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Ausgabe:

1931

Spalte:

121-122

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Borée, Wilhelm

Titel/Untertitel:

Die alten Ortsnamen Palästinas 1931

Rezensent:

Eissfeldt, Otto

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet von Lic. Dr. phil. REICH und Mag. theol. H. SEESEMANN, beide in Cöttingen.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Mannnkripte und gelehrte Mitteilungen sind auBachliefilich an Professor D. BAUER in Göttingen. Düstere Eicbenweg 46, in senden,
Rezensionsexemplare ausschlieklich an den Verlag. GewKhr für Besprechung oder Rücksendung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1
56. JAHRGANG, NR. 6 14. MÄRZ 1931

Spalte

Boree: Die alten Ortsnamen Palästinas

(Eißfeldt)..................121

Cramer: Arnos (Ders.)...........122

Erbe: Bethlehem (Bettermann).......138

Farn er: Die Lehre von Kirche und Staat

bei Zwingli (von Muralt).........135

Festschrift für Hans von Schubert zu seinem
70. Geburtstag (Wolf)...........134

Spalte

Haubfleisch: Leib und Seele (Möldner) 140
Löf gren: Jona, Nahum, Habakuk, Zephanja,

Haggai, Sacharja und Maleachi Äthiopisch

(Duetising).................126

Quasten: Musik und Gesang in den Kulten

der heidn. Antike u. christl. Frühzeit (Bauer) 133
Reitzenstein: Die Vorgeschichte der

christlichen Taufe (Dibelius)........128

Spalte

R i e ß 1 e r: Altjüdisches Schrifttum außerhalb
der Bibel (Caspari)............126

S c h e 11 e r: Die Wahrheitsfrage der Religion
(Kesseler)..................141

The New Testament in modern speech
(Hirsch)...................127

Mitteilung (Duensing)............143

Boree, Wilhelm: Die alten Ortsnamen Palästinas. Leipzig: kstbrk, dessen zweiten Bestandteil der Verf. selbst als
E. Pfeiffer 1930. (IV, 125 S.) gr. 8°. = Staatl. Forschungsinstitut bei 1 jpa erklärt (S. 116), gehört überhaupt nicht hierher
d. Univ. Leipzig, Forschungsinst. f. Orientalistik, Assyriolog. Abt. -j-roTZ dieser und anderer Mängel haben wir allen

... . xl j d rm J5~; Grund, uns über Borees Studie als ein Gegenstück zu

Nach einer kurzen einfuhrenden Bemerkung über Mart'in Noths Untersuchung der israelitischen Personennamen
zu freuen. Beide Veröffentlichungen sind
bedeutsame Vorarbeiten für das Lexikon alttestament-
licher Namen oder für die ausführliche Einarbeitung
dieser Materie in den neuen Gesenius. Denn das eine

Halle a. S. Otto Eißfeldt.

die Bildung der Ortsnamen überhaupt, der Festsetzung
des Beginns der griechischen Aera (330 v. Chr.) als
unterer Grenze der Darstellung und einer knappen Übersicht
über die für eine Untersuchung der alten Ortsnamen
zur Verfügung stehenden Quellen führt der Verf. j XdeT'das fi^^
im Hauptteil seiner Arbeit (S. 20—120) die sprachliche !
Gliederung des Namenmaterials durch, dies in semitisches
und unsemitisches Gut zerlegend und das erstere
wiederum in drei Gruppen (Einwortige Namen, Aus zwei
Wörtern zusammengesetzte Namen, Gliederung der Namen
nach ihrem Inhalt) einteilend, und faßt am Schluß
die sachlichen Ergebnisse kurz dahin zusammen, daß
sich bei den semitischen Ortsnamen hinsichtlich ihrer
Bildungsart zwischen den einzelnen Landschaften und
den einzelnen Perioden kein Unterschied erkennen läßt,
und daß die unsemitischen Namen entweder auf eine

Cramer, Pfr. Karl: Arnos. Versuch einer theologischen Interpretation.
Stuttgart: W. Kohlhammer 1930. (VI, 216 S.) gr. 8°. = Beiträge
z. Wissensch, v. A. u. N. T. hrsg. v. R. Kittel, 3. F., H. 15. RM 12—.

Es ist nicht leicht, Cramers Versuch einer theologischen
Interpretation des Arnos, der jedenfalls für die
heutige theologische Lage charakteristisch ist, in Kritik
und Anerkennung gerecht zu werden. Über die hier gebotene
Kommentierung des Arnos-Textes freilich läßt
den ^miten^m"'^^ j si.ch '€'cht ««? U/fi ?^^r'" specimen eruditio-

semitische Bevölkerung oder eher auf die übe? die semil ! nis> das z^> daß der Yerf; die [«r seinen Gegenstand
tischen Bewohner dahinflutende Hyksos-Welle zurück- "nd das A-T- überhaupt inbetracht kommende gelehrte
pehen Literatur ebenso wie die hier gangbaren Fragestellungen
Aufs ganze gesehen, wird man der grammatischen kennt und selbständig zu beurteilen vermag, daß er geErklärung
und der sachlichen Würdigung der einzelnen egentl.ch allerdings auch unnötige Proben seiner BeOrtsnamen
zustimmen können, aber im einzelnen sind, 'esenhed mitteilt und einige Male seine Gewährsmänner
von den Druckfehlern abgesehen, einige Ausstellungen g™ndlic+h. m,tll„ 7 , €" hat.oder wSst<7A.s 1,1 ,e+'nem
zu machen. Während sonst die etymologisch durch- m.ßverstandlKhe Zusammenhang anfuhrt. Das gilt von

sichtigen semitischen Ortsnamen übersetzt werden, fehlt I lemftQ 7n in h ug% "^P"«* "nd,, r?°tt aUf
diese FrWl-imno- hei in? S 28 rf»3 S. 35, trbr-i'S 52 1 S" °9' 70> vo.n der Be™."^ auf Wellhausens
tr*ld™n£ <*» " * f8' ..' aXiZ ' Äußerung zu Arnos 3, 2 auf S. 81 und von der Beim
? 7?> S. 60, und doch .st be. .hnen f/"€/Klärung ündung ^iner These, daß es keine Geschichte
möglich, wie diese denn .m ersten Falle auf S m des Schöpferglaubens in Israel gebe, sondern nur
auch angedeutet wird. - Das in ägyptischen Wieder- eine Geschichte seiner Form, mit Baudissin,

gaben palästinischer Ortsnamen achtmal vorkommende
und vom Verf. im Anschluß an Burchardt mit dem
arabischen higr verglichene und als „Burg" erklärte

Kyrios III, S. 467. 521 auf S. 95, alles Fälle, in
denen der Verf. die Betreffenden als Stützen seiner
Lieblingsideen anführt und sie in Wahrheit etwa

hgr, hkr (S. 84) ist doch wohl sicher das hebräische das Gegenteil davon bezeugen. Kein Wunder, daß so

P?ü „Feld" (vgl. S. 89, Nr. 10 und S. 44, Nr. 17).
Die nichtsemitischen Namen will der Verf. nach Analogie
der vorgriechischen kleinasiatischen verstanden
wissen, aber hier ist sein Blick wohl zu einseitig nach
Kleinasien gerichtet. Die Annahme subaräisch-mitanni-

auch die Worte des Arnos selbst nicht selten ihres
nächsten Sinnes entkleidet und zu Trägern der Gedanken
gemacht werden, die dem Verf. die Hauptsache sind.

Denn die Einzelexegese ist dem Verf. nicht Selbstzweck
. Auch auf eine Gesamtwürdigung des Arnos bescher
Bildungen läge an sich näher. Ein Name wie j schränkt er sich nicht. Vielmehr geht es ihm um das
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