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Ausgabe:

1937

Spalte:

373-375

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Clemens Alexandrius IV. Band 1937

Rezensent:

Koetschau, Paul

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373

Theologische Literaturzeituns 1937 Nr. 21.

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bendiges Bild von der reichen Persönlichkeit Burkitts.
Seine besondere Wesensart kommt zu klarem Ausdruck.
Man freut sich, daran erinnert zu werden, daß es ihm
auch an äußeren Ehrungen nicht gefehlt hat.

In wie hohem Maße diese verdient gewesen sind,
dessen wird man sich erneut bewußt, wenn man zum
Schluß durch die Forschungstätigkeit Burkitts hindurchgeleitet
wird. Zum guten Teil hat sie ihren Niederschlag
in dem Journal of Theological Studies gefunden,
und diese Zeitschrift hat im Oktober 1935 (Vol. XXXVI,
pp. 337—346) eine Liste seiner veröffentlichten Arbeiten
gebracht. Diese umspannen ein außergewöhnlich umfassendes
Gebiet. Natürlich sind sie von ungleichem
Wert, doch nicht wenige von hervorragender Bedeutung
und einige derart, daß sie den Namen ihres Verfassers
auf sehr lange hinaus in der Wissenschaft lebendig
halten werden. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen
, daß man auf seine weitreichende Entdeckung,
daß die Pe9chitta auf Rabbula zurückgeht, je wird verzichten
wollen. Und seine abschließende Ausgabe des
syrischen Evangeliums der Getrennten wird man mindestens
solange dankbar gebrauchen, als nicht neue
Funde eine neue Edition nötig machen werden.
Göttingen. W. Bauer.

Bachmann, Prof. D. Philipp: Der erste Brief des Paulus an
die Korinther. 4. Aufl. m. 26 S. Nachträgen von Ethelbert Stauffer.
Leipzig: A. Deichert 1936. (VI, 514 S.) gr. 8°. = Kommentar zum
Neuen Testament, hrsg. v. Theodor Zahn. Bd. VII. RM12— ; geb. 14—.
Bachmanns Kommentar zum 1. Korintherbrief wurde
in der ersten, 1905 erschienenen, Auflage von Heinrich
Holtzmann besprochen: Th LZ. 31, 1906, Sp. 432—434.
Die dritte Auflage kam 1921 heraus. Erich Klostermann
urteilte über sie 48, 1923, Sp. 158: „Im Ganzen
weicht die dritte Auflage von der vorhergehenden, und
selbst von der ersten, nirgends wesentlich ab". Die
vierte Auflage druckt den Wortlaut der dritten unverändert
neu. Aber sie fügt auf S. 488 ff. rund 25 Seiten
mit Nachträgen hinzu, auf die ein Sternchen am Rande
des ursprünglichen Textes an der betreffenden Stelle
hinweist. Auf ihnen sind von Ethelbert Stauffer „einige
neuere Arbeiten, Beobachtungen und Gesichtspunkte zur
Geltung gebracht".

Damit sind Art und Umfang der Neugestaltung richtig
gekennzeichnet, und das „einige" würde allenfalls
noch die Frage erlauben, nach welchen Gesichtspunkten
die Auswahl der Probleme wie der um sie bemühten Literatur
erfolgt ist. Hier vermag jeder Mitforscher Ergänzungen
zu geben und wird jeder allerlei vermissen,
wie ja diese ganze Art, Bücher am Leben zu erhalten,
nur als Notbehelf erträglich erscheint. Nur eins: ein
Buch wie das von Karl Staab, Pauluskommentare aus
der Griechischen Kirche aus Katenenhandschriften gesammelt
und herausgegeben 1933 hätte mindestens in
den ergänzenden Literaturbericht aufgenommen werden
müssen. Auch hätte ich zu S. 30 Theodoras von Mop-
suestia, Commentarius in B. Pauli ap. epistolas etc. eine
aufklärende Note gewünscht. Der Anfänger, der diese
Auslegung zwischen der von Chrysostomus und der
von Theodoret genannt findet, muß notgedrungen auf
die Meinung verfallen, in dem Kommentar Theodors
wäre der erste Korintherbrief ausgelegt, während er
doch nur die kleineren Briefe, von Galater an, umfaßt.
Güttingen. W. Bauer.

Clemens Alexandrinus IV. Band: Register, von D. Dr. Otto
Stählin , II. Teil, 1. und 2. Hälfte. Wort- und Sachregister
(632 S.) mit Einleitung zu dem Gesamtregister und mit Nachträgen
und Berichtigungen zu der Ausgabe (LXXXS.). Leipzig:
J. C. Hinrichs 1936. = Die griechischen christlichen Schriftsteller der
ersten drei Jahrhunderte. Bd. 39, 2/3.
Von dem zweiten Teil des Registerbandes zu
Otto Stählins Ausgabe des Clemens Alexandrinus, dem
ausführlichen Wort- und Sachregister, ist die
erste Hälfte («ßaOi'ig bis xüoiocl im Juni 1936 und die
zweite Hälfte (xuqioc bis o>xe<j;) im November 1936 erschienen
. Meine eingehende Prüfung hat ergeben, daß dieser
zweite Teil des Gesamtregis.ters ebenso sorgfältig
wie der von mir in dieser Zeitung Nr. 11 Sp. 199 f.
vom 25. Mai 1935 besprochene erste Teil (Zitaten-
Testimonien-Initien-Eigennamen-Register) gearbeitet worden
ist und dasselbe Lob und denselben Dank der
Benutzer verdient. Aus der beigefügten Einleitung
zu dem Gesamtregister erfahren wir, daß dieses schon
im Mai 1932 druckfertig vorlag. Während der erste
Teil 1934 erscheinen konnte, wurde der zweite Teil
(Wort- und Sachregister, 632 Seiten) in der kurzen
Zeit vom 9. Dez. 1935 bis 20. Juli 1936 im Satz
fertig gestellt.

Otto Stählin hat uns nicht einen bloßen Index grae-
citatis zu Clemens AI. geben wollen, sondern mit gutem
Grund ein ausführliches Wort- und Sachregister
für die an Schwierigkeiten überreichen Clemenstexte
in jahrelanger mühevoller Arbeit geschaffen
, dessen Wert für die Clemensstudien als recht groß
bezeichnet werden muß. Denn es enthält 1. den ganzen
Wortschatz des Clemens AI. und zugleich das aus
seinen Schriften zu erschließende Schriftgriechisch
Alexandrias um 200 n. C. und bietet 2. den Gedanken-
> gehalt der Clemens-Schriften in so übersichtlicher Weise
dar, daß man aus den größeren Artikeln wie yv&oiii
(9 Spalten und 17 Teile), 5fös (29 Spalten), xüoioc. (mehr
als 11 Spalten), ?.<>y<>? (13 Teile, wovon der letzte
wieder in 7 Unterteile zerfällt), cpiXooocpia (fast 7 Spalten
), ^ux'l (ß'/z Spalten) usw. die theologischen Anschauungen
des Clemens AI. bequem entnehmen kann.
Daher bildet dieses Register einen „Schlüssel" zum Verständnis
des teilweise recht schwer verständlichen Tex-
| tes der Clemensschriften und ersetzt fast einen Kom-
; mentar dazu. Auch ist es für O. Stählin bei seiner
; Übersetzung der Clemensschriften in der Bibliothek
der Kirchenväter, II. Reihe (Verlag von Kösel und
Pustet) nach seiner eigenen Angabe (Vorbemerkung zur
Übersetzung der Stromata S. 9 f.) von großem Nutzen
| gewesen.

Wenn auch das Register „das Lesen des Textes
nicht überflüssig machen" will, so erkennt man doch
deutlich das Bestreben des Verfassers, „den einzelnen
Artikel lesbar zu machen" (Einl. S. XI). Das wird besonders
durch eine geschickte und wohl überlegte Gliederung
der Artikel nach der Wortbedeutung und durch
die gelegentlich angegebene deutsche Übersetzung erreicht
. Bei aller gebotenen Kürze hat St. das Register
doch so ausführlich gestaltet — z. B. sind sowohl
Substantiva als auch die dazu gehörigen Adjektiva gesondert
verzeichnet, auch ist oft der ganze Gedanke
statt des in Betracht kommenden Teils abgedruckt —,
so daß man bei jedem Wort eine klare Übersicht über
seine Verwendung durch Clemens AI. erhält. In einzelnen
Artikeln, z. B. bei <m&Qut und itOg und besonders
bei mö;, lesen wir sehr ausführliche Exzerpte aus dem
Text, dazu auch Hinweise auf verwandte Artikel zur
Orientierung des Benutzers, vgl. z. B. n>"XM S. 821 a
Mitte (II 458,6), wo die erste von 5 Zeilen genügt
! hätte, und S. 822a vor der Mitte (II 371,8). Natürlich
sind aus Raumersparnis bei zahlreichen Worten nicht
alle Stellen notiert (was durch das Zeichen f an"
gedeutet wird), auch nicht bei dhrdorootc, öjtoxdXwjiic,
äoxTjoic,, öat'u.cov, £xxkn,mtt, £ÜavYEÄ.iov, xöau.o<;, Juotic, und
andern, wo man die vollständige Angabe wünschen
könnte. Wertvoll und unentbehrlich ist ferner das Register
, weil es nicht nur die bisher schon gedruckten
Versuche der Textverbesserung, sondern auch die Ergebnisse
der Weiterarbeit am Text nach dem Erscheinen
von Stählins Ausgabe (besonders von J. Jackson)
berücksichtigt, Vgl. z. B.fbiaoxeto, guio|em, cutonmöio, sjiqiöü),
Eiracpäou.ai, öyy.vl'kopai, alum. Für die Benutzung des Re-

fisters muß man auch wissen, daß beim Abdruck der
teilen oft unnötige Worte weggelassen sind, und daß
der betreffende Ausdruck meistens eine allgemeinere und
vom Wortlaut des Textes abweichende Fassung bekom-