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Ausgabe:

1937

Spalte:

209-210

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Munch, Peter Andreas

Titel/Untertitel:

The expression Bajjôm Hāhū' is it an eschatological terminus technicus? 1937

Rezensent:

Kuhl, Curt

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Güttingen, und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÜTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet v on Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.30

Manuskripte uud pHrhrte Mitteilungen sind b u bs r h I i e b I i ch an Professor t). BAUER in Güttingen, Düstere Eichenweg 14, tu senden,
RezerjsioniieKernplare au mtrhliebtich an den Verlag. Gewähr für Besprechung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, kann nicht übernommen werden.

Printed in Germany.

J. C. HINKICHS VERLAG, LEIPZIG C 1

62. JAHRGANG, Nr, 12

Spalte

Felder: Jesus von Nazareth (Michel) . . . 210

Die deutsche evangelische Hcideiimission . . 223

Kosnetter: Die Taufe Jesu (Michel). . . 212
Meyer: Das Übersinnliche bei Hermann

Stehr (Vorwahl)............... 222

Michel: Der Brief an die Hebräer (Büchsei) 213

Spalte

Münch: The Expression bajjöm hähü (Kühl) 209
Ncderlandscli Archief voor Kerkgeschiedenis

(Köhler)...................216

Schneider: Die Einheit der Kirche nach

dem Neuen Testament (Seesemann) .... 214
Schneider: Gedenkbuch der Evangelischen

5. JUNI 1937

Spalte

Kirche in Polnisch-Oberschlesien (Lerche) . 216
VC ei Bieder: Goethes „Faust" und das

Christentum (Knevels)...........217

Wiesenhütter: Protestantischer Kirchenbau
des deutschen Ostens in Geschichte
und Gegenwart (Ficker)..........214

Münch, Peter Andreas: The Expression bajjöm hähu'. Is it an
eschatological Terminus technicus? Oslo: Jacob Dybwad 1936. (69 S.)
8°. = Avhandlinger utgitt av Det Norske Videnskaps-Akademi i
Oslo IL Hist.-Filos. Klasse 1936 Nr. 2. Kr. 3.75.

Bei der Erörterung der Einleitungsformeln prophetischer
Verheißungen hatte H. üreßmann in seinem
»Messias" besonders auf „Kinnovaan jenem Tage" hingewiesen
. Münch, der schon in einer früheren Veröffentlichung
die Bedeutung dieses Ausdrucks im Buche
Jesaja untersucht hatte, unterzieht sich in der vorliegenden
Arbeit der Aufgabe, sämtliche bajjöm hahu'-Stel-
len des AT.s daraufhin zu prüfen, ob hierin wirklich
eine Einleitungsformel für eschatologische Prophezeiungen
, ein eschatologischer terminus technicus vorliegt.
Diese Frage ist zu verneinen zunächst bei allen Erzählungstexten
, in denen der Ausdruck rein temporal gebraucht
wird (S. 7f.); dann aber auch bei einer ganzen
Reihe prophetischer Texte (S. 9—15). Besondere Aufmerksamkeit
gebührt all den Stellen, an denen dieser
Ausdruck als Einleitung selbständiger Orakel, scheinbar
ohne jede Beziehung, vorkommt. Wie für Jes. ergibt
sich dem Herrn Verfasser auch sonst, daß dieser Ausdruck
, sofern er nicht temporal zu verstehen ist, als
redaktionelle Verbindungsformel zu gelten habe, zumal
er in metrischen Abschnitten außerhalb des Metrums
steht, also anscheinend sekundär ist (S. 20ff.); ja, an
einigen Stellen (S. 52—56) glaubt Münch die Absicht
der Zufügung dieses Ausdrucks zum Zweck der Anknüpfung
noch aufzeigen zu können. Hatte schon Greß-
niann seine Beobachtung dahingehend eingeschränkt, daß
sich nicht immer mit Sicherheit entscheiden lasse, ob es
sich um eine eschatologische Formel handelt, so kommt
Münch zu dem Ergebnis (S. 56—57), daß bajjöm haha'
eine alte Zeitbestimmung sei, die anscheinend zum alten
Erzählungsstil (vielleicht J) gehörte und diesen Charakter
als Zeitbestimmung auch behalten habe. Aber
gerade deshalb sei der Ausdruck in nachexilischer Zeit
von Herausgebern und Sammlern von Propheten Worten
gern als Bindewort zur zeitlichen Verknüpfung und
Zusammenstellung ursprünglich selbständiger Abschnitte
gebraucht worden. Die Untersuchung ist mit viel Geschick
und Umsicht unter Heranziehung der einschlägigen
'-iteratur geschrieben. Zum Text von I. Sam. 3, 12 hätte
n,°ch auf Caspari (Komm. S. 55) verwiesen werden sollen
. Weithin wird man Münch zustimmen können. Fraglich
bleibt mir jedoch, ob gerade in Sammlungen wie
Jes. 7, 18—25 oder Zef. 1, 7—13 der Ausdruck als
verbindungswort aufzufassen sei oder ob er nicht viel-
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mehr als Stichwort für die Zusammenstellung gedient
! habe.

Berlin. Curt Kühl.

F e 1 d e r, P. Dr. O. M. Cap.: Jesus von Nazareth. Ein Christusbuch.
Paderborn: Ferdinand Schöningh. 1937. (383 S.) RM 5—; geb. 6.80.

Es ist ein ernstes Anliegen der theologischen Wis-
: senschaft, der Kirche, der Laienwelt und der Öffentlichkeit
einen Einblick in den gegenwärtigen Stand der Jesusforschung
zu gewähren. Man hat ja manchmal den
Eindruck, als wenn die Verkündigung und die Geschichte
' Jesu dem heutigen Menschen ganz besonders fremd werden
wollten. Andererseits ist die Person Jesu das Wichtigste
an der exegetischen Arbeit und verlangt in erster
Linie Rechenschaft. Auch die gewissenhafte, sachgemäße
Exegese und die Darstellung der Geschichte Jesu, der
Versuch, der Verkündigung und der Person Jesu näher
zu kommen, können nur aus einer letzten Entscheidung
für oder gegen ihn, als eine besondere Art des Zeugnisses
und Bekenntnisses, erstehen und den Dienst tun,
der in der Gegenwart besonders notwendig ist. Da es
auch heute eine römisch-katholische Verkündigung und
Kirche gibt, muß es notwendig auch ein katholisches
Christusbild geben, und es bleibt notwendig, sich diese
Erinnerung und Erwähnung (dvduvn.ois) des lebendigen
Christus der Bibel vor Augen zu halten. Das vorliegende
I Jesusbuch — lebendig, fesselnd, mit Liebe geschrieben —
i stammt aus einer jahrzehntelangen Bemühung um eine
J fruchtbare Überwindung der Skepsis und des Rationa-
j lismus und will — wie auch das Vorwort lehrt —
als eine Fortsetzung früherer Studien verstanden werden
(„Wer bezüglich Literaturangaben und Kontroversfragen
I ein mehreres wünscht, muß nach wie vor auf das
j Hauptwerk zurückgreifen."). Eine bestimmte Kenntnis
| des wissenschaftlichen Materials und der damit ge-
[ gebenen Fragestellung ist dem Verf. nicht abzusprechen,
I obwohl er in der Leistung der historisch-kritischen Theo-
i logie und der formgeschichtlichen Betrachtung eigentlich
! nur das zersetzende, zum Bekenntnis der Kirche im
I Widerspruch stehende Moment erkennen will. Wie die
exegetische Arbeit im römisch-katholischen Lager durchweg
, so ist auch dies Buch grundsätzlich apologetisch
i bestimmt, ohne daß darüber hinaus ein wirklicher Ein-
| blick in die wissenschaftliche Methodik des Verf. möglich
wäre. Auch ein besonderes exegetisches Verständnis
bestimmter Schriftstellen, das die Auffassung und
; Eigenart des Verf. prägen könnte, wird man schwerlich
I entdecken können. Das Buch besteht aus 18 „Vorträ-

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