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Ausgabe:

1934 Nr. 22

Spalte:

397-399

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Breit, Herbert

Titel/Untertitel:

Die Predigt des Deuteronomisten 1934

Rezensent:

Wendel, Adolf

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397 Theologische Literaturzeitung 1934 Nr. 22. 398

wegen der gemeinsamen Pointe als Dublette mit Recht Aufgaben der deuteronomischen Theokratie. Das heilige Volk und seine
ausscheiden Ob man jedoch das Theoxeni-On, bei dem Verwalter: Priester, Könige, Richter. III. Teil: Abschluß und ZuGott
Menekrates von Weihrauchdüften und Weinspen- sammenfassung. Hauptmerkmale der deut. Predigt. Literaturver-
den nicht satt wird, für historisch halten darf, wozu W. ' zeip!,ls-fip<:nmtw(.rt ,w c-,1, i« u u. a r , „
neigt, erscheint mir zweifelhaft, jedenfalls ergibt sich , f^***' ^i^^*-dfaU£ ^
aus" alledem das Bild eines irgendwie Irren mit großem , ellunf für em ^esamS

suo-p-estiven Einfluß wenn nicht e mes ausgesprochenen ! Stellung Tur ein gesamtes alttest Buch durchfuhrt. So

l^lophtenem Durch eine Fülle von gleichartigen oder : w.rd f r W^*™^* Ertrag reicher als der

ähnlichen Erscheinungen aus der Psychiatrie der Neuzeit nistorisch-wissenschattliche

- e iaeanen Namen wie Lenau, Nietzsche, Hugo , ^a? Bestreben Typisches und Ewiggleichbleibendes

Wolf - sucht W sodann im zweiten Abschnitt die de- grundsatzl.ch4heolog.sch herauszuarbe.ten, kann, gesund

stah des MenekrateV Zug um Zug zu beurteilen. Noch , f handhabt zu recht guten Beobachtungen führen, wie

fhürtneif Wette z uberer bS£Sü3S*Än7 an- ™/ zu alttest. Bibelstunden. An aktuellen Fragen dieser
" chende Sunfds eines vorgrLhischen Gottkönigs, gg»^. Frorterung: Sak.. ansmus S 56 f 59f.,

Er sich der eindringenden ^^^^^ gj °EgCsJ?„^^MjÄ'iJte

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der

ein Buch an dem besonders die Verbindung der philo

logisch-historischen Methode mit der medizinischen Be

wunderung erregt.

x. ,. . Q. Breithaupt.

Northeim. 1

der sich der eindringenden inuuwiuiiimuieiiv -- --- > - - -•» --■-. . «wi.giuu

eion entpeaenstemmt, doch von ihr uberwunden wird, , und ",1,k> 1l°?'.17.7 V9' ,2?5J Sozialismus und Hu-
sodaß" cfnei späteren Zeit sein Widerstand als Ver- marnta , Gerechtigkeit oder Liebe, S.179f.; staatliche

messenhei ode. Wahnsinn erscheint und er schließlich t ,und religiöse Fürsorge, £.190 f.; Staat, S. 206; Führer-

hn Sno "des söphokleischen Satyrspiels endet, wie auch ' fu™. g 222 f. Vieles im Hinblick auf alttest. Verhältnisse
^S&Stffm die Komödie bemächtigt hat. °gfi£* ÄÄS Ä S^ffi^Ä E£

Die angehängten sieben Beilagen zu den beiden er- ! gf^g Der Verf ^ecfne? mTpraT

sten Kapiteln beschließen mit den synoptisch zusammen- ■ tischet Wert etwa für den Unterricht S% wffi
gestellten Quellen sowie Bemerkungen und Vermutungen um des de hcute neu m eraSndW'a£^S
zu den Menekrates-Urkunden und anderen Schizophrenen tes des A. T. willen ist die ^iSSSTzoF^SS^

ein Buch, an dem besonders die Verbindung der philo- | nkM nm des hohen Stand^dnfr S^^g™g

keit, sondern auch der Verbindungslinien zwischen A t
und N.T. „Der deut. Prediger ... ist der erste, . . . die
unermüdlich in stiller Aufopferung auf Gott hinwiesen
bis der Tag kommen wird, an dem die zweite Bitte des
Breit Herbert: Die Predigt des Deuteronomisten. München: Vaterunsers in Erfüllung geht."

Chr. Kaiser 1933. (240 S.) 8°. RM 6—. An anzuerkennenden Einzelheiten möchte

Das Deut, ist bereits früher, zumal aber im letzten ich nennen: Reiche Arbeit steckt in der Fülle der beio-e-
Jahrzehnt Gegenstand so vieler alttest. Untersuchungen gebenen Anmerkungen; sie lassen erkennen, wie der
o-ewesen, 'daß die Notwendigkeit der Überschau über sie i Verf sich bemüht hat, nicht nur bei der Fachwissen-
bereits zu einer eigenen Dissertation führte: H. H. Krau- schaff, sondern etwa auch bei Luther und Calvin zu
se: Das Deut, in der wissensch. Bearbeitung des 19. und lernen. — Gut ist der Hinweis darauf, daß die deutero-
?0. Jhdts. Die bisherige literarkritische wie reügions- ! nomische Würdigung des Priesterstandes der Bedeutung
und rechtshistorische Erfassungsweise nahm das litera- I des Laien und seiner Frömmigkeitäußerung gerecht wird,
risch vorliegende Gesetz zum Ausgangspunkt; sie frag- S. 99. — Hervorzuheben scheint mir die Ausführung'
te nach älterem und jüngerem Material, Datierung der i über die Rationalisierung, aber nicht Ethisierung der
Einzelpartieen, nach Hintergründen, eigentlichen und Ne- Religion durch das Deut., S. 14S. — Besonders gut ge-
ben-Anliegen des Gesetzgebers. , staltet ist die typologische Schau der deut. Ethik.

Wie andere Gebiete unserer Wissenschaft beginnt nun 1 Zur G e s a in t k r i t i k erscheint es mir jedoch nötig,
auch das Deut, von der theologischen Frage- j ?u .sagen: So bedeutsam und unerläßlich nötig die theo-
stelluncr erfaßt zu werden. Schon v. Rad (Das Got- 'og'sche Fragestellung gerade in der Gegenwart ist, um
tesvolk inf Deut., 1929) hatte in dieser Richtung zu ar- der Erarbeitung des für den Christen wertvollen und
heiten begonnen. Die vorliegende Arbeit, aus der guten gehorsamheischenden Gutes im A.T. willen, so darf sie
Schule von Volz erwachsen, schlägt sie nun ganz ein- ' doch «UCM zur Vernachlässigung der exakt-religionswis-
deutio- ein Sie will den tragenden Glauben des Deutero- senschaftlichen Forschung fuhren. So sehr wir dem Verf.
nnmisten herausarbeiten und glaubt, die aus ihm sich er- > ,Dank dafür wissen, daß er unserer nach Theologie verelenden
Forderungen und Belehrungen als Predigt tv- fangenden Zeit dienen will, seine fleißige und ernste Ar-
nisie-en zu können. Der Standpunkt des Verfs. soll der beit ka™ nicht als einwandfreies Musterbeispiel dessen
alanhensmäßise sein, der die Offenbarung des A.T. ernst angesehen werden, was wir brauchen. Da zeigt etwa die
n mint Er Will weder textkritische noch religionswissen- | Mose-Studie (1932) seines Lehrers Volz, obwohl histo-
schaftliche Arbeit leisten; auch gegen die systematische ' ,r.lsch gehalten, in theologischen Partieen doch eine rich-
Arbeitsweise biblischer Dogmatik grenzt er sich ab und g^^üf Haltung- An methodisch besseren theologischen
nennt als seine Methode: „bestimmte im Text vorliegende ■ Arbeiten waren der des Verfs. — mit der etwa die von
r.pHnnkenkreise oder Anschauungen herauszuarbeiten, auf Gramer über Arnos zusammen genannt werden müßte —

npnnt als Seine ivrcmuut. „uvoinnnuv. im l*-^.". *vy*in-gvim^. ■ i * .--- ----- _

fied-inkenkreise oder Anschauungen herauszuarbeiten, auf Cramer über Arnos zusammen genannt werden müßte -

die Gefahr hin, eine recht unvollständige Darstellung i *™ von Hempel und Eichrodt, auch von Hänel, ge-

zu bieten". S.U. genu herzustellen. Die Theologie soll auf biblischem Ge-

Die Schrift zeigt folgenden Aufriß:

Einführung: Evolutionismus, Literarkritik, Textkritik, Theologie.

".----------------------------n — ■ • ««» uii/iijviiviii vjc-

biet die Religionswissenschaft verarbeitend ergänzen und
krönen, indem sie Gehalt und zugleich Verpflichtungskraft
erhebt. Hier aber fühlt man sich nicht selten zu

I. TeTl: Die Rel. des Deut. U Kapitel: Der Begrif der Heiligkeit. I dem" Urteil "gedrängt: Nein, so "gehT'es "nicht" an"" dns

Erwählung als Grundgedanke. Israel alsj Jahwe-Eigentum steht im stärk- I A.T. theologisch ZU betrachten! Auch die theologische

sten Abhängigkeitsverhältnis. 2. Kapitel: Götzendienst und Jahwedienst. , Arheit am A T ist ihrer Struktur mr-h Ui„» 7

Götzendienst ist Abfall von Jahwe. Begründung u. Mittel der Bekämpf- HilfswissTnschaft für die PrnkÄp ThL^ "

ung des Götzendienstes. Jahwedienst, Priestertum ; Feste, Opfer. 3. Ka- flutswissenscnan Tur die I raktische I heo'.Ogie; ihr Er-

pitel- Der Liebesgedanke. Geschichtsbegriff; Geschichtsbetrachtungen | trag darr' so sehr Lebensnahe und Gegenwartsbezogen-

zum Erweis der göttl. Liebe. Berith. Eschatologie. II. Teil: Die Ethik ! heit nottut, nicht das Gesicht einer nach Erbaulichkeit

des Deut. L Kapitel: Das Verhältnis der Volksglieder untereinander. ' tendierenden Literatur annehmen; sonst diskreditiert sie

Ethik aus Religion, nicht Moralismus und Humanität. 2. Kapitel: Die j sich in den Augen echter Wissenschaft.