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Ausgabe:

1963

Spalte:

75-76

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Freytag, Walter

Titel/Untertitel:

Reden und Aufsätze 1963

Rezensent:

Holsten, Walter

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Seite 1

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75

Theologische Literaturzeitung 88. Jahrgang 1963 Nr. 1

76

Frey tag, Walter: Reden und Aufsätze, hrsg. v. Jan Herme-
link und Hans Jochen M a r g u 11. P. Teil. München: Kaiser 1961.
237 S. 8° = Theologische Bücherei, Neudrucke und Berichte aus
dem 20. Jhdt., Bd. 13/11: Missionswissenschaft. Kart. DM 10.—.

Was in der Besprechung des ersten Bandes 6einer Reden
und Aufsätze über Freytags Eigenart gesagt wurde, wird in dem
vorliegenden zweiten Band bestätigt. Er enthält, in vieT Gruppen
geordnet (vom Gegenüber; von Kirche und Mission; vom
Gehorsam des Glaubens; vom Sinn der Mission), 28 größere,
kleinere und kleinste Stücke, von denen sechs bisher unveröffentlicht
waren, unter diesen drei Diskussionsbeiträge für ökumenische
Verhandlungen in den Jahren 1956 bis 1958. Der
erete Teil bringt (theologische) Beiträge zur Religionswissenschaft
, die anderen drei Teile behandeln Fragen der Mission
(und Ökumene), die im letzten Teil zu Fragen nach dem Wesen
und Fundament der Mission werden. Ohne daß dies in jedem
einzelnen Beitrag ausgesprochen wäre, zeigt sich, daß nicht nur
die Mission, sondern auch die Religionen ,,im Blick aufs Ende"
gesehen werden; ein eschatologischer Grundzug ist für Freytag
charakteristisch. Das wird im letzten Beitrag des ersten Teiles
„Die Kirche innerhalb der religiösen Gemeinschaftsformen"
ebenso deutlich wie in dem Beitrag des vierten Teiles „Mission
im Blick aufs Ende". Ein anderer Grundzug ist die sorgsame
Beobachtung religionsgeschichtlicher Phänomene wie missionarischer
Situationen und Vorgänge, und ein dritter schließlich die
starke Betonung und Wertung der Taufe, wiederum sowohl in
der Beurteilung religionsgeschichtlicher Phänomene wie missionarischer
Situationen und Vorgänge. Von den Religionen als
dem „Gegenüber" zu reden, ist zwar Freytags Sprachgebrauch,
der leider Schule gemacht hat. entspricht aber nicht seiner Auffassung
von den Religionen, in denen es ihm nicht eigentlich
um Systeme, sondern um den Menschen geht. Der Schwerpunkt
liegt in Freytags religionsgeschichtlicher Arbeit offenbar auf dem
Islam, dem drei Beiträge gelten, und neben dem das Dämonische
und das Leid in den Religionen behandelt werden. In der Fülle
der Beiträge zur Mission tritt dreierlei deutlich hervor. Einmal:
„Unsere Missionsaufgabe ist nur ein Teil der Mission der Kirche
" (S. 95), der andere Teil ist das Christsein und das Dasein
der Kirche; mit anderen Worten „Sendungsveranstaltungen"
(Warneck) sind keineswegs das Ganze der Mission. Sodann:
„Man kann nicht und sollte nicht als Sünde verurteilen, was in
jener Situation (nämlich in der Zeit der Missionsgesellschaftcn
als einziger Träger der Mission) eine echte Antwort auf Gottes
Befehl war", obschon „es nicht mehr länger Gehorsam ist, das
fortzusetzen, was in früheren Tagen Gehorsam war" (S. 91).
Drittens: die ökumenische Arbeit wird in deutlichen Grenzen
und trotz leidenschaftlicher Anteilnahme mit großer (biblischer)
Nüchternheit gesehen; „mit dem Blick auf den wiederkommenden
Herrn ist es weder möglich, die eigene Kirche als das Ende
der Wege Gottes anzusehen, noch kann man der Illusion verfallen
, als ob der Zusammenschluß der vorhandenen Kirchen die
eine Kirche herstellen könnte" (S. 122). Freytags Reden und
Aufsätze sind wertvolle Bausteine für eine systematische Reli-
gions- und Missionswissenschaft wie ebenso kritische Fragen an
Theologie und Kirche, unter denen das Wort von der „zeugnislosen
Koexistenz" (S. 169) und die Bemerkungen zum Problem
„Mission und Kolonialismus" besonders wichtig erscheinen.

Mainz Walter Hol s te n

Gauthier, L.: D'Utrecht ä La Nouvelle — Delhi: un quart de siecle
oecumenique.

Internationale kirchliche Zeitschrift 52, 1962 S. 133—144.
Gensichen, H.-W.: Die deutsdie Mission und der Kolonialismus.

Kerygma und Dogma 8, 1962 S. 136—149.
Grottke, Gotthard: Neuguineamission und Diaspora.

Die evangelische Diaspora 33, 1962 S. 18—22.
Neu-Delhi 1961. ökumenische Rundschau 11, 1962 Heft l/2:

Krüger, Hanfried: Neu Delhi 1961, S. 1—4.

Brennecke, Gerhard: Gesamtübereicht über die Sektion „Zeugnis
", S. 5—17.

Margull, Hans Jochen: Strukturfragen werden wichtig. Anmerkung
zur „Laien"-Arbeit und zur missionarischen Verkündigung,
S. 17—23.

Gensichen, Hans-Werner: Zeugnis und Einheit der Christenheit
nach der Integration von Mission und Ökumene, S. 23—31.

Thimme, Hans: Zum Arbeitsergebnis der Sektion „Dienst",
S. 31—41.

Berg, Christian: Perspektive weltweiter Diakonie. Zu den Beratungen
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" sowie ihren Ergebnissen in Neu-Delhi. S. 42—50.

Puffert, Heinrich: Die Bedeutung Neu-Delhis für die Bereiche
des raschen sozialen Umbruchs, S. 50—65.

Scheuner, Ulrich: Internationale Angelegenheiten, S. 65—74.

Metzger, Wolfgang: Sektion „Einheit": Die Vision der einen
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logie, S. 75—96.

Renkewitz, Heinz: Die Aufgaben für die künftige Arbeit in
der Kommission für Glauben und Kirchenverfassung, S. 97—106.

Küppers, Werner: In welchem Sinn bedeutet die dritte Vollversammlung
in Neu-Delhi einen Fortschritt der ökumenischen
Bewegung? Fragen um das „Wir" von Neu-Delhi, S. 107—112.

Wieske, Günter: Kritische Bemerkungen eines Baptisten, S. 113
bis 124.

Wunderlich, Friedrich: Neu-Delhi von einem freikirchlichen
Delegierten au« Deutschland erlebt, S. 124—128.

R., H.: Lutherische Stimmen zu Neu-Delhi.
Igreja Luterana XXIII, 1962 S. 5—17.

Rees, Elf an: Practical Co-operation with Roman Catholics in Common
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The Ecumenical Review 14, 1962 S. 460—464.
Roos, Fritz: Ökumenische Beziehungen der Pfälzischen Kirche.

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Skydsgaard, K. E.: Why Lutherans must talk with Rome.

Dialog 1, 1962, Heft 3, S. 12—20.
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Smith, J. Coventry: The Missionary Movement in The World

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The Princeton Scminary Bulletin 55, 1962 S. 4—15.
V i s c h e r, Lukas: Praying Together for Unity.

The Ecumenical Review 14, 1962 S. 449—455.
Visser't Hooft, Willem A.: Nach der Vollversammlung von

Neu-Delhi.

Die Zeichen der Zeit 16, 1962 S. 201—207.

VON DEN THEOLOGISCHEN FAKULTÄTEN

Berlin

Promotionen Frühjahrssemester 1962: Michael B u n ne rs : „Die
Abendmahlsschriften und das medizinisch-naturphilosophische Werk
des Paracelsus" (Ref.: Prof. Lic. Drees).

Hans-Dieter Döpmann: „Das Staats- und Gesellschaftsdenken
bei Josif Volodkij und Nil Sorskuj und ihr Einfluß auf die Entwicklung
der moskovitischen Staatsidee" (Ref.: Prof. Lic. Rose).
Ekkehard Schwarzkopf: „Das Dasein des Glaubens als
Wunder in Augustins de civitate Dei. Studie zum Problem
.Glaube und Geschichte " (Ref.: Prof. D- Vogel).
Habilitation: Ernst-Rüdiger Kiesow: „Katholizismus und
Protestantismus bei Carl Gustav Jung (Ref.: Prot. ü. Haendler).

Berlin (Kirchliche Hochschule)

Ehrenpromotion: Herrn Pastor Henrik Mohr Dahl Hauge,
Oslo. Direktor des Norwegischen Instituts für Zwischenkirchlidie
Beziehungen, ist am 16. 5. 1962 von der Kirchlidien Hochschule
Berlin die Würde des Doktors der Theologie ehrenhalber
(D. theol.) verliehen worden.

Bonn

Promotionen Wintersemester 1961/62: Siegfried Helmer:
„Der Neudialkedonismus. Geschichte, Berechtigung und Bedeutung
eines dogmengeschichtlichen Begriff«" (Ref.: Prof. D.
Schneemelcher).

Hendrik Boers: „The Divereity of New Testament Christo-
Iogical Concepts and the Confession of Faith" (Ref.: Prof. D.
Dinkler).

Sommersemester 1962: Vikar Manfred Joiutti«: „Die Gegen-
«tändlichkeit der Offenbarung. Karl Barths Anselm-Buch als
theologisches Programm" (Ref.: Prof. D. Kredc).