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Ausgabe:

1932 Nr. 1

Spalte:

346-347

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Wieneke, Joseph

Titel/Untertitel:

Ezechielis Iudaei poetae Alexandrini fabulae quae inscribitur Exagoge fragmenta recensuit atque enarravit 1932

Rezensent:

Violet, Bruno

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346

Theologische Literaturzeitung 1932 Nr. 15/16.

346

o tteöc. - ohne f|püv) vom Himmel schaut und II 8, 30 gar „erst
Massige Festungen" genommen werden, so will das alles nicht recht
stilecht scheinen.

Unter den höchst unpraktisch angelegten Seitenüberschriften sind
die beiden auf S. 141. 143 falsch gesetzt.

Göttingen. w- Zimmerli.

(HW evcpoomn^) heimkehrt, wenn I! 7,6 „unser Herrgott" (6 xüoioc I Geschickt wählt der Verf einen zugkräftigen Titel.

Von der Voraussetzung ausgehend, daß in den Kntiker-
kreisen das A.T. sehr wenig bekannt sei, hebt er zwei
Punkte aus der Masse des Angefochtenen hervor: Menschengestalten
und Gottesvorstellung des A.T. Nach
ihrer geschickten und offenen Skizzierung (S. 3—11) betont
B., daß diese Züge einmal nur einen Teil des A.T.
ausmachen, sodann, daß die alttestamentlichen Schriftsteller
das Angreifbare großenteils selber nicht billigen
und bekämpfen (S. 11—13). So kommt er zur Ausführung
des im Thema Angekündigten, dem der größte
Teil des Heftes eingeräumt ist (S. 13 bis Ende), dem
„Antisem. im A.T.". Er weist nach, daß wir „mitten im
A.T. eine solche scharfe Verurteilung des von den Antisemiten
bekämpften Wesens finden, daß diese sich kaum
bessere Bundesgenossen wünschen könnten als jene
Männer des A.T.s". Er zählt dann an vorhandenem „Antisemitischen
" im Einzelnen auf: 1. Rücksichtslose Wahrhaftigkeit
in der Schilderung der menschlichen Gestalten
; 2. Schärfste Kritik an Korruption, Geschäftsgeist
etc.; 3. Entsprechende positive Forderungen; 4. Ablehnung
von Haß und Rachsucht; 5. Ablehnung von
Schlüpfrigkeit, Schmutz etc.; 6. Fremdengesetzgebung;
7. Proben echten Heldentums; 8. Seelentiefe alttest.
Dichtung in Hiob und Psalmen; 9. Geradezu antisem.
Gottesbegriff, was das Sittliche belangt; 10. Gnade und
Güte Gottes; 11. Nationale Entschränkung des Gottesbegriffes
; 12. Ausgleichung göttlicher Anthropomorphis-

Zl°n, Robert: Beiträge zur Geschichte und Legende des
Propheten Elia. Berlin: Reuther & Reichard 1931. (VII. 39 S.)
gr. 8°. RM 4.40.

Das Heft — eine Würzburger Dissertation — enthält eine Fülle
interessanter Einzelheiten zur Entstehung und Entwicklung der jüdischen
Biatradition. Denn lediglich um diese handelt es sich, und es wäre
Sut gewesen, den Titel demgemäß zu gestalten. Der Verf. geht davon
aus, wie die Traditionsbildung um Elia schon innerhalb des biblischen
Schrifttums einsetzt und wie sowohl die Hoffnung des Volkes als auch
die Gelehrsamkeit der Rabbinen das Bild dieses gewaltigen Gottesmannes
erweitert und vervielfältigt hat. Insbesondere wird die Tradition über
Namen und Herkunft des Propheten untersucht (Gad oder Benjamin,
"7 Lea oder Rahel) sowie die Beziehung des Elia der Tradition zu
einzelnen biblischen Persönlichkeiten aufgezeigt: dem Propheten Achija,
Mose und Pinchas. In diesem letzteren Falle kommt es geradezu zu
einer Identifikation der beiden Gestalten; und der solchermaßen ausgestattete
Elia wird der Tradition immer größer, wird eine Engelsgestalt,
die zu Abrahams Zeit, ja bei der Schöpfung vorhanden gedacht ist;
entsprechend wird Elia ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftshoffnung
(Maleachi). „Die Gestalt des Propheten Elia durchzieht also in der
jüdischen Überlieferung die Geschichte der Menschheit von ihrem ersten
Anfang bis zu ihrem Abschluß" (S. 39).

Das benutzte Material ist umfassend. Gern hätte man noch etwas mTn durch entsnreThenrie
Sehört über die Bedeutung Elias in der jüdischen Gegenwartsfrömmigkeit, , ÄffiET innJvb^K ^ A T Aussagen- ~ Es gelte,
. . — ^.„-.u., „.■„(,* „„„„ (Mt A,mh wäre es I Schichten innerhalb des A.T. zu erkennen, es vom mo-

~ obwohl es an Andeutungen darüber nicht ganz fehlt. Auch wäre es
v°n Nutzen gewesen, wenn der Verf., dem die von Elia zu el-Chadr
fuhrenden Linien bekannt sind, die Eliatraditionen Palästinas näher ins
Auge gefaßt hätte (Beziehungen zum hl. Georg, zu Johannes dem
Läufer, die Ortsüberlieferungen usw.); so fehlt denn auch in der angegebenen
Literatur L. Einsler, Mar Elias, el-Chadr und Mar Dschirjis,
ZDPV 17, S. 42 ff, Cl. Kopp, Elias und Christentum auf dem Karmel
'929. Gerade die nichtjüdische Tradition bietet manche willkommene
Ergänzung und Bestätigung für die jüdische Überlieferung. Doch stellt
das Büchlein auch so einen erfreulichen Beitrag zur Traditions-
Seschichte dar.

Marburg/Lahn. H.W. Hertzberg.

dernen Judentum zu trennen und den Rassenhaß bei
seiner Wertung auszuschalten.

Bei der Beurteilung des Schriftchens muß man seinen
konkreten Zweck im Auge behalten. Es kam darauf an,
daß das Problem in einer studentengemäßen Fassung in
die Debatte geworfen wurde. Das ist dem Verf. durchaus
gelungen. Die sehr leichte Diktion ist gewiß am
Platze; der lose Aufbau ist für den Zweck der Schrift
kein Hindernis. Vollständigkeit und Gründlichkeit
braucht nicht erstrebt zu werden. Neu ist der Gedanke
der Selbstkritik Israels durch seine Führer auch inner-

Z . ,, ... ~ . ... tac(-mo.„t halb der Abwehrliteratur nicht; aber er mußte es ja wie-

Begrich, Prof.Lic.JR: A"1*:™^ I derum auch nicht sein. Wenn in studentischen Kreisen

Jena: Frommannsche Buchh. 1931. (31 S.) 8 .- Student und Leben, | ^ )VPrwerflichen« auch >>vorbildliche4«

hrsg. v. E. Fascher, H. 5. RM ~60-

Der Geist politischer Erregtheit der Nachkriegs- | Stellen des AT in interessierender Form gezeigt ^ wur-

zeit der auch di?S Jugend erfaßte, hat sich in ' den dann hat das schon seinen Wert. Es schadet also

«w, aer aucn tue utuiaciic j g , o;+Pn hin ! nichts, wenn die Skizze der Angriffsmomente im Anfang

^Z^^^^^^J^ dTri .^ß" die I etwas'zu lang gediehen ist und rnan nachher ihre Durch?

recht ungünstig ausgewirkt. Einmal darin, daß die
fruchtbrino-ende0 Weltabgezogenheit des in wissenschaft-
hche Probleme sich vergrabenden „Novizen" vor dem
Bild des jungen politischen Kämpfers verblaßte, sodann
darin daß mit der Geringwertung auch Mangel an

___ ' . . . i ■._____:___ ___a ci,-f.,„„li+„ «„;«

prüfung genau im Einzelnen vermißt.

Begrich hätte noch erwähnen dürfen, daß es ja wohl
zumeist die Führer eines Volkes, und zumal die prophetischen
, für ihre Aufgabe ansehen und auch als solche
erleben, Mängel ihres jeweiligen Volkscharakters zu

Gründlichkeit in der Arbeitsweise und Ehrfurchtslosig- eriei>en, mangei inres jewemgen voiKscnaraKxers zu

lunaiicnkert in aer ™»*' h;n_phpnHpn Forschertums gmßeln. Wieviel „Anti-Deutsches" findet man im Schnft-

kei[ gegenüber den Tragern hingebenden i-orscnertums | ^ ^ deutschen Proph€ten und Patrioten Luther

Es vlr7sSehr s'cK sein, dieser Beunruhigung mit I wenn er auf allerlei Schwächen und Unsitten seines VoL

Erfolg entoegen zu treten. Ein Pionier auf diesem Ar- ^s ™ sprechen kommt!

beitsfeld will die Sammlung „Student und Leben" sein, j Ober-Breidenbach i. Hessen. Adolf Wendel,

die hiermit erstmalig den Lesern unserer Zeitschrift

rt literarischer Arbeitsge- I Wieneke, Joseph: Ezechlelis Iudaei poetae Alexandrini fabu-
nahegebracht sei. In einer Art 1"«rd"SL' Fakultäten 1 lae quae inscribitur ESaviom frajrmenta recensmt atque enarravit.
meinlchaft von Studenten und ^zeJ^jSSefS utd Münster i. W.: Aschendorff 1931. (XII, 135 S.) gr. 8°. RM 4.95.
sollen aktuelle Themen in ein„rpmk"^ W. gibt eine sehr sorgfältige Studie über die von

aufbauenden Weise in diesem gmeinsamen p^ ^^.J ^ der Praeparatio Eyangel.ca aufbewahrten

erörtert werden. Daß der Veranstalter u Xneolose Reste des dramatischen Epos (oder des epopoischen

gewichtigen Dienstes an J"Se"d "Xh-0^ gebührt Prof. i Dramas) Exagoge, in dem der alexandrinische Dichter
ist, macht ihn uns besonders beacntiic" > * S Ezechiel den Auszug der Juden aus Ägypten darge-

D. Fascher warmer Dank für seineuHdÄ stdlt hat. „Auf die Bühne gebracht", wird man nicht

Das vorliegende Heft eines.^^^"2*^^ Jas sagen können, da es vermutlich ein Lesedrama war in
wehrgedanken gegen antisemüische ^ ^ ^ Mose die geforderte Einheit

Lager der Studenten tragen. Ahnlicne J mehrere in von Raum und Zeit notdürftig festgehalten war. Wie-
tere als nur studentische Leserkreise sind[ n ^ke bietet die 269 erhaltenen Verfe nach den Hand-

letzterer Zeit erschienen; vgl. meine B«prechur^en in neke. bietet eingehenden Kommentar sachlicher

Th.L.Z. 3, 1932 und Chr. W.11, st93idaSaßkeineSs ^ sachlicher Art und dahinter Untersuchungen über
Thema im Studententum hochaktuell ist, bedarf keines jna^pracn ^ Komposition und den Zweck des Stuckg
Hinweises.