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Ausgabe:

1972

Spalte:

545-547

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Cone, James H.

Titel/Untertitel:

Schwarze Theologie 1972

Rezensent:

Althausen, Johannes

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545

Theologische Literaturzeitung 97. Jahrgang 1972 Nr. 7 546

^'fw'1»' ^r'ch: Von Geist und Ungeist geistlicher Musik Nationalkomitees schwarzer Kirchenführer „Schwarze Theo-

EvdokL41' i97 S- 135"138)- logie" vom Juni 1969.

vaoKimov, Paul: L'Esprit saint et l'Eglise d'apres la tradi- „, . „ . . . . . ,

«on hturgique. in: L'Esprit saint et l'Eglise, cd. par Black Power »bedeutet, dafj der Sklave jetzt weiß, daß

»■ Dockx. Paris 1969 S. 85-111). er ein Mensch ist, und dafj er deshalb dazu entschlossen

1S(Trl' Baltr,asar: »Gebete zum Herrn des Himmels" ist, den Sklavenhalter dazu zu bringen, das anzuerkennen.

Jun 801 1971 S' 360_ 368)- Icn behaupte, dafj solch ein Geist nicht nur vereinbar ist

(2^?,""' J- A-: -Abendmahl' als Name der Eucharistie mit dem Christentum, - im Amerika in der zweiten Hälfte

Krolzio r■'■ 1971 S' 91-94)- des 20. Jahrhunderts ist er das Christentum" (S. 73 f).

s' 129-134) StrawinskyS Confessio (MuK 41< 1971 Dieser in vielen Varianten durchgeführte Grundgedanke des

Met*ger, Wolfgang: Ortung der Orgel (MuK 41, 1971 Buches, das mehr eine Kampfschrift oder ein prophetisches

* 121-129). Buch genannt werden muß als eine systematische Abhand-

Mumm, Reinhard: Anmerkungen zur liturgischen Entwick- lun9- wird richtig nur zu verstehen sein aufgrund einer

N lung in der Ökumene (DtPfrBl 71, 1971 S. 285-286). weitgehenden Analyse amerikanischer Geistesgeschichte und

a9el, William: Kann eine Thematisierung der Gottesdienste Theologie. Cone rechnet mit einem tiefsitzenden Mißver-

2^m prinzip neuer Gottesdienstgestaltung werden? (ZdZ ständnis christlichen Glaubens ab, wenn er in der Tod-

Nufib 400-406)- Gottes-Theologie, der jüngsten amerikanischen Theologie-

<w"£J' °': Zelebration versus populum und der Opfer- geschichte, den Höhepunkt weifjer rassistischer und damit

peerWv ^ °r MeSS^ l?KTh, 93' 1971 £ häretischer Theologie sieht, die durch Jahrzehnte amerika-

Ä 41 mi s S 297) " Klrchenhed „isches Christentum und wohl nicht nur dieses bestimmt.

RiS9^1ogero: La liturgia della pace nella „Prima Cle- „Wenn^ die Behauptung. Gott sei tot aus dem Einssein

Hentis" (Salesianum 33, 1971 S. 205-261). eines Menschen mit dem Leiden herauswächst, dann ist

ombold, Günter: Kann' uns die Liturgie
RüthUnS«»Und Kirche 24- 1971 s- 83-86). sie aus der Identität eines Menschen mit einer fortschrei-

Günter: Kann uns die Liturgie frei machen? sie verständlich, vielleicht sogar notwendig. Aber wenn

Sa, i. Clu,,a ^u"St una lurcne <m, iy/1 s. b;i. ;-----° =----- _, ,—,—, , " " , : y------

^nmacher, Gerhard: Musik des Mittelalters und der fest: „Schwarze Theologie fordert weiße Theologie heraus

Renaissance (MuK 41, 1971 S. 109-110). zu überlegen, in welchem Mafje Weiß-Sein auf Gottes Sein

{'"gen, Oskar: Die moderne Musikentwicklung und die übertragen worden ist, so dafj mit der wachsenden Dekali
^: A1bert E.: Oremus pro Episcopo. Das Gebet für den tenden technologischen Gesellschaft herrührt, die über die

RuhnV„°Lm der Litur9>e (IKZ 61, 1971 S. 257-271). Wirklichkeit Gottes und die Menschlichkeit des Menschen

«*e. Martin: Michael Praetorius (MuK 41, 1971 S. 229bis hinweggeht, dann erscheint diesc Behauptung als die

^utz, Fran2: Katholische Projekte gottesdienstlicher Spitzenleistung menschlicher Überhebung» (S. 109 0- Auch

Erneuerung (Kunst und Kirche 24, 1971 S. 87). Herzog greift diesen Gedanken auf und stellt summierend
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Kirchenmusik (MuK 41, 1971 S. 281-290). denz des Weifjen auch Gott dahinschwindet" (S. 171).

°;en, Norbert: Liturgie als Provokation (Kunst und __, .. „ , ,

.Kirche 24 1971 s 78-82) Programm, das mit der Herausforderung gegeben
T!^ff. Peter von:' Die rechtliche Geltung der Agende ist< wird von Cone konsequent durchgeführt und muß
(ZevKR 16, 1971 s. 170-184). ärgern, zumal es die theologische Grundlegung für das
r'acca, Achille M.: Riflessioni teologiche su alcuni prefazi Black Manifeste und alle damit verbundenen Maßnahmen
g "Sacramentarium Bergomense" (Salesianum 33, 1971 liefert. An der konkreten Parteinahme für die Unterdrückung
5^-498). ten, für die Neger, entscheidet sich christlicher Glaube in
1971 iIermann: Kirchliche Chorarbeit morgen (MuK 41, Amerika. Seit dem 4. Mai 1969 (Verkündung des Black
tyidm=>r, ' ^38-144). „ Manifesto) ist das ein bestimmendes Element der Kirche
nuna ?MJZaC^m^USJ^e7^e " Iebendl9e HOff" in diesem Lande. Man redet bereits von einem Kirchen-
2i^ernanUnK Werner über homogene, heterogene kämpf (vgl. S. 5 oder S. 185).
22M P^ysM'Stische Polyphonie (MuK 41, 1971 S. 218 bis Ärgerlich dürfte das Buch aber auch für jeden ehrlichen
'■ theologischen Leser in Mitteleuropa sein. Und das eigentlich
nicht nur, weil manche Analyse oder manche Anklage
gegenüber den Kirchen auch hier trifft. Auch die theologi-
MKQI/-n sehen Äußerungen fordern heraus. Was schwarze Theologie
"ORIONS WISSEN SCHAFT, ÖKUMENE ist, hängt übrigens keineswegs nur an der Meinung eines
_ einzelnen, etwa James Cones, sondern ist bereits in
°ne< James H.: Schwarze Theologie. Eine christliche Inter- offiziellen Kommuniques dargestellt. So läfjt sich der Inhalt
Pretation der Black-Power-Bewegung. Mit einem Nach- schwarzer Theologie am besten mit einem Zitat aus der
Wort v. F. Herzog und ausgewählten Dokumenten, übers. Erklärung des Nationalkomitees schwarzer Kirchenführer
v- U. G. Fick. München: Kaiser; Mainz: Matthias-Grüne- vom Juni 1969 darstellen: „Schwarze Theologie ist eine Theo-
^vald-Verlag (1971). 209 S. 8° = Gesellschaft und Theo- logie der schwarzen Befreiung. Sie versucht den Zustand der
lo9'e. Abt. Systematische Theologie, hrsg. v. H. Baier, Schwarzen in das Licht von Gottes Offenbarung in Jesus
^- v. Beyme, E. Feil, I. Fetscher, J. B. Metz, J. Moltmann, Christus zu rücken, so dafj die schwarze Gemeinschaft er-
Oelmüller, K. Scholder, A. Schwan, R. Weth, 4. kennen kann, daß das Evangelium im Einklang steht mit
M 15,__ dem Streben nach schwarzer Menschenwürde. Schwarze
Nur wer sich über das Buch ärgert, fängt an, es zu ver- Theologie ist eine Theologie der .Schwarzheit'. Sie ist
r*en- Die christliche Interpretation der Black-Power-Be- schwarze Humanität, die die Schwarzen vom weißen Rassis-
*e9ung ist zunachst für Amerika8 Christen geschrieben. ™? bereit in dem sie wahre Freiheit für Schwarze und
von diesen, Frederick Herzog, übermittelt sie auch ^eiße schafft Sic tritt für das Menschsein der Weißen
J* eur0päischen Theologie. Dazu hat er ein Nachwort a"' da*SH: "em ZUr Anma^n9 d*r weißen
forf d6m ™el: ,Gott:7chwarz oder weiß? Die Heraus- Unterdrückung (S. 202).

_ Oerung des christlichen Glaubens durch die schwarze Man möchte gern einige kritische Fragen stellen, z.B.:

abfol°gie.' angefügt. Außerdem werden einige Dokumente Inwiefern bedeutet Versöhnung (vgl. S. 155 ff) auch Recht-

a|^9edruckt. das Black Manifesto war schon anderwärts im fertigung des Sünders? Was meint der neutestamentliche

Und'5**2" sPrachgebiet zugänglich, weniger die gute Begriff von Liebe? Ist er erfaßt, wenn man nur das in ihm

cha hilfreiche Interpretation des Begriffs Wiedergutma- enthaltene Nein zum Bösen beschreibt? Welche neuen Werte

^9 von Harvey Cox und gar nicht die Erklärung des schafft die schwarze Theologie? (S. 138 ff). Wie kann die