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Ausgabe:

1935 Nr. 22

Spalte:

408

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Brunner, Emil

Titel/Untertitel:

Natur und Gnade 1935

Rezensent:

Traub, Friedrich

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung 1935 Nr. 22.

408

Menschen erreicht werden, oder soll Gottes Wort zu j (S. 198ff.), die seiner Zeit scharfe Kritik auslöste; eine
seinem Rechte kommen?" (S. 40), und: „Ist der Gottes- ! ergänzende Anmerkung dazu fügte der deutsche Herausdienst
eine Frömmigkeitsübung oder eine Versammlung , geber Prof. D. J. Richter in Berlin bei, sodaß dieser

der um das Wort gerufenen Gemeinde?" (S. 53). Will
man so scharf göttliches Wort und menschliches Han
dein scheiden, so müßten schließlich Gottesdienst und

Zwischenfall in brüderlichem Einvernehmen endgültig
erledigt scheint. Es ist ein reichbewegtes, von Erfolgen
gesegnetes Leben, das an uns vorüberzieht und wenn

Predigt fallen. Beides sind menschliche Veranstaltungen, j einmal in kommenden Jahren eine Typologie der Re-
die Erwägungen menschlicher Art erfordern. Riebtiger , ligion geschrieben wird, dann dürfte die Typologie der
lauteten die Alternativen: Soll hier etwas erreicht werden | amerikanischen Prägung christlicher Lebensformen einer
durch Mittel, über welche die Menschen von sich aus - besonderen Analyse wert sein, wovon gerade John R.
verfügen, oder durch zeugnismäßige Verkündigung des ' Mott als einer der hervorragendsten Vertreter gelten
Worts als des gottgegebenen Mittels? und: Ist der j kann.
Gottesdienst eine Frömmigkeitsübung aus den Kräften
religiöser Menschen, oder ist er — mit Luther zu reden
— „Reizung und Übung" zum Glauben durchs Wort
Gottes? So wenig Prediger und Liturg über den Erfolg
ihres Handelns verfügen, so gewiß handeln sie überlegt
auch da, wo sie nur dem Worte Gottes freie Bahn
geben wollen. Von hier aus kommt man, auch bei Über-

Miinchen. R. F.Merkel.

Brunn er, Prof. D. Emil: Natur und Gnade. Zum Gespräch mit
Karl Barth. 2., stark erweiterte Auflage. Tübingen: J. C. B. Mohr
1935. (VII, 60 S.) 8°. RM 2.40.

Die zweite Auflage ist — von den Korrekturen im
Apparat der Calvinzitate abgesehen — ein unveränderter
nähme vieler Einzelkritik des Vf., doch zu einer andern I Abdruck der ersten. Es kann daher genügen, auf die
Haltung gegenüber der liturgischen Bewegung. Ein be- j Besprechung der ersten in Nr. 26 des Jahrgangs 1934
sonderes, vom Vf. nicht sehr unterstrichnes Anliegen | zu verweisen. Neu ist in der zweiten das Vorwort am
derselben ist die im Gegensatz zum Intellektualismus ' Anfang und die Gruppe von 38 „Erläuterungen" am
des 19. Jahrhunderts erstrebte Ermöglkhung unmittel- i Schluß. Das Vorwort bietet nicht, wie man vielleicht
baren, nicht reflektierten Erlebens. Man wird dies Be- , erwarten könnte, eine Erwiderung auf die scharfe Ge-
streben nicht schon darum verwerfen dürfen, weil man j genschrift Karl Barths mit ihrem kategorischen „Nein",
als für den Kultus entscheidend maßgebend das Wort ! sondern unterstreicht noch einmal den Grundgedanken
Gottes herausstellt. I des Ganzen, die Lehre vom Anknüpfungspunkt, unter

Göttingen. J.Meyer.

Hinweis auf ein charakteristisches Lutherwort (W. A.
16, 447, 26ff.). Die „Erläuterungen" geben über Miß-
„ .. _ , „ ., c, nu . . ... . B. - . ... .. ! Verständnisse Auskunft, welche die erste Auflage teils

Mathews, Prof B«.l: Ein Christ auf den Straßen der Welt. • Jt fcib h Schuld des Vf.s gefunden hat. Soweit
Das Leben des Dr. John R. Mott. Herausgegeben von Prof. J. Richter I ,' , ,-. ,, . , . , D 6 7. -VY ^-"■»^-"

(Berlin). Berlin: Furche-Verlag. (347 S.) 8°. RM 4.80. j ersteres der Fall ist, ist Brunner nun bemuht, yorhan-

sondern „vielmehr die größte und glänzendste aller i ^mpf um die natürliche Theologie eine entscheiden-

Weltaufgaben durch Dr. Motts Augen" betrachtet werden
: die Menschheit für den lebendigen Christus
zu gewinnen und die Jugend dieser ,Militia Christi' einzureihen
. Auch hat sich der Verfasser bemüht, durch
umfassende Reisen in Amerika, nach Paris, Stockholm
, Kopenhagen, Utrecht, ja selbst nach dem entlegenen
Sommerheim Motts in Kanada erschöpfende Studien
zu machen, um auch mit den für Mott einflußreichen
Persönlichkeiten in aller Welt in Berührung zu kommen,
die an dessen einzigartiger Propaganda für das Reich
Gottes teilgenommen haben. An sie hat der Verfasser
eine Unmenge von Briefen geschrieben, und so wäre
auf diese Weise ein Buch von doppeltem Umfang mög'

de Rolle spielen.

Tübingen. Friedrich Trau b.

Theologische Blätter

herausgegeben von

Prof. D. Karl Ludwig Schmidt, Basel

und

Prof.D.Hermann Strathmann, Erlangen

14. Jahrgang 1935. Jährlich (12 Nummern) RM 10—
Einzelnummer RM 1.—
Inhalt der September-Nummer 1935:

lieh gewesen . eine geradezu ideale Vorberei- Eine theoiogische Bemühung um das Gemeinschafts-

tumg zu einem Buch, Wie Sie heute selten geworden ist. j ned (zu Walter Schulz, Die Bedeutung der vom angelsächsischen
In einzelnen Kapiteln wird das grandiose Wirken dieses ! Methodismus beeinflußten Liederdichtung für unsere deutschen Kirchen-
Weltevanigelisten geschildert (,GrÜndung des Studenten- | gesänge). Von Prof. D. Waldemar Macholz, Jena. — Oedanken zur
Weltbundes', Kampf für die ökumenische Bewegung, i amerikanischen Theologie. Eindrücke, gewonnen während eines
.Verständigung zwischen Rassen und Völkern', Motts i Studienaufenthaltes. Von Pfr. Ernst Ochsner, Stein/Kt. St. Gallen. -
Organisationstalent und seine Kunst, Männer zu ent- j Aus ^Js"""h*" u"d LenT ~AUS den Vorlesunesverzeich-

decken und entsprechende finanzielle Mittel mobil zu ! m.?en fZj*935 ^ ~'k?r™"'^» fT"" in °«f- v?"

, . . 1 , ... - , , j, oi ,, _ Vikar Fritz Feldges, Langnau Kt. Bern. — Bolschewismus als Wettmachen
). Ein eigener Abschnitt ist auch Motts Stellung : gefahr {zu der glejchnamjgen Schrift von Waldemar Gurian). Von Prof.
zu den anderen Religionen' gewidmet, die zeigen, wie i d. Karl Ludwig Schmidt.
Dr. Mott „sein Leben lang eine verständnisvolle Offenheit
auch allen nichtchristlichen Religionen gegenüber
bewiesen hat". . . „Er suchte in ihnen Spuren des Wirkens
des Geistes Gottes". . . „Er sah wie nie zuvor, daß
die Bekenner der nichtchristlichen Religionen nicht ohne
weiteres und nicht gänzlich von Gott abgeschnitten
sind". . . Dies Entgegenkommen und dieser Verstän-

digungswille gegenüle? den+ nichtchristlichen Religionen ^£^^,'1^^^
ging in und nach (der Weltmissionskonferenz zu) Jerusalem
sogar vielen Missionsfreunden zu weit, es wurde
der Warnungsruf „Synkretismus!" erhoben. Der wünschenswerten
Aufklärung dienen auch die Ausführungen
über Dr. Motts Teilnahme an der Elihu-Roots-Mission

Herausgeber und Verlag haben gemeinsam die Aufgabe und Haltung
der ThBl in folgenden Sätzen festgelegt: Unabhängig von einzelnen
Richtungen oder Parteien dienen die ThBl der wissenschaftlichen Erörterung
von Fragen allgemeiner Bedeutung aus dem gesamten Gebiet der
Theologie und der Unterrichtung über wichtige Bewegungen und Vorgänge
des theologischen Lebens. Die Beiträge sollen in einer Form gehalten
sein, die sie für Fach und Forschung bedeutsam macht. Die Arbeit

sein, die aller theologischen Arbeit erst ihren Sinn gibt.

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Irnl . VERLAG DER J. C. HIIS
VL jü» BUCHHANDLUNG IN

HINRICHS'SCHEN
LEIPZIG C1

Mit einer Prospektbeilage des Verlages Vandenhoeck&Ruprecht in Göttingen.
Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 9. November 1935.

Verantwortlich: Prof. D.W.Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14.
Verlag der J. C. H i n ri c h s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.