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Ausgabe:

1954 Nr. 3

Spalte:

173

Kategorie:

Missionswissenschaft

Autor/Hrsg.:

Schlyter, Hermann

Titel/Untertitel:

The History of the cooperating Lutheran Missions in Natal, 1912 -1951 1954

Rezensent:

Knak, Siegfried

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173

Theologische Literaturzeitung 1954 Nr. 3

174

viel Reserve geboten ist, das aber einen tiefen Eindruck von der
stärkenden aufbauenden Madit der reinen Hingabe an die Welt
des Magischen hinterläßt. „Reine Hingabe", — sie wird es für
uns nur im christlichen Glauben geben. Da aber dürfte sie gewagt
werden müssen, nicht zum Fluch, sondern zum Segen der Menschheit
.

Rostock U. Ho Hz

Allen, Charles L.: The Quest of God's Power. Fleming H. Revell
Company. Westwood N.J., London und Glasgow. 1953. 191 S. Geb.
$ 2.50.

Dieses Buch hebt sich aus der Fülle der in das Predigtfach
schlagenden Erscheinungen heraus gleichsam wie der Niederschlag
der jahrelangen sehr erfolgreichen Tätigkeit eines amerikanischen
Erweckungspredigers, der diese seine Eigenart in das seßhafte
Amt eines Gemeindehirten hinübergenommen hat. Charles Allen
ist jetzt Pastor der methodistischen Kirche in Atlanta im Staat
Georgia und regelmäßiger Verfasser religiöser Beiträge in der
Tagespresse.

Der mit der Taktik des Revivalists nicht innig vertraute Leser
wird aus dem Buche Eindrücke gewinnen, durch welche er
seine vielleicht noch unfertige Vorstellung von den Methoden
eines Revival-Preachers nützlich vervollständigen kann. Es ist erstaunlich
, mit welch geringem Apparate an biblischen Sätzen, die
aber immer in neuen Anwendungen wiederholt werden, der biblische
Standpunkt des Redners erwiesen wird; nicht minder beachtenswert
ist, wie durchweg die Einzelseelsorge den Stoff und
die Anknüpfung für die Kanzelarbeit geliefert hat.

Chicago K. Beth

MISSIONSWISSENSCHAFT

Schlyter, Hermann: The History of the cooperating Lutheran Missions
in Natal, 1912—1951. Durban: Lutheran Publishing House.
88 S.

Die Gründung eines Lutherischen Rates der Missionen in
Südafrika im Jahre 195 3 ist die erfreuliche Frucht einer seit Jahrzehnten
bestehenden Arbeitsgemeinschaft der Berliner Mission
mit den Schwedischen und Norwegischen Gesellschaften in Natal
und Sululand. Diese „Cooperation" hatte zu ihrem Ziele die
Gründung einer gemeinsamen lutherischen Sulukirche. Die Geschichte
dieser durch zwei Weltkriege und mancherlei Hindernisse
teils konfessioneller, teils finanzieller Art zäh hindurchgeführten
Arbeit deutscher und skandinavischer Missionare zusammen mit
einigen schwarzen Pastoren ist der Gegenstand der sorgfältigen
Broschüre von Schlyter. Sie ist in allen Teilen durchaus zuverlässig
und auch für weitere Kreise interessant durch die Hinweise auf
die dabei in Frage kommenden theologischen und missionarischen
Probleme, die im kleinen Umkreis doch die gesamte ökumenische
Problematik widerspiegeln, ebenso aber auch den gegenwärtigen
Willen zur Einheit und die Möglichkeiten zur Verwirklichung
bei entsprechender Gesinnung. Der Lutherische Weltkonvent, in
dessen Missionsausschuß der Verfasser der secretary ist, hat mancherlei
Hilfsstcllung zu dieser erfreulichen Entwicklung gegeben.

Berlin Siegfried Knak

Miliin, Sarah Gertrude: The People of South Africa. London: Con-
stable [1951]. VIII, 324 S., 1 Kt. 8U. Lw. s 20.—.

Die beiden ersten Auflagen dieses Buches erschienen 1926
bzw. 1934. Im Vorwort zur 2. Auflage schrieb die Verfasserin:
„Südafrika hat sich, wie die ganze Welt, gewandelt". Jetzt bekennt
sie: „Wie wenig wußte man 1934 davon, was .Wandlung'
bedeutet!" Heute wissen wir es, und einer der Brennpunkte des
Weltgeschehens, an dem sich Wandlungen auf allen Gebieten
des Lebens in einem noch unübersehbaren Umfang und atemberaubenden
Tempo vollziehen, ist Südafrika. Diesen Vorgang
hat S. G. Miliin in ihrem Buche in einer überaus eindrucksvollen
Darstellung eingefangen, in seinen geschichtlichen Voraussetzungen
aufgezeigt und in seiner Bedeutung für die Gegenwart und
Zukunft gedeutet. Ihr Buch ist nicht eigentlich ein wissenschaftliches
und schon gar kein theologisches Buch. Wiederum sind die
Probleme Südafrikas nicht nur theologischer Art, sondern Grundfragen
an die Kirchen, ja, die Christenheit als solche, gipfelnd in
der Rassenfrage. Wer davon bedrängt wird und, obschon in äußerer
Ferne davon lebend, die Verantwortung spürt, die auch für
ihn darin liegt, der lese, was hier über das Leben und die Politik
Südafrikas sowie über seine Bevölkerung: Buren, Engländer,
Juden, Inder, Mischlinge und Afrikaner geschrieben wird. Und
er erwäge, was es gerade auch für die Christenheit bedeutet, daß
Anthony Trollope 1877 schrieb: „Südafrika ist ein Land der
Schwarzen, nicht der Weißen. So war es, so ist es, so wird es
sein", und daß Arnold Toynbee heute sagt, die Kultur werde
nach einem Atombombenkriege wieder bei den Negern beginnen.

Tübingen Gerhard Rosenkranz

B u 11 o n, John Wear: Modern Missions in the South Pacific. London:
Livingstone Press [1949]. 224 S. 8°. Lw. s 7/6.

Es fehlt nicht an häufigen und guten Berichten, auch grundsätzlicher
Art, über die Arbeit deutscher evangelischer Missionen
(Neuendettelsau, Liebenzell), die in der Südsee arbeiten. Aber
ihre Arbeit ist nur ein kleiner, zudem junger Teil der Pazifik-
Mission, der in einem geschichtlich und geographisch viel weiteren
Rahmen gesehen werden muß. Das geschieht in dem Buche
Burtons, das 1949 erschienen ist, nun allerdings die deutsche
Arbeit gar nicht erwähnt. Aus seiner langjährigen Erfahrung als
Fiji-Missionar wie als Generalsekretär der Übersee-Abteilung der
Methodisten-Kirche Australiens versteht er es meisterhaft, das
Bild der evangelischen Mission in dem weiten Raum mit seinen
Inselgruppen, deren jede ihr eigenes Leben führt, zu zeichnen.
Es ist im ganzen ein erfreuliches Bild, auch soweit es die Zusammenarbeit
der verschiedenen Missionen bis hin zur römischkatholischen
Mission betrifft. Die „Einheitskirche der Südsee",
auf die der Verf. durchaus richtig seinen Blick richtet, steht freilich
nodi in weiter Ferne. Burton darf gewiß sein, daß er mit
seiner missionarischen Arbeit, deren Grundzüge er darlegt, ebenso
wie mit seinem Buche ihr einen Dienst erwiesen hat. Im
letzten Kapitel schildert H. L. Hurst den beträchtlichen Anteil
der Londoner Missionsgesellschaft an der Südsee-Mission.

Tübingen Gerhard Rosenkranz

Referate über theologische Diss<

(Fortsetzung von Heft 2

Bernhardt, Karl-Heinz: Gott und Bild. Ein Beitrag zur Begründung
und Deutung des Bilderverbotes im Alten Testament. Diss. Greifswald
1952, XXXI, 294 gez. Bl.

Die Arbeit geht von der Voraussetzung aus, daß einem jeglichen j
Versuche einer Begründung und Deutung des alttestamentlichen Bilderverbotes
eine Untersuchung der Bedeutung des Götterbildes für seine
Verehrer in der Umwelt des AT vorausgehen muß. Mit dieser religions-
geschichtlidien Vorarbeit beschäftigt sich der 1. Teil der Diss. und
kommt zu dem Ergebnis, daß das Götterbild in der Umwelt des AT nicht
eine „Abbildung" der Gottheit im Sinne der getreuen Nachbildung
eines himmlischen Urbildes ist. Vielmehr ist es im wesentlichen ein
Körper, der erst dann zum Götterbilde wird, nachdem in feierlichem
Ritus das göttliche Fluidum in ihm Wohnung genommen hat. Dieses

Stationen in Maschinenschrift

1954, Sp. 119-128)

göttliche Fluidum ist als ganz feiner, licht- und hauchartiger Stoff zu
denken, der ebenso wie die Totenseele und der Dämon nicht nur in organische
, sondern auch in anorganische Körper einziehen kann. Daher
ist die äußere Gestalt des Bildes für den Verehrer von sekundärer Bedeutung
. Entscheidend für den religiösen Wert eines Götterbildes ist
der wirksame, sich in mancherlei Lebens- und Segenszeichen äußernde
Geistbesitz, der allein die reale Gegenwart der Gottheit im Bilde verbürgt
.

Ein zweiter Abschnitt mit dem alttestamentlichen Material zeigt
u. a., daß die Israeliten selbst noch in ihrer späten prophetisdien und
nachprophetischen Bilderpolemik durdiaus den im 1. Teil der Diss. dargestellten
Anschauungen vom Götterbild entsprechen. Gerade das, was
dem Bilderverehrer unumgängliche Voraussetzung seines Bilderglaubens