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Ausgabe:

1974

Spalte:

795-798

Kategorie:

Missionswissenschaft

Titel/Untertitel:

Eucharistische Gastfreundschaft 1974

Rezensent:

Kirchner, Hubert

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er dem Buch einen anderen Untertitel gewünscht haben:
statt exegetisch-didaktische Erschließung nur „exegetische
Erschließung". Didaktisch könnte ein Buch über die Bergpredigt
erst dann genannt werden, wenn es seinem Verfasser
gelungen ist, die Bergpredigt oder Teile aus ihr so mit
Erfahrungen, Fragen und Erkenntnissen von Schülern ins
Gespräch zu bringen, daß aus diesem Gespräch heraus Lernprozesse
in Gang kommen, neues Verstehen ermöglicht
wird und Verhalten sich ändert. Diese Aufgabe ist im vorliegenden
Due ll noch nicht einmal gesellen.

Bern Klaus Wegenast

Gewalt, Dielfried: Religionsunterricht für Hörsprachgeschädigte
. Ein Beispiel Für „Theologie und Linguistik"
in der Praxis (LingBibl 1974 Heft 31 S. 43-51);

Gübel, Peter: Pädagogisehe Begleitung eines projektorientierten
Freiwilligen Sozialen Jahres (IM 64, 1974
S. 177-179).

Haendler, Klaus: „Theologisch" — „nichttheologisch". Zu
einer religionspädagogisehen Fundamental Unterscheidung
(ThPr 9, 1974 S. 186-206).

Hartenstein, Markus: Bedeutung und Stellung biblischer
Texte in lern zielorientierten Entwürfen für den Religionsunterricht
an der Primarstufe (EvErz 2N, 1974 S. 167-175).

Hulshof, J.: Aan de wieg van het modernisme: de kate-
chismus van Alfred Loisy (TijdschrTh 14, 1974 S. 3-30).

Kaufmann, Hans-Bernhard: Plädoyer für ein faires Gesprach
(EvErz 26, 1974 S. 147-154).

Knoll, Jörg: Organisation im Widerspruch. Das Dilemma
kirchlicher Strukturen am Beispiel einer Jugendorganisation
(W-ssPrGes 63, 1974 S. 257-267).

Kriegslein. Matthias von, und Bainer Lehmann: Sozial-
wissenschaftliche Theorieelemente im religionspädagogischen
Ansatz Dieter Stoodls (ThPr 9, 1974 S. 170-185).

Locher, G. W., und D. von Allmen: Gutachten der Theologischen
Kommission des Schweizerischen Evangelischen
Kirchenbundes: Zum Problem von Konfirniandenunlerricht
und Konfirmation (ThPr 9, 1974 S. 216-225).

Lubrich, Ilans-F.ekard: Der Einfluß staatlicher Lehrpläne
für .Evangelische Religion' auf die Schulwirklichkeit.
Zugleich ein Beitrag zum Verhältnis von Kirche und
Schule. Studien zum evangelischen Religionsunterricht
der Volksschuh; des 18. und 19. Jahrhunderts in Minden-
Ravensberg (Theol. Promotion, Münster 1973/74).

Meyer zu Uptrup, Klaus: Religionspädagogik im Rahmen
einer theologischen Kybernetik (Theol. Habilitation,
Heidelberg 1974).

Otto, Gerd: Was heißt Beligionspädagogik ? (ThPr 9, 1974
S. 156-170).

Piechota, Wolfgang: Die Kinschälzung der liibel bei Konfirmanden
. Empirische Notizen als didaktische Hilfe für
das Thema: Bibel (EvErz 26, 1974 S. 198-205).

Sandbergcr, Jörg Viktor: Das Alte Testament im Religionsunterricht
(EvErz 26, 1974 S. 155-167).

Sehröer, Henning: Stellenwert und Wirkungszusammenhang
biblischer Texte in neueren Religionsbüehcrn (EvErz 26
1974 S. 183-195).

— Unterrichtsvariationen über den Pliilipperhrief. Kritischer
Bericht über eine Dissertation als Anregung zu entsprechenden
Unterrichlsvorhaben (EvErz 26,1974 S. 206—
209).

Stein, Erika: interlat. Freiwillige Soziale Dienste der
evangelischen und katholischen Jugend (IM 64, 1974
S. 186-188).

Weher, Hartwig: Die Stellung der Bibel im Projektunterricht

(Thesen) (EvErz 26, 1974 S. 175-182).
Zimmermann, Gunter: Bcgriffshildung oder Entdeckung von

Pegeln? Zu den kognitiven Zielen des Religionsunterrichts
(ThPr 9, 1974 S. 206-215).

MISSIONSWISSENSCHAFT, ÖKUMENE

Mumm, Reinhardt, U. Max l.ienhurd [Hrsg.]: Euchnristischc
Gastfreundschaft. Ökumenische Dokumente. Kassel: Stauda
1974. 153 S. 8° = Kirche zwischen Planen und Hoffen,
hrsg. von der Evang. Michaelsbrudcrschaft, 11. Kart.
DM 15,-.

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Interkommunion steht auf der Tagesordnung. Das Verhältnis
zwischen evangelischen und katholischen Christen —
Einzelnen, Gruppen und ganzen Gemeinden — hat offenbar
einen Stand erreicht, wo der Verzicht auf das gemeinsame

Ilerrenmahl von der Sacke her unverantwortlich scheint. So

häufen sich die Fälle, daß einzelne Personen, Konferenzen
und Gemeinden gemeinsam das Sakrament feiern. Entsprechend
häufen sich aber auch die Bedenken hoher und
höchster kirchlicher Autoritäten mit. ihrem formellen
Protest dagegen, und ihre Hinweise auf nach wie vor gültige
Bestimmungen werden immer dringender. Aber die Zeit, wo
auf diese Weise Situationen zu klären und Neuerungen aufzuhalten
waren, ist offenbar vorüber. Die Entwicklung gehl
weiter. Und die Befürchtung scheint begründet, jener
„ökumenische Enthusiasmus" könnte in nicht mehr ferner
Zukunft die schon jetzt nur noch mühsam aufrechterhaltenen
Dämme sprengen und statt zu einer wirklichen
Gemeinschaft eher in eine neue Verwirrung und schlimmstenfalls
sogar in eine neue Spaltung führen. Offenbar hat
keiner der beiden Wege, weder das kircheuainIliehe Pochen
auf seit langem geltende Bestimmungen noch das mehr oder
weniger spontane Handeln ohne Rücksicht auf die herkömmlichen
Einschränkungen Chancen, Entscheidendes zur
Klärung der Situation beizutragen. Beide sind offenbar
Extreme, die höchstens als Ausgangspositionen verstanden
werden können, sofern sie zu weiterem drängen und grundsätzlich
zum Gespräch bereit sind. Denn der aussichtsreichste
Weg scheint gerade hier zu liegen: im neuerlichen
Gespräch, im gemeinsamen Aufarbeilen der allen Probleme,
die sich gerade hier besonders trennend erheben, und in der
gemeinsamen Prüfung der überkommenen theologischen
Positionen im Hinblick sowohl auf ihre bleibende Berechtigung
, auf ihre Tragfähigkeit für weitere Eutscheid Hilgen,
auf ihre möglichen Implikationen hermeneutiseher Neuein-
sätz.e wie nicht zuletzt auf ihre eventuelle Revisionsbc-
dürftigkeit.

Der vorliegende Band mit Dokumenten aus den verschiedenen
Bereichen — zeitlich vorwiegend aus den letzten
drei Jahren — legt ein beredtes Zeugnis ab von dieser Vielschichtigkeit
der Problematik, aber auch des Bemühens um
eine Verständigung über diesen neuralgischen Punkt
z wische nk Ire hlic her Beziehungen. Der Titel der Schriftenreihe
, in welcher er erscheint — „Kirche zwischen Planen
und Hoffen" —, ist hier mehr als ein schönes Motto. Er
markiert den Standort, an dem wir uns befinden: Weiter
hat alles Planen, alles Bemühen an diesem Punkte nicht
geführt als bis zu einer keineswegs unangefochtenen Hoffnung-

Der Band wendet sich bewußt an einen breiteren Interessentenkreis
. Fr will — nach den Wortendes Herausgebers —
in erster Linie „denen dienen, die aus dem Interesse de'
Glaubens wissen möchten, was sich in der ökumenische0
Christenheit derzeit in Hinsicht der zunehmenden Abend"
mahlsgemeinschaft begibt" (11). Das Ziel ist Information»
eine Art Bestand sauf nah ine über die gegenwärtige Sit nation,
über die Position der verschiedenen Kirchen zur Frag"
sowohl wie auch über die C,es[>räi hssiluation zwischen den
Kirchen. Die Auswahl der Texte entspricht dem freilich nicht
ganz. Es wird nämlich nicht so sehr versucht, einen repräsentativen
Chor aus der Vielzahl aller hörbarer Stimm**
unter Berücksichtigung der verschiedenen Lager zusammen'
zustellen. Ks gehl den Herausgebern vielmehr dari"n
(Vollständigkeit ist ohnehin nicht erreichbar), gerade d'c
Stimmen hervorzuheben, die vergleichsweise zu andef*0
leiser zu tönen scheinen, nichtsdestoweniger aber ihren
rerwechselbaren Part beitragen, d. h. ohne Bild, „eimt?"
der Dokumente, die im (Untschen Sprachraum nicht w*"

gemein zugänglich sind, hier zusammenzufassen" (10). 0b*f
den großen Hintergrund, über die Dokumente, die "r
zwischen allgemein rezipiert sind, informiert lediglich «
knapper zusammenfassender Bericht unter Angabc <''r
wichtigsten Daten und Fakten.

Diese besondere Ausrichtung, diese Bescheidenheit, 8lC

Theologische Literaturzeitung 99. Jahrgang 1974 Nr. 10