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Ausgabe:

1938

Spalte:

369

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Singh, Mohan

Titel/Untertitel:

Gorakhnath and mediaeval Hindu mysticism 1938

Rezensent:

Glasenapp, Helmuth

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Göttingen, und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. BAUER in Göttinnen, Düstere Eichenweg 14, zu senden,
Rezensionsexemplare a u » s c h 1 i e fi 1 i c h an den Verlag. Gewähr für Besprechung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, kann nicht übernommen werden.

Printed in Germany.

j. C. HINRICHS VERLAG, LEIPZIG Gl

63. JAHRGANG, NR. 21 8. OKTOBER 1938

Spalte

A1 e i t h : Paulusverständnis in der alten Kirche
(Loewenich).................380

Auerbach: Wüste und gelobtes Land
(Duensing).................375

B o y a n c £: Le culte des Muses chez les
philosophes Grecs (Dörrie)........371

Hempel: Die Mehrdeutigkeit der Geschichte
als Problem der prophetischen Theologie
(Schmökel).................377

Hessen: Die Geistesströmungen der Gegenwart
(Kesseler)...............391

H uff er: Die Reformen in der Abtei Rijnburg
im 15. Jahrhundert (Hickmann) ....... 386

Spalte

Kneifel: Die evangelisch-augsburgischen

Gemeinden der Kalischer Diözese (Wotschke) 390
Kommende deutsche Heilige (Lerche) .... 384
Latourette: The first five Centuries. A
History of the Expansion of Christianity
(Richter)..................381

Spalte

Schlunk: Paulus als Missionar (Witte) . . 380
von Soden: Der Aufstieg des Assyrerreichs

als geschichtliches Problem (Gustavs) . . . 374
V ö 11 e r: Die Grundfrage des Lebens Jesu

(Preisker)..................37g

Weis weil er: Das Schrifttum der Schule

Liese: Konrad Martin (Lerche)....... 390 Anselms von Laon und Wilhelms von Cham-

Mo h a n Singh: Gorakhnath and Mediaeval

Hindu Mysticism (Glasenapp).......369

Ritter: Die Heidelberger Universität (Köhler) 387
R o s e n f e 1 d : Der heilige Christopherus

(Hennecke).................383

Salvatorelli: Benedikt (Lerche).....382

peaux in deutschen Bibliotheken (Lerche) 385
W i 11 m a n n : Das Isisbuch des Apuleius

(Clemen).................. 369

Z e r w i c k: Untersuchungen zum Markus-Stil

(Kümmel)............'...... 378

Zwingliana (Bosserf)............. 3S7

Mohan Singh: Gorakhnath and Mediaeval Hindu Mysti- Isiacorum mysteriorum teste (1900) und im Rahmen
cism. Lahore, Mercantile Press 1937. (XXII, 94, 40 S.) kl. 8°. ' seines Buches: Das antike Mysterienwesen in religions-

Rupies 25— oder £ 2—. geschichtlicher, ethnologischer und psychologischer Be-
Gorakhnäth ist eine der merkwürdigsten Gestalten leuchtung (1909) behandelt worden. Aber eingehender
unter den Heiligen des indischen Mittelalters. Er wird j noch geschieht das in der vorliegenden Abhandlung,
beute, vor allem im Panjäb und in Nepal, in rempeln ver- j die jene Schriften wohl nicht berücksichtigt, aber im
ehrt, gilt als Begründer der Sekte der Känphata (Schlitz- übrigen die ganze bisherige Forschung zusammenfaßt.
ohr-)Yogis, als Verfasser zahlreicher Werke in Sanskrit ; Außerdem untersucht W. den liturgischen Stil des Apu-
und Hindi und spielt in vielen volkstümlichen Legeiir lejus und weist in ihm — manchmal wohl etwas künst-
den eine Rolle. Auf Grund ausgedehnter Manuskript- < lieh — eine „geradezu unheimliche Mathematik" nach,
Studien versucht der am Oriental College in Lahore ; die zum Teil astrologische Gründe habe. Vor allem
wirkende Verfasser in dem vorliegenden, von Sir Fran- indes wird hier die religionsgeschichtliche Erklärung der
eis Younghusband Betty Heimann und Dal jit Singh be- ! Reden und Vorgänge interessieren, die zunächst von
vorworteten Buche, ein Bild des rätselhaften Mannes ägyptischer Seite her erfolgt. Im Einzelnen können
und seiner Lehre zu zeichnen. Nach ihm soll Gorakhnath diese außerordentlich zahlreichen Deutungen hier nicht
dem 9.—10. Jahrh. nach Chr. angehören (von Farquhar ; wiedergegeben werden, und auch bei ihrer gleichwohl
wird er um 1200 gesetzt), nicht der Begründer, sondern [ noch möglichen Ergänzung oder Kritik muß ich mich
nur der Hauptvertreter der Lehre der Känphata Yogis | auf ganz wenige Beispiele beschränken. So hätte zu
gewesen sein und einen Yoo-a gelehrt haben, der gei- ! !<aP: 9 noch gezeigt werden können, weshalb die Frauen
seigere Zele verfolgte als der sog. Hatha-Yoga, mit «• der Isisprozession die Spiegel hinter ihren Rücken
sugere z.ieic vcnuiKic «» «o sus ,s ' halten — ursprünglich jrewiß nicht um der Göttin

dem sein Name meist m Verbindung gebracht wird Mir , ihr Qef , , ^ tntgegKnmend zu zeigen sondern
scheinen die«.Ausführungen noch *r ^rduj- : woh] J man furchtfteg mit dem ßliä ta*£n SpS
tung zu bedürfen vor allem ist das Verhältnis Gorakh- , sein Bjld und d ; d H,errschaft ub . h ^Q*™
nath's zum Vairayana-Buddhismus zu klaren. Den zwei- ; verliieren Andrerseits was in 17 rL „«m,!^ ..

ten Teil des Buches bilden Übersetzungen des „Gorak- I JdrJ J™£ wünKhe für Eiser nnH ^ammateus,
bodh" und anderer mystischer Gedichte, im dritten Teil eJ, ^chisXr Sorgte und nach ü^f

werden Originaltexte abgedruckt. In der erstmaligen ! |gS v5k£«fö SS t vi (um SfS
Veröffentlichung und Übertragung von bisher unzugang- i christlich auszudrückend mit w i m en wieder
lichem Material liegt der Hauptwert des Buches für j Z Zhl Amen respondiert, wird

die Religionswissenschaft. Es "wäre zu hoffen, daß teÄfe J^^^^St"* ^
Mohan Singh aus dem reichen ihm zu Gebote stehenden ; ^rkhsäheau™Vn£.Z t l u** ^ .U"u
Stoff noch weitere Stücke in Text und Übersetzung ! ph™in ,i «'; £ alenu bestehen.df> wenng eich

mitteilt denn die hier wiedergegebenen Proben zeigen, | X,Fe"nrt? vielleicht nicht mehr ganz sicher zu «kon-
d^rd e unter Gorakhnäths Namen umlaufenden Strophen ! 'udi "nnlP 7'" [difS€S W°,rt darf m?n mcht' w,e

zu dem eSeiiaXsten gehören, was die mystische Poesie ™™n andre §e ?" haben, wegkon].zieren) ve^ax« ge-
zu aem eigenanigsren genuic,., y wesen sgm Soljten diese a[ wl£ bei Paulus , K

KönSwPr erV0Tg H. von o.asenapp. df. ** .die vorangehenden verständlichen

Komgsberg/i r.__- ( Worte steigern, so sei an dieser Stelle auch sonst vor

Witt mann, Willi: Das Isisbuch des Apuleius. Untersuchungen , allem auf die Parallelen hingewiesen, die W. selbst

zur Geistesgeschichte des zweiten Jahrhunderts. Stuttgart: W. Kohl- : zwischen den Isismysterien und den orientalischen

hammer 1938. (xil, 230 S., 1 Abb.) gr. 8° = Forschg. z. Kirchen- Religionen überhaupt einer- und dem Christentum and-

und Oeistesgesch. xil. Bd. RM 15~• j rerseits, sowie zwischen dem Afrikaner Apuleius und den

Das 11. Buch der Metamorphosen des Apulejus war j ebendaher stammenden christlichen Schriftstellern zieht

schon von de Jong in seiner Dissertation: De Apuleio I um dann (S. 173) zu sagen: '

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