen, fo habe ich mich bemüht, in : 14 Seiten Regifter über die Eigennamen, mit den karg

diefer wie in jener Hinficht meine Meinung fo deutlich
wie möglich zu fagen. Für die freundliche Aufnahme
des Buches bei den Fachgenoffen fage ich meinen beften
Dank. Ernfthafte Einwendungen, die fich gegen die
Grundauffaffung richten, hat Prof. Laffon in den Preufs.
Jahrbb. erhoben. Ich bin ihm für die fachliche Polemik
ebenfalls zu Dank verpflichtet. Alles Uebrige, was nicht
gegen, fondern über das Buch gefagt ift, laffe ich auf
fich beruhen. Die Zeit ift koftbar, und Entgegnungen
nützen nichts. Ecce labora et noli contristari, fagt Gregor I.
Marburg. Adolf Harnack.

Agathangelus und die Akten Gregors von Armenien, neu herausgegeben
vonPaul de Lagarde. [Aus: .Abhandlungen
der königlichen Gefellfchaft der Wiffenfchaften zu
Göttingen' 35. Bd.] Göttingen, Dieterich's Verl., 1887.
(164 S. 4.) M. 7. —
Das vorliegende Heft [am 6. März 1888 im Druck

beendet, aber auf dem Titel noch 1887] enthält einen Theil

liehen Erläuterungen über diefelben, die fein geringes
Wiffen ihm, hier am beften, weil am befcheidenften, anzubringen
geftatte. Vermifst habe ich in diefem Regifter
nur die Stelle 8, 63 zu Alavwv ; Atganutaxav und Alat-
Vutv flehen nicht in alphabetifcher Ordnung. Nur einiges
fei angeführt, z. B. dafs Mühlau-Volck uns noch immer
die Identificirung von Ararat und Aluoööim vorenthalten
, dafs diefelben unter T:20N jetzt in der 10. Aufl.
aus den arm. Studien 143 eine Eitymologie de Lagarde's
anführen, von der derfelbe fich dort und noch ausdrücklicher
Mittheilungen 1, 225 (in der Recenflon ihrer 9. Auflage
!) losgefagt hat; weiter die lange Erörterung über
Thogarma, die auch zu Gen. 36, 24 zu beachten fein
wird. Ganz befonders merkwürdig ift die Anmerkung
zu 65, 21, wo ein armenifcher Gott Tivq mit Apollo iden-
tificirt und zugleich ygau/icntlg genannt wird. Denn
dies erinnert, wie dpi,- (Arm. Stud. 541. 659. 66b), einer-
feits an das Kananäifche 1^, das ja mit "ISO gleichgefetzt
wird, und andererfeits'an rVfi Heiligthum, das
von den Alten y.Q^uanoi^Qtov gedeutet, etymologifch

*