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Ausgabe:

1938 Nr. 1

Spalte:

23-24

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Rendtorff, Heinrich

Titel/Untertitel:

In der Gewalt Gottes 1938

Rezensent:

Schian, Martin

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung 1938 Nr. 1.

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Zugänglichen ist ausgenutzt. So können die Predigten
natürlich nicht irgendwo anders ebenso geboten werden,
aber sie regen zur Ausmalung „mit den eigenen ortskirchlichen
und heimatkundlichen Farben" an. Das Interesse
der Kinder hat B. sehr gepackt, und das ist sehr
viel wert. Manche Kritiker werden vielleicht etwas an
Innerlichkeit vermissen; möglicherweise wird hier oder
da einer behaupten, das sei gar keine Verkündigung des
Wortes Gottes. Nun, sie führt jedenfalls nahe an das
Wort Gottes heran und bereitet ihm den Weg, — so-
daß Kinder ihn weiter gehen können. Darum sind diese
praktischen Proben durchaus beachtenswert.

Breslau-Sibyllenort. M. Schi an.

Rendtorff, Prof. D. Heinrich: In der Gewalt Gottes. Evangelische
Predigten für alle Sonn- u. Festtage des Kirchenjahres. Berlin:
Furche-Verlag [1936]. (336 S.) 8°. RM 3.80; geb. 4.80.

Ein halbes hundert Predigten, geordnet nach dem
Kirchenjahr, gegliedert in 7 Abschnitte, wobei der siebente
„Von den letzten Dingen" überschrieben: ist. Der
Verf. nennt seine Predigten biblische, seelsorgerliche,
Kampfpredigten. Letztere Bezeichnung bekommen sie,
weil das deutsche Volk vor arideren darum kämpfe,
ob es der Botschaft von Christus Raum geben will oder
nicht. Doch findet sich eine unmittelbare konkrete Bezugnahme
auf die aktuellen Fragen nicht allzu oft. Erwähnt
sei Nr. 10 „der Christ im Staate" über Rom. 13,
1—10, wo R. anders als etwa neuerdings Althaus, die
Gehorsamspflicht des Christen unbedingt bejaht. In

Nr. 24 „Jugend für Christus" sind die schwierigen Zeitverhältnisse
nur eben angedeutet. In Nr. 27 (Wartende
Gemeinde) wird der Gedanke der Volksgemeinschaft
stark betont, kräftig tritt der biblische Charakter der
Predigten heraus, nicht nur in der intensiven Ausnutzung
der aus mannigfachen Gesichtspunkten heraus gewählten
Texte (fast durchweg kommen sie aus den Briefen,
überwiegend aus den paulinischen; 2 aus dem A. T.,
4 aus den Evangelien, 1 aus der Offenbarung, 1 Doppeltext
), sondern auch in der Gesamthaltung der Gedankengänge
. Diese zeigen eine schlichte, aber innerliche, in
gutem Sinn seelsorgerliche Art, die nach meinem Eindruck
erheblich deutlicher heraustritt als der Kampfcharakter
. Wer in ernster Besinnung vom biblischen
Zentrum aus die Fragen des inneren Lebens durchdenken
will, dabei die Umsetzung der inneren Haltung in das
Leben nicht vergessen, aber auch nicht stark betonen
will, der wird in diesen formgewandten klargeordneten
und feingestalteten Predigten finden, was er sucht.
Breslau-Sibyllenort. M. Schi an.

Berichtigung.

Herr Shunami-Jerusalem macht mich darauf aufmerksam, daß die
von Harrassowitz herausgegebenen „Litterae orientales", welche ich
Theol. Literaturztg. 1937, Kol. 345 in seiner Bibliographie vermißte,
doch unter Nr. 362 dort aufgeführt sind. Wohl durch die Art des
Satzes, in dem diese nicht in Fettdruck an den Anfang der Zeile gerückt
waren, mag ich ihre Aufführung übersehen haben.

Goslar/Harz. Hugo Duensing.

Soeben erschien:

1$tmvi<i) Radier

o. Professor an der Universität Berlin

(Boeles Ctldmis bt$ 0ftm$

188 Seiten, gr. 8°. RM 4—, in Ganzleinen RM 5.50

Von Herders Ahnungen angeleitet, hat Goethe an die Gewinnung einer Gesamtansicht des nahen Orients, zumal
des Persertums, in seiner geschichtlich-geistigen Entwicklung eine durch Jahrzehnte fortgesetzte Arbeit gewendet.
Ihr Ertrag ist der Westöstliche Divan und das Gedicht vom Paria, dessen Gegenstand den Dichter durch vierzig
Jahre bewegte. Die dem Divan beigegebenen, von seinen Lesern wenig beachteten „Noten und Abhandlungen"
enthalten den nach Umfang und Gehalt bedeutendsten Entwurf weltgeschichtlicher Betrachtung, den Goethe
hinterlassen hat. Die Gedichte des Divane und der Paria bergen neben gewissen Stücken der Wanderjahre und
den Schlußszenen des Faust den Inbegriff seiner Deutung der religiösen Welt. Die sieben Aufsätze, die in der
vorliegenden Schrift vereinigt sind, suchen in Gesamtüberblick und Einzelauslegung Goethes orientalische Studien
und ihren Ertragen ihrer Fruchtbarkeit für das Ganze seiner geschichtlichen und religiösen Besinnung aufzufassen
. Dabei tritt ihre fortlebende bildende Kraft und ihre Fähigkeit, in geschichtliche und religiöse Anliegen

der Gegenwart hineinzuleuchten, ungesucht zutage.

Durch jede Buchhandlung zu beziehen

J. C. HINRICHS VERLAG / LEIPZIG

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 15. Januar 1938.

Verantwortlich: Prof. D. W. Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14.
J. C. Hin rieh s Verlag, Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.