Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1938

Spalte:

297-298

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Unger, Eckhard

Titel/Untertitel:

Das antike Hakenkreuz als Wirbelsturm 1938

Rezensent:

Eissfeldt, Otto

Ansicht Scan:

Seite 1

Download Scan:

PDF

Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Göttingen, und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugepreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und pelrhrre Mitteilungen eiml a u ■ I c h 1 i e 111 ch an Professor D. BAUER in Güttingen, Düetere Eichenweg 14* zu senden,
Kezeniionacxemplare ausschließlich an den Verlag. Gewähr für Besprechung von unrerlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besondcm mich bei Zusendung nach Güttingen, kann nicht übernommen werden.

Printed in Germany.

J. C. HINRIGHS VERLAG, LEIPZIG Cl

63. JAHRGANG, Nr. 17 6. AUGUST 1938

Spalte] Spalte

Andersen: Paulus Hebe (Achelis) .... 319

Baetke: Religion und Politik in der Germanenbekehrung
(Clemen).........314

Breysig: Die Meister der entwickelnden
Geschichtsforschung (Neumann)......319

Clemen: Dunkle Stellen in der Offenbarung
Johannes (Schneider).......311

Evans-Wentz: Yoga und Geheimlehren
Tibet (v. Glasenapp)............300

— Milarepa, Tibets großer Yogi (Ders.) . . 301

Feine: Einleitung in das neue Testament
(Bertram)..................311

Gerdts-Rupp: Magische Vorstellungen
und Bräuche der Araukaner (Clemen) . . 298

Jeremias: Jerusalem zur Zeit Jesu (Staerk) 308

Zeitschrift für bayrische Kirchengeschichte

(Bossert)..................315

Blätter für württembergische Kirchengeschichte
(Bossert).............316

Kleinknecht: Die Gebetsparodie in der

Antike (Breithaupt).............302

Müller: Das Alte Testament (Hertzberg) . 305

Kleine Mythologie (Herter)..........299

Die zwölf Kleinen Propheten (Beer).....305

Rappaport: Antikes zur Bibel und Agada

(Duensing).................308

R e h m : Textkritische Untersuchungen zu den
Parallelstellen der Samuel-Königsbücher
und der Chronik (Rost)..........304

Spalte

Arbeiten und Mitteilungen aus dem neutesta-
mentlichen Seminar zu Uppsala (Kümmel) 309

Unger: Das antike Hakenkreuz als Wirbel-,
Sturm (Eißfeldt)..............|

— Wahrsage-Symbolik (Ders.)........

— Orientierungs-Symbolik (Ders.)......

Urkundenbuch d. Erzstifts Magdeburg (Lerche) 314
Vi erkandt: Familie, Volk u. Staat in ihren

gesellschaftl. Lebensvorgängen (Kesseler) . 301
Vivekänanda: Räja-Yoga (v. Glasenapp) 301
Walter: Mystik und Rechtfertigung beim

jungen Luther (Markgraf).........317

Well er: Anahita (v. Glasenapp)......299

Zoepfl: Deutsche Kulturgeschichte (Vorwahl) 313
Zwingliana (Bossert).............318

Unger, Eckhard: Das antike Hakenkreuz als Wirbelsturm. Abbildungen ausgestattet sind, kann der Leser, wenn

Berlin: H. Witting in Komm. 1937. (16 S., 12 Abb. auf 4 Taf.) gr. 8° nicht ein Urteil über die verschiedenen Auffassungen,

= Welt und Mensch im Alten Orient Nr. i, hrsg. von E. Unger. rm 1.75. so doch einen Einblick in die für sie maßgebenden

Ders.: Wahrsage-Symbolik. Berlin: H. Witting 1937. (32 S., 4 Abb.) I Argumente gewinnen

gr.8° = Welt und Mensch im Alten Orient Nr. 2, hrsg. von E. | Ha„e/Saale otto EißfeIdt.

Unger. KM l.io.

Ders.: Orientierungs-Symbohk. Berlin: H. Wdtmg 1937. (56 S.) I Gerdts-Rupp, Elisabeth: Magische Vorstellungen und Bräu-

gr.8° = Welt und Mensch im Alten Orient Nr. 3, hrsg. von che der Araukaner im Spiegel spanischer Qllellen seit der Con.

E- Unger. KM 2.25. qujsta. Hamburg: Conrad Behre 1937. (166 S., 1 Kte.) 8°. = Ibenj-

Das Hakenkreuz — so Heft 1 — ist im Bereiche der amerikanische Studien des Ibero-ainerikanischen Instituts Hamburg,

altorientalischen Hochkulturen den nichtsemitischen Su- Bd. 9. rm 4.50.

merern bekannt gewesen und symbolisiert bei ihnen Die Verfasserin dieser außerordentlich gründlichen

den aus vier Winden bestehenden Wirbelsturm. Bei den unrJ deshalb höchst verdienstlichen Schrift behandelt in

semitischen Akkadern, die hier seit 2800 v. Chr. die , deren erstem Teil die Vorstellungen der Araukaner,

Sumerer abgelöst haben, findet sich kein Beleg für das , die freilich ebenso, wie manche ihrer Gebräuche, nicht

Hakenkreuz. Um 750 v. Chr. taucht es dann, aus indo- als magisch, sondern als religiös zu bezeichnen gewesen

germanischen Einflüssen stammend, in Vorderasien wie- j wären. Zunächst spricht sie hier von den Vorstellungen

der auf. Die Semiten haben es also offenbar als etwas Von der Seele und zeigt, daß „eine Seelenzweiheit ge-

Fremdartiges empfunden und abgelehnt. ; glaubt wurde, bei der die zweite Seelenform sich aus

Das 2. Heft sucht in die krause Welt der auf 80 000 der ersten nach einem gewissen Zeitablauf entwickelt"
Stück geschätzten babylonischen Omina Sinn und Ord- (S. 20). Außerdem kannten die Araukaner „eine weinung
hineinzubringen, indem es u. a. der Entstehungszeit | tere und zwar an den toten Körper gebundene Seele, die
dieser Literatur nachgeht und die den Entscheidungen, | mit der endgültigen Auflösung des Leichnams erlosch"
ob gut oder böse, normal und fehlerhaft usw., zugrunde- | (S. 21). Die Vorstellungen von Ort und Beschaffenheit
liegenden Prinzipien aufzuspüren sich bemüht und dabei : des Jenseits waren nach den Berichterstattern verschie-
daraus keinen Hehl macht, daß solches Bemühen in vie- den, und ebenso diejenigen von übernatürlichen We-
len Fällen ohne Erfolg bleiben muß. sen göttlicher und dämonischer Art. Der Pillan war

Das 3. Heft schließlich führt die verschiedenen Ar- der Stammvater, wurde aber auch mit dem als Herr über

ten vor, nach denen die Bewohner des antiken Mesopo- , Leben und Tod und als Lenker aller Dinge gedachten,

tamien sich selbst und ihre Bauwerke, kultische wie pro- sowie noch andern göttlichen Wesen identifiziert. Als

fane, zu orientieren pflegten, und legt dabei besonderes , Mittler zwischen Menschen und höheren Wesen betrach-

Gewicht auf die Orientierung nach den vier Winden oder teten die Araukaner den machi oder Heilmagier, calcu

den von diesen in Anspruch genommenen Quadranten oder Hexer, huecubuye oder Geisterbeschwörer und

Südost, Nordwest, Nordost und Südwest, während es der dungube oder Wahrsager, Zeichendeuter, als ihre Helfer

— für Babylon und Borsippa freilich bezeugten — astro- , teils Geister, teils Tiere, die den anderwärts angenom-

nomischen Orientierung geringere Bedeutung beimißt. J menen Naguals entsprachen. Auch sonstige solche Fabel-

Der Fach-Assyriologe muß entscheiden, wieweit U n- < wesen wurden vorausgesetzt und kommen in den endlich

gers Aufstellungen zutreffen und ob die von ihm zu- [ noch mitgeteilten Zauberliedern der machi, den Mär-

rückgewiesenen Meinungen — namentlich das 3. Heft chen und Legenden vor, unter denen die Flutsage be-

ist nicht arm an Polemik — wirklich irrig sind. Da alle sonders interessant ist und entsprechend ausführlich be-

drei Hefte aber mit Quellenbelegen unterbaut und mit j handelt wird.

297 298