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Ausgabe:

1935

Spalte:

241-242

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Almgren, Oscar

Titel/Untertitel:

Nordische Felszeichnungen als religiöse Urkunden 1935

Rezensent:

Vorwahl, Heinrich

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet v. Bibliotheksrat Lic.Dr.phil. REICH, Bonn, u.Lic.H. SEESEM ANN, Göttingen

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manutkripte und gelehrte Mitteilungen sind ausschließlich an Professor D. BAUER in Göttinnen, Düstere Eichenweg 14, zu senden,
Rezensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. Gewähr für Besprechung oder Rücksendung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Güttingen, wird nicht übernommen.
Printed in Germany.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
60. JAHRGANG, Nr. 14 6. JULI 1935

Spalte I Spalte
Almgren: Nordische Felszeichnungen als jaeger: Die Lebensgesetze Gottes im

religiöse Urkunden (Vorwahl).......241

B ä u m e r: Lebensweg durch eine Zeitenwende

(Frankel) ..................263

Beer: Kurze Übersicht über den Inhalt der

Alttestamentlichen Schriften (Kühl) .... 242
Beyer: Offenbarung und Geschichte(Stephan) 259
Birkeland: 'Ani und 'Anäw in den

Psalmen (Wendel).............245

Condamin: Poenies de la Bible (Kühl) . 246
E11 i g e r: Deuterojesaja (Wendel)......243

Volkstum (Vorwahl)............261

Joel: Wandlungen der Weltanschauung

(Kesseler)..................260

Kittel: Die Herrlichkeit Gottes (Schneider) 250
[Magnus:] Briefe von Johannes und Olaus

Magnus (Lerche)..............256

Preisker: Geist und Leben (Bertram). . 253
Rengstorf: Apostolatu.Predigtamt (Michel) 255
Schaefer: Die katholische Wiedergeburt
der Englischen Kirche (Steltcr)......25S

Spalte

Schilling: Christliche Sozial- und Rechtsphilosophie
(Piper).............262

Schmökel: Jahwe und die Fremdvölker
(Meinhold).................248

Schoeps: Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
in der Neuzeit (Kesseler) 258

Schrenck: Baltische Kirchengeschichte der
Neuzeit (Seesemann)............257

Schuster: Freies dtsch. Christentum (Feigel) 264

Wood: Christianity and the Nature of
History (Schian)..............262

Alrngren, Oscar: Nordische Felszeichnungeti als religiöse ihrer Umherführung erwarteten Wirkungen der Gegend

Urkunden. Autor*Vbtrs. ausd^Sch^dischen von Sigrid v ra n c k e n dauernd ZUZuwenden, so sehr man ferner seiner Ansicht

Frankfurt a. M.: M. Oesterweg 1934. (XVI, 378 S. m. .6, Abb.) gr. 8». zusümmen kann> daß porm und Bezeichnung der Scha-

Die jüngere Gruppe der schwedischen Felszeichnun- lengruben und Feuerherde mit der Geschlechtssymbolik
gen gehört der Bronzezeit an und wird vor allem durch zusammenhangt, so wenig ist aber erwiesen daß die
Schiffsbilder charakterisiert, bei denen auffällig ist, daß Felszeichnungen von Germanen stammen! Denn wie
daran weder Segel noch Ruder zu finden sind, wohl aber slch auch die weibliche Figur auf dem Wagen von Strett-
Scheiben und radförmige Sonnensyrnbole an Stangen, weg aus einem Grab um 500 v. Chr. nicht als germa-
Daneben sieht man einen Mann mit zur Anbetung erbo- nisch erweisen laßt, haben wir nach Clemens sorgfälti-
benen Händen, auf andern Bildern stehen Adoranten um ger Prüfung bei unsern Vorfahren kerne Spuren von
einen heiligen Baum, wieder andere zeigen Schiffe, auf solchen Prozessionen mit dem Bilde der Sonne oder von
denen eine Schlange liegt. Viele der Götter- und Ado- Geschenken an sie (Forschungen und Fortschritte Jg.
rantengestalten sind phallisch. Das legt den Schluß nahe, £Vj> Wohl. aber begegnen uns Prozessionen mit
daß die Felsbilder ganz allgemein im Dienste von Schiffswagen in Ägypten, Griechenland und Japan und
Fruchtbarkeitskulten stehen, wie sie Mannhardt und Fra- die Hochzeit des männlichen und weiblichen Vegetations-
zer erforscht haben und die in Schiffsumzügen beim gottes weist Frobenius auch für den afrikanischen Raum
Karneval bis zur Gegenwart nachwirken. Daher wird die nach (Kulturgeschichte Afrikas 153 ff.), wo sich auch
einseitige Deutuno-, daß die Felsbilder ausschließlich die gleiche Geschlechtssymbolik findet. Zudem müssen
dem Totenkult °-eveiht seien, ebenso abgelehnt wie die w'r, mit €mer vorgermanischen, nicht arischen Beästhetische
Auffassuno-, die darin nur einen Niederschlag volkerung im Norden rechnen, mit der sich dann die
künstlerischen Drano-es sieht, und die historische Be- ansehen Einwanderer verbanden. Jenes vorgermanische
trachtungsweise welche sie als Gedächtnistafeln für Volk war nun ein Seevolk, wie denn auch unsere Fischwichtige
Ereignisse im Leben des Stammes ansieht. namen größtenteils der Sprache eines prägermanischen
Denn es ist verständlicher daß man die Toten der sich Volkes angehören. Es ist bedauerlich, daß das schwe-
ständig verjüngenden Lebenskraft anvertraut, als umge- dischc Manuskript bereits 1Q26 abgeschlossen wurde
kehrt sich die Toten über die Natur herrschend vorzu- , und daher elne Auseinandersetzung mit diesen neuen
stellen. Wie nun Viehzucht und Ackerbau zur jüngeren 1 Forschungen und jüngsten Theorien unterblieben ist.
Steinzeit von Asien aus Europa eroberten, hätten sich : Auc]} das Literaturverzeichnis ist nicht weitergeführt,
die zum Schutz der Ackerbaukultur im Orient ersonne- ! weshalb z. B. E. Lohses „Versuch einer Typologie der
nen Fruchtbarkeitsriten über Europa verbreitet. Hatte ! Felszeichnungen von Bohuslän" fehlt. Dennoch bleibt
schon Nilsson die Hypothese vertreten, daß der Baals- ! Almgrens Werk durch die Fülle des Materials, vor allem
kult zur Bronzezeit von phönizischen Kaufleuten in Nord- i durch ,se'ne zahlreichen, technisch hervorragenden Bil-
europa eingeführt sei, Olrik König Frodes Tod auf den ! ,de.r und dl!f umsichtige Fragestellung eine Vorarbeit, die
Adoniskult zurückgeführt und Neckel (früher!) die enge ! £el" Forscher in Zukunft übergehen kann und der des-
Venvandtschaft zwischen Baidermythus und orientali- I ha.lb Fortfuhrung (und dann ein Register) zu wünschen
sehen Fruchtbarkeitsriten betont, so glaubt der Verfasser j wäre.

auf Grund seiner systematischen Vergleiche es wagen Quakenbrück. H.Vorwahl,
zu dürfen, die Religion der nordischen Bronzezeit mit
Hilfe der orientalischen Religionsformen zu rekonstruieren
.

So bedeutsam diese Absage eines gründlichen Sachkenners
und nordischen Landsmannes an die jetzt um

Beer, Prof. D. Georg: Kurze Obersicht über den Inhalt der
Alttestamentlichen Schriften. 2. Aufig. Tübingen: J. C. B.
Mohr (Paul Siebeck) 1932. (VII, 177 S.) 8°. RM 4.20.

Eine „kurze Übersicht" nennt der Herr Verfasser
gehende Ex-septentrione-lux-Theorie ist, so richtig seine bescheiden sein Büchlein, das weder eine Einleitung"

rien^itirr ____1„ EJ.lrln.. A__O______ ____1 II____ ___L. _ • _ D.U_1I______I /. ' . . ... _ . , " . , . &.

Deutung der Scheiben als Bilder der Sonne und ihrer noch eine „Bibelkunde" 'sein will. Es ist "gedacht als
Einritzung in den Fels als Mittel sein wird, die von i Gegenstück zu J. Bauer, Kurze Übersicht über den In-

241

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'JrB.TÜB.

1 St JUL1193"