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Ausgabe:

1932 Nr. 1

Spalte:

352-353

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

Revue d‘histoire ecclésiastique. Tome XXVI 1932

Rezensent:

Köhler, Walther

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Theologische Literaturzeitung 1932 Nr. 15/16.

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Ein weiteres Kennzeichen ist sorgfältige Wortwahl für oberen und mittleren Ägypten, die auch in Mischung mit
Synonyma und sonst gutes Latein. An vielen Stellen i dem Sa'idischen auftreten.

steht Augustin mit r gegen alle oder fast alle andern I Wer, wie der Referent, bisher die Grammatiken von
Lateiner; lehrreich ist t. Kor. 6, 20 u. 2. Kor. 5, 10, ! L. Stern und G. Steindorff gebraucht und es bedauert
wo auch Hieronymus nach dem griechischen Text zitiert, j hat, daß der letztere seiner meisterhaften Darstellung
gegen die Vulgata, was wieder dafür spricht, daß die j des Sa'idischen nicht die ursprünglich in Aussicht ge-
Vulgata der Paulusbriefe nicht von ihm stammt. Für den , nommene Behandlung der übrigen Dialekte hat folgen
Hebräerbrief kann de B. darauf verweisen, daß auch lassen, wird Till für seine Behandlung der koptischen
K. Th. Schäfer in seinen „Untersuchungen zur Ge- 1 Gesamtsprache aufrichtig dankbar sein. Um so mehr, als
schichte der lateinischen Übersetzung des Hebr." (1929) er seine Arbeit bei aller gebotenen Kürze so angelegt

r für eine ursprüngliche Übersetzung aus dem Griechischen
erklärt, die sehr wahrscheinlich das Werk von
Aug. sei.

Bei den Psalmen ist es der Veronensis (R), der sich
so nahe mit Aug. berührt; Aug. selbst schreibt (ep. 261),
er habe Fehler des Lateinischen nach dem Griechischen
verbessert; Hieronymus wendet sich gelegentlich gegen
die zu wörtliche Übersetzung eines disertissimus illius
temporis interpres; Allgeier bezog diese Stelle als erster
auf Augustin u. de B. stimmt ihm zu (S. 568); interessant
ist besonders die Verwendung des Zeitworts hu-
milare (statt des sonstigen humiliare) bei Augustin u.
Cod. R (S. 558. 570). Dieser Text zeigt dieselben Züge

hat, daß sie nicht nur dem Anfänger dient, sondern auch
dem Fortgeschritteneren als Nachschlagebuch wertvoll
ist.

Die Chrestomathie hat hauptsächlich solche Textstücke
aufgenommen, die in möglichst vielen Dialekten
vorhanden sind. Das hat zur Beschränkung fast nur
auf ntl. Stücke (Johevgl. Phil.) geführt. Auch die
Apokalypse des Elias, bei der die achmimische Gestalt
neben der sa'idischen (mit achmimischem Einschlag)
steht, gehört zur Übersetzungsliteratur. Originalkoptisches
enthält nur die letzte Seite, nämlich ein Stück aus
der oben erwähnten achmimischen Predigt (aus der
Gesamtausgabe Text A Zeile 49—85 in leichter Bear-

wie die Revision der Paulusbriefe, sodaß derselbe Autor beitung). Ein Wörterverzeichnis bildet den Beschluß,
dahinter stehen muß (S. 571). (Rahlfs in der Ein- I Göttingen. w. Bauer,

leitung seiner Psalmenausgabe, bes. S. 40, Anm. 2, setzt

allerdings mit Capelle diese Psalmenrevision in die Zeit Cooper, Lane: A Concordance of Boethius. The five Theo-

vnr Aiicmstint logical Tractates and the Consolation of Philosophy. Cambridge (Mass.) :

In ähnlicher Weise untersucht der Verf. den Befund Thne Mediaeval ^ of ^ »»■ f«t 467 s.) 8». $ 5-

bei Sirach und der Weisheit Salomos (S. 579 ff.), WO c Der Vf?*er dleser ^rtv°llen Konkordanz Professor der englischen

u x ii • i i_i j l -xx u__j__„ _u a,.„ Sprache und Literatur an der Cornell Universität, hat sich bereits durch

ebenfalls einzelne Handschriften besonders mit .Aug. ■ Arbdten bekannt M & veröffenHichte 1916 eine Kon.

ubereinstimmen, ohne daß man seither gewagt hatte sie I kordanz zu Horaz (Washington, Carnegie Institution) und 1923 eine

auf eine Bibelrevision von Aug. selbst zurückzuführen. ( soiche zu Miltons lateinischen, griechischen und italienischen Gedichten

Beim Heptateuch (S. 585 ff.) nimmt auch Billen (The | (Halle, Niemeyer). Seiner mir vorliegenden Arbeit liegt die Ausgabe

old Latin text of the Hept. 1927) eine in die Lebenszeit j des Boethius von Stewart und Rand in der Loeb Classical Library
Augustins fallende Revision an; warum, sagt de B., soll
sie nicht von Aug. selbst stammen? Ähnlich weisen auch
bei Hiob (S. 591 ff.) die Zitate Augustins auf eine sehr

(London, Heinemann. New York, Macmillan) in der letzten Auflage

von 1926 zugrunde. Im Vorwort schreibt Cooper: „The present

renaissance of Mediaeval Latin strikes me as the outstanding scholarly

t£naiiT Besinn movement of our time; I have wished to take such part in it as I could.

1 mit sorgiaitiger The Concordance is at least fairly weU.done. it aims to include every

word of the texts excerpted; and, after checking thousands of quotations

lateinischer Wortwahl. Auch in den Evangelien (S.
594 ff.) benutzt Aug. zunächst einen von ihm selbst revidierten
Text; erst von 403 an (nicht schon 393, wie
Milne 1926 wollte) benutzt er in der Regel die Vulgata

myself, as well as having all of them, and all references, checked and
rechecked by Willing, if sometimes amateur helpers, J believe it to be
tolerably free of misprints." Man darf in die bewährte Sorgfalt des

des Hieronymus, verbessert sie aber auch noch an einigen j Verfassers das Vertrauen setzen, daß seine Worte zutreffen.
Stellen. Gießen. G. Krüger.

So schließen sich für den Verf. die verschiedenen

Linien seiner Untersuchung zusammen, deren ausführ- Revue d «istoire ecclesiastique Trentiime annee Tome XXVI.

lichere Wiedergabe damit gerechtfertigt sein mag, daß | Louvain: Bureaux de la Revue 1<330' (114° s > gr-8 •

der Aufsatz selbst nicht leicht zugänglich ist (der Son- 5 J1, J- fe Ohellinck: Quelques appeeiations de la dialectique et

.___1_.„1„ ■ + „■ v, • i_i„„j„i u„u„„. :;u„).„ii d Anstote durant les conflits tnnitaires du IVs — zeigt sehr lehrreich

derdrUCk ist nicht im Handel ZU haben), uberall zeigt ; di£ Einwirk der aristotelischen Dialektik auf Aetius und Eunomins;

Sich, Wie Aug. auf Ubereinstimmung mit dem griechl- ; dje großen Kappadoeier protestieren dagegen, sind aber selbst nicht frei

sehen Text (der ihm auch im A.T. tur inspiriert gilt), j von Berührung mit griechischer Philosophie „Tous ces auteurs preludent

auf Deutlichkeit und gutes Latein hinarbeitet; seine Ar- j a l'enseignement de s. Augustin". — L. de Lagger: La primatie et

beit wirkt nach bei den afrikanischen Schriftstellern nach j le pouvoir metropolitain de l'archeveque de Bourges au xnie siecle

ihm (Capreolus, Quodvultdeus) und wirkt auch nach stellt fest, daß der Primat des Erzbischofs von Bourges sich über das

Spanien hinüber (die Heimat von r Und der Toulouser ; ganze alte Aquitanien erstreckte und in praxi einem päpstlichen Vikariat

Sirachhandschrift scheint Spanien ZU sein). i gleichkam. Daher auch die starke Gebundenheit an den Papst dem

Man darf gespannt, sein, wie die engeren Sachge- ;

IlOSSen Sich mit den eindrucksvollen Darlegungen von ; d, Aauitaine seConde" beilegte. Die allmähliche Herunterdrückung der

de B. auseinandersetzen werden. j Metropolitanstellung überhaupt, von der aber die Leitung der Provinzial-

Ulm a.D. Erwin Nestle. j konzile ausgenommen wurde, veranschaulicht an der Kirchenprovinz

Bourges, gibt ein instruktives Bild zum Verständnis spätmittelalterlicher

Till, Walter: Koptische Dialektgrammatik. Mit Lesestücken u. j Kirchenverfassung. — A. Teetaert: Un compendium de theologie
Wörterbuch. München: C. H. Beck 1931. (XV, 91 u. 48* S.) 8°. pastorale du XHIe—XlVe siecle, untersucht die sogen. Summade sacra-
= Clavis Linguarum Semiticarum. Edidit H. L. Strack. Pars IX. j mentis, weist Handschriften und Drucke nach und vermutet als Vergeh
. RM 8.50. fasser den Dominikaner Wilhelm v. Paris, dessen Leben und Werke
Till hat sich Schon durch allerlei Arbeiten Über die t karakterisiert werden. Abfassungszeit: zwischen 1298 und 1323. —
Koptischen Dialekte bekannt gemacht. Sein „Osterbrief : E. Perroy: Un eveque urbaniste protege" par l'Angleterre = Guillaume
und Predigt in achmimischem Dialekt" 1931 ist in I de Coudenberghe, Bischof von Tournai und Basel. — P. Debongnie:
diesem Jahrgang Sp. 64 f. angezeigt worden. Etwa zur j Un temoignage meconnu en faveur de Thomas a Kempis, untersucht das
gleichen Zeit, wie iene Schrift, hat er im Rahmen der Mscr- 4338 der ehemal- kaiserlichen Bibliothek in Wien stellt in dem

Clavis linguarum semiticarum eine koptische Gramma- ; ^W»^.™" Mu^nis h79 in'Z U, 4Ch!iBkriten 1«'^.^

i-i i_ fL„„ i j- ii x- x u i _„x„ i Mscr. auf etwa 1440 und sieht in dem als Autor der „Imitatio Christi

tlk erscheinen lassen, die alle fünf uns bekannten kop- bezeichneten „chanoine regulier de l'ordre de s. Augustin» den Thomas

tischen Dialekte berücksichtigt, d. h. neben dem Saudi- a KempjS. —

Sehen Und Bohairischen das Achmimische Und Sub- I J. Bardy: Fragments attribues ä Arius, teilt mit und erläutert die

achmimische sowie das Fajjumische, Spielarten aus dem | bei Gelasius von Cyzicus und Anastasius Sinaita sich findenden Frag-