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Ausgabe:

1935

Spalte:

431-432

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Auslanddeutschtum und evangelische Kirche ; Jahrbuch 1934 1935

Rezensent:

Usener, Wilhelm

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitimg 1935 Nr. 23.

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ist und wie man künstlerisch eingestellt ist. Aber den j ist. Ob die Art dieses Vorgehens wirklich, wie behaup-
meisten Urteilen kann ich zustimmen. Sehr fein ist die j tet wird, die Fehler der preußischen Union von 1817

Schranke der Lieder P. Gerhardts aufgezeigt und dann
doch ihre überragende Bedeutung klar gemacht. Prächtig
die Einführung und Darstellung und Bedeutung der
Lieder Luthers. Gabriels Büchlein bringt viel und hat
viel zu sagen. Nur schade, daß so Vieles aus Raummani-
gel klein gedruckt wurde. Es stört so sehr beim Lesen
des Buches und manches sehr Wichtige steht fast in
kleinem Druck. Die beigefügte Literaturangabe zeigt, wie
G. im Stoff zu Hause ist und für dieses so volkstümliche
Buch wissenschaftlich gearbeitet hat.

Bonn. Fr. H au n.

Auslanddeutschtum und evangelische Kirche. Jahrbuch 1934.
Hrsg. von D. Dr. Ernst Schubert. München: Chr. Kaiser 1934.
(336 S. m. mehr. Abb. u. mehr. Ktn.) 8°. geb. RM 4 — .

Schluß des außerordentlich wertvollen Buches.

Halle a. S. Wilhelm Usener.

vermieden hat? Ob das richtig ist, daß der Generation,
die die großen ökumenischen Bewegungen hervorgerufen
und getragen hat, der Nachwuchs unter der Jugend
, auch unter der theologischen Jugend fehle, dürfte
hinsichtlich der theol. Jugend wohl auch bezweifelt werden
. Ein schönes Bild ökumenischer Zusammenarbeit
mit verschiedenen anderen Nationen bietet der Herausgeber
Ernst Schubert, Der ökumenische Charakter
deutscher evangelischer Auslandsgemeinden
, der Bilder aus der Entwicklung bedeutsamer
evangelischer Auslandsgemeinden, in denen dieser
Charakter besonders deutlich zur Geltung kommt, bringt.
Von eindringendster Sachkenntnis zeugt der Aufsatz des
Generalsekretärs des Gustav Adolf Vereins Heinrich
Geißler, Zum Verhältnisvonevangelischer
Das neue Jahrbuch mit seinen wertvollen Beiträgen K 1 rfJ e-u n.d pS^u 1 e im Auslandd e u t s c h tu ....
schließt sich seinen beiden Vorgängern würdig an. Zu- j ü£*£gS*JÄ^ÄS
nächst Aufsätze grundsätzlicher Besinnung und dann j °X

Schilderungen von verschiedenen Gebieten des evange- , beit im Ausland und das Auslan d deutsch-
llSChK a ÄÄ; D a s A u s 1 a n d d e u t s c h- : «Ä^KlSÄ

tum im Wandel der Zeiten führt nach histon- : gg£ KÄl^S ^ {f£
sehen Betrachtungen ,n die Lage des Auslanddeutsch- z . fflr dfc ökum,enizität der deutschen ?Vangeli-
tum wie sie nach der nationalsozialistischen Erhebung h^ , jh Liebesarbeit schni(ei.ziich dabe? zu

erscheint, hinein. Hans Beyer behandelt in t.efgrun- fa . ^ dj Charakt;r der Kaiserswe^Hier
digen^Gedankengängen in Auseinandersetzung mit der WeltkJ?ieg und z. j bis heute in der Behand.

einschlägigen Literatur namentlich Carl-Schmidt, M. Hil- { die&er UebeSwerke anerkannt ist. Die andern Bei-
debert Böhm, H a n s F r e y e r, R e i c h Vo 1 k, R e c h t trä|£ führen ung nach Kki , dem übri Osteuro-
m ihren gegenseitigen Beziehungen und Abgrenzungen. ^ Südafrika mit ^ Abbildungen und Statistiker
ha rd May der Pfarrer von Cilly, bespricht aus- ' h MateHal Zwei Kart die die territoriale Ab-
fuhrheh die Bedeuten g e i ner e y a ngel i sehen gren der ev Kirche in Kleinpolen und die evangeli-
Lehre vom Volk für das Auslanddeutsch- *h Siedlungen in Jugoslawien zeigen, machen den
tum in sehr nüchterner Beurteilung der Organe und SHl,„r hps ^^„^ wp^IW R,,rHr^
Organisationen, die das Auslanddeutschtum außer der
Kirche hat. Die Kirchengemeinde ist die letzte und einzige
Gemeinschaft, die durch ihr Dasein die metaphysische
Bindung des Volks bezeugt. Die Gefahr ist, daß
der nationale Säkularismus in die Kirche eindringt. Mit
ganz besonderem Interesse verfolgt darum das Auslanddeutschtum
das Zusammentreffen von evangelischer
Theologie und Politik. M. knüpft dabei an den Aufsatz
von Hermann Sasse im vorigen Jahrbuch, Das Volk nach
der Lehre der evangelischen Kirche, an. Im Gegensatz
zu S. betont M. das Volk als Schöpfungswirklichkeit
Gottes. Mit großem Ernst wird von der christlichen
Amtspflicht, die jeder Auslanddeutsche habe, geredet, der
isolierte „private" Mensch sei eine geradezu unchristliche
Erscheinung. Ob allerdings seine Forderung, daß
die ökumenische Bewegung die Aufgabe erfüllen soll,
maßgebliches zu einer gerechten Neuordnung von Staat
und Volkstum zu sagen, da die Minderheitskirchen dazu
nicht gehört würden, Aussicht auf Berücksichtigung finden
wird, und ob man wirklich darauf hören wird, ist
doch wohl zweifelhaft. Eine sehr gründliche und beachtenswerte
Arbeit steuert der Oberkirchemrat im Auslandsamt
der deutschen ev. Kirche Friedrich Wilhelm
Krumm acher bei, Die ökumenische
Aufgabe der deutsch-ev. Kirche. Die theologische
und kirchliche Krise findet sich nicht nur in
Deutschland, sondern auch in andern Ländern und Kirchen
. Wer die kirchliche Entwicklung in Deutschland
anders sieht wie der Verf. wird im einzelnen allerdings
manchmal zu andern Urteilen kommen. Wenn er davon
spricht, daß man im Ausland die politische Bewegung
in Deutschland nicht habe verstehen können, als sie über
das rein Politische hinausging, so ist das gewiß richtig,
aber die starke Ablehnung des kirchlichen Geschehens
der letzten beiden Jahre dürfte doch wohl auch auf dem
Eindruck beruhen, den das Ausland davon hatte, wie
man in der deutschen evangelischen Kirche vorgegangen

3ur Ocncfis ber bialefettfchen Sheologie!

35oroii5eige!
2) c m n ü d) ft e r f d) e t n t:

,,$artl) unb Oaerfcedt"

©in 33eitrag jur «enefis ber bialefetifdjen Sfjeologie im
£id)ie ber gegenroärtigen tfceologifchen Situation

oon 5>r. theol. $ans Schinbler
<preis etroa 4.50
2)er 'Bctfaffcr t)crfud)t, ausgehenb von Bartb's Vortrag über
„Unerledigte Anfragen an bie heutige Rheologie" eine erfdjöp»
fenbe Bchanblung ber theoloqiegefd)irf)tlid)en Delation „"Bart!)
unb Ooerbcck". 2Hit ben OTitteln l)iftorifd)er Ärittk ftellt er
junädjft bas ucrfd)icbene Anliegen betber Sheologen klar heraus.
5luf bem S)intergrunb ber bisherigen SMskuffion bes 'Problems
„Coerbeck" tut er fobann bie Unmöglid)keiten bar, eine fo oöllig
im Jfegatiuen oerbarrenbe Zenbenj roie bie bes Bafeler ©e»
lehrten irgenbroie unter einen nofitioen 'Jlfuekt ju rüdten ober
gar ju oerdjriftlichen. 3n ber nod) oerbleibenben frjftematifd)en
^Behanblung ber in Srage fteljenben Delation finbet er fd)liefe=
lid) in Barth, ben 2luologeten, ber burd) legte "Rabikalifierung
ber ©ebankengänge feines „Slhnherrn" oergeblid) foroobl beffen
Polemik ju begegnen, roie bas (Sfjrtftentum überhaupt ficher»
aufteilen fud)t. 9Jiit biefem 'Beitrag glaubt ber 'Berfaffcr ein
2Dort jur Cage fagen ju bürfen, infofern für ihn in ber 'Ber*
binbung bes einzigen nofitioen unb oon Barth unberückfichtigt
gebliebenen Sjinroeifes Ooerbedts mit bem allezeit ^Richtung
gebenben SJnfafc Barthfdjen Sbeologifierens ein roefcntlidjes
äRoment ber Älärung liegt.

Leopold Klotz ftA Verlag/Gotha

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 23. November 1935.

Verantwortlich: Prof. D.W.Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14.
Verlag der J. C. H i n r i c h s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.