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Ausgabe:

1931

Spalte:

49

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Preuss, Konrad Theodor

Titel/Untertitel:

Tod und Unsterblichkeit im Glauben der Naturvölker 1931

Rezensent:

Witte, Hans

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Seite 1

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

anter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrgheften. Bearbeitet von Lic. Dr. phil. REICH und Mag. theol. H. SEESEMANN, beide in Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

Manuskripte und gelehrte Mitteilungen sind a u b s c h I i e ß I i ch an Professor D. BAUER in Göttingen, Düstere Eichenweg 46, zu senden,
Rezensionsexemplare lusschlicBÜch an den Verlag. GewBhr für Besprechung oder Rücksendung von unverlangt gesandten Rezensionsexemplaren
, besonders noch bei Zusendung nach Göttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1

56. JAHRGANG, NR. 3 31. JANUAR 1931

Spalte

Baumgärtel: Der Theologiestudent und die
Bibel (Herrmann)..............65

Biblischer Sozialismus. Monatsschrift f. sozialistische
Schriftforschung (Wünsch).....62

Borries: Grenzen und Aufgaben der Geschichte
als Wissenschaft (Winkler) .... 56

Bultmann: Die Erforschung der synoptischen
Evangelien (Strathmann)......51

Connolly: Didascalia apostolorum (Ficker) 53

Ebers: Staat und Kirche im neuen Deutschland
(Schoen)................67

Spalte

Heering: Der Sündenfall des Christentums

(Schowalter)................. 63

Hochkirche, Die (Allwohn).......... 65

Köhler: Historie und Metahistorie in der

Kirchengeschichte (Winkler)......... 56

L o o f s : Theophilus von Antiochien adversus

Marcionem (Ficker)............. 51

Menne: August Hermann Niemcyer (Mulert) 55

Per eis: Bonizo (Ficker)........... 53

Preuß: Tod und Unsterblichkeit im Glauben

der Naturvölker (Witte)........... 49

Spalte

Seeberg: Ideen zur Theologie der Geschichte
des Christentums (Winkler) .... 56
Spörri: Das Incoordinable (Winkler) ... 56

Strom ata (Schi an)...............54

Torrn: Hermeneutik des Neuen Testaments

(Schütz)...................50

Weber: „Eschatologie" und „Mystik" im

Neuen Testament (Schütz).........49

Mitteilung: Zur Textkritik des Clemens Alex, und
Euagrios (Peterson).............69

Preuß, Prof. Dr. K. Th.: Tod und Unsterblichkeit im Glauben
der Naturvölker. Tübingen: J. C. B.Mohr 1930. (36 S.) gr. 8°.

= Sammig. gemeinverständl. Vortr. u. Schriften aus d. Gebiet d.
Theologie u. Religionsgeschichte, 146. RM 1.80 ; in Subskr. 1.50.

Im Jahre 1928 ist nach langer Pause wieder ein-

gische Mystik des Paulus im Gegensatz einerseits zur
Eschatologie der Judaisten und andrerseits zur gnosti-
schen Mystik des Hellenismus, wie er in Korinth zu
spüren ist; und gut wird erläutert, daß vom Standpunkt
der Glaubensmystik aus die paulinische Rechtfertigung

mal ein Buch eines Gelehrten erschienen, der behauptet, j zu verstehen ist: das Gesetz wird als Heilsweg außer
einen Volksstamm gefunden zu haben, der keinerlei J Kurs gesetzt

Anerkennenswert ist zwar die durchsichtige Ge-
hXHiinSßi o^Thnurge^Tder dankenführung und Stoff sichtung; doch hielt ich^s für

Sehnsucht von und nach einem Leben nach dem Tode 1 wunKhensvvert, wenn dem Leser etwas mehr eigenes
Dem tritt nun Professor Preuß, der gelehrte Erfor Denken uberlassen bliebe. Z B ist das Vorhandensem
scher der gleichen Sphäre Südamerikas8 entgegen mit de,, HÄingSmjT.h'" f" W^^o^"^™'*8'
seinem feinen Vortrag"der hier gedruckt vorliegt Es™st I V°1 f31"^3"' daß da.s. E.rSeß ' ,gv 10°-2+:) kurFr
weniger die Darbietung einer Fülle des Materials das 1 S€1" konnte- " E,ne Unebenheit "«B* ™ Zitieren der
heute fast erdrückend groß ist, als vielmehr die überlegene
Sichtung und die psychologische Auswertung, die
diesem Vortrag seinen großen Wert geben. Mit Recht
erklärt Preuß, daß den Naturvölkern ein Fortleben des
Menschen nach dem Tode einfach selbstverständlich
ist, auch den Tschama, die ihre Toten schmücken und
die Leiche in der Hütte beisetzen. Der Tote lebt mit der
Familie weiter. Das bedeutet noch kein „ewiges Leben",
manche Völker nehmen ein endliches Erlöschen des Le

Autoren nach Seitenzahlen: Man findet die Buchtitel,
wo sie das erstemal genannt sind, bisweilen schwer oder
garnicht wieder, namentlich, wo es sich um mehrere
Arbeiten eines Gewährsmannes handelt.
Kiel. Roland Schütz.

Torm, Prof. Dr. theol. Fr.: Hermeneutik des Neuen Testaments.

Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1930. (VI, 253 S.) gr.8°.

RM 8.50; geb. 11—.

bens an, oft, wenn man es auch im Jenseits satt hat. j Der Kopenhagener Theologe Fr. Torm hat mit

Viele interessante Einzelheiten bringt Preuß über Tod

und Wiedererweckung in den Initiationsriten und den
Sinn der Beschneidung.
Berlin. J. Witte.

Weber, Hans Emil: „Eschatologie" und „Mystik" im Neuen
Testament. Ein Versuch z. Verständn. d. Glaubens. Gütersloh:
C. Bertelsmann 1930. (X, 236 S.) gr. 8°. = Beiträge z. Förderg.
Christi. Theol., 2. Reihe 20. Bd. RM 9—; geb. 11—.

. Diey; vom Historischen ausgehende systematische
Untersuchung zeigt in übersichtlicher Anordnung, wie
das eschatologische und mystische Bewußtsein des Glau- ,

bens polar gegeneinander gespannt und doch innerlich j Stils und ganz besonders des Verstehens eingeführt.

diesem Werk eine klare, übersichtliche Einführung in
die Aufgaben und das Wesen der Exegese vorgelegt.
Zuerst erschien das Buch dänisch, ist dann nach Anerkennung
seitens deutscher Fachgelehrter in erweiterter
Form auch ins Deutsche übertragen worden, ohne daß
Faschers hermeneutische Studie schon benutzt werden
konnte. So ist Torms Hermeneutik ein Parallelwerk zu
Faschers „Vom Verstehen des N.T.", was zu eingehendem
Vergleich einladen könnte.

Auf Grund vielseitiger Literaturkenntnis hat Torm
in die großen Probleme der griechischen Sprache des
N.T., der Wortbildung, des Bedeutungswandels, des

zusammenhängend durch das Neue Testament hindurch- j Das letztere (§§ 1, 5 u. 6) ist sein Kernstück. Torm

geht. Durch das geschichtliche Evangelium bedingt und
ermöglicht zeigt sich Hoffnungsfrömmigkeit und Hoffnungsmystik
deutlich im Hebr., 1. Petr., in den Briefen
des Paulus und im Joh. Straff ist herausgearbeitet —
darin sehe ich den Wert des Buches — die eschatolo-

hat viel von Schleiermacher gelernt und betont das
Sprachphilosophische. Von Vorteil ist, daß die Geschichte
der Exegese und die Hauptprinzipien der Auslegung
nicht am Anfang stehen, wie das früher üblich
war, sondern am Ende.

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