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Ausgabe:

1974

Spalte:

554-556

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Mundadan, Antony Mathias

Titel/Untertitel:

Sixteenth century traditions of St. Thomas Christians 1974

Rezensent:

Krügel, Siegfried

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5!>3 Theologische Litcraturzcitung 99. .Jahrgang 1974 Nr. 7 554

Durch 8m wird Gott im Kerygma gegenwärtig, wenn dieses verkündigt werden. In der Kirehe muß sich laufend eine

vom Glauben an die Auferstehung getragen ist. Die Ur- Kenosis für die Armen vollziehen. So kann sich Kirche im

botschaft wird also aktualisierend in die Welt hinein- konkreten Dasein der Menschen verwirklichen. Es mull durch

gesprochen, wie es hei den Synoptikern sichtbar wird. die Verkündigung gläubiges Verstehen geweckt werden. Hier

Daraus zieht Müller den Schluß, daß sich hei Änderung der wird der Begriff metanoia eingeführt, weil es nur durch die

Situation auch die Bedeutung des Textes ändern darf. Buße hindurch zur Geschichtlichkeit und zur Gemeinsamkeit

Entscheidend muß aber die Mitte bleiben, die im Neuen des Heils kommen kann. Ziel müßte die Selbständigkeit der

Testament nicht klar ausformuliert ist, weil sie feststand: Teilkirchen mit einer eigenen Theologie sein. Auf diese Weise

das Mysterium Christi, das immer mit dem Mysterium ist dann Akkommodation immer zukunftsorientiert.

Mensch in Beziehung steht. Authentisches Verstehen der Die Missionare werden für diese Leitsätze sicher dankbar

Schrift sei aber nur innerhalb der Kirche möglich, ohne die sein, wichtiger wäre jedoch gewesen, nach der Grundlegung

es kein Neues Testament geben würde. an Hund von Modellen zu zeigen, wie Akkommodation im

4. Auch jetzt wäre noch die Möglichkeit gewesen, diese Einklang mit diesen Einsichten möglich ist und wie die

gewonnenen Grundsätze an einem anderen System mit l'nester entsprechend ausgebildet werden müssen. Die

anderem Daseinsverständnis, z. B. dem Buddhismus, zu katholische Missionsarbeit ist jedoch trotz ihrer Größe

erproben. Der Vf. bleibt jedoch konsequent und nimmt die "schreckend arm an brauchbaren Beispielen. Es gibt z. B.

Grundlage der kerygmatischen Theologie, die Existenz- kn"m Ansiitze ™ einer eigenen Theologie in den jungen

Philosophie, auch als Modell des missionarischen Gegen- Kirchen.

übers (184-239). Das kann einem etwas leid tun, denn Die Theologen werden sich über dieses mit einer strengen
damit mocht er die kerygmatische Theologie, ohne es zu Systematik geschriebene und mit cvnugeliumsgemäßen Einwollen
, zu einem ausgesprochen deutschen Produkt, deren sichten gefüllte Buch freuen. Für die Mission hat es jedoch
Leitgedanken bei einem anderen Existenzverständnis u. U. nur theoretischen Wert; denn gerade die Verwendung der
nicht mehr angewandt werden können. Da das geschichtliche kerygmatischen Theologie und «ler Existenzphdosophie zur
Sein des Menschen seinen Ausdruck in der Sprache findet Grundlegung machten sichtbar, daß die Anpassung ein sehr
und seine Existenz damit sich im Verstehen vollzieht, »ich komplexer Vorgang ist, den man nicht auf den Nenner
in der Existenzfrage die Frage nach Gott verbirgt, ist u.U. fingen kann: Hermeneutik ist gleich Anpassung,
die ganze Arbeit für die Missionare wertlos, die unter Neuendettelw» Georg F. Vicedom
Menschen arbeiten, die nichts von einem geschichtlichen
Sein wissen und in ihrer Existenzfrage nirht nach Gott,
«ondern noch dem ,,Warum" des Leidens fragen. Ihr Heil

'«auch von einem anderen Vorverständnis bestimmt. Wenn Mundadan, A. Mathias, C. M. I.: Sixtecnth Century Tra-
dor Mensch im Grunde immer nur das auslegt, was er Mom of St. Thomas Christians. With a Foreword by
»chon ist, werden Asiaten ein andere» Verständni» de» Q Schurhammer. Bangalorc: Dharmaram College 1970.
'••vangehums hervorbringen. Ihr Verständnis der Existenz xxly m s go = Unnrmnrara College Studie», 5.
"rgibt sieh eben nicht aus der Geschichte, und ihr Gegenwartshorizont
wird darum ein anderer »ein. Müller sichert Der Autor, von der Gregoriana zum Dr. thcol. promoviert,
«ich der Existenzphilosophie gegenüber insofern ah, daß er hat i960 „The Arrivol of the Portuguese in India and tho
»«gt, da» Verstellen de» Neuen Testament» kunn »ich nur Thoma» Christians under Mar Jacob, 149S-1552" ver-
'n der Geschichte der Kirche vollziehen, die in Kultur und »ffentlicht und durin auf Grund sorgfältiger Quellenstudien
Z«it verwoben ist. Sie hat die hi»tori»che Ge.talt Je.u für d"e erste Begegnung der Thomagchristen Indiens mit wc»t-
die Gegenwart zu erklären. So entsteht dann der ChrhUu» »ehern Christentum dargestellt. In seinem neuen Buch baut
d«t Kerygmas. Die Dogmen der Kirche haben dann ihre M. diese Untersuchungen nach zwei Seiten au». Er prüft die
Billigkeit, wenn »ie Offenbarung*«ol.rl.eitcn ausdrücken. erreichbaren Quellen des IG. Jh.» einmal auf ihre Angaben
DU Kirch., muß sieh dabei auf den Geist verla.»en, der »ie "ber da» Grab des Apostels Thomas in Mylapore - heute
in die Wahrheit leitet. Adressat der Verkündigung ist immer eine Vorstadt von Madra» -, zum anderen h.n.ichthch alle,
"er Men»ch, auf den da» Kerygma angewandt werden muß. de»»cn, Ober den Ur.prung, die frühe Ge»chichtc
'« »ich Müller bewußt, daß von daher auch da» Exi.tenz- «"« das Leben der rhomaschristen zu entnehmen .st.
yerständnis des Menschen überwunden werden muß? Die Der er»te Teil („The Tomb of Mylapore and the Tradi-
"t'indige Harmonisierung mit der katholischen Lehre iit tion» connected with It") schildert die Oberlieferungen über
ledoch bewundernswert. da» Grab au» der Zeit bi» 1500 (Kap. 1), die „Entdeckung"
t. „ , , „ .,.„.„ „„„. , , ,, . . ,. des Grabes durch die Portugiesen (Kap. 2), die Traditionen
& In c.nem Schlußte.l (240-299) kommt da» Buch auf die ^ ^ .^.^ ^ ^ R 3] un(1 die

*kommodnt,„n »clbn zu .prechen Es geht der Frage nach öffn ^ „efeh, (le, Koni* von Portugal

. 11 auf Grund des Vatikanums II die Anpassung möglich "

, Und vollzogen werden kann. Bei der Anpassung gehe es '* . , , .. .

nicht tun ,jnc Methode, sondern um die adäquate Ober- D« Lrgebnu.e, «* denen M. gelangt, formuliert er mit der

"et*»ng der Botschaft, ........, die Heilsfrage vom Da.ein.- dem Gegen.tand angemessenen kritischen Zurückhaltung,

>Wndni. der Hörer an.....antworte, werden muß. Diese <">'"" »»ci einem „non hquet bewenden zu lassen Die

A"fX'.l,e füll, den Ort.kirchen, ihren Priestern und Bischöfen Möghchkeit, daß Thomas in Indien - und zwar nicht nur

||;..r u« j- l .i r i m- ■ „„„. v..rl»»«nli..if »n Nord-, sondern aurh in Südindien - missioniert habe,

«uer ist die katholische Mission im grober >erlegcnncil, > ~7Z , _ , . « ,„.. c .. ■ _

''enn ,1,.. v .n. n i. j ~_ t„ik.tKn,,;«V»ii" könne niemand ernstlich in Zweifel ziehen (öl). Seit dem

<las Vatikanuin II regelt deren „Selbständigkeit ..... ™ _ .. . ... V t_ji__i__

NehUinh i n i v kl i .1 . J«.nir«lrn I^ifunff 4. .Jh. ege e nc e nmütige Tradition über das indische

"""cn so, daß die Verbindung mit der zentralen Leitung » » ____ - « j|_

Kirel... i .• i 11 i. m . m..n Mr.ller eine Apo»tolat de» Thomas vor ebd.). Die Argumente derer, die

h 'Mrclu! bestimmend bleibt. Darum muU Müller eine v ..... ,„i„, j„. ti,,,™», )u,»tmiipn

J** von Fragen abhandeln, die von ,1» au. bestimmt »ind, wenigstens da. »üdindische Apostnat de. I

J£« T-ilkircheKun,l Einheit der Kirche, Bi.chof.konferenzen ™ochten, .e.en weniger schlüssig als die der Gegen« it. (82).

l,'Ul ''rimat de, Papstes Pluralismus und Lehreinbeit. Die Betreff, des Apostelgrabe, hält M. es für bemerkenswert,

,!"'lki"'hcn leben in einer „ieh,ehri„li< hen Umgebung mi, daß „no other place inside or outside India ever cla.med so

, K""em D„»einsver.t«ndni». Ihre Ge.chichtlichkeit be- definitely the possessio« of the tomb (ebd.) Georg Schur-

',"""1 ihre Existenz. Die M.ssi.....ler Teilkirchen i,< al, hammer SJ, der da, Geleitwort für M.» Buch geschrieben

""""•'•.tion nur »o möglich, daß in dic.cn Völkern alle, mit hat, verwei.t darin auf ein Argument für die Authentizität

V , Eth°» göttlicher Offenbarung in Einklang gebracht de. Thomasgrube,, du. M. noch ...cht buhe bekannt sein

,rd- Kl muß anter Tötung de. Heiligen Gei.te. Chri.tu. können: Da. Grab in Mylapore »ei aus ZiegeUteinen her-