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Ausgabe:

1933

Spalte:

1-2

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Hänel, J.

Titel/Untertitel:

Die Religion der Heiligkeit 1933

Rezensent:

Meinhold, Johannes

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet von Lic. Dr. phil. REICH und Mag. theol. H. SEESEMANN, beide in Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und gelehrte Mitteilungen «ind auBHchlie&lich an Professor D. BAUER in Güttingen, Düstere Eichenwcß 46, xu senden,
Rezensionsexemplare ausschliefilich an den Verlag. Gewähr für Besprechung oder Rücksendung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Güttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
58. JAHRGANG, NR. 1 7. JANUAR 1933

Spalte

Acta conciliorum oecumenicorum (Koch). . . 10
Allgeier: Bruchstücke eines altlateinischen

Psalters aus St. Gallen (v. Muralt)..... 3

Archiv für elsässische Kirchengeschichte (Adam) 17

Bartmann: Grundriß der Dogmatik (Piper) 19

Gilson: Der heilige Bonaventura Betzendörfer
) .................... 13

Greeven: Gebet u. Eschatologie im Neuen

Testament (Weber)............. 8

Gruss: Die Heiligen des Elsasses (Adam) . 14

Spähe

(Hahn:) D. Traugott Hahn (Usener) .... 18
Hänel: Die Religion der Heiligkeit (Meinhold
) .................... 1

J a g o d i t s c h : Das Leben des Protopopen

Awwakum Lother)............. 16

Janentzky: Johann Caspar Lavater (Lother) 17

Kri eck: Nationalpolit. Erziehung (Knevels) 21

Lern er: Kardinal Hugo Candidus (Schüz) . 11
Mackintosh: The Christian Experience of

Forgiveness (Wobbermin).......... 20

Spalte

Möhler: Die Einnahmen der apostolischen

Kammer unter Klemens VI. (Schüz) .... 11
Pastor: Geschichte der Päpste (Hashagen) . 16
Sali och: Hermann von Metz (Schüz) ... 11
Spiel mann: Die Hexenprozesse in Kurhessen
(Lerche)...............15

Stange: Luthers Gedanken über die Todesfurcht
(Schmidt)...............15

S t a r i t z: August ins Schöpf ungsglaube(Thimme) 9
Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament
(Fascher)................ 4

Hänel, Prof. D.J.: Die Religion der Heiligkeit. Gütersloh: C. j Typen so neben und hintereinanderstellen ? Am ehesten
Bertelsmann 1931. (Vil, 331 s.; gr. 8°. rm 11 - ; geb. 13-. j trifft das wohl bei der „Jenseitigkeitsheiligkeit" des Ju-
Das Buch bietet 3 Teile: I. Grundsätzliches (§ 1. dentums zu. Aber vorher? Daß die Frage berechtigt ist,
Der Sinn der Heiligkeitsaussage. § 2. Die Heiligkeit i zeigt sich schon darin, daß doch m. E. zu wenig RückGottes
als Wesen der a.t. Religion. § 3. Die Heiligkeit sieht genommen wird auf die Frage der Entstehungszeit
Gottes in außerbiblischen Religionen. § 4. Die Heilig- i der einzelnen angeführten Stellen, sodaß z. B. für die
keit Gottes im Neuen Testament. § 5. Hei.ige Sachen und ! mosaische wie prophetische Zeit eine Reihe von Belegen
Menschen. § 6. Die Formen der a.t. Hei.igkeitsvorstel- gegeben wird, die doch wohl erst der jüdischen Ge-
Jung. §7. heiligkeitstypen und die Religionsgeschichte.), meinde entstammen!

II. Der alttestamentliche Tatbestand (§^8. Die Heiligkeit : Es ist nicht der Ort hier, würde auch eine zu lange, ins
Gottes. § 9. Die Ehrfurcht vor Gott. § 10. Unnahbar- Spezielle gehende Ausführung nötig machen gegenüber
keitsheiligkeit. § IL Hoheitsheiligkeit. § 12. Eiierhei- der großen von Hänel mit ernstem Fleiß und Bemühen
ligkeit. § 13. Vollkommenheitsheiligkeit. § 14. Jenseits- vorgelegten Stoffe, das bis ins Einzelne zu erweisen,
heiligkeit.). III. Folgerungen (§ 15. Offenbarungscha- j Gewiß ist es verdienstlich, daß Hänel dies Thema be-
rakter der Hei.igkeitsreligion. § 16. Offenbarungseinheit , arbeitet und so scharf, ja einseitig auf den Heiligkeits-
der Heiligkeitsreligion.). — Es ist sicher nötig und Charakter der israelitischen Religion den Ton gelegt
gut, daß der Begriff „heilig" „Heiligkeit im A.T." einer hat. Aber wenn er zum Schluß den Offenbarungschabesonderen
Untersuchung unterworfen wird; ebenso ist rakter und die Offenbarungseinheit der Heiligkeitsreli-
es berechtigt, die „a.t. Glaubenswelt in systematischem gion derart betont, wie es § 15 und § 16 geschieht, so
Aufriß zu erfassen" und darzustellen, wie eine Anzeige muß man sich allerdings entschieden'dagegen wenden,
des Verlages das von dem Werk Hänels rühmt. — In Es ist nicht so, daß die „Heiligkeit Gottes jedem Satz
großer Ausführlichkeit und Breite sucht Hänel in seinem des A.T. seinen unvergänglichen Wert verleiht" (S.
großen 331 S. umfassenden Werk, dem bedauernswerter : 322) daß „wegen der Heiligkeitskontinuität das Alte
Weise kein Register beigegeben ist, sein Thema nach ! Testament nach jedem Satz Wort Gottes ist" (S. 330).
allen Seiten zu behandeln und dem Leser eindringlich ! Vielmehr ist es vielfach des Menschen, des jüdischen
vorzuführen. | Menschen Wort, das wir als Gottes Wort nicht werden
Es ist von Interesse, daß Hänel die Unnahbarkeits- i anerkennen dürfen. Man nehme nur die haßerfüllten
heiligkeit vor allem in der Stufe der Vorpatriarchenzeit, Werte gegen den persönlichen Feind (z. B. Ps. 109),
die Hohheitsheiligkeit bei den Patriarchen, die Eiferheilig- I d'e Hänel mit Unrecht abzuschwächen sucht, indem er
keit in der mosaischen Periode, die Vollkommenheits- 1 meint, daß „in diesen Bekundungen sich der Feind nie-
heiligkeit bei den Propheten, die Jenseitsheiligkeit in ma's D'ob nacn den persönlichen Nachteilen des Ver-
der nachexilischen Gemeinde findet (S. 45 ff.). Damit folgten, sondern weit stärker nach seiner Widersetzung
soll aber nicht behauptet werden, daß die Gedanken £egen Ooit bestimmt" (S. 327), man nehme das Buch
der einen Periode nicht in den nachfolgenden noch mit- Esther, das Luther mit Recht verwarf, u. a. m. Dann
schwingen könnten. Das Gegenteil sei der Fall. — wird man hinter das Wort Hänels: „Was das A.T. ist,
Schon hier melden sich Bedenken. Sind wir denn im ist ihm erst vo11 gegeben, wenn es kein geringfügiges
Stande nach unseren Quellen wirklich ein Bild der Stücklein mehr darin gibt, darunter man sich nicht in AnPatriarchen
- und gar der Vorpatriarchenreligion zu dacht m beugen vermag" (S. 330) ein großes Fragegeben
? Ist das was uns die Qellen (J1, J* E. PC) bieten zeichen machen. Das ist m. E. Judaismus und führt
geeignet, uns mehr zu geben als die Vorstellungen, die : nicht> wie der Verf- U'eint, zu segensreichem Gebrauche
das vor- und nachexilische Israel von seiner Vorzeit des AT- in der christlichen Kirche,
hatte? Und weiter: kann man wirklich die verschiedenen I Bon"'_ _j. Memhoid.