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Ausgabe:

1989

Spalte:

554-556

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Neckebrouck, Valeer

Titel/Untertitel:

La Tierce Église devant le problème de la culture 1989

Rezensent:

Krügel, Siegfried

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553 Theologische Literaturzeitung 114. Jahrgang 1989 Nr. 7 554

Mar, zugleich aber auch unaufgeregt. Von übersteigerten Verurteilun- turation zurückführen, ebenfalls ihre Ursache in mangelnder Innergen
hält er sich zurück. Er hat selbst Wesentliches dazu beigetragen, lichkeit haben, die mit dem äußeren Üben in Einklang steht." (144)
daß Teile des europäischen Luthertums den Weg aus Positionen des Im Grunde zeigt S. Zinga, daß die Inkulturation auch den unvermeid-
Verharrens und der ideologischen Verbrämung des Status quo gcfun- liehen Ausbruch des Christen aus dem traditionellen rehgiös-kultu-
den haben. Diesen - noch immer nicht ungefährdeten - Urnprozeß rellen Zusammenhang bedeuten muß.

er nicht durch massive Frontbildungen aufs Spiel setzen. Deshalb Die in dem Sammelband durchgängig aufgenommene Definition

Hegt ihm offenbar mehr daran, positive Ansätze zu stärken, als proble- von Spiritualität gibt Bischof Sanon aus Obervolta: „Unter spirituell

malische Positionen bloßzustellen. Gerade dadurch leistet er dem verstehen wir die Suche nach innerer Einheit im Zusammenhang mit

Fortgang der ökumenischen Diskussion einen wichtigen Dienst. Für der Gesamtheit des Seins im Verhältnis zum Geist; s.e ist der Aufbau

alle, die an der jüngsten Entwicklung wie an der Weiterentwicklung des äußeren Menschen von innen her; sie ist der Primat des Geistes

der ökumenischen Sozialethik Interesse haben, sollte dieses unge- sowohl über das Reale wie auch im Realen des Daseins." (13) Der

ähnliche Buch deshalb eine Pflichtlektüre sein. griechische Kontext dieser Definition ist unverkennbar. Welche

Inkulturation findet hier eigentlich statt? Von Christus spricht das

Heidelberg Wolfgang Huber johannesevangelium, wenn es feststellt: Nur wo das Weizenkorn

stirbt, wächst ein neuer Halm (nach Joh 12,24). Christus ist der Voll-
ender aller Religionen insofern, als er diese wie andere menschliche

OkUITienik: MiSSiOnSWiSSenSChaft Grundbefindlichkeiten durch Gericht und Gnade erneuert. Das vorsichtige
Schlußwort des erfahrenen und in Afrika als sehr eigenständig

^ulago gwa Cikala Musharhamina [Hg.]: Afrikanische Spiritualität Rom gegenuber kritisch bekannten Kardinals Malula/Kinshasa

und christlicher Glaube. Erfahrungen der Inkulturation. Freiburg ^ dje Stand kte naher zueinander. Es klingt fast reformatorisch,

Basel-Wien: Herder 1986. 198 S. 8' = Theologie der Dritten Welt, ^ ^ ^ ^ wjederentdeckung des Wortes Go(tes das zum

art. DM34, . Mittelpunkt unserer Versammlungen geworden ist. wird unsere Spider
von Inkulturation spricht, muß sich mit der Frömmigkeits- ritualität und Frömmigkeit wieder ins Gleichgewicht bringen. Von
Beschichte der jungen Kirchen beschäftigen. Das ist so ausdrücklich nun an können wir, wenn wir hungrig sind, an zwei Tischen essen: an
bisher wenig geschehen. Sicher liegt das daran, daß sich nur die Betrof- dem des Brotes und an dem des Wortes, und wir werden nicht mehr
fenen selber dazu richtig äußern können, wofür sie vor allem erst ungesättigt bleiben." (198)

eigene Kriterien erarbeiten müssen. Der Sammelband macht der Bcr|in Johannes Althausen
deutschen Diskussion Beiträge zugänglich, die hier erste Ansätze bieten
. Es sind Vorträge, die zum Thema „Afrika und die Formen seines Neckebr(mck Va|cer u Tjerce Eglise devant le probUme de ,a
spirituellen Lebens" 1983 bei einem Internationalen Kolloquium im Cu|ture |mmensee: Nouvelle Revue de Science Missionaire 1987.
Studienzentrum Tür afrikanische Religionen an der Katholischen |64S g. _ Neue Zejtscrirjrt für Missionswissenschaft, Suppl. 36.
Theologischen Fakultät in Kinshasa gehalten wurden. Man erfährt Kart, sfr 24.-.
v'el Interessantes. „New Age" greift auch nach Afrika. Religions-

Mischungen und neue religiöse Angebote finden dort erstaunlich viel Vf. veröffentlicht Texte, die er, wie er in einer Vorbemerkung mit-

Echo. Ob das auch mit den religiösen Traditionen dieses Kontinents teilt, 1985 in Louvain im Rahmen des Collegium pro America Ut.na

zusammenhängt' Fragen kommen einem aber besonders, wenn der vorgetragen hat. Wollte man daraus schließen, daß die Studie sich spe-

*»« gut renommierte Prof. Hebga aus Douala auf die Adaption des ziell mit Vorgängen in Lateinamerika befaßt, so kann man bereits

Zen und des Yoga im Westen verweist, um daraus die These abzulei- dem Literaturverzeichnis entnehmen, daß dies durchaus nicht der

„Genauso können wir verfahren im Hinblick auf unsere Initia- Fall ist. Denn Vf. beruft sich nahezu ausschließlich auf französisch-

^nsriten. die den Zyklus von Tod und Auferstehung und die heilige und englischschreibcnde Autoren darunter nicht wenige Afrikaner

^essenhei. enthalten." (49) Ist da vielleicht im Grundsatz der Inkul- und auch Asiaten, besonders Inder. Spanische und portugiesische.

fc«Wion etwas vergessen? Einige Beiträge behandeln das Gebet als somit auch lateinamerikanische Literatur fehlt ebenso wie italie-

peld der Inkulturation des Evangeliums ,n Afrika. Auch da gibt es nische, niederländische und skandinavische; auch deutschsprachige

diese Fragen Auch die genannten und kommentierten Beispiele Publikationen finden sich nur ganz vereinzelTrotzdem kann man

Rheinen mir nicht zu zeigen, daß das afrikanische Gebet „Substrat nicht von einemverengter,«po,n, de vue» des Vf. sprechen.

dest;,-K , i ri u ,Vln»'t.iQJi Wenn Vf. im Titel des Buches von einer «Tierce Eglise» spricht, so

u«LiebetesdesafrikanischenChristen ist(94). k.u_ c_*.<n_:i. .•• n u

Es gib, auch vorsichtigere und sogar recht selbstkritische Töne. Das ist es mit vollem Bedach. «^^^^n^^«*?

^ben in Ordengemeinschaften ist naturgemäß bei der Behandlung die römisch-katholische, zweit Kirche wohl ein Sammelbegriff für

fr*~ *^ , „ B . ;.rh.r R„Hpll die übriuen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften. Die Kirchen

'rornmigkcitsgeschichtlicher Phänomene von exemplarischer Bcdeu- die unrifetn m u.u u

hM. 6 ■^juiiuiuiuivi <. »__. ■__m .niirlrin Her Dritten Wc 1 aber können nicht als Teile der ersten oder zweiten

lu"g. und das nicht nur in kathol sehen Theologenkreisen. Besonders aer unuen wen au ---- . ,___,

hi'Oe,ch ,s. hier der Beitrag von Engelbert Mveng SJ, dem als Kultur- begriffen werden, sondern stellen eine Große su, genens dar. Frag,

h-tor,ker Künstler O denss.mer und Theologe bekanntgewordenen man nach dem Hintergrund dieses Verständnisses^ zögert VC nicht.

i i iissi11ici uhu 6 . f.. k, zu antWorten, freilich mit einer Aussage, die sachlich außer-

° neralsckretär der afrikanischen ökumenischen Vereinigung für klar zu a schwerwicgend und problemgeladen ist. Er sagt - erster

^tte-Welt-Theologen. aus Kamerun. Das geweihte Leben • o£nthch^hweirw g p £ Amhropologie 8aus ist die

^ners beginne in der Initiation. Was da geschehe könne wie e n Saude Tcilkomponente der Kul,ur" (9). Dieser Eingangs-

Vorbere„ung des Weges der Christen zu ihrem JftS die Vcrmu.ung nahe, daß das Buch nach Ansa,z und Tendenz

fanden werden. Denn die folgenden Sc r,„e scerdabe-zu ck «UW d g jssionswissenschaft ^ Jener

Jegen: Berufung. Konversion. Askese. Eria«fVori>dd, taufte ^ Kul*urph„osopnic zuzurechnen sein könnte, die im

^ension, Kunst, Gebet. Indem die Konversion als unau g bb «er bre t g «u jh gde ^ wjedcr m ^

*andteil eingefügt ist, ist so auch u. E. die christliche Im, aUon turop aufzuweiscn. jedoch. Albcrt Schweiber nich,

^l,chvonder,radi,ionellenun,ersch,eden.e,neTa,sache de ubr - Kmhcn md J T jm Grunde wcnj

8ens die Praxis des von Mveng initiierten Ordens entspricht. Sympa- ausgenomi

,s, in diesem Sinne auch der Bei.rag von S^wanga Zmga/Zaire «^^^rphiteigphlKh« Einordnung des Vf nur

^ agen an das Ordensleben in Afrika . Es fall, im „ Er ha( dcn Mu, zu neuen Fragestellungcn, blcibl

B^es auf, wenn die Autorin sag,: „Persönlich sind wir de Vte™ -J * Lsions.hcologiseher Veran.wortung s,e,s bewuß,.

8u"g, daß eine ganze Reihe von Problemen, die wir auf Nicht-Inkul- sicnudoci«.