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Ausgabe:

1935 Nr. 12

Spalte:

223

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Elert, Werner

Titel/Untertitel:

Bekenntnis, Blut und Boden 1935

Rezensent:

Stelter, Hugo

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223

Theologische Literaturzeitung 1935 Nr. 12.

224

Daß das gewählte Hauptthema des Lehrgangs nur
eines unter vielen möglichen ist, und daß es, als bloße
Darreichungsform des Unterrichtsstoffes, Variationen im
Einzelnen und Abwechselung im Ganzen zuläßt, ja sogar
selbst von ein und demselben Konfirmandenpastor
im Lauf der Jahre fordert, verkennt Tr. gewiß selbst
nicht.

Koblenz. Peter Katz.

dert seien. In der Tat wissen wir bis jetzt von keiner
byzantinischen Darstellung, die ins 12. Jahrhundert hinaufreicht
. Immerhin gibt es solche aus dem 13. Jahrhundert
, die auf ältere Vorläufer schließen lassen. Es
ist zu bedauern, daß dem Verfasser nicht nur diese
Denkmäler selbst, sondern auch die gründlichen Ausführungen
von A. von Premerstein, Neues zu den
apokryphen Heilsprophezeiungen heidnischer Philosophen
in Literatur und Kirchenkunst (Byz.-neugriech'.
Jahrbücher 9,1930—1932, S. 338—374) entgangen sind,
in deren Zusammenhang auf sie aufmerksam gemacht
ist.

Es wäre wichtig, daß nunmehr ein genauer Kenner
der östlichen Kirchenmalerei dem Jessebaum in der
byzantinischen Kunst noch besonders nachginge, um
die Frage endgiltig zu prüfen und zur Entscheidung zu
bringen, wie weit die byzantinische Kunst bezüglich des
Jessebaumes gegenüber dem Abendlande einen Vorsprung
hat oder nicht. Vermutlich wird sich an dem
Ergebnis Watsons nichts ändern, nämlich daß das Fenster
Sugers in der Abteikirche von Saint-Denis den Ruhm
behält, unter den erhaltenen die erste vollentfaltete Darstellung
des Jessebaumes zu sein, während eine Mehrheit
von Darstellungen in der westlichen (und in der
byzantinischen?) Kunst sich findet, die ihm als Vorstufen
vorangehen. Die solide Grundlage alles weiteren
Bemühens um unser Thema bleibt Watsons Werk, das,
aufs beste ausgestattet, in 35 Nummern nicht bloß die
sämtlichen bekannten Darstellungen des 11. und 12.
Jahrhunderts (nebst einigen Bruchstücken) beschreibt,
sondern das ganze Denkmälermaterial auch in einer
Folge von 40 vorzüglichen Tafeln dem Forscher an
die Hand gibt.

Berlin. Georg Stuh 1 f au th.

Eiert, Prof. D. Dr. Werner: Bekenntnis, Blut und Boden. Drei
theologische Vorträge. Leipzig: Dörffling & Franke 1934. (56 S.) 8°.

RM 1.80.

In der Frage der Neuordnung der Kirche infolge
des völkischen Umbruchs legt Eiert die Grundsätze der
„Erlanger" gegenüber den „Barmern" dar. Theokratie,
d. i. irdische Herrschaft im Namen Gottes, lehnt er ab,
nicht bloß für die Kirche, sondern auch für die Staatsgewalt
. Aufgabe der Kirche ist einzig und allein, dem
Volk die Wirklichkeit Gottes zu bezeugen. Die „Frohe
Botschaft" ist aber weder dem deutschen, noch dem jüdischen
Blut und Boden entsprungen, sondern sie ist „verkündigt
" worden, und zwar von dem, der uns erst an
Blut und Boden gebunden hat. An dieser geschichtlichen
Tatsache kann man beim Neubau der Kirche nicht vorübergehen
; man kann nicht so tun, als ob das deutsche
Volk bisher keine Kirche gehabt hätte. Auch die künftige
Kirche kann Christum nur verkündigen, „weil uns
das Wort Gottes schon gesagt ist, weil sie es von der
Kirche, die in unserm Volke ist, empfangen hat". Eine
solche Bekenntniskirche ist dann „vollkommen deutsches
Volkstum, nämlich dasjenige, das den Ruf Gottes vernommen
, aufgenommen hat". — Viele treffliche Aussprüche
machen das Heft wertvoll. Das Inhaltsverzeichnis
gibt einen klaren Überblick.

Stettin. Hugo Stelter.





Watson, Arthur: The early Iconography oftheTree of Jesse.

London: Oxford Univ. Press-Humphrey Milford 1934. (XIV, 197 S.

u. 40 Taf.) gr. 8°. 25 sh.
In musterhaft sachlicher und sauberer Darlegung
bearbeitet Watson sein ikonographisches Thema. Es betrifft
die Herkunft und frühesten Darstellungen des
Jessebaumes in der abendländischen Kunst (11.—12.
jahrh). Daß der Urquell des Motivs das Prophetenwort
Jes. 11, 1—3 ist, darüber gibt es keine Meinungsverschiedenheit
. Ebenso bekannt ist, daß schon Tertullian die
virga de radice Jesse mit der virgo (Maria) in Verbindung
gebracht hat als derjenigen, welche aus jener ra-
dix entsprossen sei. Überdies steht fest, daß das Motiv
des Jessebaumes nicht vor dem 11. Jahrh. in den christlichen
Bilderkreis eintritt. Um so mehr bedarf einer
gründlichen Untersuchung und Abwägung die Frage
nach den Quellen der künstlerischen Gestaltung des
Gegenstandes.

Watson gibt sie und weist nach, daß diese nicht von
außen her bestimmt ist, daß weder das Prophetendrama
noch irgendeine Parallele aus der orientalischen Kunst
(Indien, China) die Darstellung des Jessebaumes beeinflußt
haben kann. Doch ist in dem den Jessebaum
betreffenden kunstgeschichtlichen Problemkreis auch von
Watson noch nicht erschöpfend geklärt das Verhältnis
der abendländischen Kunst zur byzantinischen und umgekehrt
. It cannot, schreibt Watson (S. 68), however,
be said that there never existed, nor even that there does
not now exist, a Byzantine Tree of Jesse which would
oontribute towards the history of the early iconography
of the subject. Er selbst kennt keine byzantinische
Darstellung aus der Zeit vor dem 14. Jahrhundert und
behauptet so mit Recht, daß die byzantinischen jesse»
bäume, „wie es scheint", später als das 12. JahrhunFurcht
und Liebe
im palästinischen Judentum

Von Reinhold Sander

XVI und 154 Seiten, RM. 9.-

Das Buch ist ein ganz wesentlicher Beitrag zur Frömmigkeitsgeschichte
des biblischen und nachbiblischen Judentums
auf dem Boden Palästina.

Inhaltsübersicht

I. Furcht und Liebe vom Deuteronomium bis zu den
Psalmen Salomos. Deuteronomium — Nehemia
— Psalmen — Jesus Sirach — Testamente des
Patriarchen — Psalmen Salomos.

II. Furcht und Liebe im Rabbinismus. Furcht und
Liebe, dargestellt an Abraham und Hiob. — Die Reflexion
über das Verhältnis von Furcht und Liebe und ihre Gründe.

Verlag von W. Kohlhammer in Stuttgart



Mit einer Prospektbeilage des Verlags Bonifacius-Druckerei, Paderborn.
Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 22. Juni 1935.

Verantwortlich: Prof. D. W. Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14; für den Anzeigenteil: C. Kunze, Leipzig.
Verlag der J. C. H i n r i c h s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.