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Ausgabe:

1938 Nr. 10

Spalte:

175-176

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hudson, James

Titel/Untertitel:

The Epistle to the Hebrews 1938

Rezensent:

Michel, Otto

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Seite 1

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175

Theologische Literaturzeitung 1938 Nr. 10.

176

abgerückt, während es S. 143, 11 mit ihm in einer Reihe steht (übrigens
fehlt im Index locorum zu Hes. opp. 318 der Hinweis auf S. 143,11).
Verse, deren Wortlaut geändert ist, sollte ma^ nicht vom Text absetzen
(S. 7,10; 44,5, wo man doch wohl f.Ttei t* in btl x ändern muß ;
145, 27, wo allerdings die Frage ist, ob man M [juovtö te statt juov t]
folgen soll). — Von den drei Homerzitaten S. 59, 10 ff. sind nur das
erste und dritte als solche kenntlich gemacht; für das zweite fehlt der
Hinweis auf 8 379 oder 468. Auch für S. 222, 24 = 29, 12, S. 224, 8,
S. 226, 12, S. 239,22 und 25 nebst 240,5 (iöe) hätte die homerische
Herkunft bemerkt werden sollen (der Index verweist nur für S. 239, 21
auf X 563). - S. 7, 21 ist der Hinweis auf Carm. aur. 9 (fehlt im Index
) ungenau; es muß heißen Carm. aur. 4 und 9 ff. — S. 118,21 ist
ein Zitat aus Carm. aur. 42, auf das Jahn wenigstens im Index auctorum
hingewiesen hatte, übersehen. — Ebenso scheint S. 21,28 nicht als
Vers aus Eur. Med. 410 erkannt zu sein. — S. 28, 12 fragt man sich,
warum das Demostheneszitat keine Anmerkung erfahren hat; es fehlt auch
im Index. - S. 86, 10 besteht keine Verbindung mit Epict. diss. I 28, 10,
sondern mit euch. 33, 2, wie schon Schenkl in seiner Ausgabe S. 732
festgestellt hat; S. 89,15 ist dieselbe Beziehung richtig hergestellt. —
Die Beziehungen zu anderen Schriften Olympiodors sind teilweise unter
dem Text angegeben, ohne daß sich im Index der Name findet. Es
hätten noch weitere Stellen zu einander in Beziehung gesetzt werden
können: S. 88,5 = 175, 16 zu Ol. in Plat. Phaed. 47, 11 N (das Umgekehrte
ist geschehen), S. 124, 17 zu Ol. Vit. Plat. 5. -

Trotz dieser Mängel aber bleibt es ein unbestreitbares
Verdienst des Herausgebers, den Gorgiaskommen-
tar Olympiodors in neuer Gestalt der Piatonforschung
zugänglich gemacht zu haben.
Northeim. O. Breithaupt.

Hempel, Prof. D. Dr. Joh.: Hebräisches Wörterbuch zu Jesaja.

2., vielfach ergänzte Aufl. Berlin : A. Töpelmann 1936. (VIII, 58 S.) gr. 8°.
Herrmann, Prof. D. Joh.: Hebräisches Wörterbuch zu den
Psalmen. 2., neubearbeitete Aufl. Ebd. 1937. (VII, 80 S.) gr. 8°
= Einzelwörterbücher z. A. T. Heft 2 u. 4. Je RM 2—.

Gegenüber den 1. Auflagen von 1924 ist der Umfang beim ersteren
Heft um 2, beim anderen durch notwendige Vermehrung des textkritischen
Materials gar um 13 Seiten gewachsen. Fehler und Lücken wurden
beseitigt, die in der Zwischenzeit erschienene Literatur mit der gebotenen
Auswahl berücksichtigt. An Brauchbarkeit haben beide Hefte
gewonnen.

Basel. W. Baumgartner.

Hudson, James T., B. D., B. A.: The Epistle to the Hebrews.
Its Meaning and Message. Introduction, Translation, Marginal Ana-
lysis. Edinburgh: T. & T. Clark 1937. (IV, 74 S.) kl. 8°.
Die vorliegende kleine Arbeit will eine Einführung
in den Hebräerbrief bieten; sie enthält eine Einleitung
(Introduction), die ganz kurz auf Verfasserschaft, Leserkreis
und Gedankengang eingeht (S. 1—28), bringt
dann eine Übersetzung und Gliederung, die sich eng an
die gegenwärtige englische Forschung anschließen (S.
29—14). In der Frage nach der Verfasserschaft hält
sich unser Büchlein vorsichtig zurück, der Leserkreis
wird — wie auch in der deutschen Theologie vielfach —
in Rom vermutet, als Abfassungszeit etwa 85 n. Chr. angegeben
(zwischen 70 und 95 n. Chr.). So weit der Umfang
des Ganzen es gestattet, werden religionsgeschichtliche
Fragen gestreift und in ihrer Beziehung zum Hebräerbrief
dargestellt. Das griechisch-hellenistische Moment
wird stark betont (platonische Ideenlehre, aristotelische
Auffassung von der Vollkommenheit, alexandri-
nisches Judentum), wie es in der ausländischen Forschung
durchweg geschieht, dagegen erscheinen Apoka-
lyptik und Eschatotogie sowie die Verbundenheit mit
rabbinischen Vorstellungen als lediglich übernommene,
mit der tieferen Auffassung des Briefes im Widerspruch
stehende Dinge. Hier sind Fragen angeschnitten, die
in dieser Kürze nicht gelöst werden können; weder die
religionsgeschichtliche Akzentuierung noch die theologische
Eigenart unseres Briefes wird richtig getroffen.
Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn der Verf. noch
mehr auf die deutsche Fragestellung eingegangen wäre.
Man vermißt z. B. ungern zu Hb. 2, 9 und 5, 7 die besonders
durch den Namen Harnack gekennzeichnete Textfrage
(„Zwei alte dogmatische Korrekturen im Hebräerbrief
" SBAW 1929). Die deutsche Forschung warnt
auch davor, zugunsten des griechisch-hellenistischen Einschlags
unseres Briefes Apokalyptik und rabbinische

Lehrtradition zurückzuschieben (Vorstellung vom himmlischen
Hohenpriestertum, Lehre von der Vollkommenheit
) ; es ist auffallend, wie stark gerade die Lehrsubstanz
unseres Briefes an dem alten Realismus der Hoffnung
festhält. Wir wünschen dem Büchleiin in einer Zeit,
in der überall das Interesse am Hebräerbrief wieder
lebendiger wird, aufmerksame Leser, fürchten allerdings,
daß die wissenschaftliche Einleitung und die theologische
Darstellung zu knapp und dürftig sind, als daß
sie wirklichen Dienst tun könnten. Das, was M. Käh-
lers Paraphrasen zum Hebräerbrief für die deutsche
Theologie bedeuteten, kann jedenfalls dies kleine Büch-
lein der englischen Theologie nicht geben,
j Halle a. S._ O. Michel.

Mein hold, Lic. habil. Peter: Die Genesisvorlesung Luthers
und ihre Herausgeber. Stuttgart: W. Kohlhammer 1936. (XX,
451 S.) gr. 8° = Forschungen zur Kirchen- und Geistesgeschichte.
Bd. 8. rm 24—.

Die Anfänge dieses umfangreichen Werkes gehen

i auf ein Seminar E. Seebergs zurück, dessen Ertrag E.
Seeberg selbst in seinen bekannten „Studien zu Luthers

! Genesisvorlesung" 1932 bereits zusammengefaßt hat.
Eine Vorarbeit M.s, die in das vorliegende Buch S.

j 306 ff. und z. T. S. 53 ff. aufgenommen worden ist, bie-

| tet sein Aufsatz: „Die Verarbeitung von Luthers Suppu-

i tatio annorum mundi usw." in ZKG 51, 1932, S. 138 ff.
In sorgfältiger Untersuchung, nicht ohne breite, aber

I berechtigte Kritik an der Ausgabe der Genesisvorle-

| sung in WA 42—44, geht Vf. zunächst umfassend den
Fragen der Wiedergabe, der Überlieferung und der Aufnahme
und Beurteilung der von Veit Dietrich, M. Pöting
und H. Besold in den Jahren 1544—1554 in einen

| vierbändigen theologischen Kommentar verarbeiteten Vorlesung
nach. Melanchthons Protektorat und die dadurch

j z. T. mitbestimmte theologiegeschichtliche Wirkung dieser
zu fast kanonischem Ansehen gelangten „Edition"
werden aufschlußreich beleuchtet. Zuweilen stört dabei
freilich eine unnötige (z. B. S. 27, Abs. 3) Breite der
Darlegung. Die Aufnahme des Genesiskommentars in

i der FC hätte bei Benützung der vom Deutschen Evang.

I Kirchenausschuß 1930 veranstalteten kritischen Ausgabe
der lutherischen Bekenntnisschriften etwas genauer festgestellt
werden können (S. 31, Anm. 37 stimmt nur
z. T.).

Dankenswert sind die im 2. Teil folgenden biographi-
i sehen Notizen über die drei Herausgeber und die Skiz-
I zen ihrer theologischen Voraussetzungen, die sie bei der
! Bearbeitung der Vorlesung Luthers — daß hier eine
Bearbeitung vorliegt, ist ja keine ganz neue Erkenntnis
(vgl. z. B. E. Wolf, Staupitz u. Luther, 1927, S. 195)

— mitbrachten. Das Urteil des Vf.s über das Lutherbild
dieser Männer ist z. T. problematisch. Davon später.
(Ergänzt werden diese Ausführungen durch die im Anhang
beigefügten Verzeichnisse der Schriften jener Männer
ebenso wie der 1. Teil durch im Anhang abgedruckte
Briefe. Zu Veit Dietrich ist dem Vf. die stoffreiche
Arbeit H. Herrfurths über Veit Dietrichs Predigt
, Mainz 1935, entgangen, und — S. 40, Anm. 2

— Veit Dietrichs Gebetsunterricht, hrsg. v. O. Dietz,
1932). Wichtig ist die Feststellung, daß von den drei
Bearbeitern sich nur Besold aus dem werdenden Philippismus
herausgehalten hat.

Der 3. Teil sucht Luthers Anteil festzustellen: er
läßt die Frage, ob Luther am 1. Bd. Korrekturen vorgenommen
habe, notwendigerweise offen; die Chronologie
der Vorlesungen Luthers 1535—1545 wird sorgfältig
festgestellt und inj Anschluß daran die umstrittene Frage
nach der ersten Genesisvorlesung Luthers dahin beantwortet
, daß es sich um eine wahrscheinlich zwischen
Mai und Sept. 151S vor einem kleineren Kreise gehaltene
Vorlesung handle. Dankenswerte Ergebnisse. —

I Luthers Diktion und seine persönlichen Ausführungen
in der großen Vorlesung werden unter dem Gesichtswinkel
des Echtheitsknteriums für die Überlieferung

| eingehend geprüft. Ebenso die erhaltenen Präparationeu