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Ausgabe:

1935

Spalte:

66-68

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Roller, Otto

Titel/Untertitel:

Das Formular der paulinischen Briefe 1935

Rezensent:

Preisker, Herbert

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D.WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet v. Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, u.Lic.H. SEESEMANN. Göttingen

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

M..a.kripte ond «lehrte Mitteilungen sind . a. ■ c h 1 i e i 1 i ch .n Prof...or D. BAUER in GBttingen. Dtt.tere Eichenweg 14, .» senden,
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VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
60. JAHRGANG, Nr. 4 16. F E B R U A R 1 935

Spalte1 Spalte
Arseniew: Der urchristliche Realismus und

die Gegenwart (Wendland).........76

Brunstäd: Ist eine Sozialethik der Kirche

möglich ? (Wendland)............77

Clarke: Liturgy and Worship (Schian) . . 72
Jahrbuch für Liturgievrissenschaft (Schian) . . 73

Lortz: Geschichte der Kirche (Lempp) ... 68

Reallexikon der Assyriologie (Gustavs) .... 65

Roller: Das Formular der Paulinischen
Briefe (Preisker)..............66

Schön ig: Anton Josef Binterim (1779-1855)
als Kirchenpolitiker und Gelehrter (Lerche) 69

Spalte

Stange: Die Bedeutung des Gebetes für
die Gotteserkenntnis (Jelke)........71

Stapel: Volkskirche oder Sekte? (Knevels) . 74

Tögel: Der Religionsunterricht im neuen
Deutschland (Redcker)...........78

Vogelsang: Umbruch des deutschen Glaubens
von Ragnarök zu Christus (Witte) . . 65

Reallexikon der Assyriologie. Unter Mitwirkung zahlreicher Fach- kommen ließ? Hier liegt eine wirkliche Not. Diese Not

gelehrter hrsg. v. Erich Ebeling und Bruno Meißner. 2. Bd. ' ist nicht scharf genug gefaßt, der Weg zur Lösung

2. Lfg. Berlin: w. de Gruyter & Co. 1934. (S. 81-160). Lex. 8°. ; nicht deutlich genug gezeigt. Es ist nur einiges ange-

RM 6—. deutet. Die Probleme des Heliand werden z. B. deshalb
Die vorliegende Lieferung beendet den Buchstaben auch nicht in voller Schärfe gesehen. Der Heliand-
B, erledigt C und bringt noch ein Stück von D (Burnak- , Dichter weiß im Grunde den Verrat der Jünger, der
ka-Datenlisten). Es finden sich wieder eine Reihe von : „treuen Degen", und das Leiden Christi nicht in das
Artikeln, die auch für den Theologen beachtenswert , Deutsche einzubauen. Es geht in der Tat auch nicht
sind, z. B.: Buße; Chaos; Chemie; China und Babylo- j in der Synthese, wie Vogelsang einmal richtig sagt,
nien; Dagan; Damaskus; Dämonen; Dämonenbilder; Da- ; Aber es fehlt dann der Satz, daß die Christusbotschaft
niel; Därejawös: Darlehen; Datenlisten. — Im einzelnen • aller Menschenart, auch der deutschen, entgegen ist,
sei auf folgendes hingewiesen: „Buße" im Sinne von ganz entgegen, und daß sie daneben ganz anStrafgeldern
und Wergeid büßen; über „Bußpsalmen" | ders, als es gemeint ist von den Völkern,
sollen unter „Gebet" und über „Bußriten" unter „Sühne- ; das leise Sehnen aller Völker nach einem Mehr, als'
riten" besondere Artikel folgen. — „Chemie"; naturlich sie haben, zur Erfüllung bringt. Das Letztere hat Vo-
als chemische Technologie zu verstehen, die u. a. Re- gelsang angedeutet mit seiner Bemerkung über den
zepte für die Herstellung von Emaille usw. brachte. — Sinn der deutschen Märchen. Es ist alles, was Vocelsano-
„China und Babylonien"; der Verf. des Artikels, Un- hier schreibt, interessant zu lesen. Aber für die0gnmrfL
gnad, nimmt an, daß die alten Bildschriften der Ägyp- sätzliche Klärung der Hauptfrage gibt die Schrift die
ter und der Chinesen erst durch sumerischen Einfluß zu | Hilfe, die man von ihr erwartet, nicht im erwünschten

Maße.

Berlin. Johannes Witte.

einer richtigen Schrift umgestaltet wurden. — „Dagan";
schwerlich semitisch zu erklären; es bleibt nur die Vermutung
, daß der Name aus der Sprache eines vorsemitischen
Volkes stammt, das in prähistorischer Zeit I

am oberen Eunhrat saß- denn hier liegt der Ausgangs- Roller, Otto: Das Formular der Paulinischen Briefe. Ein

punkt der Verehrung Dagans. - Zum Namen „Daniel" : ,ZYU' Jom S*«1*«^*- Koh^"mer

'p;ct qxui - ,. °~ n. Fi hin Hip sirh in Hpn 1933- (XXXI. 658 s- m- 7 Tab.) 8. = Beitrage z. Wiss. v.

weist Bohl auf die Gottheit Dn-tl hin, die sich in den ; A]ten u Neuen Testament Begr y R Kim + Hrsg y A Au u Q

epischen Fragmenten aus Ras-Samra finde. Kittel. 4. Folge, H. 6. (Der ganz. Sammig. H. 58.) RM 36—.

Hiddeusee. Arnold Gustavs. R. bietet eine gründliche, sehr beachtliche Studie.

Schon der Umfang mit 238 S. Text und 416 S. An-

Vogelsang, Erich: Umbruch des deutschen Glaubens von merkungen bezeugt die genaue Behandlung der ein-
Ragnarök zu Christus. Tübingen: J. C. B. Mohr 1934. (72 s.) schlägigen Fragen in peinlicher Exaktheit. Das erste
8°- RM 2-. ; Kapitel setzt sich mit Recht und Grenze der Stilkritik
Der Verfasser schildert zunächst die Grundzüge des : auseinander. Dabei werden Gunst und Ungunst der
deutschen Charakters, auch dessen Schattenseiten nicht ! Schreibmittel, des Diktierens der Briefe, die Hilfe der
verschweigend, gibt eine kurze Darstellung des vor- i Tachygraphie und der Schreiber („Sekretäre") ebenso
christlichen, deutschen Glaubens und des „Einbruchs ; eingehend behandelt wie die Unterschiede der Briefe
des Christentums" und stellt dann das Problem auf: von Urkunden und Literatur. Ein Brief ist nach R. eine
Wie verhält sich Germanentum und Christentum zu- schriftliche Botschaft an eine bestimmte Adresse mit
einander? Nun sollte man eine prinzipielle Lösung die- ; formal festgelegter Einkleidung. Wesentlich sind ihm
ses Problems erwarten. Sie kommt aber nicht. Sondern i Erkennbarkeit von Absender, Empfänger, der Vollstän-
es wird an einigen Beispielen (Heliand, Parzival, Lu- I digkeit von Anrede und Unterschrift. Danach sind alle
ther) gezeigt, wie Deutsches mit Christlichem sich eint. I paulinischen Briefe wirkliche Briefe. — Das zweite Ka-
Aber hier fängt ja der Streit erst an. Ist nicht bei j pitel vergleicht die paulinischen Briefe mit Ausstattung
diesen guten Deutschen das Christentum die Hemmung j und Formular der antiken Briefe. R. wägt nach Wortgewesen
, die ihr Deutschsein nicht voll zur Entfaltung I und Buchstabenzahl ab und kommt zu dem Ergebnis,

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UrR TÜR