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Ausgabe:

1932

Spalte:

73

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Gradenwitz, Otto

Titel/Untertitel:

Heidelberger Konträrindex der griechischen Papyrusurkunden 1932

Rezensent:

Bauer, Walter

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographiechem Beiblatt in Vierteljahreheften. Bearbeitet von Lic. Dr. phil. REICH und Mag. theol. H. SEESEMANN, beide in Göttiiigen.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und gelehrte Mitteilungen «ind n u 11 c h I i e ft 1 i ch an Proieaaor D. BAUER in Göttingen, DüMerc Eichenweg 46, zu Beuden,
Re irnEionaexeinplarc auifieliließlich an den Verlag. Gewähr für Besprechung oder Rücksendung von unverlangt gesandten Rezension«*
excmplarcn. besondere noch bei Zusendung nach Göttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1

57. JAHRGANG, NR. 4_13. FEBRUAR 1932

Spaitej Spalte Spalte

Die Bekenntnisschriften der evangelisch-luthe- Gradenwitz: Heidelberger Konträrindex

rischen Kirche (Thieme)..........88 der griechischen Papyrusurkunden (Bauer). 73

Deneffe: Der Traditionsbegriff iPiper) . . 92 Heim: Das Wort vom Kreuz (Schowalter) . 95
Di et trieb: Des nestorianischen Patriarchen ijirku: Geschichte d. Volkes Israel (Robinson) 76
Elias III. Abu Halim Gebete (Bauer) . . . 85Mingaua: Apocalypse of Peter (Bauer) .

Dölger: Antike it. Christentum (Dibelius) . 78
D u n c a n : Digging up Biblical History (Hertzberg
) ....................73

Freundorfer: Die Apokalypse d. Apostels
Johannes und die hellenistische Kosmologie
und Astrologie (Windisch).........81

Schlier: Christus u. die Kirche im Fpheser-

brief (Schneider) ..............79

Schulz: Geistige Strömungen im Alten Testament
(Wendel)................78

Schweizer: Fe Cardinal Fouis de Fapalud
et son proces pour la possesion du siege
episcopal de Lausanne (Heimpei).....$7

— The Work of Dionysius Barsalibi against 83

the Armenians (Ders.)............I

Petersen: Der Ursprung der Pädagogik

(Niebergall).................g4|Vincke: Staat und Kirche in Katalonien u.

Roulin: Linges, Insignes et Vetements litur- Aragon während des Mittelalters (Holtz-
giques (Campenhausen)...........9ö! mann)....................86

Die Preise der hier angezeigten vor dem 1. VII. 1931 erschienenen deutschen Bücher dürften inzwischen im allgemeinen entsprechend der

Notverordnung vom 8. XII. 1931 um mindestens 10 % gesenkt sein.

Gradenwitz, Prof. Otto: Heidelberger Konträrindex der zu ordnen und systematisch darzulegen. Man kann nicht
griechischen Papyrusurkunden. Bearbeiter: Friedrich Bilabei, sagen, daß D. dieser Schwierigkeit wirklich Herr ge-
^*;nLfei,of7ercArturoLauer- Berlin: Weidmannsche Buchhandig. wortjen ist. Seine Methode ist meist die folgende. Will
i93i (x, 127 s.) gr. 8. RM 12 — . er etwa die steinzeitlichen Höhlen schildern, so be-
Unter der Leitung von Otto Oradenwitz ist vor schreibt er eine Anzahl von ihnen, unter genauer Ankurzem
der Heidelberger Kontrarmdex der griechischen , gaDe der Masse, des Zustandes, der Besonderheiten,
Papyrusurkunden erschienen. Das ist ein Verzeichnis manchmal auch der Ausgrabungsgeschichte, stets im
aller in den Papyrusurkunden — der Begriff Urkunde Anschluß an die Berichte der Ausgräber selbst oder an
schließt die Zauberpapyri ebenso wie die literarischen eigene Beobachtungen. Eine Zusammenfassung folgt
aus — vorkommenden Wörter, abgesehen von den Ei- dann entweder garnicht oder wird mehr gelegentlich
gennamen, alphabetisch geordnet, jedoch nicht entspre- abgetan. So ist das Buch in vielen seiner Abschnitte
chend ihrem Anfang, sondern nach ihrem Schluß. Das S einerseits von einer ermüdenden Länge, andererseits
Buch will zunächst bei der Entzifferung der Papyri läßt es unbefriedigend, weil die Darstellung sozusagen
Dienste leisten. Aber es kann auch lexikalische und jm Sande verläuft. Dazu kommt die sehr nüchterne
grammatische Forschungen unterstutzen. Als besonders Schreibweise, die zudem unter häufigen Verweisungen
dankenswert habe ich die beigegebene Liste der in auf die einzelnen Grabungsberichte, ja auf Abbildungen
Preisigkes Wörterbuch nicht enthaltenen Wörter und und Pläne darin, leidet.
Formen nebst Angabe, wo sie anzutreffen sind, empfun- _, , .
den. Bei ihrer Durcharbeitung konnte ich mich von der _ Eta Uberblick über den Inhalt möge das illustrieren. Der erste

Q^-„r u au j- u ii. ii___„„.,,„u„i u„i Band spannt das Ganze in einen geschichtlichen Rahmen und

Sorgfalt uberzeugen, die allenthalben gewaltet hat. j zerfäm » 4 Td]e Der , Abgchn* The neo)ithic or cave.dweIler

Göttingen. W. Bauer. j period" (S. 3-35) beschreibt, wie erwähnt, eine Reihe archäologisch

_ 1 ~ ] wichtiger Höhlen (interessant darunter die von chirbet el-'en); dabei

Duncan, J. Garrow, B. D: Digging up Biblical History. Recent , kommt die Keramik, wie überall in dem Buche, ausreichend zu ihrem

archaeology in Palestine and its bearing on the Old Testament. Vol. , Recht, wenn auch die auf das Leben und besonders die Religion der

1 u. II: The Croall Lectures for 1928/29 amplified. London: S. P. ' Höhlenbewohner aus der Keramik gezogenen Schlüsse recht proble-

C-K. 1931. (XIII, 275 S. m. Abb. u. XIII, 256 S. m. Abb.) 8°. j matisch sind. Der zweite Abschnitt behandelt die Bronzezeit, 2500 bis

je geb. 12 sh. 6 d. 1200 (S. 37 — 86), wobei wieder die Besonderheit der Keramik stark

Das Bestreben dieses Werkes ist, ZU zeigen, wie ! herausgearbeitet wird (Einführung der Töpferscheibe, die polierte —

durch die Ausgrabungen in Palästina die „biblische Ge- „burnished" — Tonware, der mykenische Import, die von 1300 an —

schichte" „aufgegraben" worden ist. Dabei leitet den I sie! - auftauchende Philisterkeram.k, das Verhältnis zu den zeitgenös-

Vprf rW „i„ -x -f 1 __a _ n„t,al^ot,,,n„„„ stschen ägyptischen Tonfunden ti. a. inj. Die Vergleichung mit den

des Ophelgrabungen Funden V^PN da (Ä ten) bringt D. dabei zu dem Schluß, daß

u ExPloratlon Fund ^.""U1?.1' /■ c ia' d^ „Amoriter", - so wird generell die vorisraeiitische Bevölkerung,

apologetisches Interesse; ausdrücklich Wird (11, b. V) soweit sie nicht cave-dwellers waren, genannt, — zunächst in Ägypten

betont, daß die apologetischen Schlußfolgerungen einem saßen, dann ab 4000 von dort in Palästina einwanderten und die

Höhlenbewohner Palästinas allmählich in sich aufnahmen. Wesentlich
auf der Ähnlichkeit von Kadesch und teil el-jehudije (Ägypten) beruht
ferner D.s Gleichsetzung der Hyksos mit den Hittitern (leicht modifiziert,

so die "Grundlage" scliaf'fen""auf der" sVch^dl^ eigentlkhe nach Hrozny. s- 72 Anm-'- „Der 3- Teil „Canaanite Constructions" (s.

Riholarhpit prfTiK+ bL"dI7elI'.d"' ucr **"J x „,0„^n „ „ö 87—161), wobei „Kanaaniter" = „Amoriter" plus „Hittiter" sind, be-

daßi dieses FÄWObei gi T^v l X 111' i schreibt nacheinander, was um des Überblicks willen recht nützlich ist,

daß dieses Ergebnis im Sinne des Verf. ein durchaus ; dje dnzelnen Ausgrabungsstätten in Palästina, die sich D. nach Art eines

positives! ist: die Ausgrabungen bestätigen aut Schritt I Festungsgürtels angelegt denkt; die im A.T. genannten „Könige" der

und Tritt die „Wahrheit" des AT. Bei dieser Aufgabe j einzelnen Ortslagen sind in Wahrheit amoritische Gouverneure (S. 91

war die große Schwierigkeit die, den Stoff zu sichten, | u. ö.). Der 4. Abschnitt (S. 163—265) umfaßt die Zeit der Hebräer,

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bereits erschienenen Sonderband „The Accuracy of the
Old Testament" vorbehalten geblieben sind. Sondern
vorwiegend will er das archäologische Material bieten und

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