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Ausgabe:

1879

Spalte:

585-586

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Berliner, A.

Titel/Untertitel:

Beiträge zur hebräischen Grammatik im Talmud und Midrasch 1879

Rezensent:

Strack, Hermann L.

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

Herausgegeben von Prof. Dr. E. Schür er in Giefsen.
Erfcheint Preis
alle 14 Tage. Leipzig. J. C. Hinrichs'fche Buchhandlung. jährlich 16 Mark.

N°- 25. 6. December 1879. 4. Jahrgang.

Berliner, Beiträge zur hebräifchen Grammatik I Billing, Lutherska Kyrkans Bekännelse, 3 Hefte

im Talmud und Midrasch (H. Strack). I (Pütt).

Heilprin, The historical poetry of the ancient Herrmann, Die Religion im Verhältnifs zum

Ilebrews, translated and critically examined. Welterkennen und zur Sittlichkeit. EineGrund-

Vol. I (Baudiffin).
Simon, L'education et l'instruction des enfants
chez les anciens Juifs d'apres la Bible et le
Talmud, 3. ed. (H. Strack).

legung der fyftematifchen Theologie (Weiz
fäcker).

Herder'1TSmmtlichcWerke, hrsg.vonSuphan, j ~'^oTl^nneran^i (Kc*hUr)'
I—3. Bd. (G. Baur)

Brömcl, Wie kann Gott Gebete erhören? [Zeitfr.

d. chriftl. Volkslebens, 24. Hft.] (Koehler).
Werner, Giebt es eine Seele? Eine pfycholo-
gifche Zeit- und Streitfrage, beantwortet
[Zeitfr., 25. Hft.] (Koehler).
Grau, Aug. Frdr. Vilmar, J. Chr. K. von Hof-

Berliner, A., Beiträge zur hebräischen Grammatik im Tal- fprechende, theils künftliche, namentlich zur Stützung ha-
mud und Midrasch. Berlin 1870, Benzian. (59 S. gr. I lachifcher Anf.chten bertimmte Erklärungen gründeten.

M 1 Von dem, was wir grammatifche Erörterung nennen,

8.) al. 2. findet lieh in Talmud und Midrafch nur wenig; infon-

Von dem regen wiffenfehaftlichen Sinne, welcher derheit ift die Terminologie noch ganz unentwickelt,
unter den Lehrern des Berliner Rabbiner-Seminars Zu den vom Verf. gefammeltcn Terminis laffen fich noch
herrfcht, haben fchon mehrere Programme rühmliches j und mb D"J (Beiname) fügen, welche fchon in der
Zeugnifs abgelegt. Die hier zu befprechende Abhand- j Mifchna mehrfach vorkommen, fowie rrjpq (Bedeutung
lung fchliefst fich ihren Vorgängerinnen würdig an und ift 1 und zwar fpeciell die nächftliegende), welcher Ausdruck
es daher erfreulich, dafs fie durch den Buchhandel wei- ; befonders in der Formel -um JWDXJ HW erfcheint. —
teren Kreifen zugänglich gemacht worden ift. Wir be- Zu S. 51, Abf. 3. 4 (privative und entgegengefetzte Bedauern
nur, dafs die Rückficht auf den in einem Pro- deutung des Piel und Hifil) konnte auf L. Dukes,
gramm natürlich befchränkten Raum den Verf. genöthigt
hat, fich mehrfach fehr kurz zu faffen. Wenn 59 Seiten
auf Rechnung des Seminars gefetzt wurden, hätte fich
gewifs ein Verleger gefunden, welcher die doch nicht
gerade erheblichen Korten des Satzes von vielleicht 20
ferneren Seiten für die Buchausgabe übernahm; und
dann konnten viele Talmudftcllen im Wortlaut angegeben
, dem Lefer manches Nachfchlagen auch in anderen
, nicht leicht zugänglichen Büchern durch Aus-
fchreibung des zu Citirenden erfpart und die Benutzung
durch ein Inhaltsverzeichnifs u. dgl. m. wefentlich erleichtert
werden. Doch haben wir, wie fchon gefagt,
auch fo Grund uns des Gebotenen zu freuen.

Eigentliche Förderung des gegenwärtigen Verftänd-
nifses der hebräifchen Sprache vermitteln die .Beiträge'
des Verf's. nicht; wohl aber find fie von Intereffe für die
Gefchichte der hebräifchen Schrift und des Verftänd-
nifses der genannten Sprache.

Die erfte Hälfte des Büchleins (bis S. 30) handelt
von der hebräifchen Schrift, wie fie zur Zeit der Männer
des Talmuds befchaffen war. S. 12, dafs die Geheimalphabete
, befonders Athbafch, nicht .durch das
Bedürfnifs des Elementarunterrichts entftanden find', er-
giebt fich nach Meinung des Ref. aus Jer. 25, 26 und
51, f. — S. 13, Z. 13 ift ftatt n, 5 zu lefen n, :, ~- —
S. 15 ff. Die für diefen ganzen Abfchnitt wichtige Stelle
Sabbath 103 b. 104" war im vollen Wortlaut mitzuthei-
len. — S. 15, jer. Berachoth II, 4 hat Th. Nöldeke
Gott. gel. Anz. 1879, S. 1052 r-rrn yrrn gewifs richtig
für verderbt aus fwtt rrnfl erklärt. — S. 17, Abf. 3
ift durch einen Schreibfehler entftellt; man lefe: ,dafs
man auch das dagefchirte 3, wie das dagefchlofe,
afpirirt ausgefprochen habe'. — S. 18, die Karäer in der

Grammatifche Werke des R. Jehuda Chajjug S. 161,
Anm. 1 (auch u. d. Tit. Ewald und Dukes, Beiträge etc.,
Stuttg. 1844, Bd. 3) verwiefen werden.

Druckfehler: S. 6, Z. 3 v. u. L: der erften; S. 7 Ende
1.: Bleek, u.: bearbeitet (nicht überfetzt); S. 15, Z. 9 v.
u. Li Lexika; S. 18, Z. 7 v. u. L: Deut. 6, 4; S. 23, Z. 29
1.: Ephraimiten; S. 26 Li Schnedermann ; S. 28, Z. 7 v.
u. 1.: haben wir an; S. 47 Anm. 1.: Kautzfeh; S. 49,
Abf. 3 mufs es ftatt ,darauf folgenden' heifsen .vorher
gehenden'; S. 51, Z. 17 L: Chatef-Pathach (nicht: Pa-
thach); S. 54 Abf. 3 Li coniunetivum,.

Ift auch gar manches von dem Verf. Mitgetheilte
fchon früher von anderer Seite (vgl. bef. Leop. Low,
Graphifche Requifiten und Erzeugnifse bei den Juden,
Lpz. 1870. 1871; J. Levy, neuhebr. u. chald. WB.)
publicirt worden, fo bieten die .Beiträge zur hebräifchen
Grammatik im Talmud und Midrafch' doch auch manches
Neue, befonders für den mit der talmudifchen
Exegefe Unbekannten, und find aufserdem als fleifsige
Zufammenftellung fehr dankenswerth.

Berlin. Hermann L. Strack.

Heilprin, Michael, The historical poetry of the ancient
Hebrews, translated and critically examined. Vol. I.
New York 1879, Appleton & Co. (243 p. gr. 8.) Cloth.

Keine Einleitung oder Vorbemerkung orientirt über
Abfehen und Plan des Verfaffers; weder Inhaltsverzeichnifs
noch Ueberfchriften bereiten in diefem erften Bande
den Lefer auf das zu Erwartende vor. Der Titel des
Ganzen kann einigermafsen gefpannt machen; denn ich
denke, man wird ihmzufolge eine Darfteilung erzählender
Dichtungen erwarten, und doch kommen eigentliche
Krim fprechen x wie tsc/i. Für die Vertaufchung von ' epifche Poefien im A. T. bekanntlich nicht vor. Keines

3 und B vgl. noch Gefenius WB8, S. 7IOb.

Der zweite Abfchnitt läfst fich wohl am beften
charakterifiren als Beitrag zur Kenntnifs der talmudifchen
Methodologie; denn er zeigt uns, dafs und wie die Männer
des Talmuds auf die Form des biblifchen Ausdrucks

wegs auch werden hier allein jene Dichtungen befpro-
chen, welche gefchichtliche Darftellungen nebenbei enthalten
, fie zum Ausgangspunkte der Lyrik nehmend, wie
etwa Pf. 105. Der Verf., anfangend mit dem Lamech-
lied und diefen Band abfchlicfsend mit den dem David

achteten und auf die Befchaffenheit diefer Form theils I zugefchriebenen Pfalmen, fcheint vielmehr die Behand-
dem nach unferer Auffaffung natürlichen Wortfinne ent- I lung der gefammten altteftamentlichen Dichtungen zu
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