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1977

Kategorie:

Missionswissenschaft

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Neuerscheinungen

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30!)

Theologische Lileraturzeitung 102. Jahrgang 1977 Nr. 4

310

Geistes führt, zur „Einstimmung in das Werk Gottes" (94). Der
Geist ist die Krisis der Kirche, „weil er die Kirche nötigt, von
der Gegenwart Gottes auszugehen, stall zu meinen, Göll erst in
die Gegenwart hineinzubringen [repräsentieren] zu müssen"
(96). Der Heilige Geist orientiert die Kirche ganz auf die Zukunft
. Kr macht uns der „Gemeinschaft mit Gott und seinem
Wirken in der Geschichte gewiß" (101). Er öffnet für das
Fremde, Neue, aber zwingt auch zum Urteilen und zur „Grenzziehung
" (104). Theologie des Geistes hat deshalb nichts mit
..Gestaltlosigkeit" zu tun, sondern „wird heute am ehesten als
Dienst an der Sprache auszulegen sein" (106).

Es ist schwer, die gedankliche Fülle der beiden Beiträge einigermaßen
deutlich widerzugehen. Auffällig ist eine gewisse Gemeinsamkeit
in den Ergebnissen, auf die übrigens auch in dem
gemeinsam unterzeichneten Vorwort hingewiesen wird (6). Bei
beiden spielt am Ende der Gedanke der Offenheit für das an-
dere und die anderen, für das Neue und Unerwartete eine
Bolle. Bei beiden geschieht dies nicht ohne Kritik (bei Kasper
recht zurückhaltend, um nicht zu sagen inkonsequent; bei
Sauter geradezu polemisch) an dem Gedanken der Christusrepräsentation
. Hier aber liegt auch der kritische Punkt alles
neuen Nachdenkens über den Heiligen Geist: Wird es dem
Chrisiiisereignis, «.einer grundlegenden Bedeutung für die christliche
Theologie gerecht, oder wird hier am Ende Theologie des
dritten Artikels auf Kosten des zweiten getrieben? Dieser
Frage werden sich die Vertreter der neuen Theologie des Geistes
immer wieder stellen müssen.

Kari-Msrx-Sudl Friedrich Jacob

Aldenhoven-Gau thier, Ciaire: 16. Internationale Altkatholische
( Theologenkonferenz (IK/. C6, 1976 S. 99-106).

Basdckis, Athanasius: Bemerkungen zu den Konsensustexten
über die Taufe und Eucharistie, besonders aus der Sicht der
Orthodoxie (ÖB 25, 1976 S. 64-72).

Felmy, Karl Christian: Das Moskauer Patriarchat und die ökumenische
Bewegung (OB 25, 1976 S. 45-63).

Frei, Hans A.: Konziliarität an der Basis oder: Was hemmt die
ökumenische Bewegung? (OB 25, 1976 S. 17-24).

Frei, Hans A.: Die Fünfte Vollversammlung des Ökumenischen
Bates der Kirchen in Nairobi (IKZ 66, 1976 S. 176-192.
237-256).

May, John: Ökumene jenseits der Kirchen? Die ,neue Religiosität
' in soziologischer und ökumenischer Hinsicht (US 31,
1976 S. 188-204).

Vikolaou, Theodor: Das Bemühen der orthodoxen Kirche um
Einheit und ihre Vorstellung von Kircheneinheit, dargelegt
am Beispiel des orthodox-altkatholischen Dialogs (IKZ 66,
1976 S. 149-162).

Ocyen, Christian: Gibt es ein spezifisch altkatholisches Verständnis
der kirchlichen Autorität? (IKZ 66, 1976 S. 107-119).

Preus, James S.: Ncglected problems in the eucliarislic dialoguc
(Currents in theology and mission 3, 1976 S. 279—287).

Skowronek, Alfons: Can Lutheruns and Roman catholica agree
on papal primaey? (Currents in iheology and mission 3, 1976
S. 266-274).

Sinit, Fred: Die Gründung des altkatholischen Priesterseminars

in Amersfoort (IKZ 66, 1976 S. 129-148).
Sonderheft zur 5. Vollversammlung des Ökumenischen Rates
der Kirchen vom 23. November bis 10. Dezember 1975 in
Nairobi (OB 25, 1976 Heft 2):
Eßer, Hans Helmut: Erwägungen zur theologischen Gestalt

von „Nairobi" (S. 134—148).
Newbigin, Lesslie: Nairobi 1975. Ein persönlicher Bericht
(S. 149-160).

Thomas, Gerhard: Nairobi J975 - von der DDI1 aus gesehen
(S. 160-169).

Stieglitz, Klaus von: Das ganze Evangelium für alle Menschen
(S. 169-184).

Slenczka, Reinhard: Die Einheit der Kirche — Voraussetzungen
und Forderungen (S. 184—194).

Marguli, Hans Jochen: Die beschränkte Suche nach der
Gemeinschaft (S. 194-202).

Nipkow, Karl Ernst: Sich selbst mit den Augen der anderen
sehen (S. 202-211).

Lochmann, Ullrich: Kampf um Befreiung — Wer gegen
Wen? (S. 212-226).

Dietrich, Gabriele: Menschliche Entwicklung — die Zwiespältigkeit
von Macht und Technologie und die Qualität
des Lehens (S. 227-241).

Schmid, Viola: Frauen in Nairobi (S. 241—244).

Nordholt, Heinz-Hermann: Nairobi geht weiter (S. 244
bis 253).

Scheele, Paul-Werner: „Wahre Weggemeinschaft" (S. 254
270).

Zaphiris, Chrysostomus: Die Teilnahme der Orthodoxen

Kirche in Nairobi (S. 271-280).
Bintz, Helmut: Nairobi aus freikirchlicher Sicht (S. 281

290).

Betz, Ulrich: Christus befreit i nd eint — aber wie? (S.
291-299).

Blatezky, Arturo: Nairobi 1975 und die Dritte Welt

(S. 299-308).

Wolf, Arnold Jocob: Als Rabbi in Nairobi (S. 309-314).
Spuler, Bertold: Die orthodoxen Kirchen (IKZ 66, 1976 S.

65-98. 198-223).
Stnlder, Kurt: Die Einheit der Kirche in den Lokalkirchen (OB

25, 1976 S. 1-16).
Willis, Robert E.: Christian Theology after Auschwitz (Journal

of Ecumenical Studies 12, 1975 S. 493-519).

REFERATE UBER THEOLOGISCHE DISSERTATIONEN IN MASCHINENSCHRIFT

Begrich, Gerhard: Der wirtschaftliche Einfluß Assyriens auf
Südsyrien und Palästina. Diss. Berlin 1975. 338 S.

Da die Frage nach dem wirtschaftlichen Einfluß Assyriens
iu'f Südsyriens und Palästina zugleich eine Frage nach dem
tatsächlichen und vermeintlichen Ineinander von Politik und
Religion ist und da die Beantwortung dieser Frage nicht zu-
'*tzt von den zur Verfügung stehenden Quellen abhängt, bot
s'ch eine dreiteilige Disposition geradezu an.

Der I. Teil bietet zunächst Bemerkungen zur politischen und
ökonomischen Geographie Südsyriens und Palästinas. Denn die
'•"syrische Außen- und Wirtschaftspolitik gegenüber Südsyrien
"nd Palästina wird nicht zidetzt durch die politische und ökonomische
Geographie dieses Gebietes bestimmt. Für den Vorteil
,|(>r /t.ntrn|en L„ge ;„ wirtschaftlicher und politischer Hinsieht
_ ajs ßrüfke zwischen Asien, Afrika und Europa —
,n,'ßten Südsyrien und Palästinn außenpolitische Gefährdung

in Kauf nehmen. Denn es war das ausgesuchte Ziel assyrischer
Politik, politische und wirtschaftliche Zentren des Alten Vorderasien
zu beherrschen, also auch Südsyrien und Palästina.

In einem zweiten Punkt wird die Quellenübersicht geboten.
Nach Art der Informalionsmitleilung können schriftliche, mon-
mtntalc und archäologische Quellen unterschieden werden. Dabei
kommt dem inschriftlichen Material die größte Bedeutung
zu. Die zur Auswertung bereitstehenden schriftlichen Quellen
ine lassen neuassyrische, phönikische, aramäische, moabitische
und hebräische Inschriften und Überlieferungen, wozu sich noch
griechische und lateinische Texte gesellen. Besondere Wichtigkeit
kommt naturgemäß den assyrischen Nachrichten zu, da sie
die einzigen sind, die den gesamten hier zu behandelnden geographischen
und politischen Raum erwähnen.

Schließlich werden in einem dritten Punkt Probleme der
Bestimmung der altoricntalischcn Klassengesellschaft als einer
ökonomischen Gesellschaftsformation im 1. Jahrtausend v. Chr.