Recherche – Detailansicht

Ausgabe:

1932 Nr. 19

Spalte:

438-439

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

March, Hans

Titel/Untertitel:

Die Psychotherapie Jesu 1932

Rezensent:

Bauernfeind, Otto

Ansicht Scan:

Seite 1, Seite 2

Download Scan:

PDF

Literatur S. 123—127.

Es ist wohl zu verstehn, daß ein so rätselhaftes Buch
wie der Prediger Salomos immer wieder zu neuen Lösungsversuchen
anreizt. Und diesem Lösungsversuch soll
der, im Übrigen den Raum einer ausgeführten Präparation

437 Theologische Literaturzeitung 1932 Nr. 19. 438

bucht. Im zweiten Teil geht er der Frage der Be- und die Uebersetzungen. 7. Die Sprache.) S. 79—99.
Ziehungen zwischen Urchristentum und Mysterienreligi- { III. Eine auf Grund der Auslegung gegebene Über-
onen nach, wobei er auch „die angeblichen Zeugnisse setzung S. 100—122. IV. Verzeichnis der benutzten
für den Einfluß der Mysterien auf das Christentum"
näher prüft. Er kennt sich gut in der protestantischen
Literatur aus, verfällt aber zuweilen der apologetischen
Eigenart, daß Einzelabschnitte mosaikartig zusammengesetzt
werden und auf diese Weise der gewollte Eindruck
sich ergibt. Vorsichtige Bedenken der Autoren nicht sehr überschreitende, „Kommentar", soll" die ■
formen sich zu Beweisen, sodaß als Ergebnis C. Cle- kaum nötige — Übersetzung dienen. — Der Verfasser
men's Urteil wiederholt wird: „Die Mysterienreligionen . hält gegenüber einer Reihe von Forschern an der Ein-
habcn auf das älteste Christentum nur geringen Einfluß j heitlichkeit des Qoheleth fest — abgesehn natürlich von
ausgeübt." Wenn ein so bekannter Forscher angeführt i einzelnen in den Text eingedrungenen Glossen und dem
werden kann, scheint der Beweis erbracht. Und doch Nachwort 11, 7—12, 7. Die Schrift ist entstanden in
Werden wir die Akzente, namentlich bei den Sakramen- Jerusalem und nicht in Alexandrien, wie Kleinert (Stufen
, wesentlich verschieben müssen. Denn der Eintritt dien und Kritiken 1883 S. 779) und Knight (Nile and
Qes Christentums in die hellenistische Welt bildet eine j Jordan 1921, S. 445 ff.) wollten. Für die Zeit kommt
oft nicht genügend erkannte Cäsur für die Gestaltung ! einmal die stark aramäische und mischnische Färbung
seiner Gedankenwelt. Nur eine Kleinigkeit: E. Rohde's j (S. 98f.) in Betracht. Doch führt die nach Podecchod
allbekanntes Werk ,Psyche' nach der Krönerschen Auswahl
zu zitieren (S. 21 Anm. 4 u. ö.) dürfte kaum angängig
sein. In einer für die Allgemeinheit bestimmten
Schrift hätte auch bei S. 37 f. auf die Übertragung „Alt-
griechischer Mysteriengesänge" ,Orpheus' von J. O.
Plassmann (1928) hingewiesen werden können.
München. R- F. Merkel.

Ki rk pa t ri ck, A. F.: The first and the second Book of Samuel

M the revised Version with introduction and notes. New Edition.
Cambridge: University Press 1930. (LXX, 466 S.) kl. 8°. = The
Cambridge Bible for Schools and Colleges. je 6 sh. 6 d.

Die Cambridge bible for school and Colleges bietet eine
moderne wissenschaftliche Übersetzung des at. Textes mit
Anmerkungen, wobei die Textzeugen semitischer Sprache,
Wie Massora, Targum, Peschitto englisch übersetzt sind,
Wahrend die LXX griechisch zitiert wird. Die kurzgehaltenen
Erklärungen erläutern Sprachliches, Historisches und I - — „Ä

,oon ™.u.v_ a ..c. ! Lege es für solche, die mit Qohelteth ein Leben in und

(l'ecclesiaste 1912) aufgestellte Behauptung, daß Jesus
Sirach abhängig vom Prediger sei, in die Zeit um 200,
besser noch, da der Verfasser in einer verhältnismäßig
— für die Judäer — ruhigen Zeit zu leben scheint, in die
ägyptische Periode, also etwa um 250 v. Chr. —. Da die
Abhängigkeit von Jesus Sirach mehr als zweifelhaft erscheint
, auch diese anderen Erwägungen nicht gerade
durchschlagend sind, bleibt die Frage der Entstehungszeit
unentschieden und m. E. auch unentscheidbar. —
Das worauf es dem — im Übrigen bescheiden auftretenden
— Verfasser ankommt (s. Vorwort), ist daß er
glaubt nachweisen zu können, im Prediger seine 2 Linien
zu unterscheiden: einmal tritt immer wieder die Betonung
der Eitelkeit dieses Lebens unter Sonne in dem
ewigen Einerlei des wechselnden Lebens hervor. Und
so ergebe sich für die an das Diesseitige gebundenen
Menschen die Widersinnigkeit dieses Daseins. Anders

Topographisches. Die vorliegende 1930 erschienene Aus
gäbe der Sam.-Bücher ist eine (seit 1880 verschiedentlich
verbesserte) revidierte Auflage. Die Literaturübersicht
nennt als letztes Werk den Kommentar von Caspari
(1926). Die Arbeit von L. Rost „Die Überlieferung
von der Thronnachfolge Davids" (1926) und die sich
hieran anschließende Debatte durch O. Eißfeldt (vgl.
olz 1927/8 und Old testament Essays, 1927, S. 85 ff.)
haben in der Einleitung keine Behandlung erfahren. K.
rechnet mit zwei Quellen: A und B, „but B appears to
he itselt a compilation" und Redaktorenzusätzen. Die
Erage nach dem Wert der LXX-Überlieferung in I. Sam.
17 wird offengelassen. Eine dritte Quelle C umfaßt
jl Sam. 9—20; 21—24 sind Nachträge, zum Teil abhängig
im Material von A bzw. B. Für den historisch
Wertvolleren Bericht in A und C ist Kirkpatrick die
Tradition eines G ad oder Nathan (vgl. I. Chron. 29,

mit Gott führen. Das macht sie frei von quälenden Nöten
und bietet ihnen den Zugang zu wahrer Freude und
Weisheit S. 95 f.). Hier liege der Schlüssel zum wahren
Verständnis des Buches. — Die Bemerkung regt zum
Nachdenken und Nachforschen an. Ich selber habe mich
von ihrer Richtigkeit nicht überzeugen können.

Bonn._J. Meinhold.

Moore, George Foot: Judaism in the first centuries of the Christian
era. The age of the Tannaim. Vol. III. Notes. Cambridge: Harvard
University Press 1930. (XI, 206 Sj gr. 8°.
Ich habe seiner Zeit über die beiden Hauptbände
des Moore'schen Werkes so ausführlich berichtet, daß
ich mich hier kurz fassen kann. Dieser 3. Band enthält
die größeren, teilweise exkursartigen, Anmerkungen, auf
die schon in Band I/II mit den Nummern verwiesen
war, die aber hier zu einem eigenen Band zusammenge-

'jadition eines Gad oder N atnan (vgl. i. unrou

2! wanrscheinlich. B entstammt prophetischen Kreisen j „£tfl!Ind- enthalten Belege und Literaturhinwefse
des 8. Jahrhunderts, hatte aber alte Notizen zur Ver- m,t. de"en die Hauptbände sparsam waren Moor7 ^i
*ugung. Die „geschichtlichen" Kapitel der Einleitung: ™h h,€r_ nich* vollständige Materialsammlung gehen
;.Leben und Werk des Samuel", „Saul", „David", „d!s ! ^«T1 Darstellung. Für jene verweist er mit gR« ul
Leben der Epoche" sind im wesentlichen Nacherzählun- | • Strack-Billerbeck und dessen Exkursbände ak
mngen der Texte ohne eigentlich historischen Aspekt, 1 f.e'„e ^ene - jn mancher Hinsicht klassische rw
w>e ihn etwa A. Alfs, „Staatenbildung der Israeliten t 7 Td durch die Noten unterbaut undlLUnü
>« Palästina" (1930) besitzt. d?V D5S ga,ze Werk ist ein MveSySSS

^.-on u ! Penkmal für den bald nach Erscheinen des! f Jes

"a**"""""" * ^ jv. /--------

Als Ganzes bringt der Kommentar den Kreisen, an
uie er sich wendet, sicherlich Förderung und Anregung,
Wenn er auch der Fachwissenschaft nicht gerade neue
Liesichtspunkte bietet.

^J/y£le a. S._ Kurt Galling.

Odeberg, Hugo, B. D., Th. L., Ph. D.: Qohaelaeth. A Commen-
tery on the book of Ecclesiastes. Uppsala: Almqvist & Wiksells 1929.
(128 S.) 8». 2 Kr. 50 ö.

Das Büchlein bietet zuerst einen kurzen Kommentar
7—78), dann II. ein „Summary" (1. Disposition.
* Komposition. 3. Berührungen mit andern Schriften.
., a er Phlk)sophische Standpunkt. 5. Entstehungszeit
1 -ort sowie die Tendenz des Buches. 6. Der Text

heimgegangenen Verfasser. Leider kann der Plan, das
Werk ins Deutsche zu übertragen, nicht ausgeführt
werden, denn Moore hat — aus nicht bekannten Gründen
— eine Übersetzung testamentarisch verboten. Mag
danach das englische Werk der deutschen Theologie
Anregung und Gewinn bringen.
Tübingen._ G. Kittel.

Franckh, Superint. D. Dr. Rudolf: Zur Frage nach der Psychotherapie
Jesu.

March, Dr. med. Hans: Die Psychotherapie Jesu. Schwerin: F.
Bahn 1928. (38 S.) 8°. = Arzt und Seelsorger, Heft 15. RM1.50.
Es handelt sich um Vorträge, die im Herbst 1927
gehalten wurden, ihre Veröffentlichung darf wärmstens