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Ausgabe:

1931

Spalte:

529-532

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Titel/Untertitel:

The jewelry of scripture 1931

Rezensent:

Schrader, Friedrich Otto

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Theologische Literaturzeitung

BEGRÜNDET VON EMIL SCHÜRER UND ADOLF VON HARNACK

unter Mitwirkung von Prof. D. HERMANN DÖRRIES und Prof. D. Dr. GEORG WOBBERMIN, beide in Göttingen

HERAUSGEGEBEN VON PROFESSOR D. WALTER BAUER, GÖTTINGEN

Mit Bibliographischem Beiblatt in Vierteljahrsheften. Bearbeitet von Lic. Dr. phil. REICH und Mag. theol. H. SEESEMANN, beide in Göttingen.

Jährlich 26 Nrn. — Bezuasnreis: halbjährlich RM 22.50

Jährlich 26 Nrn. — Bezugspreis: halbjährlich RM 22.50

M«nu.Ln; i und ([clehrie Mitteilungen aind « im c h 1 i efi I i ch an Profeaaor D. BAUER in Güttingen, Düstere Eichenweg 46, m senden,
Heaensionsexemplare ausschließlich an den Verlag. Gewähr für Besprechung oder Bückseniiung von unverlangt gesandten Kecensiona.
exemplaren. besonders noch bei Zusendung nach Güttingen, wird nicht übernommen.

VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN BUCHHANDLUNG, LEIPZIG C 1

56. JAHRGANG, NR. 23 _ 7. NOVEMBER 1931

Spalte

Bunzel: Die rechtliche Stellung des evangelischen
Pfarrers (Meyer).........551

Bu-ston: History of Buddhism (Schräder) 529
Cu 11 mann: Le problente litteraire et histo-

rique du roman Pseudo-Clenientin(Schmidt) 533
Joel: Wandlgn. d. Weltanschg. (Niebergall) 548
Koch: Die russische Orthodoxie im Petrinischen
Zeitalter (Völker).........545

Kühl: Die drei Männer im Feuer (Caspari) 532

Spalte

Mendelssohn: Oesammelte Schriften (Atter) 547
Thomas Mnrners Deutsche Schriften (Petsch) 540
Nederlandsch Arch. v. Kerkgeschied. (Köhler) 543
Schaeder: Das Wort Gottes (Winkler). . 549
Schneider: Bei den deutschen Lutheranern

in Australien (Maurer)...........548

Seeberg: Festrede zum Gedächtnis der

400jährigen Übergabe des Augsburgischen

Spalte

Stammler: Verfasserlexikon des deutschen
Mittelalters (Schröder)...........538

Uttendörfer: Zinzendorfs Gedanken über
den Gottesdienst (Bettermann)......546

W e n d 1 a n d : Siebenhundert Jahre Kirchengeschichte
Berlins (Gerhardt).......539

Wotschke: Urkunden zur Reformations-

Bekenntnisses (Kattenbusch)........541 geschichte Böhmens und Mährens (Völker) 544

Bu-ston: History of Buddhism (Chos-hbyung). I.Part: The (S. 138-181); ferner eine Anzeige: über das von Bu-ston
jewein- of s'ripture. Transiated fron. Tibetan by Dr. E. Ober- hanf.g zitierte und „für die Kenntnis des spateren Bud-
miller With an introduetion by Th. stcherbatsky. Heidel- dhismus hervorragend wichtige Uttaratantra", von dem
berg 1931. I" Komm, bei O. Harrassowitz, Leipzig. (I, 187 S.) Dr. O. eine englische Übersetzung druckfertig hat; und
gr. 8". = Materialien z. Kunde des Buddhismus, hrsg. v. M. schließlich (S. 183—187) unter dem Titel „Contents and
Walleser, 18. H. RM 18~- j Systems" eine ausführliche Inhaltsübersicht. Die Letztere
Unter den Völkern Asiens nehmen die Tibeter eine jst der Schlüssel für die komplizierte Disposition des
ganz besondere Stellung ein. Von ihrem Hochland aus Werkes und ihre beim ersten öffnen des Buches sehr
nach der einen Seite auf die „Schwarze Ebene" (rgya- seltsam anmutende algebraische Darstellung durch den
nag, China), nach der anderen auf die „Weiße Ebene Übersetzer. Wenn nämlich z. B. der Abschnitt Works
(rgya-gar, Indien) hinabblickend sind sie unter den direk- on Empirical Reality" mit dem Etikett II D c b, c* c« a«
ten Einfluß zweier Kulturen geraten. Der indische Ein- erscheint, so bedeutet dies, daß die Werke über Empi-
fluß erwies sich als der stärkere durch die große Macht rische Realität (a») nebst zwei anderen Arten von Wer-
des Buddhismus, war aber nicht stark genug dem ken (b<) Ci) „die verschiedenen Abhandlunaen mit Hin-
Tibeter eine Eigenschaft zu nehmen, die ihn mit dem blick auf ihren Gegenstand (geordnet)" (c,) ausmachen ■
ihm rassenverwandten praktisch veranlagten Chinesen ( daß „Gegenstand" (subject-matter) zu den fünf Ge-
von dem jenseitszentrierten Hindu trennt: das Interesse sichtspunkten (a< bis e«) gehört, unter denen die Ver-
am historischen Geschehen. So ist es gekommen daß schiedenartigkeit der exegetischen Abhandlungen" (e>)
der Buddhismus nicht in seinem Heimatlande, sondern betrachtet wird; daß in dieser Betrachtung (c,) zusam-
in Tibet seine Historiker gefunden hat Schon zu einer men mit der ^Definition" (a.) und der „Etymologie"
Zeit, als man von den ältesten Quelten des Buddhismus, (bl) des Wortes sästra (exegetische Abhandlung) die
den Texten des Päli-Kanons, in Europa noch kaum AnalySe des Begriffes „Exegetische Abhandluno" be-
etwas wußte, veröffentlichte die Petersburger Akademie steht (b,); daß die „Exegetischen Abhandlunaen" (b,)
der Wissenschaften durch Anton Schiefner den tibeti- zusammen mit dem „Wort (des Buddha)" (a ■) Hie
sehen Text (1868) und eine deutsche Ubersetzung (1869) Lehre als Schriftwort" (c) bilden; daß die Lehre als
von Taranatha's „Geschichte des Buddhismus in Indien" Schriftwort" einer von drei Aspekten ist, unter denen
(rgya-gar chos-hbyung, wörtl.: „Rehgionsgeschichte von die Lehre brachtet werden kann (Da-b-c); und end-
Indien"). Aber dieses wertvolle Werk, obwohl in tibe- lieh, daß diese Betrachtung der Lehre (dharma) (D) zu-
tischer Sprache geschrieben, ist von einem Inder ver- sammen mit der Feststellung der verschiedenen Befaßt
(1608 n.Chr.) und hat viele Mängel und Lücken, deutungen des Wortes dharma (A), seiner Etymologie
Sehr zu begrüßen ist es daher, daß jetzt Dr. E. Ober- (B) und der Definition von dharma = „Lehre" (C) als
milier, Sektionssekretär des Buddhologischen Instituts i zweite Hauptabteilung (II) auf die das „Verdienst des
zu Leningrad und ein gründlicher Kenner des Tibe- i Studierens und Predigens der Lehre" behandelnde erste
tischen es unternommen hat, das klassische Geschichts- Abteilung (I) des Buches I („Übersicht über die buddhi-
werk der Tibeter, nämlich das Chos-hbyung („Religions- : stischen Lehren") des Chos-hbyung folgt,
geschichte", sc. von Indien und Tibet) des großen Ge- ! Der eigentlichen Geschichte geht also voraus eine
lehrten Bu-ston (1290—1364), in einer sorgfältigen eng- ; systematische Besprechung der gesamten in Tibet erlischen
Übersetzung der abendländischen Leserwelt zu- haltenen buddhistischen Literatur". Dieser Teil „ist von
gänglich zu machen. i ganz außerordentlichem wissenschaftlichen Wert!' Er ist
Der vorliegende erste Band enthält zwar noch we- | eine Synthese von allem, was direkt oder mittelbar den
nig eigentliche Geschichte: gar keine im Buch I („A Stempel des Buddhismus trägt, jene Synthese, die auch
Review of Buddhist Teachings", S. 8—90), und im ersten | das schließliche Ziel der europäischen Erforschung die-
Teil (S. 90—138) von Buch II („The History of Bud- ser Religion ist. Ihre ganze Literatur, heilige sowohl
dhism") nur eine wesentlich theologische Aufklärung , wie weltliche, wird, nach Perioden, Schulen und Gegenüber
das Erscheinen der Buddhas im allgemeinen und ständen eingeteilt, hier besprochen" (Prof. Stcherbatskv"
des historischen Buddha im besonderen. Dem Text j im Vorwort). y'
folgen über tausend meist nur einzeilige Anmerkungen | Daß dieser „Juwelenschatz der Schrift" (wie der

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