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Ausgabe:

1978

Spalte:

68-70

Kategorie:

Missionswissenschaft

Titel/Untertitel:

Vom Dialog zur Gemeinschaft 1978

Rezensent:

Kirchner, Hubert

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Theologische Literaturzeitung 103. Jahrgang 1978 Nr. 1

• 68

Kennzeichnung der beiden Hälften einer Tonleiter, also eines
melodischen Geschehens (zu S. 343 und 418). — Gloria und
Laudamus sind nicht zwei Stücke der Liturgie (S. 154 und 156),
sondern eines. — S. 418 16.Z. lies atonale statt stonale. S.421
ll.Z.v.u. lies „Canticum Simeonis". — Der erste Satz auf S.443
ist syntaktisch nicht in Ordnung und ergibt keinen Sinn
(Zeilenverwechselung?) — Daß sich die Orgel heute „wieder
einmal in einer Krise" (404) befinde, widerspricht allen Erfahrungen
der letzten Jahre: Selten war Orgelmusik so gefragt
wie heute!

Berlin Christoph Albrecht

MISSIONSWISSENSCHAFT, ÖKUMENE

Rahmen der Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat der Kirchen
findet: „Von Bedeutung ist jetzt jedoch, was in der Zeit
zwischen den Vollversammlungen geschieht. Die Ökumene ist
in dem, was sie leisten will, was sie sich vorgenommen hat, als
eine in die Regionen delegierte permanente Vollversammlung
zu verstehen. So wird auch von der Nairobi-Vollversammlung
gesagt werden, daß sie so viel wert sein wird, wie die Mitgliedskirchen
nun in ihrer jeweiligen Situation aus ihr für sich
machen. Das wird sicher in jedem Land anders aussehen."

Unter Berücksichtigung der im Berichtsband von den Autoren
selbst festgestellten Begrenzung des Darstellungsgehaltes liegt
in diesem Band ein guter, lebendiger Einstieg zur Beschäfti
gung mit Nairobi und damit mit der jüngsten Station auf dem
Wege der ökumenischen Bewegung vor.

Dresden Ulrich von Brück

Arnold, Walter, und Hans-Wolf gang Hefjler: Ökumenische
Orientierung Nairobi 1975. Erkenntnisse und Geschehen der
Fünften Vollversammlung des Ökumenischen Rates der
Kirchen. Mit Beiträgen von L. Coenen, K.-Ch. Epting, R. Frie-
ling, H. J. Held, E. le Coutre, K. E. Nipkow. Frankfurt/M.:
Lembeck u. Basel: F. Reinhardt [1976]. 168 S„ 8 Taf. 8°.
DM 9,80.

Authentisches Berichtsmaterial von der V. Vollversammlung
des Ökumenischen Rates der Kirchen, durchgeführt vom 23.11.
bis 10.12.1975 in der Hauptstadt von Kenia (Afrika), Nairobi,
wird von vielen Seiten erwartet und ist dringend nötig für eine
sinnvolle Nacharbeit. Das vorliegende Buch gehört zu den
Ersterscheinungen. Einige Beiträge wurden bereits in Nairobi
niedergeschrieben und tragen deswegen, wie im Vorwort zu
lesen ist, den Charakter des Vorlaufigen. Sieben Theologen,
darunter ein Gemeindepfarrer und ein Professor, die übrigen
Mitglieder von übergemeindlichen und kirchenleitenden Organen
und ein Chefredakteur haben sich in die Beiträge geteilt.
Sicher ist richtig, daß zur Auswertung und Beurteilung der
Konferenz in Nairobi die offiziellen Dokumente herangezogen
werden müssen, die inzwischen im gleichen Verlag unter dem
Thema: „Bericht aus Nairobi 75" erschienen sind.

Vorliegendes Buch atmet die Frische unmittelbaren Eindrucks
. Dabei verschweigen die Beiträge ehrlicherweise nicht,
daß die Urteile aus der Sicht der Mitgliedskirchen des ÖRK in
der Bundesrepublik Deutschland gefällt und in der Abfolge des
Geschehens von Nairobi auch Beziehungen zur Situation der
Kirchen in der BRD hergestellt werden. Damit müssen andererseits
Aspekte für andere Kirchen und hinsichtlich anderer gesellschaftspolitischer
Situationen zu kurz kommen.

Einem Überblick über das Geschehen der 18 Tage in Nairobi
aus der Feder des Chefredakteurs des Evangelischen Presseverbandes
Frankfurt a. Main folgen sechs Eindrucksberichte.
Diese gehen an den sechs Sektionen, die in Nairobi das Hauptthema
entfalteten, entlang. Da es sich bei jedem Beitrag um
einen Augenzeugenbericht handelt und um den Bericht eines,
der in der jeweiligen Sektion aktiv mitarbeitete, findet sich
hier viel anregendes und zu förderlicher Kritik herausforderndes
Material auch für diejenigen, die ebenfalls Teilnehmer in
Nairobi waren, aber an einer anderen Stelle sich engagiert
sahen. Jeder Bericht ist lebendig geschrieben und versucht,
den Ansatz zu einem notwendigen Weiterdenken und Umsetzen
des Erlebens und der Arbeit in Nairobi in die Situation
und Aufgabenstellung der Gliedkirche und der Gemeinde zu
gewinnen.

Der letzte Beitrag unter der Überschrift „Nairobi war
anders" gibt einen interessanten Überblick über ursprüngliche
Erwartungen und auch Befürchtungen vor der Vollversammlung
und über die entsprechenden Korrekturen durch den Ablauf
in Nairobi selbst. Eine erste Wertung, die besonders auch auf
die eindrückliche Schlußansprache des Generalsekretärs des
ÖRK, Dr. Potter, im Verlaufe des Abschlußgottesdienstes eingeht
, beendet dies Berichtsheft. Einige Bilder machen das Geschehen
von Nairobi für den Leser illustrativ.

Wir unterstreichen, was sich in einem der Beiträge als eine
prinzipielle Feststellung für ökumenisches Engagement im

Gafjmann, Günther: Vom Dialog zur Gemeinschaft. Dokumente
zum anglikanisch-lutherischen und anglikanisch-katholischen
Gespräch. Mit einer historischen und vergleichenden Einführung
. Frankfurt/M.: Lembeck u. Frankfurt/M.: Knecht
[1975]. 153 S. 8° = Ökumenische Dokumentation, im Auftrag
des Instituts für Ökumenische Forschung in Strasburg hrsg.
v. G. Gafjmann, M. Lienhard u. H. Meyer, II.

Nachdem der erste Band der Reihe „Ökumenische Dokumentation
" die Hauptdokumente aus dem bisherigen evangelisch/
römisch-katholischen Gespräch vorgelegt hatte, dokumentiert
der nun vorliegende 2. Band einen Gesprächsbereich, der an
Bedeutung jenem kaum nachsteht: die Gespräche der anglikanischen
Gemeinschaft mit ihren beiden ökumenischen Hauptpartnern
, den lutherischen Kirchen und der katholischen
Kirche.

Der anglikanische Raum liegt nun freilich für das durchschnittliche
mitteleuropäische evangelische Interesse ein wenig
am Rande. Da die Berührungsflächen im allgemeinen nicht allzu
groß sind, dringen auch die dortigen Vorgänge hier zumeist
nicht allzu tief in das Bewußtsein. Um so bedeutsamer scheint
es deshalb, die Ergebnisse jener mehrseitigen Gespräche sogleich
an zweiter Stelle in dieser Dokumentationsreihe zu
präsentieren. Denn möglicherweise könnte dies mit bewirken,
daß diese künftig auch hier stärkere Berücksichtigung finden
und dann dazu beitragen, daß das Nachdenken um die Einheit
der Kirche und die Gemeinsamkeiten im Glauben allgemein
eine breitere Basis gewinnen. Nicht zuletzt repräsentieren auch
die anglikanischen Dialoge durch ihre Mehrseitigkeit und ihre
verhältnismäßig lange Geschichte schon einen Status, der für
den Fortgang der interkonfessionellen Gespräche insgesamt
von Bedeutung sein dürfte.

Im einzelnen bietet der Band folgende Teile: Zunächst berichtet
G. Gafjmann in einer sehr instruktiven historischen und
vergleichenden Einführung über Entwicklung und Stand des
anglikanisch-lutherischen und anglikanisch-katholischen Dialogs
(S.9—40): Während die anglikanisch-lutherischen Kontakte
eigentlich seit der Reformation nicht abrissen — mit gewissen
Höhepunkten schon im 19. Jahrhundert und weitgehenden
Vereinbarungen besonders mit den skandinavischen lutherischen
Kirchen, dann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
-, datieren die unmittelbaren Kontakte der anglikanischen
Gemeinschaft mit Rom erst aus den letzten Jahrzehnten
, immerhin aber vorbereitet durch eine Reihe von
Initiativen schon im 19. Jahrhundert, dann aber sogleich mit
bemerkenswerter Intensivität. Noch vor dem II. Vatikanischen
Konzil wurden jahrelange „Geheimverhandlungen" geführt,
bis der aufsehenerregende Besuch des Erzbischofs von Canter-
bury G. Fisher 1960 bei Papst Johannes XXIII. gleichsam eine
neue Phase der gegenseitigen Gespräche einleitete und nach
dem II. Vatikanischen Konzil dann auch der offizielle Dialog
begann.

Im folgenden 1. Hauptteil (S.41—111) werden nach einer
knappen speziellen Einführung die beiden großen Dokumente
aus dem offiziellen anglikanisch-lutherischen Gespräch auf