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Ausgabe:

1937

Spalte:

98-100

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Wechßler, Eduard

Titel/Untertitel:

Hellas im Evangelium 1937

Rezensent:

Fascher, Erich

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Seite 1, Seite 2

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Güttingen, und Prof. ü. Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und pelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Profennor I). BAUER in Göttingen, Düstere Eichenweg 14, zu senden,
Kezcnflionftexrmplare ausschließlich an den Verlag. Gewähr für Besprechung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, kann nicht übernommen werden.

Printe«) in Germanv.

J. C. HIN BICHS VERLAG, LEIPZIG Cl
62. JAHRGANG, Nr.6 13. MÄRZ 1937

Spähe

Büch sei: Theologie des Neuen Testaments

(Preisker).................. 100

Dunin Borkowski: Spinoza (Kesseler) 107

Hart mann: Zur Grundlegung der Onto-

logie (Eisenhuth).............. 109

Heinisch: Das Buch Numeri (Rudolph) 97

Spalte Spalte

Hersey: Seele und Gefühl des Arbeiters
(Vorwahl)..................110

Heussi: Der Ursprung des Mönchtums
(Dörries)..................101

Lilje: Luthers Geschichtsanschauung (Nöl-
deke)....................106

Schoenebeck: Der Mailänder Sarkophag
und seine Nachfolge (Jursch).......103

Statuta capitulorum generalium ordinis Cister-
ciensis (Herbst)...............104

Wechssler: Hellas im Evangelium (Fascher) 98

Heinisch, Prof. Dr. Paul: Das Buch Numeri, übersetzt und er- i herkömmlich zu E stellt, von Heinisch viel lernen. Überklärt
. Bonn: Peter Hanstein 1936. (xill, 141 S., l Kartenskizze) j haupt ist der Kommentar bei aller Kürze so klug und
gr. 8°. = Die Heilige Schrift des Alten Testamentes. II. Bd., l. Abt. , umsichtig daß ihn die Numeri-Exegese nicht übersehen

RM 4.80; geb. 6.40. 1

Dieser Band schließt die Lücke, die in dem bekannten
Bonner Kommentarwerk für die Erklärung des Hexa-
teuchs noch bestand. Er entstammt derselben Feder
wie die Kommentare zu den drei ersten Mosebüchern

kann.

Gießen. W. Rudolph

Wechssler, Eduard: Hellas im Evangelium. Berlin: Alfred
Metzner 1936. (405 S.) 8°. Geb. RM 8—

Bei einem Buch des Hexateuchs ist die Stellung des Er- ; Es ist eine eigentümliche Erscheinung der wissen-
klärers zur Quellenfrage besonders wichtig. Heinisch j schaftlichen theolog. Literatur der letzten Zeit, daß einläßt
sich leider auf keine eigentliche Auseinanderset- j drucksvolle, vom Fachmann wie vom Laien anerkannte
zung mit der „neueren Urkundenhypothese" (S. 13) I Bücher von Männern der Praxis oder von Nichttheologen
ein, sondern begnügt sich mit einer (oft sehr zutreffen- j geschrieben werden. Zur Gruppe der letzteren möchte
den) Kritik an einzelnen Stellen und setzt im übrigen ; ich das vorliegende Werk des Berliner Romanisten reCh-
seine eigene Anschauung positiv dagegen. Sowohl bei j nen, welches von intensiver Beschäftigung mit der weit
den Gesetzen als auch bei den geschichtlichen Stücken j verzweigten theolog. Fachliteratur zeugt und in Stil und
nimmt er einen umfangreichen mosaischen Grundstock Sprache erkennen läßt, daß hier ein Gestalter von hohen
an, auf dem spätere Hände (bei den Gesetzen bis in die i Qualitäten sich mit einem Stoff beschäftigt hat, der ihm
nachexilische Zeit hinein) weitergebaut haben. Der ; jahrelang Herzenssache war und nun fertig geformt
Hauptredaktor der erzählenden Darstellung hat in der j als reife Frucht auch anderen etwas geben soll. Nach
Richterzeit gewirkt, zu seinem Werk sind aber später ■ den einleitenden Sätzen des Vorworts nimmt der Ver-
noch allerlei Stücke z. Tl. beträchtlichen Umfangs hin- j fasser eine Mittelstellung ein: ihm genügt nicht, die
zugekommen. Daß diese Aufstellungen teilweise recht j Heilsbotschaft sich mit allen Kräften der Seele anzu-
hypothetischen Charakter tragen, wird zwar im Vorwort eignen, wie es der schlichte Bibelgläubige tut, ihm haben
betont, hätte aber im Kommentar selbst noch stärker j auch Probleme der Kirchen- und Dogmengeschichte fern
heraustreten dürfen. Wenn Heinisch z. B. in Nm 11 ; gelegen, ihn interessiert die geistige Ahnenreihe Jesu,
oder in Nm 12 oder in Nm 13 f. leicht glossierte, sonst ; der geistige Werdegang des Erlösers und der lebendige
aber einheitliche Berichte sieht, verkennt er die vorlie- J Wesenskern der neuen Botschaft d. h. eine vornehmlich
genden Schwierigkeiten und, was wichtiger ist, verwischt , „rein geschichtliche Fragenreihe", welche z. B. alle ebner
theologisch bedeutsame Unterschiede. Oder der Vor- J stologischen Probleme ausschaltet, um sich mit Jesus
schlag, in 21,12—20 den Weg einer kleineren, von der j von Nazareth und seiner Botschaft zu befassen. Das
Hauptmasse getrennt marschierenden Abteilung zu sehen, j von W. Bauer vor Jahren in der Festgabe von Ad. Jü-
hat keinerlei Anhalt im Text, so daß die abweichende | lieber (1927) angeschlagene Thema: „Jesus der Gali-
Reiseroute in Nm 33 eben anders erklärt werden muß. i hier" wird hier ins Große dargestellt! Jesus zwischen
Auch für den geldgierigen Bileam, der in diesem Korn- j Judentum und Griechentum, so wie ihn die weltoffenen
'Tientar wieder auftaucht, ist innerhalb von Nm 22—24 j und der griechischen Kultur zugewandten Kirchenväter
kein Raum, auch nicht in 22,19 oder 22,22. Und wenn | vor Augustin gesehen haben, soll hier als Vollender des
Heinisch das als Einheit gefaßte Kap. 25 selbst als un- i Besten aus zwei antiken Kulturen vor unserem geistigen
vollständig empfindet, ist das der beste Beweis dafür, ; Auge erstehen. Die künstliche Kluft zwischen vorchrist-
daß es auf diesem Wege nicht geht. Gerade das Stu- j liebem und christlichem Weltalter soll beseitigt werden
diuni dieses Kommentars zeigt, daß das Ineinander damit man die Voraussetzungen dieses Lebens Werkes
zweier vollständiger Quellenschriften J und P immer i besser verstehen oder — wie W. Seite 17 mit He<*el
noch die beste Lösung der Schwierigkeiten ist. (Bei Nm I sagt — „als eine Gipfelhöbe im Weiterschreiten des gött-
»Of. wird anerkannt, daß hier zwei verschiedene Er- liehen Weltgeistes innerhalb der Weltgeschichte" be-
zählungen ineinander geschoben sind.) Dagegen kann greife. Der Theologe von heute wird hier schon amner-
man in der Beurteilung der Stücke und Verse, die man ken, daß der Verf. mit dieser Einstellung das Problem

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