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Ausgabe:

1938

Spalte:

210

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Strothmann, Rudolf

Titel/Untertitel:

Die religiösen Kräfte Asiens 1938

Rezensent:

Merkel, Franz Rudolf

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Güttingen, und Prof. 1). Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

MaDuokripie und gelr-hrir Mittrilutifcrn linH ausnrhlieftlich an I'rofeisor D. BAUER in Göttinfern, Düstere Eichenweg 14, iu tenden,
Rezensionsexemplare ausachlieülich an den Verlafc. Gewlhr fflr Besprechung von unTcrlangt gesandten Rexenaions-
exrmpiaren, besonders noch bei Zusendung nach Göttinnen, kann nicht Übernommen werden.

Printe«) in Germany.

J. C. HINRICHS VERLAG, LEIPZIG Cl

63. JAHRGANG, Nr. 12

4. JUNI 1938

Spalte

Besse]: Der Gekreuzigte und Auferstan-I

dene (Kracht)................>223

"~ Das Kommen Jesu Christi (Ders.) . . . .)
Co] well: The Four Gospels of Karahissar

(Seesemann).................214

Cnmont: L'Egypte des Astrologues (Bonnet) 209
Geißler: Die Glaubensgenossen (Schian) , 220
Gundert, Schubring, Strothmann:
Die religiösen Kräfte Asiens (Merkel) ... 210

Spalte

Güntert: Altgennanischer Glaube nach
Wesen und Grundlage (deinen).....211

Kenyon: The ehester Beatty Biblical Papyri
(Bauer).................216

Kerönyi: Apollon (Heiter)........212

Lake: Family II and the Cothex Alexan-
drinus (Seesemann).............214

Langosch: Wilhelm Meyer aus Speyer und
Paul von Winterfeld (Klapper).......220

Origenes Werke (Bauer)...........218

Spalte

Rohrbach: Der Gottesgedanke in der
Welt (Kesseler)...............221

Roth: Franz von Mayronis O. F. M. (Koch) 219

Sanders, Ogden: The Text of Acts in
MS 146 of the University of Michigan
(Scesemann).................214

Schmid: Untersuchungen zur Geschichte
des griechischen Apc.-Textes I (Seesemann) 214

Seil ii t z : Warum ich noch ein Christ bin
(Strasser)..................223

Cnmont, Franz: L'ßgypte des Astrologues. Brüssel: Fondation mäerzeit beschäftigt, unentbehrlich sein. Gute Indices
£gyptoiogique Reine Elisabeth 1937. (254 s.) gr. 8°. < erleichtern seine Benutzung.

Lange ist die Forschung an der reichen astrologi- |

Bonn. Hans B o n n e t.

sehen Literatur, die in der Zeit der Lagiden in den Tem- j -——--•

Pein Ägyptens entstand, vorübergegangen. Auch die Ar- Gundert, Wilhelm Schubring, Walther, u. Rudolf Stroth-
beiten des Verf.s und Krolls sowie Qundels schöne Ent- ™nn : D/?/,e''?l^e"^räft0e„ As,ens- Hamburs: HanDs^isc0hne
deckung eines neuen hermetischen Buches haben ihr Verlagsanstalt 1937. (48 S.) gr. 8 . RM 2.80.

nicht die Beachtung verschafft, die sie auch in weiteren Anläßlich der 1. Auslandswoche: der Hansischen Universität in Ham-

Kreisen verdient. Denn sie unterrichtet nicht nur über ' burK wurdcn von den dor,,gcn Fachvert^,c'n dre! Vortrage zum Thema
die astrologische Praxis; sie zeichnet in den Zuständen,
die sie schildert oder voraussetzt, zugleich ein Bild ihrer
Zeit, das in seiner Unmittelbarkeit von hohem Quel-
leiivvert ist. Diese Bedeutung der Texte eindringlich zu
machen und den Weg zu ihrer Benutzung zu bahnen,
ist des Verf.s Anliegen. So trägt er zusammen, was in
jhnen an Aussagen über die politischen und gesellschaftlichen
, die religiösen und die moralischen Zustände geborgen
ist. Er begnügt sich dabei nicht mit einer zusam- J Wandlungen IUf"j«p^r*diem Boden thu^nich^
mentassenden Uberschau; er läßt in Anmerkungen, die t bd aber njcht wie das Christentum den ursprünglichen Kult der natio-
3" Umfang erheblich Über die Darstellung hinausgehen, nalen Götter (Kami) bekämpfte, sondern sich den Shintoismus förmlich
OlC wenig bekannten und oft sehr schwer zugänglichen einverleibte und dadurch Japan vor religiösen Kämpfen bewahrte. — Der
Texte selber ZU Wort kommen. So findet jeder, der an Indologe W. Schubring schildert in kurzen Zügen ,Die brahmani-
ifgend einer Seite des Lebens der Ptolemäerzeit interes- ! sehe Kultur im heutigen Indien', das „noch heute den Anspruch erheben
fiert ist, bequem gesammelt, was seinen Zwecken dienen j kann das klassische Und der Religion zu sein, nicht nur beim Blick
kann I Vergangenheit, wo wir das Werden von religiösen Vorstellungen,

,Die religiösen Kräfte Asiens' gehalten, die nunmehr im Druck vorliegen.
Der Japanologe W. Gundert sprach auf Grund eines jahrelangen Aufenthalts
im Lande selbst über .Nationale und übernationale Religion in
Japan' und sucht darin verständlich zu machen, daß „Japan auf dem
eigentlich religiösen Gebiet von ähnlichen Fragen bewegt worden sei
und bewegt wird wie wir selbst", und daß „die Auseinandersetzung
zwischen nationaler und übernationaler Religion dort ebenso eine Rolle
spiele wie in Deutschland"; der Nationalkult des Schintoismus, der sich
bis heute erhalten, steht der aus dem Westen 552 n. Chr. eingedrungenen
übernationalen Religion des Buddhismus gegenüber, der verschiedene

A. , i Mythologien, Richtungen und Bewegungen verfolgen" können, sondern

Auch dem Religionshistoriker bietet das Buch reiche , auch Jn dcr 0egenwart WOi heute wie einst| das Kesamte täs;liche Le_

Belehrung. Der Aufbau des sakralen Apparates, das ben im Zeichen religiösen Brauches und Herkommens steht". Der religiöse

tinströmen fremder Kulte und Glaubensformen, Super- j Charakter der brahmanischen Kultur tritt im kulturellen und sozialen

Stjtion und magische Praxis werden in einer Fülle von I Leben überall zutage und es kann niemand Indien verstehen, der diese

Einzelzügen beleuchtet. Nicht immer tragen sie neue Wesensgrundlage nicht zu würdigen sich bemüht. ,Die geistigen und

Erkenntnisse bei; z. T. sind sie aus anderen Quellen, | politschen Kräfte des Islam im Vorderen Orient' sucht Rud. Stroth-

die der Verf gleichfalls verzeichnet, bekannt, aber sie j mann darzulegen, indem er die heutige Krisis und die erwachende

gewinnen doch durch die Schau, in die sie gerückt sind, Renaissance im Islam aufzeigt, wobei der Koran „als Bekenntnis den An -

an FinH..: i- ui * ..„a n*. i , !/_ .....„Aprhnrpr sPruch erhebt, die genaue Wiedergabe des Wortes Gottes zu sein und wie

AnJh W'?-e4lt * a Vm a !S S ein magisches Bindeglied der ausgedehnten religiösen Propaganda dient. Der

Anschaulichkeit ist etwa das Bild, das wir von dem Trei- j Js,amische ReiigionSgiaube hat sich als das bleibende Gut unter allem

"en in den Tempelbezirken gewinnen, m denen Men- Geschichtserleben erwiesen" und er ist „die einzige Religion, welche

Sehen verschiedenster Art zusammenströmen: Oeschei- : niemals ernsthafte Verluste an Gläubigen zu verzeichnen gehabt hat."

terte und Mißhandelte, die bei der Gottheit Schutz Und | Der schlichten Einfachheit dieses Gottcsglaubens gelang die Bekehrung

1 gerade der primitiven Völker und namentlich in Afrika hat der Islam
noch weites Feld seiner wachsenden Ausbreitung. So gewähren diese
Vorträge einen aufschlußreichen Einblick in das religiöse Ringen in

Geborgenheit suchen,' Kranke, die nach Heilung verengen
, fromme Büßer, die Gut und Leben der Gottheit

Weihen wunderliche Heilige, die vom Volk; hochgeehrt I Japani-Indien und im vorderen Orient; doch wäre auch eine Analyse

lehrend und Orakel spendend unter Kasteiungen und Kor- der reljgiösen Uge ,fl chjna sehr erwünscht gewesen.

Perhcher Vernachlässigung leben • München_ R.F.Merkel

So wird das Buch jedem, der sich mit der Ptole-

20!) 210

U-B.TÜB.