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Ausgabe:

1976

Spalte:

387-388

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Internationale Ökumenische Bibliographie, Bd. 8

Titel/Untertitel:

1969 1976

Rezensent:

Rogge, Joachim

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Seite 1

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387

Setzung von (!ood News tot Modern Mmi: Th« New
Testament in Todav's Knglish Version) lebensnah unterrichten
kann, ohne am biblischen Teilt Abstriche r.u
maChetl. Zum anderen gibt M in «len je weils auf zwei
Seiten beschränkten Ausführungen Kragen und Kormu-
lierungen, die dazu bestimmt sind, als direkte Krzähl
hilfon benutzt zu werden.

Kür unsere Verhältnisse ungewöhnlich ist dabei die
Veranschaulichurig des im Episteltext Gemeinten durch
Gegenstände verschiedener Art wie Luftballon. Nußknacker
, brennende Kerze, Blumenvuse usw . Mittels
diMer zum UnterriehtSpHtleip erliobenen ..atidiovisual
deinonst ration" (übrigens immer aufgeführt unter der

Bezeichnung' „The World" im Unterschied zu der

Kpislelankündigung ,,'l'he Word") soll (Ins Kind abgeholt
werden aus seiner ..Welt" und zum ..Wort" der
Schrift geführt werden.

Ein Beispiel soll das bisher Ausgeführte verdeutlichen
] Am 7. Sonntag nach Ostern ( !) w ird den Kindern
ins Gedächtnis gerufen, was es mit dein Leiden des
Christen auf sich hat (,.Kemeniber What Goes uith
Sufifering"). Die Epistel steht in I Petr 4,13. Dieser Vers
wird veranschaulicht durch eine Flasche mit Kssig,
einen Teelöffel und ein Gefäß mit Pökelfleisch. Die
katechetische Eingangsfrage lautet dann folgerichtig:
..Hast du jemals Kssig gekostet — ich meine klaren,
sauren, reinen Kssig?" Im Verlauf der Erzählung soll
den Kindern deutlich werden, dal.l unser Leidet) unerträglich
ist, wenn wir es allein durchstehen müssen. Es
wird aber dann erträglich, wenn wir es verstehen ,.ns
pari of life uith Ohrist" (als ein Teil des Lebens mit
Christus). Sowie Essig nur dann genießbar wird, wenn
er sich mit anderen Bestandteilen, in unserem Kalle
Pökelfleisch, verbindet, so ist es entscheidend, daß wir
bei Bitternissen des Lebens mit Christus verbunden
sind.

Diese 00 Erzählungen zeigen, wie man bei den Alis-

Bouri-Lutheranern bestrebt ist, das Sichtbare zum
Gleichnis für das Unsichtbare und deshalb schwer Begreifliche
zu inachen, eine Anregung, die man schon bei
('omeiiius finden kann.

Leipzig Gottfried Kretzsclnnnr

MISSIONSWISSENSCHAFT, ÖKUMENE

Internationale (Vknitieiiisi-lie Kildlotrrauhle. Bd. 8, 1909. München
: Kaiser; Mainz: Matthias-Grunewald-Vertag |l!)74|.
594 S. gr. 8°. DM 98,—.

Das Jahr 1974 hat zwei dickleibige Bände der lOB
gebracht, die die ökumenische Literatur der .lahre 1 9fl8
und 1969 verzeichnen. Man wird dem einleitenden Satz
des Vorwortes zum vorliegenden Band gern zustimmen,
daß das schnelle Weitererscheinen dos großzügig ausgestatteten
, bibliographischen Werkes bei ..den .atmosphärischen
Schwankungen', denen zur Zeit die Oku
meiM als PrOBeß innerhalb verschiedener Kuchen und
der Kirchen untereinander ausgesetzt ist", nicht als
selbstverständlich angesehen werden darf (K. 13). Auf
den unermüdlichen Kinsntz der Mitarbeiter für die auf
Dauer unerläßliche Dokumentat ionsarbeit w ird deshalb
mit Kecht ausdrücklich und dankbar hingewiesen.
Ks werden besonders Charles Graves und Albert Kecl
genannt, die die bisher erschienenen Bände redaktionell
betreut haben. Der erste (Doppel-)Band mit Notierung
der Literatur von |9tt2/t>3 war 1907 erschienen.

38H

l'lier das auf Zukunft orientierte bibliographische
Samtnehinternehmon ist in i'hLZ bisher lückenlos berichtet
worden. Alle schon früher gWUHWbOll t'iiter-

gliederungsprinzipien und Registererhrichtungen sind
erfreulicherweise auch für Band 8 in Geltung geblieben.
Insgesamt sind 4493 Titel für 1969 aufgenommen worden
. Nachträge aus Vorjahren linden sich äußerst
selten.

Bei ..möglichst vollständiger Siehtuntr aller ökumenisch
bedeutsamen Veröffentlichungen" die Zahl der
bibliographischen Titel zu senken, ist das erklärte Bestreben
der Herausgebet. Offenbar steht dahinter die

Krfahrung. daß die einschlägige Literatur zwar gewaltig
wächst. aber nicht in allen Fällen ..w issenschaftlich ökumenisch
relevant ist". Hier immer die richtige Auswahl
zu treffen, wird schwer halten und ein Dauerprohlrni
der TOB bleiben, das niemand für alle Benutzer befriedigend
lösen kann, weil die Krw alt uiigshorizonl e natürlicherweise
verschieden sind.

Immerhin: Wert, und (Jnverzichtbarkeit der IOB
erweisen sich von Band zu Band!

Berlin Jnarhitn Kogge

Murüiill, Hans Jochen, u. Justus Freylag; [Hrsg.]i Keine
Fiiilialiiistmüen. Von der Westmissioti eur IVeltmiwnon.

Stuttgart: Kvang. Missioiisverlng: Krlntigen : Verlan der
Kvang.-Luth. Mission: Wuppertal! Wring der Vereinigten
BttSÜg. Mission |I973|. 143 S. i", Kart. DM 9.S«.

Bin ..Suchen nach wahrhaft neuen, ehrlichen und

mündigen Beziehungen zwischen unseren Kirchen wird

uns vielleicht zu schmerzhaften Knt Scheidungen führen.
Wir halten uns in diesem Zusammenhang die Krage gestellt
, ob es in einigen Köllen nicht angezeigt wäre, im
Interesse einer neuen und frucht latrercn Zusammenarbeit
mit den anderen Kirchen vorübergehend aus
ländisches Personal und Geldmittel zurückzuziehen."
In diesen Sätzen hat sich die Welt missionskonferenz
von Bangkok um die Jahreswende 1972/73 Gedanken
zu eigen gemacht, die schon in den Jahren zuvor an
vielen Stellen der ökumenischen Bewegung ausgesprochen
worden waren. Die kleine Dokumentation, die die
beiden Hamburger Missiotisw issenschaftlcr unter dem
provokatorischen Untertitel „Von der West mission zur
Weltmission" zusammengestellt halten, ist eine Sanim
hing der am meisten kritischen Stimmen. Sie kam gerade
turechl zu der nach Bangkok einsetzenden ,,Moratoriums
"-Diskussion in den westeuropäischen und amerikanischen
Kirchen und hat dazu einiges wichtige
Material geliefert.

Die drei llauptteile sind regional gegliedert. Aus
Asien. Afrika und Lateinamerika werden Kinzclst im-
men, aber auch einschlägige Dokumente abgedruckt.
Sie lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.
Der Huf „missionary go honte" war auf der 4. Vollversammlung
dcsÖUK 1908 in Uppsala noch vor allem
ein Thema der .1 iigendVertreter. Das Büchlein vmi
ItargUll/Freytag zeigt, daß es Professoren und einflußreiche
Ktrchenm&nner der dritten Welt aufgegriffen
und scharf artikuliert haben. In weiten Partien der
Beiträge hat man den Kindruck, als ginge es nur um
bessere Organisat ionsfoi inen. Die eigentliche Intention
ist aber uberall die. die John (iatu aus Kenia so formuliert
: Ich glaube. ..daß wir durch den Abzug von Missionaren
und Geld aus den Kirchen der dritten Welt
einer wirklichen Umgestaltung (des Lebens in den sogenannten
.sendenden' und den sogenannten .empfangenden
' Kirchen) den W eg bereiten, nicht nur einer

Theologisehe Literaturzeitung 101. Jahrgang 1976 Nr. 5