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1966

Kategorie:

Interkulturelle Theologie, Missionswissenschaft

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Neuerscheinungen

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795

Theologische Literaturzeitung 91. Jahrgang 1966 Nr. 10

796

H e i d 1 a n d , Hans-Wolfgang: Fragen an die Volkskirche (DtPfrBl 6b,
S. 377—380).

H e n k y s, Jürgen: Anfänge der Bibelarbeit (Theologia Practica 1, 1966
S. 161-169).

Hornig, Ernst: Auf dem Wege zur missionarischen Gemeinde (PB1

106, 1966 S. 386—395).
Hübner, Eberhard: Der Ort der evangelischen Theologie an der

Pädagogischen Hochschule (EvTh 26, 1966 S. 393—409).
Krimm, Herbert: Ratschläge am Wendepunkt der Diakonic (DtPfrBl

66, 1966 S. 418—420).
M e z g e r , Manfred: Praktische Theologie — Zugang zu ihrem Studium

(Theologia Practica 1, 1966 S. 111—119).
Ogden, Schubert M.: Die christliche Gottesverkündigung an die

Menschen des sogenannten „atheistischen Zeitalters" (Concilium 2,

1966 S. 444—448).
Pape, Carlos: La predicacion de los evangelicos (Teologia y Vida VI,

1966 S. 301—310).
Philips, Gerard: Die Kirche in der Welt von heute (Concilium 1,

196 5 S. 458—467).
Stock, Hans: Schule und Christentum — Fragen zum Niedersächsischen
Schulgesetz (Theologia Practica 1, 1966 S. 132—151).

Thilo, Hans Joachim: Vom Kinderglauben zum Erwachsenenglaubcn
(Wege zum Menschen 18, 1966 S. 193—204).

Thimme, Hans: Der Dienst der Kirche an besonderen Gruppen
(DtPfrBl 66, 1966 S. 1—8).

Thurian, Max, Frere von Taize: Der ungeteilte Christ. Aktion und
Kontemplation. Freiburg-Basel-Wien: Herder (Lizenzausgabe d. Gütersloher
Verlagshauses G. Mohn, Gütersloh) [1966]. 121 S. kl. 8° =
Herder-Bücherei, 246.

Valen-Sendstad, Olav: The Word that can Never die. Transl.
by N. A. Madson and A. H. Strand. St. Louis, Miss.: Con-
cordia Publishing House [1966]. IX, 164 S. gr. 8°. Lw. $ 3.95.

Vicedom, Georg: Was ist missionarische Verkündigung? (DtPfrBl
66, 1966 S. 450—453).

Villegas, Betran: La Biblia en la predicacion (Teologia y Vida VI,
1966 S. 292—300).

V o e 11 z e 1, Rene: Praktische Theologie aus der Perspektive der Theologischen
Fakultät Straßburg (Theologia Practica 1, 1966 S. 119—131).

Wehr, Gerhard: Spirituelle Interpretation als Aufgabe (DtPfrBl 66,
1966 S. 3 52—3 54).

Wolf, Hanns-Martin: Kritik an den Werken der Kirche (DtPfrBl 66,
1966 S. 420—421).

MISSIONSWISSENSCHAFT UND ÖKUMENE

K u i p e r, A. de, Dr.: Israel tussen zending en Oecumenc. Wageningen:
Veenman & Zonen [1964]. X, 226 S. 8". Hfl. 13.50.

Diese missionswissenschaftlich-ökumenische Arbeit über das
Verhältnis zwischen Israel und dem Christentum ist sehr zeitgemäß
. Das Israel-Problem ist eine der Fragen, mit denen sich in
unserer Zeit der Weltkirchenrat als auch das Vatikanische Konzil
eingehend beschäftigt haben. In zunehmendem Maße befassen sich
nicht nur Theologen des europäischen Kontinents, sondern auch
der angelsächsischen Welt damit. Mit großer Erwartung nimmt
man also das Buch dieses holländischen Missionspfarrers zur Hand.

Die drei ersten Kapitel, die über die Hälfte des Buches einnehmen
, wollen durch einen historischen Überblick die Fragestellung
einigermaßen klären. Zuerst wird an Hand der offiziellen
Aussagen dargestellt, wie die internationalen Missionskonferenzen
und der Weltkirchenrat sich über die praktischen und methodischen
Fragen der Judenmission geäußert haben, während im
zweiten Kapitel untersucht wird, ob und wie die ökumenische Bewegung
sich mit dem theologischen Problem Kirche und Israel ausgesprochen
hat. Dieser Stoff ist verhältnismäßig bekannt und man
kann von diesen zwei ersten Abschnitten folglich nicht viel Neues
erwarten. Das folgende Kapitel bietet einen kurzen Rückblick
durch die Kirchengeschichte. Fünf Verhaltungsarten der Christen
den Juden gegenüber werden unterschieden: 1. die theologischapologetische
Diskussion (z. B. Justins Dialog mit Trypho, das
Religionsgespräch des Fra Paulos mit Nachmanides), 2. der christliche
Antisemitismus, wie er etwa bei Chrysostomos oder Luther

begegnet, 3. die Judenmission, die mit ihrem Bekehrungseifer Ott
wirkliches Interesse in Judaicis verband, 4. Philoscmitismus, wie
er sich z. B. bei de la Peyere oder Felgenhauer gezeigt hat, und 5.
ökumenische Verbundenheit (wobei speziell F. Rosenzweig als
Beispiel angeführt wird!). Daß der Verfasser sich große Beschränkung
auferlegen mußte, daß er auch nichts bringt, was nicht
anderswo schon ausführlicher dargestellt worden ist, ist verständlich
; hingegen ist es bedauerlich, daß er nur referierend vorgeht
und daß von einer tieferen gedanklichen Durchdringung des Stoffes
keine Rede ist.

Das 4. Kapitel, das durch Analysierung einiger Fundamentalbegriffe
im Alten und Neuen Testament (Erwählung, Bund, die
Väter, Volk Gottes, Eigentum, Priesterschaft, Rest, Knecht. Land,
Stadt, das Kommen der Völker) die biblische Grundlage bieten
will, ist m. E. ziemlich enttäuschend. Es ist unumgänglich, daß in
einem Buch dieser Art nicht auf die exegetischen Einzclproblemc
eingegangen werden kann, aber man bekommt fortwährend den
Eindruck, als gäbe es diese Probleme überhaupt nicht. Die Text;
werden in einer atomistischen Art als Belegstellen angeführt;
unbekümmert werden Paulus, die Synoptiker, Johannes, die späten
Briefe durcheinander zitiert. Die Cruces und Unsicherheiten der
Exegese von Römer 9—11 werden mit keinem Wort erwähnt.
Außerdem verdunkelt der durchgängige Gebrauch der Vokabeln
Juden und Christen in der Auslegung der paulinischen Briefe den
Sachverhalt, daß die grundlegende Problematik ursprünglich eine
innerjüdische war, wenngleich das einige Male nebenbei erwähnt
wird. Das Fazit, das aus dem biblischen Material gezogen wird, ist
m. E. richtig: die Kontinuität wie auch Diskontinuität des alttesta-
mentlichen und neutestamentlichen Israels, der durchgehalten
Bund, die endgültige Verheißung der „Wiederbringung der Synagoge
" (Oepke), die Ambivalenz der Würdigung Israels seitens der
jungen Kirche. Aber ich fürchte, daß derjenige, der nicht schon
zuvor diese Ansichten teilt, durch die Darlegung des biblischen
Stoffe, wie er hier dargeboten wird, nicht überzeugt werden wird.

Die Folgerungen, die das kurze Schlußkapitel zieht, bleiben
trotz allem in der Luft hängen. Die Behauptung, daß Israel auch
heute noch eine heilsgeschichliche Aufgabe für die Völker hat, ist
nicht biblisch-dogmatisch unterbaut. Gerne möchte man wissen,
was der Verfasser meint, wenn er schreibt, daß „man nicht in
Abrede stellen kann", daß das Leiden der Juden in der vergangenen
Geschichte „ein stellvertretendes Leiden" war. Und wenn er am
Ende zu dem Schluß kommt, daß die Kirche Israel gegenüber einen
Missionsauftrag hat, der aber prinzipiell verschieden ist von dem
den anderen Völkern gegenüber, daß also die Relation zwischen
Judentum „insofern es wirklich Israel ist", und Kirche dialogisch
ist, und daß man daher „gewissermaßen von einer ökumenischen
Relation sprechen kann", vermißt man jede Klärung der Begriffe:
was ist gemeint mit Judentum, das wirklich Israel ist, und was ist
für den Verfasser der grundsätzliche Unterschied zwischen der
„ökumenischen" und der „missionierenden Dimension"? Mit
Worten wie Dialog oder Gespräch wird da nichts verdeutlicht.

Man kann dem Autor dankbar sein, daß er seine Doktorarbeit
der Frage Israels gewidmet hat, und die Litcraturangaben, die
er gibt, können sicher hilfreich sein für andere, die nach ihm sich
mit diesem Problem beschäftigen werden; aber leider hat dieses
Buch das theologische Denken weder geklärt noch vorwärtsgebracht
.

Ainslclvcen E, F 1 e I * e in a n — T n ■ L r

Benz, Ernst: Nathan Söderblom zum 100jährigen Geburtstag am
15. Januar 1966 (ZfRGG 18, 1966 S. 97—107).

Beyerhaus, Peter: Der Auftrag der lutherischen Kirchen in der südafrikanischen
Situation (EMZ 23, 1966 S. 69—87).

Cullmann, Oscar: Hat das Konzil die Erwartungen erfüllt? (Uni-

versitas 21, 1966 S. 507—51 5).
Gensichen, Hans-Werner: Der Synkretismus als Frage an die

Christenheit heute (EMZ 23, 1966 S. 58—69).
Härder, G.: Kirche und Judentum in ökumenischer Sicht (ÖR 1*«

1966 S. 251—263).
Hcitz, J. J.: Tradition confessionelle et recherche oecumenique (Vf

bum Caro 77, 1966 S. 17—22).