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Ausgabe:

1936

Spalte:

41-43

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Revue de l'Histoire des Religions, 45ème et 46ème année 1936

Rezensent:

Baumgartner, Walter

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES, Göttingen, und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, Berlin

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D.WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt, bearbeitet von Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, und Bibliothekar Lic. E. STEINBORN, Berlin.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

M.nu.kripte und gelehrte Mitteilungen lind au.Bchließli ch an Profoor D. BAUER in Güttingen, Dü.tere Eichenweg 14, »u .enden,
Re.en.ion.exemplare • u > • c h 1 i e 6 1 i c h «n den Verlag. Gewähr für Be.prechung von unverlangt ge.an.ltenRe.en.ion.-
exemplaren, be.onder. noch bei Zu.endung nach Göttingen, kann nicht Übernommen werden.

Frinted in Germany.

VERLAG DER J. G HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
61. JAHRGANG, Nr.3 1. FEBRUAR 1936

Spalte

Baptisten-Welt-Kongreß, Fünfter (Völker) . . 56
Bell: Fragments of an unknown Gospel

(Kümmel).................. 47

Curtis: Die neue Mystik (Neumann) • ■ ■}

— Versenkung und Heilung (Ders.).....f 63

— Der Weg des Schweigens (Ders.) . . . . J

Spalte

Moloch (von Soden)............ 45

Ganzheit und Struktur (Neumann)..... 62

Haefeli: Sprichwörter und Redensarten

aus der Zeit Christi (Seeseniann)..... 64

Hesel er: Hagiographica (Opitz)..... 55

Luckey: Johann Gerhard Oncken und die

„ , _ t „ . D . Anfänge des deutschen Baptismus (Völker) 56

Eißfeldt: Molk als Opferbegnff im Puni- " ■ r ' '

sehen u. Hebräischen u. d. Ende des Gottes (Martens: Taten Gottes im Osten (Völker) 56

Spalte

Neugebauer: Platonische Mystik (Breithaupt
) .................... 43

Revue de l'Histoire des Religions (Baumgartner
) ................... 41

Schlatter: Die neue deutsche Art in der

Kirche (Eisenhuth)............. 61

Turmel: Histoire des Dogmes (Koch) . . 53

Windisch: Paulus u. Christus (Fascher) 49

Revue de l'Histoire des Religions, publiee sous la Direction de maschtu bei der Ausbildung mit wirksam gewesen. Wenn
R. Dussaud. Secretaire de la Redaction Ed. Dhorme. Paris: E. für die Chabiru nunmehr feststehen dürfte, daß es nicht
Leroux. Tome CX, 45«ne^nnee, 1934 (290 S.) Tome CXI. 46*me ethnische, sondern Standesbezeichnung ist, so erscheint
annee, 1935 (328 S.) gr. 8°. mjr rjie Möglichkeit, daß Ibrl im AT. bereits durchgängig
Aus dieser immer gehaltvollen Zeitschrift seien die Volksname ist, weder durch die Ausführungen von L.,
folgenden Aufsätze erwähnt. noch durch die ähnlich lautenden von M. Noth in der
Tome CX: Außer einem interessanten Essay von Procksch-Festschrift (1934) widerlegt. Ebenso ist der
Seymour de Ricci über Salomon Reinach und seine Schluß auf die ursprüngliche Götternatur bei Laban
„methode comparative" (S. 1—28) und einer an C. usw. etwas rasch gezogen: wo Gott, Stadt (Berg) und
Agrippas Planetensiegel anknüpfenden Studie von E. Individuum im AT. denselben Namen tragen, besteht
Cazalas über „magische Quadrate" (S. 66—82; hier S. doch noch die andere Möglichkeit, daß beim letzteren
76 f. eine Erklärung der vielerörterten Hexenworte im eine ursprünglich theophore Bildung so verkürzt wurde,
Faust „Aus eins mach zehn usw.") vor allem ein Auf- oder aber das Individuum Sagenrepräsentant (Heros
satz von J. Lewy: „Les textes paleo-assyriens et l'An- eponymos) des Stammes ist, womit die Frage, ob hinter
cient Testament" (S. 29—65), der aus den „kappa- dem Namen ein Gott steht, völlig irrelevant wird (Gad>);
dokischen" Keilschrifttexten vom Kültepe ein reiches wie das sicher bei den 12 Söhnen Jakobs der Fall ist
und wertvolles amoritisches Material (Sprache, Namen- so vielleicht auch bei Ana, der Gen. 36, 20 ff., I Chron'
bildung, religiöse Vorstellungen) zum AT. beibringt und I 1,38 ff. ja ebenfalls als Stamm erscheint. Daß die Tradi-
auswertet, u. a.: zur Rolle des Kleiderzipfels in I. Sam. tion des AT. jeweils erst näher analysiert werden muß
24 (S. 31 ff.); wie „Chabiru" so auch „Hebräer" im gilt für die Behandlung der Patriarchengeschichten und
AT. zunächst noch appellativisch als (Halb-)Nomaden j ihrer Gottesbezeichnungen, wo El Eljon und „Schöpfer
und deren Nachkommen (S. 33 ff.); die Dämonin La- von Himmel und Erde" ursprünglich Beinamen des
maschtu (früher Labartu gelesen), die Tochter Anus, < amoritischen Gottes Schalem, und El Schaddaj, dem
wegen ihrer bösartigen Pläne vom Vater aus dem Hirn- amoritischen Ilabrat entsprechend, der Stammesgott der
mel herabgestürzt; mit jüngerem Gegenstück bei Ad. Fal- Patriarchen sein soll (S. 56 ff.): daß es sich um von
kenstein, Literarische Keilschnfttexte aus Uruk (1931) j Jahwe ursprünglich verschiedene Gottheiten handelt, ist
Nr. 33 Vs. 11—14, als mythisches Vorbild zur jüdisch- längst bekannt; die von L. für gerade diese Verteilung
christlichen Vorstellung vom Sturz des Satan (S. 41); 1 vorgebrachten Gründe sind nicht zwingend, und daß die
Tiamat in Personennamen und demnach wohl auch mit Verheißung weiten Landbesitzes (15,18) erst hinter
Kult (S. 42); Ana, männliches Seitenstück zur Göttin Abrahams Huldigung an den Landesgott (14, 12 f.) er-
Anat, in Esaus Schwiegervater Gen. 36, 2, und die- folge, beweist vollends nichts, da die Kapitel quellen-
ser und ebenso Laban, Nahor, Sarug ursprünglich meso- mäßig ganz verschieden liegen. Auch die Deutung des
potamisch-amoritische Götter (S. 43 ff.); im Zusammen- Namens Abram als „mein Vater ist Ram", nach einem
hang von Ausführungen zu Alts „Vätergott" und zum bisher überhaupt nicht belegten männlichen Äquivalent
El Elion von Gen. 14 (S. 50 ff.) eine einleuchtende Er- ; zu einer amoritischen Göttin Rama (S. 58 f.) verdient
klärung des Namens Jerusalem: „Gründung (Jerü- ne- ; vor der durch Parallelen (s. Baudissin, Kyrios III 77
ben Jen- und Jar-, vgl. Jarmuti, Jarimuta und hebr. j bis 80) hinlänglich gesicherten Auffassung als „mein
bttn bsir, itt. botaT)) des Gottes Salim" usw. (S. Vater ist erhaben" schwerlich den Vorzug. Und'wenn
56 ff.). — Die Bedeutung dieses Materials springt ohne endlich L. in Gen. 38, weil das altassyrische und heti-
weiteres in die Augen und wir haben allen Grund, für tische Gesetz eine Leviratspflicht auch des Schwiegerseine
Zugänglichmachung dankbar zu sein. In der An- vaters kennt, bloß eine „harmlose und ergötzliche Episo-
wendung auf das AT. wird man gelegentlich anders ur- de" aus dem Leben des Patriarchen Juda findet, deren
teilen, namentlich schärfer unterscheiden müssen: Da rechtlicher Hintergrund den Hörern noch voll'bewußt
Satans und der Engel Sturz zunächst in der Kombina- gewesen sei (S. 30 f.), so läßt sich doch für das israeli-
tion von Gen. 6,1—4 und Jes. 14,12—15 wurzelt, wäre tische Recht eine solche Ausdehnung der Leviratspflicht
höchstens zu fragen, wie weit Mythen wie der von La- weder sonst noch aus dieser Geschichte erweisen; fußt

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U.3.TÜB.