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1966

Kategorie:

Missionswissenschaft

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Neuerscheinungen

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873

Theologische Literaturzeitung 91. Jahrgang 1966 Nr. 11

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Gennrich, Paul Wilhelm: Das Schicksal der Siebenbürger Sachsen
im Spiegel von Hermannstädter Predigten (Die evangelische Diaspora
36, 1966 S. 242—250).

Gilbert, Arthur: Religionsfreiheit in der jüdischen Tradition und
Erfahrung (Concilium 2, 1966 S. 576—584).

Halaski, Karl: Reformierte Diaspora (Die evangelische Diaspora
36, 1966 S. 211—219).'

Harn er, Jeröme: Der Ökumenismus im ökumenischen Rat der Kirchen
(KuD 12, 1966 S. 212—222).

Hromadka, J. L.: Roman Catholics (Communio Viatorum 8, 1965
S. 105—112).

Jahn, Christoph: Pfarrei am Tigerbach. Evangelische Gemeinden in
Brasilien. Berlin: Evang. Verlagsanstalt [1966]. 124 S., 20 Taf. 8*.
Kart. MDN 3.20.

N i s s i o t i s , Nikos A.: Formen und Probleme des ökumenischen Dialogs
(KuD 12, 1966 S. 187—204).

Novak, A. J.: Die Orthodoxie vor dem Dialog (Communio Viatorum
8, 1965 S. 155—160).

Puffert, Ruth: Diakonische Dimension der Ökumene — ökumenische
Dimension der Diakonie (KidZ 21, 1966 S. 505—509).

Obermüller, Rudolf: Interpretation von Kirche und Mission in
Lateinamerika (Die evangelische Diaspora 36, 1966 S. 220—235).

Pfisterer, Rudolf: Das Gegenüber von Juden und Christen ein
„ökumenisches" Verhältnis? (ÖR 15, 1966 S. 337—351).

Schlink, Edmund: Bericht über das II. Vatikanische Konzil vor der
Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (KuD 12, 1966 S.
235—254).

— Die Methode des dogmatischen ökumenischen Dialogs (KuD 12, 1966
S. 205—211).

Trillhaas, Wolfgang: Die ökumenische Verantwortung der Reformation
(Die evangelische Diaspora 36, 1966 S. 200—210).

Villain, Maurice: L'oecumenisme ä l'aube d'une nouvelle periode
(Nouvelle Revue Theologique 98, 1966 S. 561—580).

Vi scher, Lukas: Religiöse Freiheit und der ökumenische Rat der
Kirchen (Concilium 2, 1966 S. 593—598).

— Das römisch-katholische Verständnis des Ökumenismus und der
Ökumenische Rat der Kirchen (KuD 12, 1966 S. 223—234).

Visser't Hooft, Willem A.: Pluralismus Versuchung oder Chance
(ZdZ 20, 1966 S. 289—301).

Vroemen, Jacques: Einige Aspekte der Religionsfreiheit in Schwarz-
Afrika (Concilium 2, 1966 S. 603—606).

Wendland, Heinz-Dietrich: Möglichkeiten und Grenzen der ökumenischen
Zusammenarbeit der Kirchen (ÖR 15, 1966 S. 309—320).

Referate über theologische Dissertation

Althausen, Johannes: Kirchliche Gesellschaften in Berlin 1810 bis
1830. Ein Beitrag zur Geschichte der Erweckungsbewegung und des
Laienapostolats in den evangelischen Kirchen des 19. Jahrhunderts.
Diss. Halle 1965. 361 S.

Von 1814 — 1824 entstanden in Berlin die vier großen „kirchlichen
Gesellschaften", die im 19. Jahrhundert ein besonderes Betätigungsfeld
für die Laien der evangelischen Kirchen im Bereich der „Altpreußischen
Union", jedenfalls in ihrem östlichen Teil, wurden: Bibelgesellschaft
(1814), Schriftenmission (1816), Judenmission (1822) und Heidenmission
(1824'. Man kann sie „kirchlich" nennen, weil sie ihre Aufgabe
und ihre Struktur innerkirchlich definierten. Das ist deshalb zu betonen,
weil ihre Intention auf die Ausbreitung der christlichen Verkündigung
gerichtet ist. Ihre Entstehungsgeschichte ist aufs engste verbunden mit
der Arbeit der Gesellschaften in England. Sie ist vor allem aber auch eingebettet
in das Werden und Wachsen der lokalen Erweckungsbewegung.
Das ist für die theologische Fragestellung nach der Motivation in den
Gesellschaften ebenso wichtig wie für die Geschichtsschreibung. In beiden
Hinsichten soll die Untersuchung „Kirchliche Gesellschaften in Berlin
1810 — 1830" einen Beitrag liefern.

Im ersten Teil wird eine Monographie der Berliner Erweckungsbewegung
vorgelegt. Sie baut im wesentlichen auf das z. T. weit verstreute biographische
Material über den Kreis der jungen Adligen auf, die als Träger
der Erweckung in Berlin angesehen werden müssen. Johann Jänicke,
Hans Ernst Freiherr von Kottwitz und Samuel Eisner werden als wichtigste
Mittelpunkte der Bewegung herausgestellt. Sie können auch als Gestalter
und geistige Vorbilder angesehen werden. Abschließend bietet
der erste Teil einen Überblick über die wichtigsten theologischen Anstöße
und Meinungen des Kreises der Erweckten in Berlin. Tholucks Buch
„Die Lehre von der Sünde" ist repräsentativ. Das Konzept dieser Er-
weckungstheologie wird bestimmt von dem Erlebnis des Menschen, dem
Erlebnis der Geschichte und dem Erlebnis der Gemeinschaft. Hier führen
die Linien unmittelbar in die Gesellschaftsbildung hinein.

Der zweite — größere — Teil beginnt mit einer Darstellung der Geschichte
des englischen Gesellschaftswesens seit dem Bestehen der reli-
gious societies ab 1678. Struktur und Intention dieser Vereine sind
weitestgehend auf die Berliner Gründungen übertragen worden. Das weisen
die nun folgenden Kapitel über die einzelnen Gesellschaften auf.

Neben der rein historischen Fragestellung, wie es zu der Entstehung
der Gesellschaften kam und wie sie sich in den ersten Jahren bis
1830 entwickelten, behandeln die Kapitel jeweils besonders die strukturellen
Fragen, sowie die Motivation hinsichtlich ihrer Bedeutung für
Kirche und Mission.

Über die Preußische Hauptbibelgesellschaft (PHBG) gibt es ausführ-
lidie historische Darstellungen. Ihr Kapitel ist deshalb in dieser Untersuchung
kurz. Die Traktatgesellschaft, der sog. „Hauptverein für christliche
Erbauungsschriften in den preußischen Staaten" (HV), hat so etwas nicht
aufzuweisen. Darum mußte dieser Verein ausführlicher behandelt werden.
Allerdings ist das Archivmaterial dafür verloren gegangen. Hauptquelle
ist eine Zeitschrift, die selbst ein entscheidendes Mittel der Verbreitung
von Erbauungsliteratur war, nämlich das Berliner Gegenstück zum Baseler
Missions-Magazin, „die Neuesten Nachrichten aus dem Reiche Got-
tel" (erschienen 1817 — 1856). Die „Gesellschaft zur Beförderung des
Christentums unter den Juden, zu Berlin" (JM) hat bisher auch noch

i und Habilitationen in Maschinenschrift

keinen Historiographen gefunden. Dementsprechend ist das Kapitel wieder
ausführlicher. Das umso mehr, als neben den gleichen Quellen wie
für den HV einige wichtige Briefe aus dem Tholuck-Archiv in Naumburg
verwendet werden konnten.

Das weitaus umfangreichste Kapitel im zweiten Teil beschäftigt sich
mit der „Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen Missionen unter
den Heiden" (BM). Es ist als das Kernstück der Untersuchung anzusehen.
Das umfangreiche Archiv dieser Gesellschaft ist vollständig erhalten.
Darum können wesentliche Ergänzungen und einige Korrekturen zu der
„Geschichte der Berliner Missionsgesellschaft 1824 — 1924" von Julius
Richter gebracht werden. Obwohl die Heidenmission liebstes Kind der
Erweckungsbewegung war, entstand die Gesellschaft, die sich damit beschäftigte
, in Berlin als letzte in der Reihe der großen Gründungen. Das
hatte seinen Grund in dem Bestehen des Missionsseminars von Jänicke
seit 1800. Die Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit diesem Institut
, d. h. besonders mit dem Nachfolger und Schwiegersohn Jänicke».
Rückert, beeinflußten deshalb die ersten Jahre der BM wesentlich.

Den Aufbau des eigenen Seminars versteht man dabei u. a. auch
als Evangelisation am eigenen Ort. Das wird an der Mitarbeit Otto v.
Gerlachs bei Gründung und Aufbau des Seminars der BM gezeigt. Der
Wunsch, praktisch, rationell und wirksam tätig zu sein, verbindet sich in
der BM mit dem der Erweckungsbewegung innewohnenden ökumenischen
Bewußtsein und veranlaßt die BM zu Vereinigungsverhandlungen mit
der Mission der Franokeschen Stiftungen in Halle und der Rheinischen
Missionsgesellschaft in Barmen.

Aufklärung und Erweckung prägen in gleichem Maße das Leben
der „kirchlichen Gesellschaften" in Berlin. Philanthropische Motive und
Menschheitsbeglückungs-Ideale begegnen dem Historiker in der ersten
Zeit der Gesellschaften in Berlin jedoch häufiger als später. Die Untersuchung
weist hier sogar eine ungefähre Entwicklungslinie auf. Sie führt
zu der Feststellung, daß in der BM als dem letzten Glied der Kette das
erweckliche Liebes- und Gehorsamsmotiv das Feld im wesentlichen beherrscht
.

Neben den historischen Ergebnissen der Untersuchung wird in der
Zusammenfassung die kirchliche Bedeutung der Gesellschaften in ihrer
Zeit und damit das Erbe dieser Vereine heute herausgearbeitet. Die
Kirche braucht missionarische bruderschaftliche Gruppen zur Wahrnehmung
ihres Auftrages in der Welt. Diese Gruppen werden umso
wichtiger sein, je besser sie ihre kirchenkritische und kirchenbauende
Funktion ausüben, durch die sie exemplarisch und stellvertretend für die
Kirche wirken.

Buchrucke r, Armin-Ernst: Kirchen- und Abendmahlsgemeinschaft
bei Luther. Habilitationsschrift. Halle 1964. 445 S.

Noch nie ist in der Geschichte der Kirche das Gespaltensein der
Christenheit in Konfessionen, .Kirchen' und Gemeinschaften, was in den
sich gegenseitig ausschließenden confessiones am konkretesten ins Blickfeld
rückt, so sehr als Last, Anfechtung und Schuld empfunden worden,
wie im gegenwärtigen Zeitabschnitt. Die Frage nach der Wiedervereini-
gungderKirchen.dieim Grunde die Frage nach der Kirchengemeinschaft ist.
läuft letztlich in der Frage nach der Abendmahlsgemeinschaft und ihrer
Bedeutung für die Wiedervereinigung aus. Damit ist das Problem gegeben
, da» die Christenheit bis zur Stunde nicht überzeugend und einheit-