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Ausgabe:

1931 Nr. 1

Spalte:

383

Kategorie:

(ohne Kategorisierung)

Autor/Hrsg.:

Knevels, Wilhelm

Titel/Untertitel:

Das moderne Drama 1931

Rezensent:

Schian, Martin

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Seite 1

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383

Theologische Literaturzeitung 1931 Nr. 15/16.

384

kräftigen „Gedanken zu Luthers Katechismussätzen über
Taufe und Abendmahl" dienen.

Bonn. H. E. Weber.

SOEBEN ERSCHIEN

EPIPHANIUS

(Ancoratus und Panarion)

K r a n e f e 1 d , Dr. W. M.: Die Psychoanalyse. Psychoanalytische

Psychologie. Mit einer Einführung von C. O. Jung. Berlin: W. de I Herausgegeben im Auftrage der Kirchenväter • Commission der

Oruyter & Co. 1930. (141 S.) kl. 8°. = Sammlung Göschen, 1034. ; Preußischen Akademie der Wissenschaften von D. Dr. Karl Holl t-

geb. RM 1.80. ! Band HI, L Hälfte: Panarion haer. 65—73.

K. gibt eine klare, flüssige Einführung in die
Psychologie von Freud (berechtigte Kritik an Überschätzung
und Übertreibung des Sexuellen), Adler (zu
kurz, 7'/2 Seiten!), Jung, auf dessen Standpunkt K.
steht, daher Einleitung von Jung. K. teilt die Fehler
Jungs: Überschätzung des Unbewußten, besonders des
sog. Kollektiven Unbewußten (was zu Konstruktionen
führt), und Fehlen der personalen Bestimmtheit des
Unbewußten. — Die „Lösung" dürfte kaum ausschließlich
in einer der 3 Schulen liegen, sondern bedarf der
neueren Schulpsychologie ebensosehr wie der Beachtung
der Wertphilosophie und Wertpsychologie (AUers, Referent
). — Schief ist der Titel des Bandes. Er sollte
heißen: „Freud, Adler, Jung, eine Einführung in ihre
Psych." Denn unter dem Titel Psychoanalyse versteht
man eine mehr oder minder stark an Freud gebundene
Psychologie, keinesfalls aber darf Adler diesem Oberbegriff
untergeordnet werden, was übrigens auch Jung
selbst in der Einleitung betont.
Gießen. Johannes Neu mann.

272 Seiten, gr. 8°.

Die Griechischen Christlichen Schriftsteller der ersten
drei Jahrhunderte. Band 37, 1.

Als Karl Holl starb, waren von seiner Epiphanius-
ausgabe die beiden ersten Bände erschienen, von
Band III lag ein unvollendetes Manuskript vor. Und
zwar hatte Holl die Textkonstitution bis zu Ende
selbst durchgeführt und den im Testimonienapparat
gebotenen Kommentar bis zu den Manichäern (Haer. 66)
fertiggestellt. H. Lietzmann hat das gesamte Manuskript
durchgesehen und die Testimonien zu Ende
geführt. Bei der Drucklegung ist der kritische Apparat
, insbesondere bezüglich der einzigen Handschrift,
nachgeprüft und somit jede mögliche Garantie für die
Zuverlässigkeit der Angaben geschaffen worden. Die
Textbehandlung Holls konnte fast in ihrem ganzen
Umfang beibehalten werden.

Preis brosch. RM 21—-
Der Kauf der 1. Hälfte verpflichtet zur Abnahme des
2. (Schlufi.)Teiles.

Ausführliches Verzeichnis der Sammlung „Schriftsteller
" (P. 953) steht gern kostenfrei zur Verfügung-

Knevels, Wilhelm: Das moderne Drama. Gesicht unserer Zeit.

Darstellung, Deutung, Wertung. Braunschweig: H. Wollermann

[1930]. (320 S.) 8°. RM 5.50; geb. 7—.

Es ist sehr wünschenswert, daß auch Theologen
sich mit der modernen Literatur befassen. K., der in I VERLAG DER J. C. HINRICHS'SCHEN

seinem Buch „Brücken zum Ewigen" in die religiöse | BUCHHANDLUNG IN LEIPZIG C1

Dichtung der Gegenwart einführt, gibt jetzt eine Über-

DHC

sieht über das deutsche Drama der letzten vierzig Jahre. (SOEBEN ERSCHIEN'

Naturalismus und Impressionismus sind als „vormo- !

dem" mitbehandelt. Es folgen Neuromantik und Symbo- VlCtOI1 ffljlHC HubßF

lismus, neu-klassische Bewegung, Expressionismus und _~ , * cIL—- — ■—üT- i^*-

das Streben nach neuem Realismus. Das Buch gliedert in «IS SOZiaBPOIIatlKGI'

diesen Abschnitten nach den Dichtern, bei den Dichtern gln Beitrag zur Geschichte christlich - konservativer
nach den Hauptwerken. Gerhart Hauptmann kommt in Gesellschafts- und Wirtschaftsauffassung,
mehreren Abschnitten vor, die anderen alle nur in einem.
Einordnung unter bestimmte Gruppen hat immer Schwierigkeiten
; die Gefahr der Schematisierung liegt nahe.
Doch geht K. behutsam vor und trägt der Relativität
aller Einteilungen Rechnung. Vollständigkeit ist nicht
erstrebt. Unbedeutendere Dramen sind nur kurz oder
auch gar nicht erwähnt; die bedeutenderen sind ausführlicher
skizziert. Die Fülle der Erscheinungen ist groß.
Ich zähle einhalbhundert Dichter, die besprochen sind.
Dem einzelnen Drama konnte natürlich nicht sehr viel
Raum gewährt werden. Etwas Platz bleibt für Gesamtcharakteristiken
der Gruppen. Auch diese Skizzierung
ist sehr kurz gehalten. Das Wesen des Naturalismus ist
auf drei Druckseiten, das Wesen des Impressionismus
auf 1V2 Seiten geschildert. Da bleibt natürlich nicht
Raum für eingehendere Untersuchungen und Abschattie-
rungen. Aber das Notwendige ist gesagt, und zwar in
ruhiger, sachlicher Form, in knappen, kurzen Sätzen.
Knevels urteilt nicht etwa vom theologischen Standpunkte
aus. Andererseits referiert er auch nicht lediglich.
Wo er kritisiert, geschieht es aus innerer Vertiefung in
das Werk heraus. Hiernach ist zu urteilen, daß die
reichhaltige, wohlgeordnete Übersicht eine treffliche
Handhabe bietet, um sich in das deutsche Drama des

letzten Menschenalters einzufühlen. Dem, der Bescheid j mjY T-,ent9che,dender «Deutung,
weiß, bietet sie viele Anregungen. Für jeden Benutzer
bedeutet sie Erweiterung der Kenntnis und Anregung
zu eigenem Nachdenken. Innerhalb der selbstgewählten

Schranken also ein tüchtiges und nützliches Buch. * * VERLAG DER J. C. HINRICHS 5CHEN
Breslau._M.Schian. i_BUCHHANDLUNG IN LEIPZIG C1

Die nächste Nummer der ThLZ erscheint am 15. August 1931.

Verantwortlich: Prof. D. W. Bauer in Göttingen, Düstere Eichenweg 46.
Verlag der J. C. Hin rich s'schen Buchhandlung in Leipzig C 1, Scherlstraße 2. — Druckerei Bauer in Marburg.

DB'

Von Dr. Ingwer Paulsen, Berlin.

XI, 212 Seiten. 8°. 1931. Preis brosch. RM 10.50.
Königsberger historische Forschungen. Herausgeber!
Friedrich Baethgen und Hans Rothfels. Band 2.
Victor Aime Huber (1800—1869) ist bisher im wesentlichen
einem kleinen Kreise von Fachleuten als Vorkämpfer
des Genossenschaftswesens und der Wohnungsreform
bekannt gewesen. Hier wird dargestellt, wie
diese Pläne und Vorschläge aus seinen Bemühungen
hervorgehen, einen Weg für die ganze gesellschaftliche
Entwicklung des 19. Jahrhunderts in entschieden christ-
lich-konservativem Geiste zu weisen, gleich weit entfernt
von Kapitalismus und Sozialismus. Wie Schulze-
Delitzsch für die Handwerker und Raiffeisen für die
Landwirte, so hat Huber versucht, den Genossenschaftsgedanken
für die industrielle Arbeiterschaft
fruchtbar zu machen. In der Genossenschaft als Wohn-
und Arbeitsgemeinschaft glaubte er eine Lebensreform
zu finden, die für das moderne Industrieleben tragfähiger
sei als die kirchliche und bürgerliche Gemeinde
. Wenn auch die Voraussetzungen für Hubers
Vorschläge heute von Grund auf verändert sind, so
wird man doch überall Gedanken antreffen, die überraschend
zeitgemäß sind, und für die Geschichte des
Konservatismus sind Hubers sozialpolitische Ideen von