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Ausgabe:

1972

Spalte:

710-711

Kategorie:

Missionswissenschaft

Titel/Untertitel:

Ökumenische Erneuerung in der Mission 1972

Rezensent:

Althausen, Johannes

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Theologische Literaturzeitung 97. Jahrgang 1972 Nr. 9

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II * Kircnen auf dem Wege in eine neue Zeit klärt: ^Die Rassenf rage ist immer auch eine Klassenfrage.

III rv We9° ZU ei"er Theol°9ie für Afrika Das wird in den afrikanischen Texten so nicht reflektiert"
■ Die Herausforderungen afrikanischer Religionen an die (27). Wichtiger aber als diese Feststellung ist ihm die Auf-

IV piirC'len forderung an die Christenheit im ganzen, .Solidarität mit
V jfanung und Gestaltung in den Kirchen Afrikas denen zu üben, die diesen Erscheinungsformen des Rassis-

• Afrikas Kirchen im raschen gesellschaftlichen Wandel mus täglich ausgeliefert sind. Dazu möchte die vorliegende
Vu' Afnkas Kirchen im politischen Leben Dokumentation anleiten" (ebd.).

Vm j!nkas K|rchcn begegnen der Apartheid Anmerkungen, zum Teil mit Literaturangaben, und ein

• Afrikas Kirchen und die gesellschaftlichen Perspekti- Sachregister erleichtern das Verstehen und erhöhen die Aus-
ven ihres Kontinents wertbarkeit des vorgelegten Materials. Das Buch wird ohne

zu 10 emze'nen Dokumente einer kritischen Würdigung Zweifel eine breite Leserschaft und unter dem Gesichtspunkt

j.^Unterziehen, 'St 'm Ranmen dieser Besprechung unmög- eines DDR-spezifischen Beitrags zu aktuellen ökumenischen

, wohl aber möchten wir nachdrücklich auf die „Einfüh- Problemen auch in der gesamten Ökumene — hoffentlich

n9 des Herausgebers hinweisen. Daß darin die Darstel- einschließlich der BRD — die ihm gebührende Beachtung

n3 der Kirchengeschichtc Afrikas nur gleichsam in ge- finden.

cnelter Linie erfolgen konnte, ist verständlich. Auch das Leipzig Siegfried Krügel
enige hat an dieser Stelle seinen Wert, da man beim
rchschnittsleser sicherlich nur auf sehr sporadische historische
Vorkenntnisse rechnen kann. Stirnimann, H. [Hrsg.]: Ökumenische Erneuerung in der
An einer Stelle ist eine Berichtigung nötig. S. 13 schreibt Mission. Studien von I. Auf der Maur, P. Beyerhaus, H.
■: .Wie Ziegenbalg in Südindien als Pastor der dort le- Rickenbach, E. Wildbolz. Freiburg Schweiz: Paulusverenden
Europäer zum ersten Verkünder des Evangeliums lag (1970). 102 S. 8" =» ökumenische Beihefte zur Frei-
aucn unter der einheimischen Bevölkerung wird ..." Zie- burger Zeitschrift für Philosophie und Theologie, hrsg.
Senbalg uncj piütschau sind gerade nicht zur Betreuung vom Institut für ökumenische Studien Freiburg Schweiz,
uncT Europäer?emcinde< sondern mit dem ausdrücklichen 4. sfr. 9.80.

na h auss.cn'ief3'ichen Auftrag, als Missionare tätig zu sein, Die fünf Beiträge haben ihren gemeinsamen Nenner in

;n CI! Ir>dien gegangen. Seit Arno Lehmanns Buch „Es begann der Würdigung bzw. Auseinandersetzung mit dem Bericht

ranquebar" sollten falsche oder unklare Vorstellungen der Sektion II von Uppsala .Erneuerung in der Mission".

tes^r ^as Wirken der beiden Genannten als der ersten pro- Auch der letzte Aufsatz gehört dahinein, obwohl er streng

antischen Indienmissionarc ausgeschlossen sein. genommen nur die Aussagen des Zweiten Vatikanischen

St i,"3 n 9ewichtiger als der geschichtliche Abriß ist A.s Konzils über Mission und Ökumene behandelt. Das Insti-

j ungnahme zum Problem einer „afrikanischen Theolo- tut für ökumenische Studien Freiburg'Schweiz hat einige

• Er lehnt diesen Begriff ab (32) und will ihn ersetzt für den Druck zurechtgemachte Referate bzw. schon anders-

sen durch „Theologie für Afrika" (21). „Der Ausdruck wo erschienene Manuskripte zusammengestellt, die in sei-

a verwendet, um damit im Sinne Kibiras anzudeuten, ner Arbeit entstanden sind, und damit einen Beitrag zum

" es nur eine Theologie geben kann, die je ihre regionale katholisch-protestantischen Gespräch über die Mission ge-

tis.zentu'erung bekommen muß" (Anm. 21, S. 31f). Konkre- liefert. Naturgemäß ist es schwierig, den Äußerungen län-

lu i W'rd ^s U. a. durch Definitionen der Vollversamm- gere Zeit nach ihrer Abfassung gerecht zu werden, wenn

fn3 der AACC in Abidjan (Anm. 23, S. 32), die z. B. die die Diskussion so lebhaft fortschreitet, wie es mit der De-

f anische »See'e" und afrikanische „Denk- und Kultur- batte um das Thema Mission seit Uppsala, vor allem seit

nien im Auge haben, „afrikanische theologische Aus- dem Erscheinen der „Frankfurter Erklärung" geschieht. So

cksformen" anstreben und als Voraussetzung zu ihrer wird man es nicht kritisieren können, daß die Aufsätze von

arbeitung fordern, daß afrikanische Theologen „zuerst Peter Beyerhaus keine grundsätzlich neuen Gedanken ge-

d vorwiegend in ihrer Muttersprache" denken und reden. genüber dem Buch desselben Verfassers „Humanisierung —

9espitzt geht es um die Frage, ob „die Suche nach einer einzige Hoffnung der Welt" enthalten. Die Zusammenstel-

äu n SSI° africana'" (22) legitim ist. A. drückt sein Urteil lung aus den Konzilstexten von Ivo Auf der Maur ist hilf-

. s' Indem er wiederum den tansanischen Bischof Kibira reich wegen ihrer historischen und gut belegten Tiefen-

fIert: „Kibira hält die Forderung nach einer .Confessio schärfe und als Kontrapunkt zu Uppsala II. E. Wildbolz'

'cana' für unnötig. Gleichzeitig aber stellt er fest, daß es Beitrag „Christus, der Mensch für andere — Kirche für an-

inri ^e'ne ausreichende Freiheit theologischen Denkens dere" ist eine gute eigenständige Gegenthese zu Beyerhaus,

en afrikanischen Kirchen gibt" (22). Bedeutsam ist auch die auch expressis verbis ihre Nähe zu Hoekendijk bekennt.

s Hinweis auf ein Merkmal afrikanischen Denkens, das Hat Wildbolz nicht recht, wenn er sagt: „Heute wird uns

Unri" uberaus charakteristischen Unterschied zu Westeuropa sehr deutlich gezeigt, daß die Aussagen über Christus sich

auf . 1S,ordamerika ausdrückt: „Freiheit und Einheit sind nur dann als glaubwürdig erweisen, wenn derjenige, wel-

^ einander bezogen" (23). Man kann A. nur zustimmen, eher diese Aussage wagt, den Weg Jesu bis zum Ende gehen

kann: .Wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es

-nn er diesen Teil seiner Einführung mit derMtfdlnfl ^ hier ^ _ so Me ich

235ÜÄÄ^L£Ä^4* r^iiann eine weitere sicht der Kirche9ewa9t wcr"

-en müfi» m';Umen,SChen ChriStCnhdt ^ ^ Ibachs Interpretation von Uppsala II ist die beste,

' muß (23). .. di , _ bisher peieScn habe. Sie zeugt von großem Einfuh-

A- gibt zu Recht dcr überzeugung Ausdruck, daß die Bc- j mögens und hat m. E. besser die Diskussionslage

scnaft,gung mit den vorgeiegten Dokumenten auch uns una y » ^ rhgus geschieht. Dabei werden die

"nseren eigenen Kirchen Gewinn bringt. „Christliche St.m- en o Anfragen nicht unterdrückt. Für den katho-

-en aus Afrika . .. Jetzt kommt es darauf an, daß sie auf- „protestantischen Dialog über Mission nach Uppsala

setangen, gehört und weitergegeben werden. Was h°nn^n , nadl dem yaticanum Secundum sollte diese Interpre-

~» uns mehr wünschen, als daß dies auch bei uns geschient. ^ zugrunde gelegt werden. Man wird dann vielleicht

cUrn eigenen besseren Verständnis unserer Aufgaben in Kir- weitcr komrnen als bisher. Denn auf weiten Strecken hat

Q und Gesellschaft. .." (30). den Ein<iruck, daß wir durch die Auseinandersetzung

«mgekehrt bedarf Afrika des Dienstes der "Kumen^ die Frankfurter Erklärung im Grunde auf der Stelle

unseres Dienstes, auch in der Form helfender KntiK. a. Fortschritte bei dem Bemühen machen,
^bst übt sie an einem entscheidenden Punkt, wenn er er-