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Ausgabe:

1882 Nr. 13

Spalte:

307-308

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Ranke, Joh. Friedr.

Titel/Untertitel:

Begleitender Text zu O‘Liviers Bilder-Bibel in 50 bildlichen Darstellungen. (Wohlfeile Ausg.) 1882

Rezensent:

Strack, Carl

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Seite 1

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307 Theologifche Literaturzeitung. 1882. Nr. 13. 308

fchichten, in denen fich das Walten einer höheren fitt-
lichen Macht, welche in unfer Leben eingreift, zu erkennen
giebt, zu fammeln und zur allgemeinen Kenntnifs zu

zur Auffaffung der Gefchichte nöthig feien, fo könnten
die fehlenden durch Unterhaltung leicht herbeigeführt
werden. An die Erzählung möge man eine einfache Bebringen
... Es wird dem Lefer an vielen Beifpielen ge- j fprechung der Gefchichte knüpfen. Es folle dies kein
zeigt, wie Gott der Herr durch merkwürdige Träume, j Zerpflücken der Gefchichte, kein flaches Moralifiren, fon

'S

durch die Stimme des Gewiffens, durch feine Regierung
und Fürforge, durch die Wirkungen feines Geiftes, durch
Gebetserhörungen der Frommen und durch Strafgerichte
an den Gottlofen fleh uns noch immer zu erkennen
giebt, damit wir ihn fürchten, lieben, ihm vertrauen, in
feinen Wegen wandeln und des ewigen Lebens theil-
haftig werden möchten'. — Der Verf. ifl der guten Zuverficht
, dafs die in diefem Werke mitgetheilten wichtigen
Begebenheiten, die in Wahrheit ,Denkmale des lebendigen
Gottes' find, ,Vielen zur Weckung und Stärkung des
Glaubens an einen lebendigen Gott . . . dienen werden'.
Diefen Zweck wird dies Buch fchwerlich in einer den

dem ein Einführen in den geiftigen Gehalt der Erzählung
, foweit dies bei kleinen Kindern möglich, fein. Die
Benutzung anderer kindlichen Gefchichten, eines paffenden
Bibelfpruchs oder Liederverfes fei nach Umftänden
zu empfehlen. Für befonders geeignet zu dem berührten
Zweck hält der Verf. die Bilderbibel in-' 50 Darftellungen
von O'Livier, welche in wohlfeilerer Volksausgabe
von der Verlagshandlung veröffentlicht worden ift.
Müttern, welche diefelbe gebrauchen, follen die vorliegenden
Erläuterungen zur Vorbereitung für den Unterricht
dienen. Auch follen diefelben von weiter voran-
gefchrittenen Kindern gelefen oder folchen vorgelefen

Erwartungen des Verf.'s irgend entfprechender Weife [ werden. Wir haben alfo eine kindlich abgefafste Darerfüllen
. Was die Ungläubigen angeht, die es zum Glau- Heilung der für das kindliche Alter geeigneten Erzählben
erwecken foll, fo gilt hier das Wort: Man merkt ungen des N. T.'s und glauben diefelbe zu dem er-
die Abficht und man wird verftimmt. Der Verf. verkennt wähnten Zwecke empfehlen zu können.

vollkommen, dafs es keine andere Erkenntnifs Gottes
giebt, als durch den Glauben, dafs alle Offenbarungen
Gottes für den Glauben find, und dafs dasUrtheil: Hier
ift der Finger Gottes, ein Glaubensurtheil ift. Dafs durch
befonders ergreifende Erlebnifse der in einem Herzen
lange unterdrückte Glaubenskeim zum Leben erweckt
werden kann, foll ja nicht geleugnet werden. Wenn es
fleh aber um die Wirkung erzählter Erlebnifse handelt,
fo ift auch hier zu fagen: ,Sie haben Mofen und die

Lang-Göns. K. Strack.

Közle, Schullehr. J. Fr. Gottl., Gebetbuch für evangelische

Schulen. Für die Hand des Lehrers und der Schüler
unter Mitwirkung mehrerer Lehrer bearbeitet. Heilbronn
1882, Scheurlen's Verl. (VIII, 96 S. 8.1 Geb.
M. —. 60.

Propheten, lafs fie die hören',' und wenn dagegen geltend ^Äff^JÄ tt Äft

gemacht wird die Verachtung der Glaubwürdigkeit der
heil. Schrift, fo darf diefe auch unter dem kritifchften
Auge am Ende noch den Vergleich aushalten mit einer
Sammlung von Erzählungen aus dritter und vierter Hand,

Schulgebet für feine Schüler und für fich felbft fo fruchtbar
als möglich zu machen. Dazu will die vorliegende
Gebetsfammlung behülflich fein. Diefelbe foll fich nicht
blofs in den Händen des Lehrers, fondern auch der

für Air> -if-ir -,,,,-v, r,i^v.r a:^ „^:„„a^ /-„.. u^u^„' Schüler befinden. In der überwiegenden Mehrzahl der
iur die wir auefi nicht die geringlte Garantie haben, ., .,. c , , , „ , fa r , . , . , .

zumal wenn fie noch fo kritiklos zufammengeftellt ift,
wie diefe vorliegende — zu vergleichen z. B. nur die
überaus willkürliche Ausdeutung von Hüffens Traum
S. 4 und der hiftorifch überaus zweifelhafte Traum
Friedrich des Weifen S. 5.

Gläubige Chriften werden fich aber an der heil. Schrift

mitgetheilten Schulandachten finden fich Wechfelgebete
zwifchen dem Lehrer und Schülern. An der Spitze der
mitgetheilten leitenden Grundfätze fleht der Satz: ,Das
Schulgebet dient nicht nur zum Schulgottesdienft, fondern
es foll den Kindern praktifche Anleitung geben,
wie fie den in den religiöfen Fächern gelernten Stoff fo-

genügen läfien. Ihr Glaube wäre überaus ungefund g.e,cJl ™ praktifche Leben umfetzen und im Verkehre
und mangelhaft, wenn er ihnen nicht genug eigene Er- mlt -ott verwerthen können' Uns fcheint durch diefe
fahrungen des Waltens Gottes zu machen gäbe, um fie Forderung dem Schulgebet etwas Heterogenes beige-
von dem Verlangen nach recht finnenfälligen und hand- ! mifcht zu fem. Dagegen ft>mmen wir anderen Grundfatzen
greiflichen Erweifungen feines Dafeins zu befreien. von g^zen ~el' Z' Jrm 7:.'Alk lebete ™u ™ «?? r'

Sehr ernftlich zu rügen ift es, wenn die Verlags- ,as N°r m Ä Lwie im Auge haben 8: ,Sie rnuf-
buchhandlung dies Buch als ,paffendftes Confirmations- {?n entfchiedcn chnftlich , und 9: ,Sie muffen entfchie-
gefchenk' anpreift. Ref. thäte es leid, wenn man den "en evangehfeh fem'. Wir freuen uns wenn wir folchc
Confirmanden keine gefündere Kofi zu bieten wüfste, Grundfätze aus dem Munde eines Lehrers hören na-
als diefe mentheh, wenn diefelben nicht blofs aut dem Papier

flehen, fondern auch im Buche, wie es hier der Fall ift,
durchgeführt werden. An Reichhaltigkeit wird diefe
Sammlung fchwerlich von einer anderen übertroffen.
Die gröfsere Hälfte bietet Gebete für die Feftzeiten dar
und zwar Gebete aus Liedern, aus dem Spruchbuch und
über die Perikopen; fodann Gebete ohne feftliche Ver-
anlaffung für 6 Wochen; fechs Gebete über biblifche
Gefchichten, kürzere Gebete für die Nachmittage, nämlich
125 Liederverfe, 26 Bibelfprüche, je Gebete zu
Schulprüfung, Schulferien, Schuleintritt, Confirmation.
Mitunter find die Gebete allzu fehr reflectirend, docirend
und dem lieben Gotte vorerzählend, während die meiften
den Gebetston treffen. Am meiften find die erwähnten
Fehler zu rügen bei einigen Gebeten, welche von Schülern
gefprochen werden follen. Einige wenige Gebete
fcheinen uns auch zu lang zu fein, während die meiften
die empfehlenswerthe Kürze nicht überfchreiten. Wir
müffen das wohlgemeinte Büchlein als brauchbar bezeichnen
.

Confirmanden keine gefündere Kofi zu bieten wüfste
s diefe.

Giefsen. G. Schloffer.

Ranke, Dir. a. D. Joh. Friedr., Begleitender Text zu
O'Liviers Bilder-Bibel in 50 bildlichen Darftellungen.
(Wohlfeile Ausg.) Für Mütter zum Gebrauch in der
Kinderftube bearb. Gotha 1882, F. A. Perthes.
(134 S. gr. 8.) M. 2. —

Der geehrte Verf. hofft, dafs chriftliche Mütter ihre
Kinder fchon frühe zum Beten anhalten und dafs fich an
die Anleitung zum Gebet die erften Belehrungen über
Gott und religiöfe Dinge anfchliefsen. Sobald nun die
Kinder kurze Erzählungen faffen und in kindlicher Weife
wiedergeben können, follen denfelben auch einzelne
biblifche Gefchichten, natürlich in geeigneter Auswahl,
vorerzählt werden. Am verftändlichflen werde die Gefchichte
kleinen Kindern fein, wenn man fie im An-
fchlufs an ein gutes Bild gebe. Das Bild vermittele die
Vorftellungen, welche die Kinder zur Auffaffung der Gefchichte
nothwendig haben müfsten. Würden durch
dasfelbe auch nicht alle Anfchauungen gegeben, welche

Lang-Göns. _ K. Strack.