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Ausgabe:

1933 Nr. 25

Spalte:

463-464

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Ameln, Konrad

Titel/Untertitel:

Handbuch der deutschen evangelischen Kirchenmusik. 1. Bd.: Der Altargesang. 1. Lfg. 2. Bd.: Das gesungene Bibelwort. 1. u. 2. Lfg 1933

Rezensent:

Gölz, Richard

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463

Theologische Literaturzeitung 1933 Nr. 25.

464

Handbuch der deutschen evangelischen Kirchenmusik. Nach
den Quellen hrsg. von Konrad Ameln, Christhard Mahrenholz
u. Wilhelm Thomas, unter Mitarbeit von Carl Gerhardt. 2. Bd.:
Das gesungene Bibelwort. 1. u. 2. Liefg. und 1. Bd.: Der Altargesang
1. Liefg. Göttingen: Vandenhoeck& Ruprecht 1932. (128 und
64 S.) Lex. 8°

In Subskr. je RM 4.40; bei Subskr. nur auf einen Bd. je RM 4.80.
Das grundlegende Werk der liturgisch gebundenen
Kirchenmusik war durch Jahrzehnte hindurch der 1865
bis 1872 im Verlag Vandenhoeck u. Ruprecht erschienene
„Schatz des liturgischen Chor- und Gemeindegesangs
" von Ludwig Schöberlein. Dieses Werk hatte
eine Fülle von auf uns gekommenen Texten, Weisen und
Sätzen des 16. und besonders des 17. Jahrhunderts,
Altar-, Chor- und Gemeindegesänge dargeboten und
den Ort aufgezeigt, den diese Stücke einst im Gottesdienst
einnahmen und nach Zeiten des Zerfalls wieder
gewinnen könnten. Schöberleins Schatz war schon länger
vergriffen. Die musikwissenschaftliche Forschung
der letzten zwei Menschenalter hat auch seine Ergänzungsbedürftigkeit
gezeigt — vermißt wurde vor allem
die Musik der Reformationszeit — und den Wunsch
einer Neubearbeitung erwachen lassen. Es ist dem Verlag
und den kirchlichen Stellen, die sein Vorhaben för

u. a. m., in Sätzen für gleiche und gemischte Stimmen.
Wir begrüßen es, daß mit „gesungenem Bibelwort" begonnen
wurde; denn dem Gottesdienst tut not, daß
neben dem Lied das Schriftwort selbst erklinge; das
Einüben der biblischen Gesänge ist zunächst für die
Singenden selbst heilsam.

Mit Spannung sieht Wissenschaft und Praxis der
Liturgik insbesondere dem I. Band entgegen. Die Agendenarbeit
der letzten Jahre tat unsre Unsicherheit in
Fragen des responsorischen und antiphonischen Gesangs
kund. Schöberlein konnte nicht mehr Führer sein,
schon weil er die liturgischen Gesänge in der Regel von
der Orgel begleitet und auch die Psalmodie durch Harmonien
gestützt sein läßt. Das Problem der Verbindung
von Gregorianik und deutscher Sprache ist inzwischen
schärfer erkannt worden. Die 1. Lieferung gibt das
Ordinarium des Gottesdienstes am Sonntag Vormittag,
Kyrie, Gloria, Credo u. s. f. nach den wichtigsten Gesangbüchern
und Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts
, den Wittenbergern, oberdeutschen, niederdeutschen
und denen der böhmischen Brüder.

Wir begnügen uns zunächst mit diesen berichtenden
Angaben und sehen den theoretischen Darlegungen des

derten, zu danken, daß das Werk nun in Angriff ge- Werks entgegen. Mit den Herausgebern sind wir über
nommen ist. Drei Männern, die die liturgische, musi- ! z€USb daß die gottesdienstliche Aufgabe der Gegenwart
kaiische und hymnologische Arbeit der jüngeren Gene- ! nich.t gelost ist durch Übernahme von Formen des Refor-
ration verkörpern, wurde die Herausgabe übertragen. I rnationsjahrhunderts; aber wir hoffen, im Umgang mit
Aus den Ankündigungen des Verlags, aus denen Näheres | dem Erbe der Alten wieder liturgisch gesund empfinden
über die Bezugsbedingungen zu ersehen ist, entnehmen 1 "nd gestalten zu lernen. Für die — durch die veränderte
wir über den Plan: von 4 Bänden soll der 1. den I Ea^der Kirche neu wichtige — liturgisch-musikalische
Altargesang darbieten, der 2. das gesungene Bibelwort, 1 Vorbildung der Theologen sowohl wie der künftigen
der 3. das Gemeindelied, der 4. behandelt das gottes- I Kjrchenmusiker wird das begonnene Werk das Handdienstliche
Orgelspiel. Jeder Band gibt die wichtigsten
Stoffe, historische Erläuterungen und grundsätzliche Betrachtung
.

Zunächst erschienen zwei Lieferungen aus dem II.
Band. Sie enthalten Psalmen, Sprüche aus dem A. und
N. T., die Einsetzungsworte des Abendmahls, Vaterunser

buch sein.

Tübingen. Richard Gölz.

Redaktionelle Berichtigung.

Bei der Besprechung von Calvin, Psychopannychia in Nr. 22
der ThLZ, Sp. 400, ist versehentlich der Name des Herausgebers Lic.
Walter Zim merli, unerwähnt geblieben.

^euerfdjemungen
5um 45o* (Geburtstage jHartm Xutljers

ERICH VOGELSANG

Xutfyers Itampf gegen Die 0uben

(6ammlung gemetnDerftänbltdjer Borträge 168) 1933. 2JL 1.50

Hlus ber lebensnahen ©nergie feines ©lattbens unb aus ber inneren
focfjltchcn ©ebunbenfjeit feiner Eetbenfdjaft können mir alles ©ntfcbeb
benbe lernen, können begreifen, bafj bie 3ubenfrage keine agitatorifd)
gejücrjtete, auch Kc'ne nur innerbeutfrhe, fonbern eine roeltgefdjicbtliaje
Srage ift, bie nicht inbioibualiftifch, fonbern im 93lick auf Bolk, Staat
unb Ätrcfje, nicht im Ilmkreis ber reinen $umanität, fonbern sub
specie aeternitatis, genauer gefagt: 3m Hlngefirfjt bes Äreups Ghrifti
gefeh-en roerben rnufj.

HANS SCHMIDT

Xut^er unb Das Budj ber ^falmen

©in 'Beitrag pr Srage ber HBertung bes Hilten Seftaments

(Sammlung gemeinoerftänblicher Vorträge 167) 1933. 2k. 1.50

3)af5 Euthers eoangelifdje ©rkenntnis gerabe aus feinen Bfalmenftubfen
erroächft, bafs auch fein Beruf, bie 'Bibel 511 einem beutfchen Bolks»
bud) p machen, oon ihm pm erftenmal unb immer roieber gerabe
gegenüber benBfalmen empfunben roirb, baf3 fich Cutßers eigenes geiftiges
Bilb in feinem beutfchen Bfalter fpiegelt, roirb ins Beroufjtfein erhoben.

0*CB> JEoijr Oaul Bwbtti) Cübtngen

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Verlag von W Kohlhammer in Stuttgart

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 23. Dezember 1933.

Verantwortlich: Prof. D. W. Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 14.
Verlag der J. C. H i n ri c h s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.
Mit einer Prospektbeilage der Aschendorffschen Verlagsbuchhandlung, Münster i. W.