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Ausgabe:

1974

Kategorie:

Missionswissenschaft

Titel/Untertitel:

Neuerscheinungen

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'97 Theologische Literaturzeituiig 99. Jahrgang 1974 Nr. 10 7<)g

selber nur als Ergänzung zu verstehen, ist sinnvoll und letzte Dokument der Sammlung, der Entwurf zu einer Vor-
VerdienttVOÜ, zumal man dabei deutlieh flexibel blieb. Jener läge der interdiüzesanen Sachkommission der katholischen
Grundsatz nämlich binderte den Herausgeber keineswegs, Schweizer Synode (Dokum. 16), der die Praxis einer gegen-
nicht doch eine Reihe von Dokumenten mit aufzunehmen, seiligen begrenzten offenen Kommunion empfiehlt, deutet
die nun doch schon eine weile Verbreitung gefunden haben, dies zumindest schon an. Und offenbar versteht sich auch
Weil sie entweder einen kirchenamtlichen Charakter tragen der ganze vorliegende Hund dalier. Denn den Direktiven
oder infolge ihres sachlichen Gewichtet von vornherein mit Jiischof Elchingers ist sein Titel entnommen: hospitalitc
tn die weitere Arbeit einbezogen wurden. Dazu gehören eucharislique — „Eucharistische Gastfreundschaft". Nun
bestimmt die Leuenberger Konkordie, das Memorandum der wäre der Hegriff sicher angemessener mit „eucharistische
sechs ökumenischen llochsc hulinstitulc über die Reform und Gastbereit schall" übersetzt, worauf in zwei Heiträgen des
Anerkennung kirchlicher Ämter, der Konsens der Gruppe Handes selber (S. 23 und 143) auch hingewiesen wird. Es
von Dombes und nicht zuletzt auch die Instruktion des ist zu bedauern, daß der Herautgeber diesem Votum auch
römischen Sekretariats für die Förderung der Einheit der nicht selber folgte. Gründe dafür werden nicht benannt.
Christen für besondere Fälle einer Zulassung anderer Denn „Gastbcroitschaft" drückt stärker als „Gastfrcund-
' liristen zur eucharislischen Kommunion in der katholischen schuft" die erklärte Bereitschaft aus, „Gastgeber und zuKirche
. Alle diese Dokumente sind längst allgemein im gleich Gast zu sein" (143). Aber mehr als um termino-
Gcspräch und bilden ja teilweise bereits wieder Ausgangs- logische Fragen geht es um die Sache. Und die ist offenbar
PI Akte für weiteres. Trotzdem wird es aber wohl niemand hier adäquat angesprochen. Schon dus sog. „Maltapapier"
bedauern, ihren Wortlaut in diesem Zusammenhang noch empfahl „gelegentliche Akte der I nlerkoinniuniou", und
einmal geboten zu erhallen, vorausgesetzt, es geht nicht auf zwar wohlweislich in Gegenseitigkeit. Diese Linie wird hier
Kosten anderer, nun wirklich weniger bekannter und doch weitergeführt und dürfte wohl auch allein geeignet sein, die
wichtiger Dokumente, z. H. aus dem angelsächsischen vielseitig beschworene gegenwärtige Stagnation auf offi-
Hereieh, woraus leider nicht ein einziger Text geboten wird, zieller Ebene zu überwinden (vgl. auch die Stellungnahme
(>bwohl gerade dort Wesentliches erarbeitet worden isl. des Instituts für Ökumenische Forschung in StraLSburg zur
Jener beschränkende Grundsatz bedeutet insofern vor Frage lutherisch-katholischer Abend,uahlsgemeinschaft, Do-
•Ilttn auch nicht, dall man sich mit zweitrangigen Stücken kuni. 15, Seite 131—145, bes. 140—143).

begnügt bitte. Die schon genannten Heispiele beweisen es Und insofern vermag der Hand nun doch einen reprä-

''creiis. Hesondere licaehtung verdient aber das Dokument sentativeu Querschnitt zu bieten. Neben den llaupt-

14 „Weisungen für die Gläubigen der Diözese Straßburg dokumenten aus den letzten Jahren, flankiert von richlung-

Uber die eucharistische Gastfreundschaft für die konfessions- weisenden Bekundungen aus anderen Zusammenhängen

v°rschicdenen Ehen" des Slraüburger katholischen Bischofs stehen diese vorwärtsdrängenden Stimmen. Rez. kann nur

Leon Arthur Elchinger vom 30. Nov. 1972 (vgl. auch den hoffen und wünschen, daß diese Dokumentation nicht nur

Einleitenden Heilrag von Marc Lienhard „Eucharistische eine Inforinalionslücke schließt, sondern zugleich anregt

'"»sthercitschaft in Frankreich", S. 17—27, bes. 21—27). mitzudenken, um mitzuhandeln.

Bisher war alles Bemühen um „lnterkommunion", oder Schöneiche b. Derlin Hubert Ktrdiner
'eiser: um Zulassung zum Empfang der Eucharistie, seitens

■T römisch-katholischen Kirche streng einbahnig: die , , . .

k«lholische Kirche gewährt zwar Gliedern der reforma- Schmidt, Mar.,,.: Der junge \ esley als lle.den.n.ss.o.u.r und

'»"sehen Kirchen (für die orthodoxen Christen gelten Misaionsllirologe. Ein Heitrag zur Entstehungsgeschichte

SonderregeIungen) in ausgesprochenen Notfällen Zulassung . «•«• Methodismus. 2 völlig neubearh Aufl. C-iitersloh:

?» Eucharislie (darüber informiert die schon erwähnte Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn [1973] .66 S. 8 =

'»■triikti,,,,, Dokument 5a, und die Erklärung der Bischofs- Missionsw.ssenschaftl. Forschungen, hrsg v. d. »euUchcn

ko"fere„z dazu, Dok. 5h). Für die eigenen Glieder wer...... Gesellschaft für M.ssionsw.ssenschoft, 9. Kart. DM 10,80.

j',"'r auch solche Ausnahmen nicht anerkannt. Der Zu- /.um Inhalt sei auf die Besprechung der 1. Auflage verjüng
auf der einen Seite entspricht keine Entlassung auf wiesen: Tb LZ 81, 1956 Sp. 478/9. Die Bedeutung der
'^anderen. Denn wegen des Fehlens des Wcihesakramentes Schrift wird jetzt unterstrichen durch den Untertitel „Ein
1,11 nach katholischer Lehre dem evangelischen, Abend- Beitrag zur Entstehungsgeschichte des Methodismus", wo-
"' 11,1 .,die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des durch sich auch andere als nur Missionswisscnschaftlcr zur
""' ''Tistischen Mysteriums" (Dekret über den Ökumenis- Lektüre nngeregt fühlen mögen. Das „völlig neubearbeitet"
""ls. Unitntis redintegratio 22). bezieht sich auf 19 neu eingefügte bzw. erweiterte An-
. *He vorliegenden Richtlinien Bischof Elchingers nun sind merkungen sehr erwünschter Art; die Zahl 2 der bisherigen
erste offizielle Durchbrechung dieses Grundsatzes. Beilagen wurden um 9 auf nun 11 erhöht; im Text selbst
J ' "" hier wird, wenn auch regional streng auf den Bereich fielen Einfügungen auf den S. 22/3,31, 37 und 38/9 auf. Die
r Diözese Slraßburg begrenzt, wo die ökumenische Frage Neuauflage und die eingebrachten Ergänzungen sind
I " dringender gestellt ist als in allen anderen Diözesen dankenswert.

''""krci,.)ls (aber sehr vergleichbar den Verhältnissen im Im Inhaltsverzeichnis ist unter „Beilogen" die Zahl 49 in

('.'1,.,s,'K<-n mitteleuropäischen Räume), erstmals auch den der 2. Zeile zu streichen, und die Beilage XI. ist samt der

' "''lern der katholischen Kirche, die in einer Mischehe Seitl u/abl 04 hinzuzufügen.

11, ,°"' ''''' Pr*>beit gewährt, in der Kirche ihrer Ehepartner Nur wenige Druck- bzw. Tippfehler fallen auf: S. 38

"/'"•sei, zusammen dos Abendmahl zu feiern. (Spener), S. 64 (candidate) und S. 66 (Georgia).

<li<." '8,1 ('< " ",'r,<usgebcrn sehr zu danken, doß sie den Text Hall« (Saale) Arno Lch""""»

Di**"* "°kumcntcs, wenn auch in einer nicht autorisierten
„jS( rs,,|zung (aber unier gleichzeitiger Vorlage des franzö-
|) "'" "riginals) in ihn' Sammlung aufgenommen haben.

.., Ii" Bedeutung dieser Entlassung kann um ihrer He- Almeid», Condido Mendes de: Etappen und Gegenstand der

{Jj2«ng lind vor allem ÜB ,brer ökumenischen Tragweite Moch.ousübung in den Entwicklungslandern (Conc.lmm 9,

-neb, hoch ^ veranschlagt werden. Denn obwohl ^ ^36). ^ Zuf Fragc def

(?elt(. r 1" M» »'»lf«l«rcn Situation heraus getan, die ].;lIchoristisch« Gastbereitschaft (ZdZ 27, 1973 S. 408-

'i''u . 1'''eologischen Voraussetzungen zumal in der I* rogc 414).

M,)(|( '",, s du,-, haus nicht verleugnend, keineswegs als ein Belewzew. J.: Patriarch Sergius und sein Beitrag zum inter-

. fi'r weii, r,.s gedacht und auch nicht unwidersprochen konfessionellen Gespräch mit Altkatholiked Und Angli-

" h,'n> solhe dieser Schritt doch Schule machen. Das kanern (Stimme der Orthodoxie 1974 H. 1 S. 53-64).