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Ausgabe: | 1961 |
Spalte: | 561-572 |
Autor/Hrsg.: | Süss, Théobald |
Titel/Untertitel: | Luther und Luthertum 1961 |
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Begründet von Emil Schürer und Adolf von Harnack
HERAUSGEBER: PROFESSOR D. ERNST SOMMERLATH, LEIPZIG
NUMMER 8
Spalte
Luther und Luthertum. Von Th. SQB . . 561
Der historische Jesus und der irdische Jesus.
Von W. Matthias.........571
Aistleitner, J.f: Die mythologischen und kultischen
Texte aus Ras Schamra Ubers.
(R. Meyer) ............583
Aland, K., s. Nestle, E.........587
Beckmann, J. H., u. Ii Schroth [Hrsg.]:
Deutsche Bilderbibel (K. Gerstenberg) . . 599
Behl er, O.-M.: Les confessions de Jfremie
(W. Rudolph)............586
Charlier, C: Der Christ und die Bibel
(O. Söhngen)............617
Diem, H.: Der irdische Jesus und der Christus
des Olaubens (W. Matthias).......571
Dussler, H.: Johann Michael Feneberg und
die Allgäuer Erweckungsbewegung(H. Schiel) 593
Florentin, F., s. Visser 't Hooft, W. A. . . 622
Orant, R. M.: Onosticism and Early Christi-
anity (E. Käsemann).........589
Grillmeier, A.: Der Logos am Kreuz
(O. Thulin).............600
Haikola, L.: Studien zu Luther und zum
Luthertum (Th.Süß).........561
— Usus Legi (Th. Süß).........561
Hauser, R., s. Müncker, Th.......573
Heiler, F., u. a.: Die Religionen der Menschheit
in Vergangenheit und Oegenwart
(Th. Lohmann)...........578
Hubbeling, H.Q.: Natuur en Qenade bij Emil
Brunner (B.-E. Benktson).......607
Jacobs, P.i Qrundlinien christlicher Ethik
(H. v. Oyen)............613
86. JAHRGANG
Spalte
Jahrbuch Evangelischer Mission 1960
(A. Lehmann)...........623
Keilbach, W.: Einübung ins philosophische
Denken (E. Schmidt).........606
Klaus er, Th., s. Reallexikon für Antike und
Christentum............594
Kunkel, H.: Kreuz über Afrika (H. Oelzer) 624
Leipoldt, J., u. H.-M. Schenke: Koptisch-
gnostische Schriften aus den Papyrus-Codices
von Nag-Hamadi (W. Michaelis).....588
Lö wi th, K.: Nietzsches Philosophie der ewigen
Wiederkehr des Oleichen (H. E. Eisenhuth) 603
Lutherisches Missionsjahrbuch 1960
(A. Lehmann)............623
Macdonald, J. [Ed.]: The Annua! of Leeds
University Oriental Society. I. (O. Eißfeldt) 585
Michiels, Ä.: Index Verborum omnium quae
sunt in Q. Septimii Florentis Tertulliani trac-
tatu De Praescriptione Haereticorum
(E. Ref.iiile)............596
Möllmann, ].: Herrschaft Christi und soziale
Wirklichkeit nach Dietrich Bonhoeffer
(T. Rendtorff)...........614
[Müncker, Th.:] Der Mensch unter Qottes
Anruf und Ordnung. Festgabe f. Th. Müncker,
hrsg. v. R. Hauser u. F. Scholz
(H.-D. Wendland)..........573
Nestle, Eb. (t): Novum Testamentum Oraece.
Novis curis elaboraverunt Erwin Nestle et
K. Aland. Ed. 24 (E. Fascher)......587
Noth, M.: Das zweite Buch Mose, Exodus,
übers, u. erklärt (H. Oese).......585
Pettazzoni, R.: Der allwissende Oott, übers,
v. E. A. Voretzsch (O. Mensching) .... 577
Philipp, F.-H.: Tolstoj und der Protestantismus
(K. Onasch)..........601
AUGUST 1961
Spalte
Präger, L. [Hrsg.]: Frei für Oott und die
Menschen (E. Müller-Gangloff)..... 620
Reallexikon für Antike und Christentum,
hrsg. v. Th. Klauser, Bd. IV.
(H. v. Campenhausen)........ 594
Richardson, C. C, s. Walker, W..... 591
Schenke, H.-M., s. Leipoldt, J...... 588
Scholz, F., s. Müncker, Th....... 573
Schroth, L„ s. Beckmann, J. H...... 599
Sundby, O.: Luthersk Äktenskapsuppfattning
(S. Hellsten)............615
[Szeruda, J.:] Ksiega Jubileuszowa z okazji
70-lecia urodziu Ks. Prof. Dr. Jana Szerudy
(E. Lerle).............575
Visser 't Hooft, W. A.: Unterdem einen Ruf.
Mit 5 Studien v. F. Florentin (W. Schweitzer) 622
Volk, P.: Die Generalkapitels-Rezesse der
Bursfelder Kongregation. III. (A. Sprengler) 591
Voretzsch, E. A., s. Pettazzoni, R. ... 577
Walk er, W.: A History of theChristianChurch,
rev. by C. C. Richardson (F. W. Kantzenbach) 591
Von Personen:
Wilhelm Rudolph zum 70. Geburtstag
(F. Hesse).............625
Berichte und Mitteilungen:
„NatürlicheTheologie" bei Paulus? (G.Michel) 627
Von den Theologischen Fakultäten . . 627
Zeitschriftenschau:
Territorialkirchengeschichte...... 631
Neue Bücher ........... 635
Luther und Luthertum1
Von Th. S ü s s, Rittershoffen
Eine der schwierigsten Und zugleich verheißungsvollsten
Aufgaben, die sich heute für die lutherische Theologie angesichts
der für sie unumgänglichen Neubesinnung stellen, ist die genaue
Bestimmung des Verhältnisses der Theologie Martin Luthers zu
derjenigen des nachreformatorischen Luthertums, das sich in der
Konkordienformel den verpflichtenden Maßstab seiner Lehrbildung
gegeben hatte. Lauri Haikola hat 6ich durch seine Dissertation
„Gesetz und Evangelium bei Matthias Flacius Illyricus"
(1952) eine gute Ausgangsstellung für die Inangriffnahme dieser
Aufgabe geschaffen. In den zwei gleichzeitig erschienenen Arbeiten
, die wir hier besprechen, gibt er eine Darstellung seiner Auffassung
dieses Verhältnisses, die er durch eingehendes Quellenstudium
erworben hat und belegen kann. Der Fortschritt für die
Geschichtswissenschaft und die neuen Möglichkeiten für die
systematische Theologie, die sich daraus ergeben, sind bedeutsam
genug, daß es berechtigt erscheint, diesen beiden Veröffentlichungen
eingehende Beachtung zu schenken.
Luth. enthält 5 Abhandlungen: über die Teformatorische
Anthropologie (S. 7—55), über das Verhältnis des Glaubens und
der Werke (S. 56—68), über die Verdorbenheit der Natur und
die Schuld (S. 69—103), über die Gesetzeserfüllung Christi (S. 104
—123) und über Buße, Glaube und Rechtfertigung (S. 124—155).
UL. ist eine weitere, zu einer selbständigen Schrift ausgewachsene
Abhandlung, die ganz in denselben Rahmen gehört. Es handelt
6ich überall um einen „systematischen Strukturvergleich" zwischen
der Theologie Luthers und derjenigen des orthodoxen Luthertums
. UL. erweitert den Umkreis der Betrachtung, indem außerdem
die Lehren der sogenannten Antinomisten der zweiten
Hälfte des 16. Jahrhunderts, Poach, Otho u.a., zum Vergleich
herangezogen werden, mit dem Ergebnis, daß diese Minderheit
im wesentlichen den Anschauungen Luthers treu geblieben ist.
Im Mittelpunkt steht die Frage des grundlegenden Verständnisses
des Gesetzes. Öfters wird festgestellt, daß die Formeln
der Orthodoxie äußerlich kaum von denen des Reformators
abweichen, daß sie aber einen ganz anderen Sinn haben, weil
ein grundverschiedenes Verständnis vom Wesen des Gesetzes
vorliegt. Für die Orthodoxie ist das Gesetz eine Summe von Vorschriften
und Verboten, die die ideale Vollkommenheit ausdrücken
, worin Gott den Menschen ursprünglich geschaffen hat
und worin dieser beharren soll. Dieses Gesetz legt die Bedingungen
fest, unter denen der Mensch die von Gott ihm anerschaffene
Seligkeit bewahren wird. Dem Sinn des Gesetzes nach, abgesehen
von der Tatsache des Sündenverderbens, ist der Gehorsam gegen
die Forderungen des Gesetzes notwendig, um die Seligkeit zwar
nicht zu erwerben, aber die geschenkte und anerschaffene zu bewahren
. Dabei ist vorausgesetzt, daß der Mensch die Forderungen
— usus Legis, m 3. uppsaia: LunaequistsKa BOKnanaein u. wies- , ,..„ , , _ .__„ „_.__n__1ij,„_
. , u 6 .,„ riocci „. oo _ Ii „ i ii ■ „ x „b^(. des Gesetzes erfüllen kann oder wenigstens seinem ursprünglichen
baden: Harrassowitz 1958]. gr. 8" = Uppsaia Universitets Arsskntt i m i j- j.ii I- v
') Haikola, Lauri: Studien zu Luther und zum Luthertum. 158 S.
— Usus Legis. 155S. Uppsaia: Lundequistska Bokhandeln u. Wies
1958, 2. u. 3. je Schwr. Kr. 15.—.
Wesen nach erfüllen konnte und sie auch vollständig kannte.
Wir zitieren diese Schriften als Luth. und UL. I Dieses ist also der ursprüngliche Heilsweg, der, nachdem er durch
561 j, .,
0 7 Allu HH1
562