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Ausgabe:

1935 Nr. 8

Spalte:

151

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Harnack, Theodosius

Titel/Untertitel:

Die Kirche, ihr Amt, ihr Regiment 1935

Rezensent:

Jelke, Robert

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Seite 1

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151

Theologische Literaturzeitung 1935 Nr. 8.

i:>2

Mitteilungen aus den „Kirchenvisitationen im Dekanat
Neustadt a.A." von 1576—1598. M. Weigel gibt
„Verzeichnis und Verteilung der Hinterlassenschaft" "des
i. J. 1569 in Burglengenfeld verstorbenen Superintendenten
Dr. Joh. Faber; leider fehlen die Bücher ganz. Wurde
auf diese bei der Teilung kein Wert gelegt? „Zur
Reformationsgeschichte des Reichsdorfs Sennfeld bei

Aus dem Ernst der Krisis unserer Kirche ist es entstanden
und will helfen, daß die Bibel wieder in unsern
Häusern heimisch und bekannt wird, „denn es ist ein
aberwitziger Traum, in einem Volk, das die Bibel nicht
mehr kennt, eine evangelische Kirche haben zu wollen".
Läßt das Vorwort in die Gegenwartsnot der Kirche hineinschauen
, so halten sich die Andachten doch fern von

Schweinfurt" teilt F. Bendel einen Brief des Domherrn j allem, was man heute oft unrechter Weise „kirchenpoli-
Graf Poppo von Henneberg von 1539 mit aus dem her- , tisch" nennt; sie bringen Evangelium und nur Evange-
vorgeht, daß das Dorf damals einen lutherischen Pre- j lium. Sie beschränken sich dabei nicht wie die meisten
diger hatte. Th. Wotschke bietet eine weitere Reihe 1 Andachtsbücher auf die Auslegung und Anwendung eines
„Neue Urkunden zur Geschichte des Pietismus in j einzelnen Spruchs, sondern bieten, was so nötig und in
geschichte Karl Frdr. Bahrdts" von 1769, die zeigen, Wirklichkeit gar nicht so einfach ist, Bibelfesen im
Bayern", H. Clauß fünf Briefe „Zur Entwicklungs- 1 Zusammenhang mit kurzer Betrachtung, einem Gebet
wie das orthodoxe Erlangen sich gegen die Aufklärung : in einem oder zwei Sätzen und einem Liedervers. Im
wahrte. K. Schorn bäum weist „zur Geschichte des ! Advent werden Stellen aus Deuterojesajas behandelt,
Katechismus im Fürstentum Brandenburg-Ansbach" auf ' dann Matth., 1. Petr., Joh. und auch der für solche An-
die Verbreitung eines Katechismus von 1731 und die Ab- ! dachten nicht leicht zu verwendende Römerbrief, bei
Schaffung des Kargschen Katechismus nach 238j.Ge- dem sich der Verf. besonders als Meister der prak-
brauch i. J. 1802 hin. tischen Exegese zeigt. Der größte Vorzug des Buches:

Horb. G. Bossert. , Weil er Evangelium und nur Evangelium bringt, genügt

-- I es einerseits geistig höheren Ansprüchen und ist andrer-

Harnack, Prof. Dr. Theodosius: Die Kirche, ihr Amt, ihr Regi- i seits auch dem einfachen Christen verständlich. Für die
ment. Grundlegende Sätze m. durchgehender Bezugnahme a. d. sym- ; Hausandacht außerordentlich brauchbar, wertvoll auch
bolischen Bücher d. lutherischen Kirche zur Prüfung u. Verständigung. I durch ausführliche Lutherzitate.
Nürnberg 1862. Gütersloh: C. Bertelsmann 1934 [anast. Neudruck]. u.n«. c „.,, , ..

(XVI, 90 S.) 8°. RM 1.50. I Halle a-s- Wilhelm U se n er.

Hat die vor kurzem erfolgte Neuherausgabe des grossen
Werkes unseres Autors über „Luthers Theologie
mit besonderer Beziehung auf seine Versöhnungs- und
Erlösungslehre" durch die freundliche Aufnahme, die
sie fand, ihre Zustimmung gefunden, so dürfte die Neuherausgabe
unserer kleineren Schrift Th. Harnacks erst
recht auf Verständnis stoßen. Harnack schrieb die Schrift
in einer Zeit, als im Gefolge der schweren politischen
Erschütterungen der vierziger Jahre um Kirchenregiment
und Kirchenverfassung gekämpft wurde. Mögen
nun die Fronten, die heute im gleichen Kampfe um die
äußere Organisation der Kirche sich gegenüberstehen,
den Fronten von damals gegenüber noch so verschieden
sein, das Objekt, um das der Kampf geht, ist doch der
gleiche. Und wenn Harnack für die Kämpfe seinerzeit
der Meinung war, daß sie zum Segen der Kirche nur
dann ausgehen würden, wenn das Zeugnis der Väter
über die Botschaft und die Gestalt der Kirche wieder
gehört würde, so gilt das für die Kämpfe unserer Tage
nicht minder. Dabei will Harnack durchaus nicht eine
Theologie, für welche die Kirche mit ihrem Glauben
nur Objekt und nicht auch und vorerst Subjekt des
Erkennens ist. Aber er nimmt für die echte reformatorische
Theologie, und zwar ebenso im Namen des Glaubens
wie im Namen der Kirche, das Recht und die
Pflicht in Anspruch, auf die Forderungen des wissenschaftlichen
Geistes einer jeden Zeit einzugehen, das
gegebene Bekenntnis der Kirche einer erneuten Untersuchung
zu unterziehen, es durch freie Reproduktion
aus dem Worte Gottes als selbsteigenen Besitz der Gegenwart
zu erweisen und an der Weiterbildung desselben
nach ihren Kräften zu arbeiten. Wer diese Aufgabe der
Theologie anerkennt, der wird in unserm Büchlein ein
brauchbares Hülfsmittel für solche Arbeit finden. Wie
selten ein anderes Büchlein führt es klar und knapp,
sorgsam und sicher in die Lehre der symbolischen Bücher
unserer lutherischen Kirche ein.

Heidelberg. Robert Jelke.

Dibelius, Otto: Heimkehr zum Wort. Ein Andachtsbuch a. d.

Bekennenden Kirche. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1934.

(320 S.) gr. 8°. geb. RM 3.80 ; Gcschenkausg. 5.50

Mit großer Freude zeigt der Berichterstatter dieses
neue Andachtsbuch „aus der bekennenden Kirche" an.

Der erste in Deutschland erscheinende

Bildbericht

über die Ausgrabungen in Dura-Europos

in dem soeben erschienenen Heft 3 der

Theologischen Studien
und Kritiken

Neue Folge

Herausg. von D. Otto Eißfeldt u. D. Gerh.
Heinzelmann

Aus dem weiteren Inhalt des Heftes:
Zur Verchristlichung der Psalmen durch Luthers
Übersetzung (Fritz Hahn)

Die Eigenart des johanneischen Erzählungsstiles
(Martin Blumenthal)

Germanisches Heidentum und christliches Erziehungsbemühen
in Karolingischer Zeit
nach Regino von Prüm (Gottfried Fl ade)

Jährlich sechs Hefte von je 5 Bogen Umfang
Heftpreis einzeln M 4—, im Abonnement M 3.50

LEOPOLD KLOTZ Kl VERLAG/GOTHA

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 27. April 1935.

I.v. W. g. - Verantwortlich: Prof. D.W.Bauer in Göttingen, Düstere Eiclienweg 14; für den Anzeigenteil: C. Kunze, Leipzig.
Verlag der J. C. H i nri ch s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.