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Ausgabe:

1976

Spalte:

558

Kategorie:

Missionswissenschaft

Titel/Untertitel:

S.P.G. papers in the Lambeth Palace Library : calendar and indexes 1976

Rezensent:

Lehmann, Arno

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557

Theologische Literalurzeitung 101. Jahrgang 1976 Nr. 7

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große Linie der Entwicklung des „millennialistiseh"
beeinflußten Missionsver.ständni.sscs wenigstens zu skizzieren
.

Erst die von Winslow geschickt geltend gemachte alte
These, daß die Indianer die Nachfahren der verschollenen
zehn Stämme Israels seien, gab für die epochemachende
({ründung der New Hngland Company L649
den Ausschlag. Obwohl J.Eliot sich nur zu den Indianern
gesandt wußte, ging es ihm und seinen Freunden
um die vom AT verheißene und nun beginnende Aufrichtung
des Königreiches Christi unter Juden und Heiden
. Um 1700 verstärkte die Idee, daß das neue Jerusalem
in Amerika herabkommen würde, den Missionseifer
(Sewall), während Cotton Mather die Sendung als
Vorläufer einer neuen Reformation mit der schließlichen
Ausgießung des Hl. Geistes auf alle Menschen betrieb.
Er sah in dem Königreich Christi ein wachsendes Gebirge
, das allmählich die Erde erfüllen und durch die
Verkündigung des ewigen Evangeliums (Apc 14), d.h.
durch reine Lehre und Tugend, sich ausbreiten würde
(114). Die große evangelikale Erweckung seit 1735 gab
vor allem durch Jonathan Edwards in England und
John Willison in Schottland den missionarischen Aktivitäten
einen bleibenden weltweiten Charakter. Gebetsgemeinschaft
, Verkündigung und organisierte Opfer-
gaben werden nun die spezifischen Mittel, um das Reich
Christi allenthalben auszubreiten. Erweckung und
Kommen des Reiches gehen von nun an Hand in Hand.

Hatten die älteren anglikanisch-kirchlichen Sendungsorgane
, S.P.G. und S.P.C.K., von Anfang an mehr
Gewicht auf Ausbreitung des „knowledge of Christ"
gelegt als auf Stimulierung durch apokalyptisch-mil-
lenniale Erwartungen, so sind die späteren kirchlichen
Missionsgcsellschaften wie BMS, LMS and CMS viel
Offener für solche Hoffnungen: ,,Their existence indi-
Cates not only the British understanding of the World-
wide nature of the kingdom, but also the priority given
to the propagation of liiblically grounded truth as the
Häven of the kingdom" (198). In den unabhängig gewordenen
Vereinigten Staaten breitet im gleichen Zeit-
Jjvim Samuel Hopkins das systematisch weitergebildete
Ideengut von J.Edwards aus, das zur Sammlung nnter-
^Hecüicher Aktivitäten in dem Am. Board ofCommis-
Sloners for Foreign Missions von 1810 wesentlich beitrug.

Die Studie vermittelt einen starken Eindruck von der
^reformierten Bibelfrönimigkeit, die Gott in der Erfüllung
seiner apokalyptischen Verheißungen ganz ernst
nahm und ihm durch Leistungen des Gehorsams dabei
Lienen wollte. Man kann in dieser Untersuchung auch
eme Geschichte des Scheiterns eines solchen Schrift -

Verständnisses entdecken. Aber beachtlicher ist die Tatsache
, daß in diesem Prozeß sich immer mehr die geistlich
gesunden Ziele und Mittel christlicher Weltmission
durchsetzten. Aus Trauintaten einer englisch-kolonialen
Christokratie wurde der glaubensgehorsame Dienst am
weltweiten regnum Christi in Verkündigung und Bruderliebe
. Für diese Aufhellung einer sehr komplexen missionsgeschichtlichen
Entwicklung gebührt dem Vf.
uneingeschränkter Dank,

Leipzig August Kimme

Manross, William Wilson, Prof.: S.P.G. Papers in the Lam-
beth Palace Library. Calendar and Indexes. Oxford: Clarendon
Press, London: Oxford University Press. 1974. XI,
230 S. gr. 8°. Lw. £ 11.50.

Dieses Werk eines Historikers erschließt die Brief-
und Dokumentenschätze aus der Gründungszeit der 1701
ins Leben gerufenen Society for the Propagation of the
Gospel (SPG). Die Papiermassen im Lambeth Palace in
London wurden geordnet und numeriert, so daß man
jedes Schriftstück als Mikrofilm bestellen kann bei World
Microfilms Publications, 62, Queen's Grove, London
NW 8 6 ER. Es handelt sich dabei um Protokolle von
1701 bis 1750, um Finanzberichte und mengenmäßig
hauptsächlich um Korrespondenzen: British Isles,
Europe and Asia, China, India, America and American
Colonies, Maryland, New York, North Carolina, Pennsylvania
, Rhode Island; South Carolina, Vermont, Virginia
, West Indies, Bahamas, Barbadoes, Bermuda,
Jamaica, Leeward Island.

Die 2 Indices S. 157-230 erschließen die reichen
Schätze. Gerade sie zeigen, was „Mission" alles umschließen
kann, vor allem auch die Sozialgesohichte und
das Schulwesen. Die kurzen Inhaltsangaben zu den
einzelnen Nummern können manchmal mehr als 10 Zeilen
, ja 17 Zeilen umfassen.

In den Indices findet man Materia hingaben z.B. auch
zu dem wichtigen Punkt der Church buildings und zu der
landwirtschaftlichen Arbeit; man vermißt aber ein
Stichwort wie Money, Finance oder Support, um die
finanzielle Seite besser kennenzulernen, wozu die Fina-
cial Records S.39-41 allein kaum ausreichen.

Halle/Saale Arno LnhtTUWn

Sarpung, Peter: The Soarch for Meaning: The Religions Impac t
of Technology in Africa (ER 24, 1972 S. 300-309).

Schiffers, Norbert: Möglichkeiten und Grenzen desökumenis-
mus (Catholica 25, 1971 S. 112-125).

ZEITSCHRIFTENSCHAU: TERRITORIALKIRCHENGESCHICHTE

«Her für Pfälzische KircheniieHehichte und religiöse

:i<-»> 1972:

'^itzenbaeh, Friedrich Wilhelm: Zur Geschichte des Deutsch-
Katholizismus in Bayern und in dor Pfalz im Vormärz.

"""long, Ernst: Die Entstehung der Lambrechtcr Wallonen-
s ««moindc. H. 16^48.

^•»mult, Erwin Friedrich: Urkundliche Quellen über das
j^loster Hornbach. S. 49.-53.

"'y, A]fro<] Hans: Loronz Codomannus und sein Sohn Salo-
Iinm°inim kurpfälzischen Küchendienst, S. 54-60.

7;h, Egon: Dekan Fischer und der Münchweilcicr docken-

"«•it. S.0U09.

Foltz, Magdalene: Bibliographie zu den Kirchen-Unionen
zwischen Lutherischen und Reformierten in Deutschland.
S. 70-89.

Böcher, Otto: Bibliographie Eugen Ludwig Rapp. S.90-92.
Volz, Hans: Martin Luthers Schriften und ihre Druckgeschich -
te. S. 112-133.

8teitz, Heinrich: Die reformatorisehe Bewegung im mittel-

rheinischen Baum. S. 134-145.
-: Martin Luther im Kirchenbann. S. 146-155.
-: Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521. S. 150

bis 166.

Scheible, Heinz: Die Gravamina, Luther und der Wormser
Reichstag 1521. S. 167-183.

Ufer, Joachim: „Etlich Artickel gottes lob eine Flugschrift
mit Beschwerden von 1521. 8.184-195.