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Ausgabe:

1935

Spalte:

321-325

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gunkel, Hermann

Titel/Untertitel:

Einleitung in die Psalmen 1935

Rezensent:

Haller, Max

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WORBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitetv.Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, u.Lic.H. SEESEMANN, Göttingen

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind ■ u i a c h 1 i e 6 1 i ch an Professor D. BAUER in Göttinnen, Düstere Kichenweg 14, zu senden,
Rezensionsexemplare ■ u ■ hl icßli eh an den Verlag. Gewähr für Besprechung oder Rücksendung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, kann nicht übernommen werden.

Printed in Germany.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
60. JAHRGANG. Nr. 18 31. AUGUST 1935

Spalte

Gunkel: Einleitung in die Psalmen (Haller) 321
Hauer: Deutsche Gottschau (Witte). ... 332
Kurz: Die Heilsgewißheit bei Luther (Re-

deker) ...................328

Riviere: Le dogme de la redemptione au

Spalte

d£but du moyen age (Krüger)......327

Rivlin: Gesetz im Koran tStrothmann) . 321
Rohr: Der Hebräerbrief und die geheime

Offenbarung des heiligen Johannes (Bauer) 325
Schwarz: Die Heilige Allianz (Lerche). . 330

Spalte

Steinmann: Die Apostelgeschichte (Ders.) 325
Sickenberger: Die Geschichte des Neuen
Testaments (Ders.).............325

Verdeutschung der Paulinischen Briefe (Michel) 327

Rivlin, Josef J.: Gesetz im Koran. Kultus und Ritus. Jerusalem: Ein tragisches Geschick wollte, daß G. die zusammen-
Bamberger & Wahrmann 1934. (vill, 124 s.) 8". fassende Darlegung seiner Methode nicht mehr persön-
Sämtliche koranische Bestimmungen oder Andeuiun- lieh vollenden konnte, sondern sie im Laufe seiner letz-
gen über Gebet, Reinheit, Fasten, Feste, Gelübde usw. ten Lebensjahre „Schritt für Schritt in fremde Hände
werden zum Nachweis der allmählichen Fixierung in legen" mußte. So trägt das in zwei Abteilungen mit
chronologischer Ordnung gesammelt und jeweils als | einem Abstand von 5 Jahren entstandene Buch gelcgent-
Wirkung oder Gegensatz in Beziehung gebracht zu ent- lieh den Stempel des Alterwerkes: es fehlt manchmal
sprechenden altarabischen, jüdischen oder christlichen nicht an Wiederholungen und oft möchte man wünschen,
Gebräuchen. Da die Forschungen von Wellhausen, üei- die Meinung des Vf. kürzer und darum präziser ausge-
ger, Rob. Smith, Nöldeke, Uoldziher, Snouck u. a. sorg- drückt zu finden. Aber im allgemeinen weist auch diese
fältig benutzt sind, so liegt das Verdienst der Zusam- > letzte Gabe des Meisters durchaus die Merkmale seines
menstellung dieser öfter behandelten Dinge in der Voll- Geistes auf: Weiter Blick verbunden mit genauer Einzelständigkeit
, mit der sich die Dissertation ähnlichen Ko- bcoba-chtung, leichtflüssiger Stil, daher nie langweilig,
ran-Monographien aus der Schule von J. Horowitz an- unbeschwert von gelehrtem Ballast und doch volle Bereiht
, herrschung nicht nur des Stoffes selbst, sondern auch
Hamburg R. S t r o t h m a n n. dessen, was darüber gesagt Und geschrieben wurde. Es

darf dem Herausgeber, Joachim Begrich, der das

, , „. . ., ,„„ . j. Dco. Dtl rv 1 Werk nach G.s Tode zu Ende führte, gedankt werden,

l.uTMMfte Oötttag«: Vandenhoeck Ruprecht 1928 u 1933. *en un'^ Sammlungen" G.s zur Verfugung standen,
(8*, 464 s.) gr 8°. = Göttinger Handkommentar z. AT. Ergänzungs- ! Sinn und Absichten seines Lehrers richtig zu treffen und
band z. Ii. Abt. RM 13.50; geb. 15.80. zur Darstellung zu bringen. Er hat diesem damit ein

In einem Nachruf bei Gunkels Tode bemerkte Lud- i Denkmal aerc perennius gesetzt, und der alttestl. For-
wig Köhler sehr zutreffend: was G. von andern Führern j schung einen nicht geringen Dienst erwiesen, indem er
seines Faches unterschieden habe, sei gewesen, daß er j uns aie Begründung von G.s Methode erhalten hat.
eine ganz bestimmte Methode besaß. Man darf dies ; Daß es sich in G.s Buch um 'eine Zusammenfassung
unterstreichen: G.s Größe lag darin, daß er diese Me- von früher Gesagtem und weit herum Zerstreutem han-
thode jeweilen klar darlegte und damit neue Wege wies, delt, wird dem Leser, namentlich dem mit G.s Psalmen-
daß er sich aber nicht auf eine Methode versteifte, kommentar vertrauten, schon aus den zahllosen Verwei-
sondern in den drei Hauptgebieten, wo er führend war, ; sungen auf frühere Arbeiten und Teiluntersuchungen G.s
immer neue Bahnen einschlug, seine Methoden unab- klar. Wie viele ihrer sind, zeigt eine noch von G. selbst
lässig ergänzte und verfeinerte, um schließlich die An- gebotene Zusammenstellung (S. 20). Ein anschließender
Wendung andern zu überlassen, während er sich einem , Überblick über die Auswirkung von G.s Methode in
neuen Gebiet zuwandte, um auch dort von unten auf zu | der modernen Psalmenerklärung beweist, daß G.s Klage,
beginnen. So folgte auf die religionsgeschicht- j seine Bemühungen hätten „lange Jahre auf den wissen-
liche, in „Schöpfung und Chaos" (1895) begründete, schaftlichen Betrieb keinerlei merkbaren Einfluß ausge-
die s age n ge s c h i c h 11 ic he Untersuchung im Gene- übt", stark übertrieben ist. Zugegeben, daß mancher
siskommentar (1901) und dieser die gattungsge- J die Methode angewandt, ohne sie ausdrücklich zu nen-
schicht liehe in den „Ausgewählten Psalmen" j nen, mancher auch sie am falschen Ort oder auch über-
(1903). Die letztere, der religiösen Lyrik Israels gewid- | spitzend angewandt hat. Aber wenn schon 1929 gesagt
mete Arbeit hat ihn am längsten beschäftigt. Volle 25 | werden durfte, G.s Kommentar zum Psalter werde „für
Jahre selbstverleugnender Forschertätigkeit waren ihr ; lange Zeit richtunggebend sein, wie Hitzigs Untersu-
gewidmet. Im Psalmen ko m m e n t a r (1925) ist sie chungen es für ihre Zeit waren" (Theol. Rundschau
zum erstenmal konsequent und im Blick auf die Ge- ; N. F. Jahrg. I H. 6), so durfte auch an gleicher Stelle
samtheit der Psalmen durchgeführt, wobei auf zahlreiche . hervorgehoben werden, daß „G.s Methode sieh Schritt
in den zwei vorangehenden Jahrzehnten veröffentlichte j für Schritt die Psalmforschung erobert habe". Und da-
Einzeluntersuchuiigen zurückgegriffen werden konnte. bei wird es wohl vorläufig sein Bewenden haben; fußen

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